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Den Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, schätzen viele als Erzkonservativen ein. Dabei ist er doch in Wirklichkeit ein Erzprogressiver. Doch, doch! Zumindest, was den Einsatz moderner Medien angeht. Man kann ihm nämlich über das Internet Fragen stellen. Die User voten, welche Fragen am interessantesten sind, und - schwupps - werden sie von ihm beantwortet. Beziehungsweise vermutlich eher von seiner Pressestelle. Denn so weichgespült, wie die aktuelle Frage mit dem Titel: "Leidiges Thema Homosexualität" von Leser Jörg Diederichs beantwortet wurde, kann man kaum glauben, dass sie aus dem Munde des berüchtigten Scharfmachers stammen. Diederichs - selbst schwul - möchte wissen, warum die Kirche nicht alle Menschen, die in ihrem Leben Erfüllung zu erfahren suchen, unterstütze? "Zur Erfüllung gehört nun mal auch die partnerschaftliche Liebe."

Da sei viel "Halbwissen und Falsches" im Umlauf, lenkt Meisner zunächst von der eigentlichen Frage ab. Nicht der homosexuelle Mensch werde diskriminiert, sondern dessen "homosexuelle Handlungen" seien nicht in Ordnung. Wegen des "Naturrechts", wegen diverser Bibelstellen, die dieses Naturrecht unterstreichen würden und natürlich, weil es ja keinen gottgewollten Nachwuchs geben könne beim "Geschlechtsakt". Die altbekannte Leier. "Selbstverständlich bin ich mir der Problematik bewusst, dass die kirchliche Argumentation von Voraussetzungen ausgeht, die nicht alle Zeitgenossen teilen", gibt Meisner zu. Aber wenn man alles zur Disposition stelle, geht schließlich Gottes Spielzeug kaputt: "Man könnte dies mit einem Mobile vergleichen, das weit und kunstvoll ausgebaut werden soll: ohne Rückbezug auf die uns vorgegebenen Normen schneiden wir den tragenden Faden durch, und so fällt die gesamte daran aufgehängte Konstruktion in sich zusammen." Rumms, Bumms!

Aber, der Herr Kardinal reicht uns dennoch die Hand. Die kleinen Meinungsverschiedenheiten wegen eines Mobiles sollten uns nicht trennen, meint er: "Auch wenn ein Homosexueller die kirchliche Sicht nicht uneingeschränkt übernehmen will, können beide Seiten gemeinsame Ziele entdecken und sich z.B. energisch dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden, dass abfällige Äußerungen über Homosexuelle aus unserer Alltagssprache verschwinden und dass Stammtischgeschwätz seiner Plattheit überführt wird. Ich denke, das wären lohnende Ziele."

Das denken wir auch Herr Meisner. Vielleicht sollte man damit beginnen, das unsägliche Naturrecht-Geschwätz von ihrem Altar-Stammtisch aus seiner Plattheit zu überführen, meinen sie nicht auch?

Mit freundlichen Grüßen, ihre leidigen Homosexuellen! (cs)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 GeorgFalkenhagenProfil
  • 06.07.2011, 16:43hBremen
  • "... können beide Seiten gemeinsame Ziele entdecken und sich z.B. energisch dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden ..."

    Huch, was soll das denn für ne eigenartige Koalition werden? Bereuen Sie jetzt etwa Ihre unseligen Worte von übervorgestern, Exzellenz?

    Zu schön um wahr zu sein. Denn so lange jemand sagt, dass meine Liebe nicht von Gott sei, lügt er und lästert ihm. Wir erkennen die Menschen nicht nur an ihren Taten, sondern auch an den Worten, die sie taten ...
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#3 yomenAnonym
  • 06.07.2011, 17:07h

  • das mit dem mobilefaden hab ich noch nicht gecheckt. der hält alles zusammen-richtig?

    is ja nurn gleichnis, versteh ich.

    woraus isn der? göttliche seide? stahl? kryptonit???

    mit diesen stories werden wahrheiten suggeriert, die hirngespinnste sind!
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#4 FloAnonym
  • 06.07.2011, 17:21h
  • Toll, die Kirche verdammt nicht den keuschen Schwulen, aber sehr wohl den Schwulen, der tatsächlich liebt oder gar schwulen Sex hat.

    Als schwuler Mann will auch einen Partner lieben. Und als gesunde Erwachsene wollen wir auch unsere Liebe körperlich ausdrücken.
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#5 MarekAnonym
  • 06.07.2011, 17:33h
  • Es ist völlig klar, warum die Katholen nicht wollen, dass wir Sex haben:

    Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sex genauso ein Grundbedürfnis des Menschen ist, wie Essen, Trinken und Schlafen.

    Wer auf Sex verzichtet, riskiert psychische oder gar körperliche Schäden. Und Kranke und Gestörte lassen sich halt leichter lenken, führen und manipulieren.

    Deswegen ist die Kirche gegen schwulen Sex, genauso wie gegen Kondome, Pille, Selbstbefriedigung, etc.
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#6 FinnAnonym
  • 06.07.2011, 18:00h
  • Das Mobile des katholischen Hasses, der katholischen Manipulationen und der katholischen Volksverdummung kann ruhig mal endlich ein wenig ins Wanken geraten...
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#7 bastapapsta
  • 06.07.2011, 18:37h
  • "Nicht der homosexuelle Mensch werde diskriminiert, sondern dessen "homosexuelle Handlungen" seien nicht in Ordnung. Wegen des "Naturrechts", wegen diverser Bibelstellen, die dieses Naturrecht unterstreichen würden und natürlich, weil es ja keinen gottgewollten Nachwuchs geben könne beim "Geschlechtsakt"."

    Die katholische Kirche & ihre Hassprediger wie Meissner sind diejenigen, die am wenigsten verstanden haben was Jesus gesagt hat und die Bibel lässt insbesondere im Alten Testament homo freundliche Deutungen zu. Die Schwulen bzw. lesbenfeindliche Auslegung der Bibel ist die eigene Einbildung der katholischen Kirche bzw. des Katechismus. Ausserdem ist nicht erwiesen, dass es Jesus Worte sind, die in dieser Bibel stehen.

    "Aber, der Herr Kardinal reicht uns dennoch die Hand. Die kleinen Meinungsverschiedenheiten wegen eines Mobiles sollten uns nicht trennen, meint er: "Auch wenn ein Homosexueller die kirchliche Sicht nicht uneingeschränkt übernehmen will, können beide Seiten gemeinsame Ziele entdecken und sich z.B. energisch dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden, dass abfällige Äußerungen über Homosexuelle aus unserer Alltagssprache verschwinden und dass Stammtischgeschwätz seiner Plattheit überführt wird. I"

    Das ist so, als wenn man jemandem ne Pistole an den Kopf hält und ihm gleichzeitig sagt, dass man ja trotzdem gemeinsame produktive Sachen machen könne.Aber, der Herr Kardinal reicht uns dennoch die Hand. Die kleinen Meinungsverschiedenheiten wegen eines Mobiles sollten uns nicht trennen, meint er: "Auch wenn ein Homosexueller die kirchliche Sicht nicht uneingeschränkt übernehmen will, können beide Seiten gemeinsame Ziele entdecken und sich z.B. energisch dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden, dass abfällige Äußerungen über Homosexuelle aus unserer Alltagssprache verschwinden und dass Stammtischgeschwätz seiner Plattheit überführt wird. Aber, der Herr Kardinal reicht uns dennoch die Hand. Die kleinen Meinungsverschiedenheiten wegen eines Mobiles sollten uns nicht trennen, meint er: "Auch wenn ein Homosexueller die kirchliche Sicht nicht uneingeschränkt übernehmen will, können beide Seiten gemeinsame Ziele entdecken und sich z.B. energisch dafür einsetzen, dass Homosexuelle nicht diskriminiert werden, dass abfällige Äußerungen über Homosexuelle aus unserer Alltagssprache verschwinden und dass Stammtischgeschwätz seiner Plattheit überführt wird. Stammtischgeschwätz Ist zB., wenn man sagt, dass alle Kunst, die nicht christlich sei "entartete Kunst" sei. So etwas ist dummes Stammtischgeschwätz und dazu noch schön braun.
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#8 SexAnonym
  • 06.07.2011, 18:43h
  • Antwort auf #5 von Marek
  • Ganz so ist es nicht, man sollte schon bei der Realität bleiben wenn man etwas, zurecht, kritisiert.
    In unserer Gesellschaft ist alles dermaßen sexualisiert das fast nichts mehr ohne im Zusammenhang mit Sex steht. Selbst in den Nachrichten machen Meldungen über Vergewaltigungsvorwürfe und Affären mehr Schlagzeilen als politisch wirklich relevante Themen der Person, wie Wirtschaftsverbrechen, obwohl zweiteres viel gewichtiger für die berufliche zukünftige Situation der Person sein sollte.
    Unsere westliche Gesellschaft verfälscht den Eindruck das alles immer nur um Sex geht, dabei macht Sex nur einen Teil im Leben aus und wird meiner Meinung überbewertet.

    Sex ist natürlich lebenswichtig, sonst gebe es uns Menschen und die meisten Tierarten nicht, aber für den einzelnen Menschen ist Sex zwar ein wichtiges Bedürfnis, kommt aber erst nach Nahrung, Sicherheitsbedürfnis etc.
    Das ist ja auch logisch, bei Entzug von Essen und Trinken geht es schnell ums Überleben, mit Sexentzug kann jeder länger klar kommen.

    Befriedigung der Bedürfnisse sind in dieser Reihenfolge wichtig:

    1. Körperliche Existenzbedürfnisse: Atmung, Schlaf, Nahrung, Wärme, Gesundheit, Wohnraum, Kleidung, Bewegung

    2. Sicherheit: Recht, Schutz vor Gefahren, Absicherung, Unterkunft

    3. Soziale Bedürfnisse (Anschlussmotiv): Familie, Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Intimität, Sex, Kommunikation

    3.Anerkennungsbedürfnisse: Höhere Wertschätzung durch Status, Respekt, Anerkennung, Wohlstand, Geld, Einfluss, Erfolge, mentale und körperliche Stärke

    4. Selbstverwirklichung: Individualität, Talententfaltung, Perfektion, Selbstverbesserung

    Beachtlich ist das bereits der 2. genannte Punkt ( Schutz vor Gefahren) von der katholischen Kirche gebrochen wird und zwar weil in vielen christlich geprägten Ländern Homosexuelle und andere Minderheiten nicht vor lebensbedrohlichen Gefahren geschützt werden, ganz im Gegenteil.

    Es geht also um mehr als "nur" um Sexualität.
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#9 petrAnonym
#10 FlorianAnonym
  • 06.07.2011, 19:18h
  • Schade. Warum seid ihr alle so voll Hass? Es muss niemand die katholische Kirche mögen und umgekehrt muss die katholische Kirche nicht jeden mögen, aber warum ist da so viel Hass im Spiel?

    Es wird ja durchaus zurecht kritisiert, dass die katholische Kirche nach wie vor (unter anderen) Lesben, Schwule, Bisexuelle und allgemein Menschen mit abweichender sexueller Identität diskriminiert. Aber die katholische Kirche ist nun mal eine sehr träge Institution und bewegt sich nur langsam. Man bedenke, dass Hexenverbrennungen im Mittelalter noch üblich waren. Zu Zeiten des Dritten Reichs wurde der Antisemitismus unterstützt. und auch noch nach dem zweiten Weltkrieg wurden beispielsweise uneheliche Kinder ("Bastarde", "Hurensöhne", etc.) von der katholischen Kirche schlechter behandelt, obwohl sie für Ihre Lage am wenigsten verantwortlich sind.

    Ich bin froh, dass Kardinal Meisner – oder zumindest seine Pressestelle – sich ausdrücklich dafür stark macht, dass nicht mehr schlecht über homosexuelle Menschen geredet wird. Jetzt wäre es eigentlich an uns, das mit Zustimmung und Wohlwollen zu quittieren – selbstverständlich ohne von unserer Forderung nach Gleichberechtigung abzurücken. Der Zynismus des Artikels und der Hass in diesen Kommentaren allerdings setzt auf das alte aber meiner Meinung nach nicht bewährte Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn". Die katholische Kirche ist – zumindest offiziell – schon weiter und setzt auf Nächstenliebe. Wer wirklich ein Interesse daran hat, sich mit der Kirche zu versöhnen oder Einfluss auf sie zu nehmen, sollte zumindest daran denken.

    Ich hoffe der Autor dieses Artikels und vielleicht der ein oder andere Kommentarschreiber liest sich das hier zumindest durch und denkt darüber nach.

    Florian
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