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Einzelkommentar zu:
Kardinal Marx: Homosexuelle sind "gescheiterte Menschen"


#152 Kristian
  • 14.07.2011, 01:56h
  • @Lapushka (#121): So meldete es der evangelische Pressedienst (wobei ich zu gerne das wörtliche Zitat von Kardinal Marx hören würde):

    "Als "Experiment, das gelungen ist" hat der Münchner Kardinal Reinhard Marx das zweitägige Gesprächsforum der katholischen Kirche in Mannheim bezeichnet. Die rund 300 Teilnehmer hätten ihr Interesse gezeigt, dass es mit der Kirche weitergeht, sagte Marx am Samstagvormittag kurz vor dem Abschluss der Veranstaltung. "Das ist für mich erst mal ermutigend", betonte er.
    Inhaltlich sieht Marx nach dem Gesprächsforum drei Schwerpunkte für Veränderungen in der Kirche: Es gehe um den Umgang mit gescheiterten und zerbrochenen Menschen, wozu er unter anderem Geschiedene und Homosexuelle zählte. [...]"

    Eigentlich ist das also ein sehr gutes (wenn auch schon lange überfalliges) Signal, dass man auch innerhalb der deutschen katholischen Kirche die Zeichen der Zeit so langsam erkennt und homosexuelle Menschen nicht mehr diskriminieren will. In den Forderungswünschen ist dies auch von einzelnen Deligierten nochmal unterstrichen worden (siehe meinen letzten Kommentar hier (#120)). Jetzt kommt Queer.de an die Nachricht und überlegt sich eine passende Überschrift für den Artikel. Vielleicht "Kardinal Marx: Es muss eine Veränderung im Umgang der Katholischen Kirche mit Homosexuellen geben"? Ach nö, zu kirchenfreundlich. Lieber "Kardinal Marx: Homosexuelle sind "gescheiterte Menschen"". Und schon sind die Kirchenhasser wieder in ihrem Weltbild bestätigt und überlesen den Satz, dass Marx den Umgang der Kirche mit Homosexuellen ändern will. Einfach nicht hilfreich.

    @daVinci6667 (#126): Ich wurde katholisch sozialisiert, der sonntägliche Kirchgang auf Drängen der Mutter war öfters Pflicht (und wurde mit emotionaler Erpressung auch durchgesetzt). Als ich mich dann selbst entscheiden durfte, ob ich in die Kirche gehen wollte oder nicht, habe ich mich selbstverständlich gegen dieses langweilige Zeugs entschieden. Im Religionsunterricht stellte ich kritische Fragen und kassierte dafür auch immer mal wieder Unverständnis von Religionslehrer(inne)n. Erst in der Oberstufe bekam ich einen Religionslehrer, der sich mit meinen kritischen Anfragen und Zweifeln ernsthaft auseinandersetzte und mich damit auch wieder nach einiger Zeit für den Gottesdienst interessierte. Ein Theologiestudium war/ist die logische Folge. Auch meine schwule Partnerschaft, die sehr unerwartet kam, hat mich nicht von Religion abgebracht - im Gegenteil hat mein evangelischer Partner seine Religiosität wiederentdeckt und begleitet mich auch regelmäßig in den katholischen Gottesdienst (was leider keine endgültige Entscheidung darüber darstellt in welcher Kirche unsere Kinder später mal getauft werden). Ich bin katholisch und überzeugt katholisch, bei aller Schwäche und Verbesserungswürdigkeit meiner Kirche und eben auch durchaus liberal und kritisch. Die evangelische Kirche ist für mich keine Alternative - keine Ministranten, viel zu schlichte Gottesdienste - außerdem sind die evangelischen Evangelikalen genauso homophob wie die erzkonservativen Katholiken.
    Mir, genug Schwulen und vielen anderen Menschen gibt die Katholische Kirche Kraft, Sinn und Gemeinschaft. Dort engagieren sich viele Menschen, deren Meinungen und deren Einsatz ich sehr schätze. Und schließlich wird auch viel Gutes im Namen der Kirche getan. Warum zur Hölle sollte ich aus dieser Kirche austreten und sie damit den Ewig-Gestrigen überlassen?
    Was Rechte von Schwulen angeht, ist die Kirche sicher einer DER Bremser weltweit. Halt ein Zeichen, dass der Kampf für Gleichberechtigung noch nicht gewonnen ist (wobei für mich der Ausgang des Kampfes schon längst entschieden ist). Aus ner homopädophilen Perspektive finde ich das Geheule übrigens manchmal (wie im Marx-Fall) ziemlich lächerlich.

    @jojo (#127) und alexander (#131): Man kann das natürlich auch böswillig interpretieren. Manche Menschen wollen abschließend aber eben auch mehr als einen Punkt auf einem Zettel unterbringen. Die realistischere Sicht der Dinge ist also:
    21. Angemessener Umgang mit Dilemmata,
    angemessener Umgang mit Homosexualität,
    angemessener Umgang mit Sexualmoral,
    angemessener Umgang mit Geschlechtergerechtigkeit.
    Ich gehe fest davon aus, dass es hier nicht um ein Spiel namens "Finde die Gemeinsamkeiten der vier Punkte" oder "Beziehe einen Punkt auf den anderen" ging.

    @alexalex (#132): "Was die Katholiken von Schwulen halten" - weißte, du bist halt auch nur ein weiterer Aktivist, der neben seiner Meinung keine andere Meinung akzeptieren kann, vor allem keine differenzierte. In Zeiten, in denen der erzkatholische Teil der Katholiken eine Teilung der katholischen Kirche fürchtet (als Teil einer innerkirchlichen Verschwörung ) schreibst du immer so, als ob alle Gläubigen nur genau eine Meinung haben können. Das geht völlig an der Realität vorbei. Du lässt anscheinend nur kirchliche Meinungen am rechten Rand gelten, andere (wirkmächtige) Meinungen innerhalb der Kirche ignorierst du konsequent. Mir mein kritisches Denken abzusprechen ist übrigens vollkommen lächerlich. Aber ja, es macht wahrscheinlich wenig Sinn für uns weiterzudiskutieren, da du ja fest überzeugt bist, dass deine (falschen, intoleranten und beleidigenden ) Überzeugungen die einzig Seligmachenden sind. Und nö, ich arbeite am Frieden und sogar recht erfolgreich (zumindest im privaten und sozialen Bereich).
    Nachtrag (zu #135): Mediale Macht in Händen der Kirche, dass ich nicht lache... Die letzte katholische Zeitung ist die Tagespost, die sowieso nur sehr wenige (erzreaktionär-dumm-bis-intelligente) Menschen ernst nehmen. Vielleicht noch das Internet, wobei da der Einfluss von Kuby, kath.net und Konsorten leider immer wieder völlig überproportional aufgeblasen wird (was ja wohl nur diesen Leuten nützt). Natürlich verbreitest du Verschwörungstheorien (wobei ich dir für den Promillebereich Wahrscheinlichkeit, dass du recht hast, anbiete, an deiner Seite zu kämpfen, wenn es dann tatsächlich ernst wird ^^).

    @OlliBO (#133): Hast in vielem recht. Hoffentlich verzweifelst du nicht an deiner Situation. Es wird besser. Und natürlich sollten möglichst viele Menschen innerhalb der Kirche zu ihrer Homosexualität stehen. Nichts hilft besser gegen Vorurteile.

    @aloysius (#134): Wie selbstgerecht muss man eigentlich sein (selbst als Aktivist) um solch einen bevormundenden und diskriminierenden Kommentar zu schreiben? Kein Wunder, dass nur wenige Lust haben die Petition zu unterschreiben bei solchen fanatischen Unterstützern (aber die anderen sind ja automatisch die uninformierten). Und ja, Hitler mit Benedikt XVI. zu vergleichen ist nicht nur unpassend sondern einfach nur unglaublich dumm.

    @sophie (#136): Ja, warum sollte man sich auch die Zeit nehmen, mal durch die Kommentare zu lesen (auch wenn diese Zeilen wohl genau deswegen Verschwendung sind )...

    @stromboli (#138): Ein bisschen Anstrengung deinerseits auch bei längeren, überfrachteten Sätzen meinerseits ist durchaus in Ordnung. Muss schließlich auch deine Spitzfindigkeiten in Würde ertragen (und danke, dass du meine Sätze nicht missbrauchst ^^).
    Zu deinen Punkten:
    "Und ich bin mir sicher, die aufklärung der mißbräuche wäre weiter noch unter dem deckel der verschwiegenheit, wäre dem klerus nicht der zeitgemäße zusammenhang von aufdeckung und zeitgeistiger emanzipationsbemühung seitens der schwul/lesben gelegen gekommen. Überrollt von der empörung entdeckt sie die eigentlichen täter … UNS."
    Du weißt aber, dass derjenige, der den deutschen Missbrauchsskandal ins Rollen brachte ein homofreundlicher katholischer Jesuitenrektor namens Pater Klaus Mertes war? Passt nicht so ganz zu deinen Verschwörungstheorien gegen Schwule (und nebenbei waren die Opfer der Missbrauchsfälle in den USA vor allem ältere Teenager -die Frage, ob es hier nicht tatsächlich um schwule Täter ging, ist berechtigt (trotz absurdem Kinderbegriff in den Staaten und ohne Generalabrechnung mit DEN Schwulen deswegen versteht sich)).
    "kurz gruppendymamik genannt!
    Kennen wir alle, ohne das der heilige geist hierfür über uns kommen müsste!
    Also auch alles ohne geheimniss und sonstigem brimborium verständlich!"
    Mir gibt der katholische Gottesdienst nun mal was (gerade mit Geheimnis und Brimborium (und sogar ohne den alten Ritus)), und ich bin anscheinend nicht der einzige Schwule. Das musst du ja weder teilen noch nachvollziehen können, zumindest tolerieren wäre aber nett.

    @bastapapsta (#139): Altbekannt, aber immer wieder lustig.

    @tom (#144): Ich denke, dass sich das gescheitert vor allem auf die Wiederverheiratet-Geschiedenen bezieht (zumindest habe ich es so bei den Forderungen interpretiert, macht wenig Sinn auch die gebrochenen Biographien auf die Homosexuellen zu beziehen: "18. Menschen mit unterschiedlichen Lebensformen und gebrochenen Biografien sind gleichberechtigter Teil unserer Gemeinschaft (wiederverheiratete Geschiedene, Homosexuelle)"

    @Lapushka (#151): Du hast aber schon irgendwann mal gelernt verlogene Propaganda von ernsthaften Anliegen zu unterscheiden, ja?
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