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Michele Bachmann ist Teil der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung. (Bild: Wiki Commons / David Shankbone / CC-BY-3.0)

Sarah Palin war gestern, jetzt kommt Michele Bachmann: Die republikanische Präsidentschaftskandidatin will sich vor allem mit Breitseiten gegen Homo-Rechte profilieren.

Von Dennis Klein

Im Februar 2012 beginnen in den USA die Vorwahlen traditionell im US-Bundesstaat Iowa. Viele der bislang 14 republikanischen Kandidaten haben in dem Agrarstaat bereits mit ihrem Wahlkampf begonnen. Spitzenreiter in den Umfragen ist Michele Bachmann, eine 54-jährige Kongressabgeordnete aus Minnesota. Sie liegt mit 25 Prozent knapp vor Mitbewerber Mitt Romney (21 Prozent). Das erschreckende an Bachmann ist ihre offene Homophobie: Sie hat in der Vergangenheit Homosexualität als "Teil Satans" bezeichnet. Gott persönlich habe ihr gesagt, dass Schwule böse sind, sagte sie unlängst in einem Interview (queer.de berichtete). Besonders absurd ist ihre Äußerung, dass Menschen, die schwul oder lesbisch sind, "versklavt" seien - die echte Versklavung von Schwarzen im Amerika des 19. Jahrhunderts betrachtet sie dagegen als halb so schlimm. Immerhin, so argumentiert sie, lebten Sklavenkinder damals noch bei Mutter und Vater - und nicht wie heute in bösen Patchworkfamilien.

Youtube | In einer Fernsehdebatte unter sieben republikanischen Bewerbern lehnt Michele Bachmann Homo-Rechte ab

Herr Bachmann will Schwule heilen


In der satirischen "Daily Show" macht sich Moderator Jon Stewart über den effeminierten Homo-Heiler Marcus Bachmann lustig (Bild: Comedy Central)

Für US-Satiriker ist Bachmanns Position zu Homo-Rechten ein gefundenes Fressen. Fernsehsendungen wie "The Daily Show" oder "The Colbert Report" machen sich schon seit Wochen über Bachmann lustig. Im Juni wurde zudem bekannt, dass Bachmanns Ehemann Marcus versucht, Homosexuelle in einer christlichen Psycho-Klinik zu heilen - und auch dumme Sätze über Schwule sagt, wie diesen: "Wir müssen verstehen: Barbaren müssen Bildung erhalten. Sie müssen diszipliniert werden." Der Satz hätte genauso gut in einem Bondage-Porno auftauchen können.

Außerdem ist die Art, wie sich Herr Bachmann bewegt und wie er redet, ein wenig tuntig, wie in vielen Late-Night-Shows angemerkt wurde - und das führt zu allerhand Spekulationen. Zwar hat Marcus Bachmann dementiert, dass er Schwule heilen will. Ein Homo-Aktivist hat sich aber als Patient in die Klinik eingeschlichen und Aufnahmen mit versteckter Kamera von der Sitzung mit einem Therapeuten gemacht. Auch diese sind ein Jungbrunnen für Satiriker - so erklärte der Therapeut allen ernstes: "Gott hat die Augen so erschaffen, dass sie einen weiblichen Körper attraktiv finden. Alles an einem weiblichen Körper, die weiblichen Brüste."

Auch wenn Michele Bachmann derzeit in Iowa unter Republikanern in Führung liegt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie die Nominierung ihrer Partei erhält. Denn radikale Forderungen sind für die breite Masse immer abschreckend. Für Obama wäre Bachmann die ideale Gegenkandidatin, denn sie hat genug Blödsinn erzählt, die in schneidigen Werbespots zusammengeschnitten werden können und die nicht parteigebundene Amerikaner abschrecken.

Extremistische Kandidaten sind bereits in der Vergangenheit oft ausgesiebt worden, obwohl sie in den Medien den Ton angaben: 1988 bewarb sich etwa der Fernsehprediger Pat Robertson bei den republikanischen Vorwahlen. Er hatte zu diesem Zeitpunkt nicht nur seit Jahren Schwule und Lesben diffamiert, sondern einige Jahre zuvor auch schon das Ende der Welt für 1982 verkündet. Robertson gewann trotzdem 1988 vier Bundesstaaten, hatte am Ende jedoch keine Chance auf die Nominierung.

Youtube | Dr. Marcus Bachmann lästert über Schwule

Republikaner: Viele unwählbare Vampire


Anders als Bachmann und Co. gilt der republikanische Bewerber Jon Huntsman als kompetent - und als Gefahr für Barack Obama (Bild: Slcphotog)

Viele der Kandidaten bei den Republikanern sind ohnehin Witzkandidaten: So bewirbt sich etwa der frühere Wrestler Jonathon Sharkey, der sich heute als "rechtsgerichteter Vampir" bezeichnet. Auch der erste offen schwule Bewerber, Fred Karger, hat keine Chancen auf einen Sieg. Außerdem gibt es neben Bachmann viele Bewerber, die so weit rechtsaußen stehen, dass sie für moderate Amerikaner unwählbar sind - etwa Newt Gingrich und Rick Santorum. Wenn die Republikaner Obama schlagen wollen, sind sie auch auf die Moderaten angewiesen.

Besonders gefährlich könnte Obama dagegen Jon Huntsmann werden, der frühere Gouverneur von Utah. Er gilt als gemäßigt und weltgewandt und hat sich sogar für die Einführung von eingetragenen Partnerschaften eingesetzt. Obama schickte Huntsman 2009 als US-Botschafter nach China - wie gemunkelt wird, wollte sich der Präsident so eines Rivalen um das Präsidentenamt entledigen. Huntsman legte den Botschafterjob aber im April 2011 nieder.

Die Buchmacher gehen jedoch davon aus, dass Mitt Romney die Vorwahlen für sich entscheiden wird: Bei PaddyPower erhält man für einen Euro Einsatz bei seiner Wahl nur 2,70 Euro zurück. Romney hatte einst als Gouverneur von Massachusetts alles versucht, um die Ehe-Öffnung zu verhindern, gilt aber als relativ gemäßigt. Für Michele Bachmann würde man für einen Euro 6,50 Euro erhalten, für Jon Huntsman 7,00 Euro. Traditionell schießt sich der eine oder andere Kandidat aber bis zur Entscheidung im Frühjahr 2012 selbst ins Bein. Und wenn die Bachmanns weitermachen wie bisher, muss sich niemand sorgen machen, dass sie einmal in Bushs und Obamas Fußstapfen treten werden.

USA: Homo-Gegner in Aktion

Studenten in den USA erklären auf Facebook, warum sie Homo-Paaren keine Rechte geben wollen – meist ist Gott im Spiel.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.07.2011, 14:30h
  • Homophobe Witzfiguren finden sich nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 the madrichAnonym
  • 14.07.2011, 14:40h
  • In Deutschland betreibt die Haolam-Sekte und ihr Guru die public relations für Michele Bachmann.

    "The multi-million dollar production is expected to be attended by a convoy of American dignitaries, including former vice presidential candidate Sarah Palin, US Senator Joe Lieberman, Mitt Romney, Newt Gingrich, Mike Huckabee and Congresswoman Michelle Bachman."

    haolam.de/?site=artikeldetail&id=5852

    Bachmann:

    "Gerade im Moment arbeite ich mich in meinen eigenen privaten Bibelstudien durch Jesaja …, und dort gibt es einen fortlaufenden Rückbezug auf das, was Gott Israel am Anfang gegeben hatte, nämlich die Thora und die Zehn Gebote."

    www.theoccidentalobserver.net/2011/07/michele-bachmann-loves
    -israel/


    "Ich bin mit Herz und Verstand davon überzeugt, daß es das Ende der Vereinigten Staaten bedeuten würde, wenn die Vereinigten Staaten bezüglich ihres Beistands zu Israel versagen würden… [W]ir müssen zeigen, daß wir unauflöslich miteinander verbunden sind, daß unsere Nation durch unsere Beziehung zu Israel gesegnet ist und daß es einem Fluch gleichkäme, wenn wir Israel abwiesen. Mein Mann und ich sind beide Christen, und wir glauben sehr fest an den Vers aus der Genesis [12:3]; wir glauben sehr stark, daß Nationen dadurch gesegnet werden, daß sie Israel segnen. Dies ist ein starker und schöner Grundsatz."
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Mariposa Anonym
#4 daVinci6667
  • 14.07.2011, 15:39h

  • Antwort an # 3 Mariposa

    Ich hoffe sehr dass du recht behälst, denn als die bescheuerten Amis zweimal Bush gewählt haben, waren sie offensichtlich schon mal von allen guten Geistern verlassen!
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#5 KhalifvonKoelnAnonym
  • 14.07.2011, 16:09h
  • Antwort auf #4 von daVinci6667
  • Also RON PAUL ist republikanischer Praesidentschaftskandidat und er sagt es ist egal wer heiratet, die Regierung sollte sich jedenfalls ganz heraushalten.

    RON PAUL ist der einizige der die USA retten kann, er ist meiner Meinung nach der neue Kennedy.

    Ich moechte an dieser Stelle einmal eine grosse Schande ueber die deutschen Medien aussprechen, die ihn voellig falsch portraitieren (Tagesschau: "radikal liberal") oder ihn einfach unter den Tisch fallen lassen.

    Ron Paul ist der einzige Retter, aauch fuer uns schwule.
    Wer im Internet die Augen offen haelt und auf Youtube die most watched news and politics videos ansieht, wird immer wieder auf Ihn treffen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Mullah v. d. AlmAnonym
  • 14.07.2011, 16:44h
  • Antwort auf #2 von the madrich
  • Ist doch klar. Mit Bachman im Weissen Haus wäre der angestrebte Krieg, im Heiligen Land und die folgende Ausrottung der Juden, die diese Okkultisten gegen Bezahlung versuchen herbeizuschreiben, beschlossene Sache.
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#7 AlexAnonym
  • 14.07.2011, 16:46h
  • "Gott persönlich habe ihr gesagt..."

    --> Für so einen Satz würde man doch normalerweise in die Psychiatrie eingeliefert, oder?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Geert
  • 14.07.2011, 16:47h
  • Das Schlimme ist nicht, dass es in den USA solche Witzfiguren als Präsidentschaftskandidaten gibt. Das Schlimme ist, dass wir bei Queer.de jeden Mist aus den USA lesen müssen.
    Merkt euch: Wir hier sind das Gute Alte Europa!
    Hier gelten mitteleuropäische Wertvorstellungen und Traditionen. Dazu gehört auch ein eher lockerer Umgang mit Homosexualität. Wir haben hier keine evangelikalen Fernsehprediger und Mickey-Mouse-Kirchen - noch nicht. Aber die Schwulen sind ja bekanntlich die soziale Gruppe, die am stärksten amerikanisiert ist. Und queer.de tut alles, damit es noch schlimmer wird...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 AlexAnonym
  • 14.07.2011, 17:15h
  • Antwort auf #8 von Geert
  • Nach dieser Logik bräuchte aber auch die Tagesschau nicht über Kriege oder Diktaturen außerhalb Deutschlands oder Europas berichten. Schließlich haben wir das hier ja auch nicht.

    Wäre das wirklich erstrebenswert?
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#10 the madrichAnonym