Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14603

Beim CVJM endet die christliche Nächstenliebe beim Thema sexuelle Orientierung (Bild: arvidr / flickr / by-sa 2.0)

Beim CVJM-Kolleg wurde die Segnung eines Studenten abgelehnt, weil dieser sich kurz zuvor als schwul geoutet hatte.

Wie die evangelische Nachrichtenagentur idea meldet, sollte der Student gemeinsam mit rund 40 Kommilitonen am 3. Juli in Kassel verabschiedet und gesegnet werden. Er hatte an einem dreijährigen Fernstudiengang Theologie des überkonfessionellen Christlichen Vereins Junger Menschen teilgenommen. Das Segnungsverbot wurde ausgesprochen, weil der Student in der Broschüre "Gesicht zeigen im CVJM" offen über seine Homosexualität berichtete und mit sechs anderen CVJM-Mitgliedern ein größeres Engagement des christlichen Verbandes für Schwule und Lesben gefordert hatte. Laut der Direktorin des CVJM-Kollegs ist das Thema Homosexualität im Verein umstritten. Deshalb arbeite eine "Arbeitsgruppe Homosexualität" am Thema. Bis diese zu einem Ergebnis komme, werde die Segnung "aufgeschoben". Der betreffende Student wurde auch nicht offiziell verabschiedet, den formalen Abschluss erhält er aber nach Angaben der Direktorin.


Ex-Gay-Star Roland Werner war 2008 Vorsitzender der homofeindlichen Veranstaltung "Christival". (Bild: Medienmagazin pro / flickr / by 2.0)

An der Verabschiedung der Studenten war auch Roland Werner beteiligt, der seit April diesen Jahres das Amt des CVJM-Generalsekretärs übernommen hat. Er gilt als einer der Hardliner im Verband, der die "Heilung" von Homosexualität anstrebt - in Deutschland ist er damit einer der prominentesten Vertreter der Ex-Gay-Bewegung. Seine eigene, "inzwischen überwundene homosexuelle Neigung" sieht er nicht als Sünde an, praktizierte Homosexualität sei dagegen ein Verstoß gegen göttliches Gesetz. In der Vergangenheit leitete er Kurse mit Titeln wie "Auswege aus der Homosexualität". In seinem Buch "Homosexualität - ein Schicksal?" propagierte er die "innere Heilung" von Schwulen und Lesben.

Dabei sind der CVJM und seine 330.000 Mitglieder nicht generell homofeindlich. So sorgte der CVJM Hamburg 2008 für Aufsehen, als er erstmals am CSD teilnahm (queer.de berichtete). Auf seiner Homepage ist der Hamburger Verband sogar stolz auf gesellschaftliche Umbrüche und den Song YMCA (englisch für CVJM). Dort heißt es: "Weil die Village People einen Club für 'Young Men' in San Francisco besangen, hat der CVJM seitdem den Ruf, ein schwuler Laden zu sein - aber das stört uns nicht... Der CVJM-Hamburg ist heute offen für alle Menschen - egal ob schwul, hetero oder bi." (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Pipilotta PupsAnonym
  • 08.07.2011, 11:56h
  • Die sogenannten "Ex-Gays" sind die größte Gefahr, die für ein selbstbestimmtes Leben als Schwuler, als Lesbe, als Transmensch oder was auch immer ausgeht. Diese Typen meinen nämlich, aufgrund ihrer "erfolgreichen Bekehrung" ein Paradebeispiel dafür abzugeben, dass man sich (entgegen landläufiger Therapeutenmeinung) von diesen "satanischen Trieben" freimachen kann.

    So wird nicht nur homosexuelles Begehren in den Schmutz gezogen, sondern der Bevölkerung suggeriert, Homosexualität sei jetzt doch heilbar, weil ja ein paar Schwule es geschafft hätten, davon loszukommen - unter ihnen dieser Roland Werner.

    Wer an "Heilung" von Schwulsein glaubt, glaubt auch an einen real existierenden Satan und Dinge wie Teufelsaustreibung. Wir sollten alles daran setzen, solchen Extrem-Spinnern nicht das Feld zu überlassen, sondern sie mit allen verfügbaren Mitteln zu bekämpfen.

    Das einzige, was (hoffentlich!) heilbar ist, sind religiöse Wahnvorstellungen. Von diesen ist Herr Werner ganz offensichtlich befallen. Wir sollten ihm mit Achtung, Takt und Mitleid begegnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 userer
  • 08.07.2011, 11:58h
  • Jeder Schwule, der Mitglied einer dieser Kirchen ist (katholisch, protestantisch oder sonstwie) oder der sich in einem religösen Verein wie dem CVJM engagiert, sollte genau diese Diskriminierung am eigenen Leib erfahren, damit er erkennt, welche menschenverachtenden Gruppierungen er unterstützt und finanziert.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.07.2011, 12:32h
  • So weit geht die "Nächstenliebe" des CVJM leider wohl doch nicht. Hatten die Village People diese weltweite Organisation doch in ihrem Song "YMCA" hochleben lassen!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 userer
  • 08.07.2011, 13:06h
  • Der CVJM ist übrigens in den meisten (oder allen) Gemeinden als gemeinnütziger Verein anerkannt. Der CVJM ist demnach von der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer, sprich den Steuern auf das Einkommen (zum Beispiel aus Vermögenserträgen und Zweckbetrieben) befreit! Kann man einem solchen Verein die Gemeinnützigkeit aufgrund Diskriminierung eigentlich entziehen? Kann sich der LSVD oder eine Partei mal darum kümmern?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Lapushka
  • 08.07.2011, 14:34h
  • Ich habe ein bisschen über dieses Thema (also "Heilung") gelesen und mein Eindruck ist, diese geheilten Typen waren entweder niemals schwul.
    Dieser Hoffmann von Wüstenstrom z.b hatte sich Männern ja offenbar nur deshalb zugewandt weil er Schiss vor Frauen hatte (da schlechte Erfahrungen) und Probleme mit seiner Männlichkeit. Also wollte er sich von einen anderen Typen dann ein bisschen Männlichkeit "holen".
    Das ist für mich sowas wie knastschwul (nur ohne Knast).
    Oder aber: Sie tun auf geheilt, wollen aber eigentlich immer noch Schwänze lutschen und sind deshalb vielleicht auch frustriert, wenn andere sich nicht diesem Selbst-Verbiegen anschliessen.
    In jedem Fall müssen sie aber unbedingt den Rest der Welt davon in Kenntnis setzen, wie schlecht Homosexualität für sie "war" und wie schlecht es deshalb auch für andere ist/sein muss und wie toll Gott verändern eingegriffen hat.
    Das finde ich sowieso am arrogantesten, wenn Gott da noch mit reingenommen wird.
    Klar, lässt Juden im KZ sterben, Kinder an Hunger, verhindert keine Naturkatastrophen etc. aber wenn ein Typ rumheult wegen seiner Homosexualität, dann ist Gott natürlich sofort da

    Es kann ja durchaus sein, dass Homosexualität in der Art (zumindest bezogen auf Einzelfälle) änderbar ist, als dass sich jemand der bisher immer dachte, er sei schwul in eine Frau verliebt oder jemand der dachte, er sei hetero in einen Mann.
    Aber das ist für mich kein wirklicher Orientierungswechsel (da sich das Interesse dann nur auf die eine Person bezieht, nicht auf das ganze Geschlecht) und vor Allem ist das etwas was "passiv" passiert und nicht aktiv herbeigeführt werden kann.

    So wie ich das sehe, ist das einfach nur ein Verbiegen und ewiges Kämpfen. Wie Haarefärben. Man hat eine neue Haarfarbe, aber darunter ist immer noch die alte.

    Und diese psychologische "Fachliteratur" dazu ist dermassen lächerlich, dass jeder Erstsemester das entkräften könnte.

    und zu guter Letzt:
    Wo sind eigentlich die ganzen Leute denn die diese Typen geheilt haben wollen?
    Jeder zweite hardcore-Christ behauptet immer, total "viele" zu kennen, aber sehen tun man von denen irgendwie nie etwas.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 BeobachterAnonym
  • 08.07.2011, 14:40h
  • Antwort auf #2 von userer
  • Nun, solange es solche Maso-Typen wie diese Colgate-Initiative gibt, die um Mindestanerkennung in ihrer oberpeinlichen Firma winseln, wird das immer weitergehen. Bei Theologen kann man das ja noch irgendwie verstehen, die haben ja nichts Vernünftiges gelernt, aber alle anderen ...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 userer
#8 AriAnonym
  • 08.07.2011, 15:12h
  • Antwort auf #5 von Lapushka
  • Glaubst du eigentlich jeden Schwachsinn den du liest?
    Natürlich sind die Mitglieder der Ex- Gay Bewegung homosexuell. Sie verleugnen es mit fadenscheinigen Begründungen die früher schon von homophoben Psychologen erzählt wurden.

    Wenn du dich mit dem Thema vernünftig auseinandersetzen willst lies nicht was Wüstenstrom schreibt sondern das Buch "Anything but straight. Unmasking the scandals and lies behind the ex-gay"von Wayne Besen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 SuperMarioEhemaliges Profil
#10 Lapushka
  • 08.07.2011, 15:25h
  • Antwort auf #8 von Ari
  • Ja, in diese Richtung tendiere ich bisher auch. Nur habe ich mich damit noch nicht so viel auseinandergesetzt. Als ich schrieb "ein bisschen über dieses Thema gelesen", meinte ich damit nicht, sämtliche Literatur dazu zu kennen.
    Kein Grund zur Aufregung.
  • Antworten » | Direktlink »