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Jerry Brown war bereits von 1975 bis 1983 Gouverneur von Kalifornien - seit dem 3. Januar 2011 hat der inzwischen 73-Jährige den Job wieder übernommen

"Der Geschichtsunterricht sollte ehrlich sein", erklärte der Jerry Brown, der demokratische Gouverneur von Kalifornien, am Donnerstag - und unterschrieb ein Gesetz, das schwul-lesbische Geschichte zum Pflichtthema an staatlichen Schulen macht.

Der "Fair, Accurate, Inclusive and Respectful (FAIR) Education Act" war bereits zuvor von beiden Parlamentskammern in Sacramento verabschiedet worden (queer.de berichtete). Die meisten Demokraten votierten für das Gesetz, die Republikaner dagegen. Es verpflichtet Schulen, auch die Leistung von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen im Unterricht zu behandeln. Das Gesetz tritt im Januar 2012 in Kraft, allerdings werden voraussichtlich die Schulbücher erst im Jahr 2015 an die neue Gesetzeslage angepasst. Der klamme Staat kann sich gegenwärtig keine Überarbeitung leisten.

Bereits jetzt gibt es in Kalifornien gesetzliche Verpflichtungen, bestimmte Gruppen im Unterricht zu behandeln. Dazu zählen etwa Afro-Amerikaner oder mexikanischstämmige Amerikaner und Indianer, aber auch Unternehmer und Gewerkschafter. Ebenso ist gesetzlich festgelegt, dass bestimmte Themen im Unterricht behandelt werden müssen, die Minderheiten betreffen. Dazu gehört der Holocaust oder die Große Hungersnot im Irland des 19. Jahrhunderts (Irish Potato Famine).

Gouverneur: Ergänzung der Antidiskriminierungsgesetze

Gouverneur Brown erklärte, das neue Gesetz sei überfällig gewesen, um einen fairen Unterricht an staatlichen Schulen zu gewährleisten: "Damit werden bestehende Antidiskriminierungsgesetze ergänzt. Das Gesetz stellt sicher, dass wichtige Beiträge von alle Gruppen von Amerikanern in unseren Geschichtsbüchern auftauchen."

Die Republikaner argumentierten dagegen, dass viele Eltern dieses Gesetz nicht befürworteten und warfen den Demokraten vor, ideologische Kämpfe auf dem Rücken von Kindern auszutragen. Randy Thomasson von der konservativen Gruppe SaveCalifornia.com nannte das Gesetz eine "unmoralische Indoktrination". Er forderte Eltern auf, ihre Kinder auf Privatschulen zu schicken und selbst zu Hause zu unterrichten. (dk)



#1 seb1983
  • 15.07.2011, 14:55h
  • Nette Idee, aber bei den letzten Untersuchungen waren die Geschichtskenntnisse amerikanischer Schüler ohnehin unter aller Sau. Ob es nun hilft einem Schüler der keine Ahnung von Unabhängigkeitserklärung und zwei Weltkriegen hat etwas von Gewerkschaftlern, Afroamerikanern und Schwulen zu erzählen sei mal dahingestellt wenn von vorne herein grundlegende geschichtliche Zusammenhänge nicht erfasst wurden.
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#2 daVinci6667
  • 15.07.2011, 18:33h

  • "Das Gesetz tritt im Januar 2012 in Kraft, allerdings werden voraussichtlich die Schulbücher erst im Jahr 2015 an die neue Gesetzeslage angepasst. Der klamme Staat kann sich gegenwärtig keine Überarbeitung leisten."

    Überall sind die Kassen leer. Für Banken und Währungsrettungen werden Sozialleistungen und wichtige beschlossene Neuerungen zurückgeschraubt oder aufgeschoben. Auch Bildung, Schulmaterial bis zur Reparatur maroder Schulhäuser (gerade in Deutschland!) haben keine Priorität mehr. Traurig. Hoffentlich wird dies möglichst vielen schwul-lesbischen Wählern bewusst, bevor sie konservative Parteien wählen. Wenigstens ist es diesbezüglich bei uns in der Schweiz doch einiges besser.

    Dass ein demokratischer Gouverneur das vorher beschlossene Gesetz unterzeichnet, war erwartet worden. Es ist schon sehr fortschrittlich, diesbezüglich habe viele auch europ. Staaten noch großen Nachholbedarf. Zu wünschen wäre noch im Unterricht zu ergänzen, dass die meisten Religionen, allen voran aber Katholen und Moslems uns aber immer noch tagtäglich diskriminieren, die emanzipatorische Entwicklung also leider noch nicht abgeschlossen ist.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.07.2011, 19:24h
  • Thank you, Jerry Brown! Hoffentlich ziehen in der nahen Zukunft andere US-Bundesstaaten nach!
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#4 FloAnonym
  • 15.07.2011, 20:12h
  • Sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass in Geschichte alle Bereiche der Geschichte behandelt werden und nichts zensiert wird. Und dazu gehört nun mal auch schwule Geschichte: die Verfolgung, der Kampf um Gleichstellung, etc.

    Sollte auch endlich mal in Deutschland passieren.

    Und auch andere Fächer böten Raum: nicht nur Politik, Sozialkunde, Erdkunde, etc. oder Sprachen (Lektüre), sondern auch Mathe: da könnte in einer Sachaufgabe nicht immer nur Ehepaare behandelt werden, die kaufen, einen Kuchen aufteilen oder was auch immer, sondern auch mal gleichgeschlechtliche Paare um die Wirklichkeit abzubilden.
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#5 SebiAnonym
  • 15.07.2011, 22:11h
  • Antwort auf #1 von seb1983
  • Stimmt, aber es gibt ja auch immer dazwischen ein paar Interessierte. Sonst gäbe es ja dort gar keine Historiker.

    Und vielleicht bleibt zumindest hängen, dass Schwule und Lesben nicht diskriminiert werden sollten.

    Und vor allem ist es natürlich auch für schwule und lesbische Schüler toll, wenn sie (egal ob geoutet oder nicht) sehen, dass sie nicht alleine sind und wieviele Menschen für Gleichstellung kämpfen. Und dass es eben noch andere Meinungen als ewiggestrige Konservative und hasspredigende Pfaffen gibt.
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