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Einzelkommentar zu:
Kardinal Marx: Homosexuelle sind "gescheiterte Menschen"


#90 alexalexProfil
  • 12.07.2011, 00:57hmünster
  • Ich freue mich, daß die meisten Poster hier zu einem Schluß kommen, den ich bereits vor etlichen Monaten geäußert habe. Der beruhte schon damals auf der Beobachtung, daß die katholische Kirche seit dem Beginn des Pontifikates von Ratzinger/Benedikt sich mit zunehmender Häufigkeit immer blindwütiger gegenüber Homosexuellen benimmt.
    Die Auslassungen von Kardinal Marx gehen bereits einen Schritt weiter; auch das habe ich geahnt. Jetzt werden auch Geschiedene aufs Korn genommen...und andere Gruppen werden folgen.

    Liest man sich die gesamten Äußerungen des Münchener Kardinals durch (eines speichelleckenden Karrieristen übrigens, dem Ratzinger offenbar allerlei zu verdanken hat - was sind da wohl für Akten in Sachen Pädoskandal aus der Münchener Zeit Ratzingers verschwunden oder verlegt worden?!) dann muß einem noch ein zweites Stichwort auffallen: "Europa". Das trifft sich mit jüngsten Aktivitäten des Vatikans zur "Rechristianisierung Europas!"
    Ratzinger hat kein Interesse an der 3. Welt. Er ist recht eigentlich ein Rassist - ob da noch was aus der Nazizeit übrig geblieben ist, weiß ich nicht; aber er war da ja noch ein Kind und konnte nach 1945 doch andere Erfahrungen machen. Aber da er nur in Kirchenkreisen aufgewachsen ist, ist es sehr zu bezweifeln, daß dieser Papst ein weniger vorurteilsfreies Weltbild gewinnen konnte.
    In Südamerika hat schon sein Vorgänger dafür gesorgt, daß liberale und menschennahe Geistliche kaltgestellt wurden. Diktatoren in Südamerika wurden vom Vatikan seit dem 2. Weltkrieg intensiv gefördert. Mit Pässen des Vatikans konnten zahlreiche Naziverbrecher nach Südamerika ausrücken!
    Gegen das völlige gesellschaftliche Chaos in den Drogenländern Kolumbien und Mexiko meldet sich die katholische Kirche nicht zu Wort (wer weiß, welche Drogengelder in der Vatikanbank gewaschen wurden) - wenn aber in Brasilien eine Mutter ihrer 12jährigen Tochter, die vom eigenen Vater vergewaltigt schwanger wurde, zu einer Abtreibung verhilft, dann ist das katholische Geschrei groß: Mutter, vergewaltigtes Kind und Arzt werden exkommuniziert - über den vergewaltigten Vater hört man nichts. Dagegen erfährt ein hundertfacher Kindervergewaltiger und Erbschleicher, Marcel Maciel Dellagado (es gibt auch andere Schreibweisen), pästliche Ehren und Schutz weil er im Namen seiner faschistioden Gemeinschaft der Legionäre Christi Unsummen an erschwindeltem Geld in den Vatikan überwies.
    Noch viel verheerender ist die Lage in Afrika, wo Millionen sich an das Kondomverbot der Päpste halten und sich mit HIV infizierten. Aber Schwarze scheinen Ratzinger nicht besonders zu interessieren, wie ja überhaupt farbige Menschen für Ratzinger nur Verschiebemasse seiner Mission sind. Sein Unwort, daß die indigenen Völker Amerikas das Christentum herbeigesehnt haben, hat leider noch immer Bestand.
    In den Elendsländern der 3. Welt, wie überall wo Elend und Not herrschen, hat die katholische Kirche immer noch Zulauf. Darum braucht sich der Papst nicht sonderlich darum zu kümmern - für ihn steht Europa im Mittelpunkt des Interesses weil sich das, was er "Diktatur des Relativismus" nennt, hier am weitesten entwickelt hat. Mit diesem Schimpfwort meint der Papst die "Selbstbemächtigung des Menschen" - eine andere Invektive auf die menschliche Vernunft. Hier in Europa haben wir uns seit der französischen Revolution in schweren Kämpfen gegen Unrechtsherrschaft, Willkür und menschenunwürdige Moral gewehrt: die Folge waren nachbittersten Erfahrungen mit totalitären Systemen Menschenrechte und Demokratie und säkularer Staat.
    Das duldet Ratzinger nicht - er WILL nicht, daß die Menschen ihr Leben selbst bestimmen. Dieser größenwahnsinnige Mann (seine katholische Demut ist nichts weiter als eine schäbige Lügenmaske) glaubt wirklich zu wissen, was sein erfundener Gott will und wie man sich ihm, dem Papst und Gott gegenüber zu verhalten habe. Als Stellvertreter Gottes will Ratzinger wieder herrschen. Deshalb bekämpft er Demokratie und Menschenrechte, Wissenschaft und Kultur. Gemeinsam mit den Moslems tritt er ein für Balsphemieparagraphen; er bekämpft das Recht des Menschen auf ein anständiges soziales Leben - das Recht in den Sozialstaaten will er wieder durch das Almosen ersetzen.
    Er befördert durch die Ernennung von 3000(!!!) neuen Exorzisten den Aberglauben; u.a. auch it der anerkennung des Engelwerkes, einer kryptofaschistischen Organisation, die behauptet, die Menschen würden durch Engel von überall wirkenden Teufeln beschützt. Die Teufel stecken nach dem Aberglauben dieser Irren u.a. in Katzen, Hebamen und Kindern, die den Pfarrer nicht anschauen können.
    Insgeheim bekämpft Ratzinger auch die Evolutionstheorie - er steht den Evangelikalen in den USA damit nicht mehr fern. Ich sage voraus, daß es Konkordate mit eben diesen Evangelikalen und sogar mit Muslimen geben wird, denn die Schnittmengen an Homohaß, Frauenverachtung und Mißachtung der Menschenrechte sind groß.
    Auch die Wissenschaften will Ratzinger wieder unter die Knute der Kirche bringen - wenn man die beherrscht, kann man natürlich wieder Aberglauben und religiöse Märchen verbreiten und fördern. Es ist ja interessant, daß eine der ersten Amtshandlungen des neuen Papstes Ratzinger war, die päpstliche Sternwarte abzuschaffen. Immerhin gab es ausgerechnet von dort seit den 20er Jahren wichtige Vorarbeiten zur Urknalltheorie. - Dazu eine traurige Anekdote, die ausgerechnet Stephen Hawking berichtet: während einer Audienz bei Johannes Paul II. erlaubte sich dieser selbstherrliche Papst, den Kosmologen und Astrophysikern vorzuschreiben, sie wären ja jetzt bis an den Urknall herangekommen. Das aber sei der Moment, in dem Gott alles in Bewegung gesetzt hätte. Der Mensch habe kein Recht, da nun auch noch hinschauen zu wollen. Hawking berichtet, daß sich ausgerechnet an diesem Tag einige Papiere in seiner Tasche befanden, die sich mit den Ursachen des Urknalls theoretisch auseinandersetzten.
    Ratzinger hat die Ungeheuerlichkeiten seines Vorgängers sogar getoppt: in einer Rede an der Sorbonne rechtfertigte er die Verurteilung Galileo Galileis mit einer atemberaubenden Volte: die Kirche als Hüterin der Wahrheit mußte Galilei zur Ordnung rufen, denn er habe Ideen in die Welt gesetzt, die die Menschen verunsicherten und ängstigten. Denn er habe sie zu seiner Zeit nicht beweisen können. Erst im 20. Jahrhundert sei der Beweis des heliozenntrischen Weltbildes zweifelos beizubringen gewesen. Die Kirche habe dann auch prompt (!) reagiert und die Exkommunikation Galileis aufgehoben.
    In dieser Art und Weise will die Ratzingerkirche auch weiter mit wissenschaftlichen Erkenntnisse verfahren - u.a. auch mit sozialen, medizinischen und psychologischen zur Homosexualität. Die werden ja jetzt schon nicht zur Kenntnis genommen. Und sie würden nicht nur unterdrückt werden bei erneuter Herrschaft des Papstes in Europa, sie würden überhaupt nicht mehr stattfinden.

    Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären: die inzwischen sich tagtäglich häufenden Angriffe gegen Homosexuelle haben System.
    2000 Jahre christlichen Antisemitimus´ gipfelten im Menschheitsverbrechen des Holocaust. Die Juden waren für die Catholica Mittel zum Zweck - man konnte ihnen alles, was die Kirche als Böse definierte, zuschieben: Hexerei, Wucherei (dabei hatte man die Juden jahrhundertelang von Erwerbsarbeit ausgeschlossen, ihnen blieben nur Handel und Geldverleih), Krankheiten usw. usf.
    Erzbischof Tomasi hat in der vorigen Woche bei der UN in Genf nicht umsonst gefaselt von einer "Weltverschwörung" der Homosexuellen, die Wissenschaft und die Regierungen der Länder, die liberale Gesetze schaffen, unter Druck setzen würden, um ein "gendermainstreaming" und eine Homosexualisierung der Welt zu erreichen.
    Man lese dazu Christl Vonholt, Christa Mewes, Gabriele Kuby, Erzbischof Laun aus Österreich oder den katholische Psychiater Raphel M. Bonelli - alles Sprachrohre dieser infamen Behauptung. Wenn sie nur ihren Unsinn in Traktätchen absetzten wäre es gleichgültig - aber sie werden zu Partien und Gremien eingeladen, zu Kongressen und Schulbuchverlagen usw. usf. Sie finden GEHÖR bei politisch Verantwortlichen !

    Noch lachen viele Schwule über den Unsinn und die Lügen, die Kirchenvertreter verbreiten - aber langsam müßte auch ihnen aufgehen, daß mit den Schwulen ein neuer Popanz aufgebaut wird, dem man alles Negative zuschieben kann, von der Aufweichung der Ehe bis zur Ausbreitung von AIDS.
    Der Kathechismus sieht u.a. noch immer die Todesstrafe vor, die Staaten einführen dürfen, wenn sie ihren Bestand bedroht sehen. Die katholische Kirche ist auf dem besten Wege die Schwulen als Gefahr für die Staaten, Gesellschaften und Leib und Leben der Menschen zu bezichtigen.
    Sie weiß sich damit in bösester Einigkeit mit dem Islam und den Evangelikalen.
    Aber die Schwulen, das habe ich versucht hier darzustellen, sind nur die Folie für weitere Abwertungen und Vernichtung anderer Gruppen. Frauen werden es sehr schnell spüren, der wütende und blamable Kampf der katholischen Kirche gegen die PID ist ein Beispiel - sie will sich nicht damit abfinden, daß vor allem Frauen über Schwangerschaft und die Umstände befinden.
    Schlimm ergehen wird es auch Schwerkranken - die katholische Kirche ist - ich kann es nicht anders ausdrücken - von einer masochistischen Geilheit besessen, Leiden zu vermehren. Es gibt ja noch längst keine Sterbehilfe in diesem Land; aber selbst das Abstellen der Apparate wird in einem klerikalen Staat verboten werden. Es wird wieder Gesinnungs- und Bettenschnüffelei geben und das Verbot der Ehescheidung, die Verdrängung der Frauen aus dem öffentlichen Leben. Die Frauen werden nach den Schwulen die nächste Gruppe (meine Güte, die Hälfte der Menschheit), denen wieder Vorschriften von den Eunuchen fürs Himmelreich gemacht werden. Es wundert einen ja nicht, daß der Vatikan Gesetze gegen des Burkatragen in europäischen Ländern, verurteilt.

    Jetzt muß ich hier mal einen Punkt setzen - ich sage einen neuen Kulturkampf voraus. Die augenblickliche Krise des Euro wird zu politischen Verwerfungen führen; Deutschland wird nicht immer von einem herbeigeredeten Aufschwung profitieren. Die Länder, in denen das Wirtschaftssystem kippelt, Griechenland, Irland, Portugal - andere werden folgen - erleben einen Aufstieg rechter Politiker, die Arschbacke an Arschbacke mit der katholischen Kirche die Bänke drücken. Die neue ungarische Verfassung zeigt uns, wohin es gehen wird: man erlaubt der katholischen Kirche und ihrer bigotten Moral mehr Einfluß in Gesellschaft und Politik.

    Also, es ist dringend notwendig, gegen den Papstbesuch zu demonstrieren - aber es gilt, wachsam und sogar kampfbereit zu sein. Ratzinger ist nur der erste Faschopast des 21. Jahrhunderts, er bestellt sein Haus - es kommt nichts Besseres.
    Und wo man Schwule in ihrer Existenz bedroht - und das wird kommen - werden auch andere folgen.
    Die Partyschwulen müssen endlich auch ihre faulen Ärsche hochkriegen - lachen allein hilft nicht mehr!
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