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Muskelkerle, Ikea-Style: Schwules Leben in Barcelona (Bild: gayxample.net)

Die Webserie "Gayxample" ist nicht nur sehr sexy und witzig, sie hat auch international für Aufsehen gesorgt. Die erste Staffel steht zum Anschauen parat.

Von Carsten Weidemann

In Spanien scheint es nicht anders zu sein als in Deutschland: Das übliche Fernsehprogramm wird immer langweiliger Und es ist - anders als das Internet - ein rein passives Medium. Auch Guiseppe Storelli ist das Dasein als Couchpotatoe satt. Storellis Frust über die alten Medien haben wir die Webserie "Gayxample" zu verdanken, eine der inhaltlich und qualitativ besten Produktionen für Schwule und Lesben, die derzeit im Internet zu finden sind. Der in Italien geborene und seit 2002 in Barcelona lebende schwule Mann ist Leiter einer Fernseh-Produktionsfirma. Er weiß wie es geht.

Schwule Touristen, die bereits einmal Barcelona besucht haben, werden mit dem Titel "Gayxample" etwas anzufangen wissen. Eigentlich heißt der Stadtteil im Zentrum der Metropole ja l'Eixample. Wie in Soho in London oder wie in der Castro Street in San Francisco haben sich hier jedoch sehr viele Schwule und Lesben niedergelassen, ein Großteil der Szeneläden ist hier zu finden. Seitdem hat die Region seinen Spitznamen weg. Gayxample ist der Ort des Geschehens der Webserie, die alle Elemente einer schwul-lesbischen Soap aufweist: Liebe, Drama, Sex, Eifersucht, Sex, Glück, Unglück, noch mehr Sex, und so weiter, kompakt verpackt in jeweils 20 Minuten. Guiseppe Storelli scheut sich auch nicht, die diversen Klischees der spanischen Gay Community zu verwenden. So ist zum Beispiel eine der Hauptpersonen, Muskelprotz Ivan eine Tunte vor dem Herrn. Aber anders als in RTL-Soaps wird hier keine Tunte vorgeführt, hier ist sie eine Identifikationsfigur, wie sie im realen Leben in Barcelona an jeder Ecke zu finden ist. Storelli gibt unumwunden zu, ordentlich in seinem Umfeld geklaut zu haben: "Die Geschichte jeder handelnden Person ist so nah an der Wirklichkeit, dass zweifellos der ein oder andere sich mit einer von ihnen identifizieren könnte, direkt oder indirekt."

Youtube | Gayxample-Trailer

Schwul-lesbische Soap mit Untertiteln in 13 Sprachen

In Folge eins lernen wir den lebenslustigen Ivan und dessen etwas spießigen Freund Alex kennen. Xavi, der Bruder von Alex, kommt vom Land und ist zum ersten Mal in der großen Stadt. Xavis erster Schock nach der Ankunft: Alex, der zuvor verheiratet gewesen und Vater ist, ist schwul! Zur selben Zeit lernen sich Montse und Alicia in einem Restaurant kennen. Zwei Frauen mit ziemlich unterschiedlichen Charakteren, die sich nach und nach zusammen raufen. Und dann gibt es noch Toni, den 21-jährigen Jungschwulen, der seine Erfahrungen mit Sex und Drogen macht. Miguel, der Mann ohne Skrupel, der ein Doppelleben führt. Besetzt sind diese und viele weitere Rollen durch professionelle Schauspieler. Und auch das Technikteam besteht aus lauter Profis. Guiseppe Storelli lieferte nicht nur das Drehbuch und führte die Regie, er ist auch der Hauptsponsor dieses nicht ganz günstigen "Hobbys". Insgesamt sind 200 Personen an der Serie beteiligt. Alles faktisch ohne Budget.

Zehn Folgen sind inzwischen im Web abrufbar, die erste Staffel ist beendet. Das "Gayxample" keine rein spanische Angelegenheit bleibt, dafür hat der Regisseur von Anfang an gesorgt. Alle Folgen sind mit Untertiteln versehen, in insgesamt dreizehn Sprachen! Von Katalanisch und Spanisch über Englisch und Deutsch, bis hin zu Chinesisch und Arabisch sind die wichtigsten Sprachen vertreten. Auch das gab es bei noch keinem schwul-lesbischen Webserien-Projekt. Rund 15.000 Menschen kämen täglich auf die Website, jubeln die Macher.

Fans dürstet es bereits nach einer Fortsetzung, doch die will Guiseppe Storelli jetzt von der Unterstützung der Community abhängig machen. Wer will, kann sich die kompletten Folgen als DVD bestellen. Den Soundtrack zur Serie gibt es außerdem auf CD. Auf der Website lässt sich zudem schnell eine Spende online überweisen, ab zwei Euro ist man dabei.



#1 KathiGr
  • 08.07.2011, 18:46h
  • Wo wir gerade beim Thema Webserie sind, möchte ich bei dieser Gelegenheit mal auf die kanadische Webserie "Out With Dad" hinweisen. Die 2. Staffel ist heute gestartet. Für die 1. Staffel gibt's auch deutsche Untertitel. Die Serie ist wunderschön gemacht, aber wohl eher was für Frauen.
    "Here we have a look into the life of a teenage girl along with her single father. The two share a close relationship. Rose is coming of age, coming out of the closet, and hoping to avoid having a spotlight put on her life. Her dad, Nathan, is struggling to help."

    www.outwithdad.com/

    www.youtube.com/outwithdad
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#2 remixbeb
#3 gerrytorre
  • 09.07.2011, 08:16h
  • ich habe alle folgen schon gesehen, toll gemacht, unterhaltsam und sehr authentisch!

    ich warte schon gespannt auf die fortsetzung, ich hoffe meine spende ist gut angelegt....

    gibt es ausser der kanadischen serie noch andere?
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.07.2011, 10:33h
  • Eine solche Serie gab es auch schon in Deutschland und hieß "Doc Love" mit Ex-GZSZ-Schnuckelchen Oliver Bender. Die Schauspielder der spanischen Websoap sehen echt zum Anbeißen aus!
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#6 KevinAnonym
  • 09.07.2011, 12:53h
  • Ich kenne die Serie auch schon etwas länger..habe ebenfalls gespendet und überlege sogar mir die DVD der Staffel 1 für 11€ zu bestellen. Ist eine sehr schön gemachte Serie und als Fan von Spanien und spanischen Männern ist die Serie eh ein Muss :)
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#7 marc33ffm
#8 doc loveAnonym
#9 sehr schadeAnonym
  • 10.07.2011, 14:45h
  • erst fande ich die serie ganz gut bis dieser junge mann, der angeblich die junge generation der schwulen darstellen soll, zur drag queen mutieren muß.
    schwule erotik findet statt im stillen kämmerlein zuhause, aber das was nach außen gezeigt wird, auf der bühne, ist ein als frau verkleideter mann. das ist mehr eine anbiederung an heterosexualität als alles andere. schwule stehen doch auf männliche erotik, dann sollte man dies auch zeigen und nicht den gesellschaftlich eingeredeten mist, erotik kann in der öffentlichkeit nur sexy sein wenn eine frau ( ob eine echte oder falsche) präsentiert wird...
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#10 jojoAnonym
  • 10.07.2011, 16:49h
  • Antwort auf #9 von sehr schade
  • es gibt in der serie einen für mein gefühl sogar überraschend hohen anteil an sexszenen zwischen kerlen. hast du die gar nicht bemerkt, oder wie kommst du auf die idee, hier würde "nur" pseudoweiblichkeit als sexy dargestellt?

    nimm's mir nicht übel, aber mich erinnert dein beitrag ein bisschen an die csds-zuschauer, die zwei stunden lang fotos von transen machen und sich hinterher darüber aufregen, dass die "normalen" schwulen ja viel zu wenig wahrgenommen werden.
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