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Die Jungs dürfen jetzt auch in der Schwulenbar Bourbon-Cola trinken, ohne um ihren Job fürchten zu müssen (Bild: expertinfantry / flickr / by 2.0)

Das Ende des Homo-Verbots im US-Militär muss sofort umgesetzt werden, hat am Mittwoch ein US-Bundesgericht entschieden.

Das Berufungsgericht in San Francisco hat erklärt, dass die "Don't ask, don't tell"-Regelung sowohl von Präsident Barack Obama als auch vom US-Kongress als verfassungswidrig angesehen wird. Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, dass das vor über einem halben Jahr abgeschaffte Gesetz übergangsweise noch angewendet wird. Das Militär darf nach dieser Entscheidung nicht mehr Soldaten entlassen, nur weil sie sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen.

Die "Don't ask, don't tell"-Richtlinie war 1993 als Kompromiss eingeführt worden. Sie besagt, dass Schwule und Lesben nur in den Streitkräften dienen dürfen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung geheim halten. Seither sind 14.000 Militärangehörige wegen ihrer Homosexualität entlassen worden - darunter viele, die von Kameraden angeschwärzt worden waren.

Die Abschaffung der Regelung war eine der Wahlversprechen von Barack Obama. Er hat am 22. Dezember ein Gesetz über das Aufhebungsgesetz unterschrieben (queer.de berichtete). Dem Militär wurde jedoch noch eine Übergangsphase zugebilligt, in dem es die alte Regelung noch anwenden durfte. Erst letzte Woche gab es daher Berichte über Soldaten, die wegen ihrer sexuellen Orientierung suspendiert worden waren.

Eine Pentagonsprecherin erklärte nach der Entscheidung, man werde sich an das Urteil halten und die verantwortlichen Offiziere sofort informieren. Man habe ohnehin angestrebt, die alte Regelung bis Ende des Monats aufzuheben.

In den letzten Monaten hat das US-Militär in Seminaren die Soldaten auf das Ende von "Don't ask, don't tell" vorbereitet (queer.de berichtete). Jegliche Diskriminierung von Schwulen und Lesben soll außerdem verboten sein. Es soll auch keine - wie von manchen Konservativen gefordertete - "Segregation" (Trennung) zwischen Hetero- und Homosexuellen geben, wie sie bis in die 1940er Jahre zwischen weißen und schwarzen Soldaten existiert hat.

In der öffentlichen Debatte hatten viele Republikaner das Ende von "Don't ask, don't tell" kritisiert, weil ihrer Ansicht nach offen schwule oder lesbische Soldaten die Schlagkraft des US-Militärs verschlechtern würden - etwa, weil sich heterosexuelle Soldaten unter der Dusche von Schwulen bedroht fühlen könnten. Allerdings hat sich eine klare Mehrheit der Bevölkerung - ebenso wie eine Mehrheit der Soldaten - für die Abschaffung des diskriminierenden Gesetzes ausgesprochen. (dk)



#1 kaysiProfil
  • 07.07.2011, 11:30hBangor
  • Wunderbar!!! Endlich wird mal etwas durchgesetzt was wirklich eine veränderung bringen kann
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 07.07.2011, 11:45h
  • Antwort auf #1 von kaysi
  • Damit ist das Thema dann wohl entgültig gelöst und künftig können homosexuelle Soldaten offen im US-Militär Dienst ausüben, so wie dies längst seit Jahren in den europäischen, westlichen Armeen der Fall ist. Hier besteht nur beim Bündnispartner Türkei eine andere Situation. In allen Militärs der EU hingegen ist längst der offene Dienst homosexueller Soldatten rechtlicher Alltag.
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#3 Peter BAnonym
  • 07.07.2011, 12:12h
  • Antwort auf #2 von Timm Johannes
  • Rate mal warum das überall in der EU so ist. Weil es oft durch Antidiskriminierungsgesetze (die die EU verlangt) so bestimmt worden ist. Wenn die Türkei näher an die EU gebracht wird/werden will, wird und muss das türkische Militär das auch umsetzen.

    Zum Thema: DADT ist sowieso dem Tode geweiht, selbst wenn hier Einspruch eingelegt wird. Für den Einzelnen sicher ein Unterschied, ob es jetzt oder in 6 Monaten nicht mehr gilt. Aber objektiv betrachtet macht das auch keinen Unterschied mehr.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.07.2011, 13:00h
  • Das Urteil des US-Bundesgerichtes ist zu begrüßen und damit wird endlich auch mal ein Schlußstrich gezogen! DADT gehört auf den Müll und soll dort verrotten!
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#5 stromboliProfil
  • 07.07.2011, 13:21hberlin
  • "offen schwule oder lesbische Soldaten die Schlagkraft des US-Militärs verschlechtern würden - etwa, weil sich heterosexuelle Soldaten unter der Dusche von Schwulen bedroht fühlen könnten."

    was hätte da Mae West zu gesagt...
    „Is that a gun in your pocket, or are you just glad to see me?“ (sinngemäß übersetzt: Ist das eine Pistole in deiner Hose oder freust du dich nur, mich zu sehen?)
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#6 maxAnonym
  • 07.07.2011, 13:38h
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • heterosexuelle soldaten die sich von ihren schwulen kollegen sexuell bedroht fühlen haben die heimliche fantasie mal rangenommen zu werden. anders kann man sich die unbegründete angst nicht erklären, wie sollen denn ein oder zwei schwule soldaten eine zahlenmässig grössere gruppe unter der dusche bedrohen können?
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#7 stromboliProfil
#8 stromboliProfil
#9 anonymusAnonym
  • 07.07.2011, 15:32h
  • Das ist mir schleierhaft. Wieso braucht man dazu eine "Übergangszeit" um dieses Gesetz einzuführen und rechtskräftig zu machen nachdem es beschlossen ist ...?
    Was bitte muß da so vorbereitet und geändert und umgemodelt werden, daß man die Leute schlicht und einfach n i c h t mehr diskriminiert und schlicht und einfach n i c h t mehr entlässt????

    Ich könnte mir vorstellen daß die Politiker bei Diätenerhöhungen keine "Übergangszeiten" haben.
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#10 daVinci6667
  • 07.07.2011, 15:44h

  • "weil sich heterosexuelle Soldaten unter der Dusche von Schwulen bedroht fühlen könnten."

    Wie kann man einzelnen Schwulen gegenüber so viel Angst haben? Ich nenne das Homophobie!

    Liebe Republikaner, überlegt mal, wie sehen wohl da die Mehrheitsverhältnisse aus in einer Gruppe von vielleicht 20 Mann. Wenn der Schwule Glück hat gibt\\\'s da noch einen zweiten. Gibts den, ist die statistische Wahrscheinlichkeit groß, dass dieser ungeoutet ist, sprich der Schwule sieht sich allein 19 zum Teil neugierigen Heteros gegenüber. Für wen ist diese Situation wohl schwieriger??
    Als Erwachsener kann man solche Situationen handeln, als schon geouteter 14 jähriger Junge schaffte ich das gegenüber einer pubertierender Horde gleichaltiger nicht und ließ mich durch den Hausarzt meiner Eltern vom Sportunterricht dispensieren.
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