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Kommentare zu:
Kardinal Marx: Homosexuelle sind "gescheiterte Menschen"


#151 Lapushka
  • 13.07.2011, 18:47h
  • Adolf Hitler: "Wir werden das Christentum als Basis unserer gesamten Moral, die Familie als Keimzelle unseres Volks- und Staatskörpers in ihren besten Schutz nehmen"

    Bei dem Video lief es mir kalt den Rücken runter.
    Das unterscheidet sich für mich ehrlichgesagt zu großen Teilen nicht wirklich von dem das diverse Kirchenmänner (und -Frauen z.B Gabriele kuby) so vom Stapel lassen.

    www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=n_uFgU6K1R4
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#152 Kristian
  • 14.07.2011, 01:56h
  • @Lapushka (#121): So meldete es der evangelische Pressedienst (wobei ich zu gerne das wörtliche Zitat von Kardinal Marx hören würde):

    "Als "Experiment, das gelungen ist" hat der Münchner Kardinal Reinhard Marx das zweitägige Gesprächsforum der katholischen Kirche in Mannheim bezeichnet. Die rund 300 Teilnehmer hätten ihr Interesse gezeigt, dass es mit der Kirche weitergeht, sagte Marx am Samstagvormittag kurz vor dem Abschluss der Veranstaltung. "Das ist für mich erst mal ermutigend", betonte er.
    Inhaltlich sieht Marx nach dem Gesprächsforum drei Schwerpunkte für Veränderungen in der Kirche: Es gehe um den Umgang mit gescheiterten und zerbrochenen Menschen, wozu er unter anderem Geschiedene und Homosexuelle zählte. [...]"

    Eigentlich ist das also ein sehr gutes (wenn auch schon lange überfalliges) Signal, dass man auch innerhalb der deutschen katholischen Kirche die Zeichen der Zeit so langsam erkennt und homosexuelle Menschen nicht mehr diskriminieren will. In den Forderungswünschen ist dies auch von einzelnen Deligierten nochmal unterstrichen worden (siehe meinen letzten Kommentar hier (#120)). Jetzt kommt Queer.de an die Nachricht und überlegt sich eine passende Überschrift für den Artikel. Vielleicht "Kardinal Marx: Es muss eine Veränderung im Umgang der Katholischen Kirche mit Homosexuellen geben"? Ach nö, zu kirchenfreundlich. Lieber "Kardinal Marx: Homosexuelle sind "gescheiterte Menschen"". Und schon sind die Kirchenhasser wieder in ihrem Weltbild bestätigt und überlesen den Satz, dass Marx den Umgang der Kirche mit Homosexuellen ändern will. Einfach nicht hilfreich.

    @daVinci6667 (#126): Ich wurde katholisch sozialisiert, der sonntägliche Kirchgang auf Drängen der Mutter war öfters Pflicht (und wurde mit emotionaler Erpressung auch durchgesetzt). Als ich mich dann selbst entscheiden durfte, ob ich in die Kirche gehen wollte oder nicht, habe ich mich selbstverständlich gegen dieses langweilige Zeugs entschieden. Im Religionsunterricht stellte ich kritische Fragen und kassierte dafür auch immer mal wieder Unverständnis von Religionslehrer(inne)n. Erst in der Oberstufe bekam ich einen Religionslehrer, der sich mit meinen kritischen Anfragen und Zweifeln ernsthaft auseinandersetzte und mich damit auch wieder nach einiger Zeit für den Gottesdienst interessierte. Ein Theologiestudium war/ist die logische Folge. Auch meine schwule Partnerschaft, die sehr unerwartet kam, hat mich nicht von Religion abgebracht - im Gegenteil hat mein evangelischer Partner seine Religiosität wiederentdeckt und begleitet mich auch regelmäßig in den katholischen Gottesdienst (was leider keine endgültige Entscheidung darüber darstellt in welcher Kirche unsere Kinder später mal getauft werden). Ich bin katholisch und überzeugt katholisch, bei aller Schwäche und Verbesserungswürdigkeit meiner Kirche und eben auch durchaus liberal und kritisch. Die evangelische Kirche ist für mich keine Alternative - keine Ministranten, viel zu schlichte Gottesdienste - außerdem sind die evangelischen Evangelikalen genauso homophob wie die erzkonservativen Katholiken.
    Mir, genug Schwulen und vielen anderen Menschen gibt die Katholische Kirche Kraft, Sinn und Gemeinschaft. Dort engagieren sich viele Menschen, deren Meinungen und deren Einsatz ich sehr schätze. Und schließlich wird auch viel Gutes im Namen der Kirche getan. Warum zur Hölle sollte ich aus dieser Kirche austreten und sie damit den Ewig-Gestrigen überlassen?
    Was Rechte von Schwulen angeht, ist die Kirche sicher einer DER Bremser weltweit. Halt ein Zeichen, dass der Kampf für Gleichberechtigung noch nicht gewonnen ist (wobei für mich der Ausgang des Kampfes schon längst entschieden ist). Aus ner homopädophilen Perspektive finde ich das Geheule übrigens manchmal (wie im Marx-Fall) ziemlich lächerlich.

    @jojo (#127) und alexander (#131): Man kann das natürlich auch böswillig interpretieren. Manche Menschen wollen abschließend aber eben auch mehr als einen Punkt auf einem Zettel unterbringen. Die realistischere Sicht der Dinge ist also:
    21. Angemessener Umgang mit Dilemmata,
    angemessener Umgang mit Homosexualität,
    angemessener Umgang mit Sexualmoral,
    angemessener Umgang mit Geschlechtergerechtigkeit.
    Ich gehe fest davon aus, dass es hier nicht um ein Spiel namens "Finde die Gemeinsamkeiten der vier Punkte" oder "Beziehe einen Punkt auf den anderen" ging.

    @alexalex (#132): "Was die Katholiken von Schwulen halten" - weißte, du bist halt auch nur ein weiterer Aktivist, der neben seiner Meinung keine andere Meinung akzeptieren kann, vor allem keine differenzierte. In Zeiten, in denen der erzkatholische Teil der Katholiken eine Teilung der katholischen Kirche fürchtet (als Teil einer innerkirchlichen Verschwörung ) schreibst du immer so, als ob alle Gläubigen nur genau eine Meinung haben können. Das geht völlig an der Realität vorbei. Du lässt anscheinend nur kirchliche Meinungen am rechten Rand gelten, andere (wirkmächtige) Meinungen innerhalb der Kirche ignorierst du konsequent. Mir mein kritisches Denken abzusprechen ist übrigens vollkommen lächerlich. Aber ja, es macht wahrscheinlich wenig Sinn für uns weiterzudiskutieren, da du ja fest überzeugt bist, dass deine (falschen, intoleranten und beleidigenden ) Überzeugungen die einzig Seligmachenden sind. Und nö, ich arbeite am Frieden und sogar recht erfolgreich (zumindest im privaten und sozialen Bereich).
    Nachtrag (zu #135): Mediale Macht in Händen der Kirche, dass ich nicht lache... Die letzte katholische Zeitung ist die Tagespost, die sowieso nur sehr wenige (erzreaktionär-dumm-bis-intelligente) Menschen ernst nehmen. Vielleicht noch das Internet, wobei da der Einfluss von Kuby, kath.net und Konsorten leider immer wieder völlig überproportional aufgeblasen wird (was ja wohl nur diesen Leuten nützt). Natürlich verbreitest du Verschwörungstheorien (wobei ich dir für den Promillebereich Wahrscheinlichkeit, dass du recht hast, anbiete, an deiner Seite zu kämpfen, wenn es dann tatsächlich ernst wird ^^).

    @OlliBO (#133): Hast in vielem recht. Hoffentlich verzweifelst du nicht an deiner Situation. Es wird besser. Und natürlich sollten möglichst viele Menschen innerhalb der Kirche zu ihrer Homosexualität stehen. Nichts hilft besser gegen Vorurteile.

    @aloysius (#134): Wie selbstgerecht muss man eigentlich sein (selbst als Aktivist) um solch einen bevormundenden und diskriminierenden Kommentar zu schreiben? Kein Wunder, dass nur wenige Lust haben die Petition zu unterschreiben bei solchen fanatischen Unterstützern (aber die anderen sind ja automatisch die uninformierten). Und ja, Hitler mit Benedikt XVI. zu vergleichen ist nicht nur unpassend sondern einfach nur unglaublich dumm.

    @sophie (#136): Ja, warum sollte man sich auch die Zeit nehmen, mal durch die Kommentare zu lesen (auch wenn diese Zeilen wohl genau deswegen Verschwendung sind )...

    @stromboli (#138): Ein bisschen Anstrengung deinerseits auch bei längeren, überfrachteten Sätzen meinerseits ist durchaus in Ordnung. Muss schließlich auch deine Spitzfindigkeiten in Würde ertragen (und danke, dass du meine Sätze nicht missbrauchst ^^).
    Zu deinen Punkten:
    "Und ich bin mir sicher, die aufklärung der mißbräuche wäre weiter noch unter dem deckel der verschwiegenheit, wäre dem klerus nicht der zeitgemäße zusammenhang von aufdeckung und zeitgeistiger emanzipationsbemühung seitens der schwul/lesben gelegen gekommen. Überrollt von der empörung entdeckt sie die eigentlichen täter … UNS."
    Du weißt aber, dass derjenige, der den deutschen Missbrauchsskandal ins Rollen brachte ein homofreundlicher katholischer Jesuitenrektor namens Pater Klaus Mertes war? Passt nicht so ganz zu deinen Verschwörungstheorien gegen Schwule (und nebenbei waren die Opfer der Missbrauchsfälle in den USA vor allem ältere Teenager -die Frage, ob es hier nicht tatsächlich um schwule Täter ging, ist berechtigt (trotz absurdem Kinderbegriff in den Staaten und ohne Generalabrechnung mit DEN Schwulen deswegen versteht sich)).
    "kurz gruppendymamik genannt!
    Kennen wir alle, ohne das der heilige geist hierfür über uns kommen müsste!
    Also auch alles ohne geheimniss und sonstigem brimborium verständlich!"
    Mir gibt der katholische Gottesdienst nun mal was (gerade mit Geheimnis und Brimborium (und sogar ohne den alten Ritus)), und ich bin anscheinend nicht der einzige Schwule. Das musst du ja weder teilen noch nachvollziehen können, zumindest tolerieren wäre aber nett.

    @bastapapsta (#139): Altbekannt, aber immer wieder lustig.

    @tom (#144): Ich denke, dass sich das gescheitert vor allem auf die Wiederverheiratet-Geschiedenen bezieht (zumindest habe ich es so bei den Forderungen interpretiert, macht wenig Sinn auch die gebrochenen Biographien auf die Homosexuellen zu beziehen: "18. Menschen mit unterschiedlichen Lebensformen und gebrochenen Biografien sind gleichberechtigter Teil unserer Gemeinschaft (wiederverheiratete Geschiedene, Homosexuelle)"

    @Lapushka (#151): Du hast aber schon irgendwann mal gelernt verlogene Propaganda von ernsthaften Anliegen zu unterscheiden, ja?
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#153 jojoAnonym
  • 14.07.2011, 11:19h
  • Antwort auf #152 von Kristian
  • dass homosexuelle von marx als "gescheiterte und zerbrochene menschen" bezeichnet wurden, wird also nirgendwo geleugnet. was hilft es denn, wenn hinterher beteuert wird, dass er sich gegen diskriminierung ausgesprochen habe? das tut auch ratzinger, und im nächsten satz folgt die nächste fundamentale abwertung von lesben und schwulen.

    wenn dir jemand einen kinnhaken verpasst und hinterher sagt, er sei aber prinzipiell gegen gewalt - glaubst du ihm das dann noch?
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#154 Geert
  • 14.07.2011, 12:28h
  • Antwort auf #152 von Kristian
  • "Eigentlich ist das also ein sehr gutes (wenn auch schon lange überfalliges) Signal, dass man auch innerhalb der deutschen katholischen Kirche die Zeichen der Zeit so langsam erkennt und homosexuelle Menschen nicht mehr diskriminieren will. In den Forderungswünschen ist dies auch von einzelnen Deligierten nochmal unterstrichen worden (siehe meinen letzten Kommentar hier (#120)). Jetzt kommt Queer.de an die Nachricht und überlegt sich eine passende Überschrift für den Artikel. Vielleicht "Kardinal Marx: Es muss eine Veränderung im Umgang der Katholischen Kirche mit Homosexuellen geben"? Ach nö, zu kirchenfreundlich. Lieber "Kardinal Marx: Homosexuelle sind "gescheiterte Menschen"". Und schon sind die Kirchenhasser wieder in ihrem Weltbild bestätigt und überlesen den Satz, dass Marx den Umgang der Kirche mit Homosexuellen ändern will. Einfach nicht hilfreich"

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    Tatsächlich scheint Kristian hier der einzige Kommentator zu sein, der die Situation richtig einordnen kann! Kristian hat völlig recht: Hier sind einige Bischöfe ehrlich bemüht, die Situation von Schwulen und Lesben innerhalb der Katholischen Kirche zu verbessern und queer.de manipuliert diese Nachricht mit einer Überschrift, die sofort den Kirchenhass vieler schwuler Atheisten heraus fordert.

    Es ist Kristian zu danken, dass er immer wieder diese mühselige Arbeit auf sich nimmt und sowohl bei den Atheisten von queer.de wie auch bei der Erzkatholiken von kath.net
    gute Aufklärungsarbeit leistet!
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#155 Lapushka
  • 14.07.2011, 14:05h
  • Antwort auf #152 von Kristian
  • "@Lapushka (#121): So meldete es der evangelische Pressedienst (wobei ich zu gerne das wörtliche Zitat von Kardinal Marx hören würde):

    "Als "Experiment, das gelungen ist" hat der Münchner Kardinal Reinhard Marx das zweitägige Gesprächsforum der katholischen Kirche in Mannheim bezeichnet. Die rund 300 Teilnehmer hätten ihr Interesse gezeigt, dass es mit der Kirche weitergeht, sagte Marx am Samstagvormittag kurz vor dem Abschluss der Veranstaltung. "Das ist für mich erst mal ermutigend", betonte er.
    Inhaltlich sieht Marx nach dem Gesprächsforum drei Schwerpunkte für Veränderungen in der Kirche: Es gehe um den Umgang mit gescheiterten und zerbrochenen Menschen, wozu er unter anderem Geschiedene und Homosexuelle zählte. [...]""

    Boah coool, jetzt fühle ich mich gleich viel besser. Mensch du hast Recht. Ich habe das wahre Anliegen dieses redlichen Mannes wirklich nicht verstanden, bis du mich aufgeklärt hast.
    Man, ich will kein Mitleid von so nem bekackten, krummen Priester. Und ich habe auch kein Interesse daran, dass er über irgendwelche "Umgangsformen" mit mir nachdenkt.
    Dass man darüber erst "nachdenken" und diskutieren muss, anstatt uns einfach ganz normal wie Menschen zu behandeln, sagt alles.
    Der soll sich normal verhalten und mich in Ruhe lassen, dann lass ich ihn in Ruhe. Ende.

    "
    @Lapushka (#151): Du hast aber schon irgendwann mal gelernt verlogene Propaganda von ernsthaften Anliegen zu unterscheiden, ja?"

    Schon, ja.
    Nur bei den Nazis haben am Anfang auch noch alle gelacht und es nicht ernstgenommen.
    Die Argumente sind jedenfalls dieselben.
    So wie sich u.a der Papst und besagte andere Leute äußern, kann ich mir jedenfalls ziemlich gut vorstellen, was passieren würde, sollten sie wieder (noch mehr) politische Macht bekommen.

    Dann geht es uns an den Kragen. Ihr Männer werdet (mindestens) in Umerziehungscamps gesteckt bis ihr "geheilt" seid oder zumindest heterosexuell funktioniert und wenn ihr das nicht wollt oder schafft - also als Gefahr für Sitte und Volkskörper weitermachen wollt - wer weiss was dann passiert.
    Und ich würde in irgendein Heim für "fehlgeleitete" Frauen gesteckt wo ich "weibliches Verhalten" lerne und dann muss ich für irgendeinen Kerl Heimchen am Herd spielen, so wie es meiner gottgegebenen, natürlichen Rolle entspricht.

    Kann sein, dass ich paranoid bin. In dem Fall hoffe ich es sogar.
    Aber ich kann aus Ratzingers, Kubys und Co. Aussagen nichts erkennen, was auf eine Akzeptanz meiner Existenz hindeutet.
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#156 bastapapsta
#157 FKAnonym
  • 14.07.2011, 14:53h
  • Jetzt war alles gar nicht so, und überhaupt ...

    --
    Sehr geehrter Herr xxx,

    haben Sie vielen Dank für Ihre Zuschrift. Die von Ihnen kritisierte Äußerung basiert auf einer Agenturmeldung des Evangelischen Pressedienstes (epd). Das fragliche Zitat gibt Äußerungen von Kardinal Reinhard Marx unzutreffend verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen wieder.

    Der Herr Kardinal hat in der fraglichen Situation im Plenum des Mannheimer Treffens die Ergebnisse der 37 Arbeitsgruppen zusammengefasst. Diese hatten unter anderem auch einen anderen Umgang der katholischen Kirche mit der Lebenssituation von Homosexuellen und Geschiedenen angesprochen. Kardinal Marx hatte diese Forderungen aus den Arbeitsgruppen als Aufgabe für die Kirche thematisiert, eine Bewertung aber hat er nicht vorgenommen. Ausdrücklich stelle ich fest, dass sich Kardinal Marx nicht gegen Homosexuelle oder Geschiedene geäußert hat. Den Zusammenhang so darzustellen, wäre eine Missinterpretation.

    Mit freundlichen Grüßen

    xxx
    Erzbischöfliches Ordinariat
    Leiter der Pressestelle
    Pacellistraße 8
    80333 München
    Tel.:xxx
    Fax: xxx
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#158 alexalexProfil
  • 14.07.2011, 19:54hmünster
  • @kristian

    Was soll man da sagen? Du bevorzugst die katholische Messe wegen der Gewänder und vor allem wegen der Ministranten! Dann weißt Du sicherlich auch, daß das ganze heilige Bimbam von älteren Kulten entlehnt wurde und aufgeblasen ist mit der Zurschaustellung von Reichtum, die Einfluß und Macht symbolisieren soll.
    Was mich aber immer wieder vor allem erstaunt, ist die Unerschütterlichkeit von Menschen wie Du einer bist - sie lassen sich jeden Unsinn im Namen des Herrn aufbinden, sofern er nur von angeblich heiligen Männern verbreitet wird.
    Wenn Dir Dein Nachbar erklärte, seine Gattin habe ein durchs Ohr gezeugtes Kind bekommen, ihr Hymen habe sich gleich nach der Geburt wieder geschlossen und sie werde deshalb leiblich-fleischlich in den Himmel auffahren, dann würdest Du sicher eine Ambulanz rufen. Sobald es aber ein Kleriker tut, ist der Unsinn wahr! (Allein die Weihnachtsgeschichte ist ein Sammelsurium verschiedener Mythen aus dem Vorderen Orient, aufgepfropft auf heidnische Rituale zur Wintersonnenwende, um die eben jene Heiden in Europa fürs Christentum zu gewinnen! - Kann Dir jeder Theologe sagen! - Nicht an der Weihnachtsgeschichte ist tatsächlich christlich, alles ist zusammengeklaut! )
    Nicht nur das Christentum, alle Religionen sind vollgepackt mit solchem Unsinn! Viele einmal als wahr geltende Behauptungen der christlichen Religion werden inzwischen als metaphorisch oder symblisch aufgefaßt. Die Muslime, die ja von der jüdischen Thora und der Bibel abgeschrieben haben, glauben zwar immer noch ans Paradies und sprechende Schlangen - aber die Christen haben sich entschlossen, ihren Gott in die Wissenslücken der Wissenschaft zu verweisen.
    Gleichwohl sind vor allem die Katholiken (ebenso wie die Evangelikalen) realitätsresistent wenn es um Homosexualität, Ehescheidung, Abtreibung, PID usw. geht. Ja, noch mehr - und das willst Du einfach nicht zur Kenntnis nehmen - mit Ratzinger ist ein Bücherwurm Papst geworden, dem die Herrschaft der Kirche über alle und alles im Zentrum seines Denkens steht. Du willst einfach nicht zur Kenntnis nehmem (schöne katholische Tradition) wie oft sich dieser tatsächlich gefährliche Mann wissenschaftsfeindlich geäußert hat, ja recht eigentlich - bitte lese mal seine Rede an der Sorbonne - will er, daß die Kiche vorgibt, was man zu erforschen habe.
    Ganz genauso ist es mit den Menschenrechten, die die katholische Kirche niemals anerkennen wird, denn die beruhen auf der "Selbstbemächtigung" des Menschen, der sein Leben mit anderen regeln möchte nach menschlichen Maßstäben.

    Religionen sind nichts anderes als Interessenverbände, die einen Trick nützen, um ihr Interesse als das jeweils einzig richtige und wahre auszugeben: sie erfinden einen Gott, auf den sie verweisen. Der habe das und jenes als Gesetz erlassen und das sei deshalb wahr und richtig - und die anderen Religionen lägen deshalb alle falsch und seien zu bekämpfen oder ihre Anhänger zu missionieren, also "umzudrehen"!
    Die katholische Kirche erweist sich als einer der ältesten und rabiatesten Interessenverbände, der mit sadomasochistischer Wollust nicht nur hinter Nicht-Katholiken her ist, sondern auch seine eigenen Mitglieder mit seelischer Folter bei der Kandarre hält.(Daß die katholische Kirche nicht mehr physisch foltern läßt, haben wir nicht ihrer Einsicht zu verdanken, sondern dem Druck der Aufklärung!)
    Ich sage sadomasochistisch, da das Gefasel von göttlicher Liebe stets verbunden ist mit unendlichen, nie erfüllbaren Vorschriften und Bedingungen. Es ist ein weiterer Trick, daß diese Bedingungen eben nicht erfüllbar sein dürfen, so erzeugt man ein Gefühl der Schuld und Scham, das die Menschen nur noch weiter an die Kirche bindet, da sie ihnen als einzige Institution Erlösung davon verspricht.
    Wer allerdings wie Du, Kristian, von Kindheit an, so indoktriniert ist, daß er alle Lügen der Kleriker glaubt, der fügt sich gern ein in diesen sadomasochistischen Ewigkeitskreislauf.

    Daß nun die hohlen Rituale (wie ja jedes Ritual mit der Zeit hohl werden muß) manchen Menschen, wie Du auch von Dir behauptest, "etwas gibt", ist kein Beleg für die Realität der kirchlichen Lügenmärchen von Himmel, Hölle usw.
    Trost ist kein Beweis für einen Gott - im Übrigen bin ich überzeugt, daß die meisten Menschen die kirchlichen Rituale ebenso durchziehen wie essen, trinken oder schlafen - ohne nachzudenken, es hinnehmen, weil es ihnen einmal eingeimpft wurde. Daß man auch genußreicher essen kann, anders und origineller, darüber denken die Erbsensuppenverspeiser nicht nach.

    Und zuletzt zum Vorwurf der "Verschwörungstheorie"... es zeigt sich gerade im Zusammenhang mit Schwulenrechten, daß es die katholische Kirche ist, die an Verschwörungen glaubt und sie dringend für ihren Bestand benötigt. Stets wird ja behauptet, daß das Eintreten gegen Schwulenrechte zu Diskriminierungen und sogar Verfolgungen von Christen führen würde.
    Seit den frühesten Tagen des Christentums, als seine Anhänger noch verfolgt wurden, ist diese "Verfolgung" ein konstituierendes Element des Christentums. Wer seinen Anhängern erklärt, sie würden verfolgt, der bindet sie noch enger an sich. So kommt es, daß auch Ratzinger permanent von der Verfolgung der Christen spricht. Immer muß das Christentum bedroht sein - und müssen sich die Gläubigen um den Priester, den Altar oder den Papst scharen. So kommen sie überhaupt nicht dazu, nachzudenken, ob ihre Religion nicht das Gegenteil von dem ist, was sie behauptet.
    Zur Zeit radikalisiert sich die katholische Kirche in einem seit der Aufklärung nicht mehr gekannten Ausmaß. Ihr Einfluß darf nicht unterschätzt werden - siehe die bereits erwähnte ungarische Verfassung. Oder denke an die neuesten Behauptungen amerikanischer Kardinäle über die Schwulen - da finden sie sich in schönster Einigkeit mit den Evangelikalen.
    Diese Radikalen sind keine Randfiguren - sie sind der Kern der katholischen Kirche. Und sie hat offensichtlich soviel Deutungshoheit, daß sich kein deutscher Parlamentarier traut, der Rede des Papstes fernzubleiben. Allzu sehr fürchten die Hansel den Verlust von Wählerstimmen!

    Es geht auch nicht nur um die Dödel auf kath.- und kreuznet; es geht eben um jene Deutungshoheit über alles (Politik, Wissenschaft, Kunst usw.) die sich die katholische Kirche ohne jeden Selbstzweifel anmaßt! Ganz gleich ob es der Innenminister Friedrich von der CSU oder der Berliner Bürgermeister Wowereit von der SPD ist - diese Figuren sind von Kindheit an so indoktriniert, daß sie tatsächlich glauben, die katholische Kiche könne etwas Wesentliches zum menschlichen Umgang beitragen; sie glauben immer noch, die Kirche sei der Hort der Moral.
    Das ist sie aber keineswegs - die Widersinnigkeiten der zehn Gebote und anderer Moralvorschriften sind nicht die Grundlage humanen Handelns in humanen Staaten.
    Wie man miteinander vernünftig und ehrlich umgehen kann, das wissen und wußten auch Menschen, die nicht vom Christentum beschädigt sind. Das Humane ist eine evolutionäre Entwicklung.
    Das Christentum (wie alle anderen Religionen) kann aber nicht mit Entwicklungen umgehen, deshalb die Festschreibungen mit Ewigkeitswert. Aber es sind keine göttlichen Festschreibungen, es sind menschengemachte Gesetze, die einen Gruppenegoismus schützen - aber selbst in die Gruppe hinein schädlich bis tödlich sind.

    Aber das alles ist den meisten Gläubigen zu hoch. Sie wollen an ihrem Kinderglauben festhalten, daß da draußen ein Phantasiefreund sei, der im unendlichen Universum sich gerade diesen kleinen, unscheinbaren Planeten ausgesucht hat, um gerade jenen kleinen, unscheinbaren Menschen zu beschützen, zu behüten, aber auch dessen Gedanken und Gefühle zu kontrollieren.
    Mein Güte, Kristian, Du glaubst doch auch nicht mehr an den Klapperstorch, den Weihnachtsmann oder der Osterhasen - weshalb sollte Dein Gott wahrer sein. Und selbst wenn Du an Deinen Gott unbedingt glauben willst, weshalb glaubst Du dann an seine Kleriker, die ebensowenig wie Du einen direkten Draht zu ihm haben und die Schriften, die andere Kleriker, Schamanen usw. einmal geschrieben haben, auslegen, wie es ihnen gerade opportun ist, um Dich zu beherrschen!?
    Freiheit, Vernunft, Menschlichkeit sehen anders aus als diese Abhängkeit von einem göttlichen Phantasiefreund und seinen Priestern!
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#159 stromboliProfil
#160 alexalexProfil
  • 15.07.2011, 00:53hmünster
  • Vielen Dank für die Umarmung usw. - und das bloß wegen eines Plädoyers für Vernunft und Menschlichkeit - wobei man zugegebenermaßen auch mal auf den Tisch hauen muß!
    Ich umarme zurück!
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