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Verwechselt Sexualität mit sexueller Orientierung: Bundespräsident Christian Wulff (Bild: Landtag Niedersachsen)

Der Bundespräsident glaubt aber, dass in einigen Jahren Profi-Spieler ihre Homosexualität offen leben werden.

Von Carsten Weidemann

Bundespräsident Christian Wulff (CDU) hat sich erstmals in die Debatte über das Für und Wider eines Coming-outs homosexueller Profi-Fußballer eingemischt. "Ich glaube, dass es kein Problem gibt mit homosexuellen Spielerinnen und Spielern in Frauen- und Männermannschaften", sagte der frühere niedersächsische Ministerpräsident zunächst in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" (FR): "Hauptsache, sie sind eine Bereicherung fürs Team. Gewinnen wollen alle gemeinsam."

Auf die verwunderte Nachfrage des FR-Journalisten, ob er denn geoutete schwule Fußball-Profis kenne, schränkte Wulff ein: "Sexualität ist Privatsache. In einigen Jahren werden wir Spieler haben, die ihre Homosexualität offen leben. Bei den Frauen ist das offenkundig der Fall." Als die Journalisten weiterhin skeptisch nachfragten, meinte Wulff nur: "... Warten Sie's ab, das kommt!".

Bundespräsident gegen "plattes Chauvi-Gerede"

Das Vorurteil, dass Frauenfußball ein "Lesbensport" sei, bezeichnete der Bundespräsident als "plattes Chauvi-Gerede": "Es gibt homosexuelle Sportler, also wird es sie auch in Nationalmannschaften geben. Wenn die Frauen damit offener umgehen, sind sie den Männern ein Stück voraus" Wulff prophezeite in diesem Zusammenhang, dass demnächst auch Frauen Männerteams trainieren würden. Wörtlich sagte er: "Eine Silvia Neid kann auch eine Männer-Bundesligamannschaft trainieren."

Der Bundespräsident würdigte Sport im Allgemeinen als "hoch integrativ": "Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache, verschiedenen Alters, Behinderte und Nicht-Behinderte kommen zusammen und erleben Gemeinschaft. Deswegen ist der Sport für die Gesellschaft so wichtig, und das rechtfertigt auch die besondere Förderung und die Nähe, die die Politik zum Sport sucht."



#1 freiheit 2011Anonym
  • 16.07.2011, 16:48h
  • Homosexualität im Frauenfußball : Barbiepuppen statt lesbische Wuchtbrummen

    Alle Fußballerinnen sind lesbisch, sagt das Klischee. Das führt jedoch nicht dazu, dass im Frauenfußball entspannter mit Homosexualität umgegangen wird. Die WM war da sogar ein Rückschritt.

    [...]

    „Es ist Privatsache, sagen die meisten“, sagt Tanja Walther-Ahrens. „Aber Heterosexualität ist auch Privatsache.“ Und trotzdem besteht großes Interesse an den Freundinnen der Schweinsteigers und Özils auf den Stadiontribünen.

    Neuerdings gab es diesen Schwenk auf die Tribüne auch beim Frauenfußball. „Es ist nicht so, dass alle Partner in einer Reihe sitzen“, erzählte Carina Holl, die Frau der Torhüterin, kürzlich der „FAS“. Familie, Freunde und Partner werden bunt gemischt. Und gezoomt wurde eher darauf, wie Alexandra Popp ihren Freund küsste.

    Der DFB arbeitete in diesem Sommer emsiger denn je daran, das für die Vermarktung hinderliche Klischee des lesbischen Wuchtbrummensports loszuwerden. Das zeigt allein das Motto „20elf von seiner schönsten Seite“. Die Schminkgewohnheiten der Spielerinnen rückten auf einmal in den Fokus, es gibt sogar Barbiepuppen von Birgit Prinz und Silvia Neid.

    Müssen da nicht lesbische Spielerinnen befürchten, in dieses neue Bild ihres Sports nicht mehr hineinzupassen? Dass ein Outing ihrer Karriere schaden könnte?

    Bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin wird wenige Wochen vor Beginn der Frauenfußball-WM der Film „Go Girls Go“ gezeigt. Als Doreen Meier, die Trainerin des Frauenbundesligavereins Bayer Leverkusen, sagt: „Ich glaube, dass die Mannweiber dem Frauenfußball nicht gutgetan haben“, geht ein Raunen durch den Saal. „Warum darf Fußball nicht lesbisch sein?“, fragt eine empörte Besucherin später.

    www.tagesspiegel.de/sport/barbiepuppen-statt-lesbische-wucht
    brummen/4399790.html?p4399790=3
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#2 Lapushka
#3 RoggeAnonym
  • 16.07.2011, 18:22h
  • Herr Wulff lebt auf einem anderen Planeten als ich, wenn er behauptet, es gäbe im Fußball mit Homosexualität kein Problem. Es gibt massive Probleme für geoutete FußballspielerInnen !

    Und nein ! - Homosexualität ist keine Privatsache, sondern noch immer ein Politikum !

    Am liebsten wäre es großen Teilen unserer heteronormativistisch-denkenden Gesellschaft, wenn wir uns Schwule und Lesben unsichtbar machen könnten.

    Den Gefallen tue ich Ihnen nicht, weder an meinem Arbeitsplatz, noch in meiner Freizeit.


    Ich bin der Ansicht:
    Gesicht zeigen, zu sich selbst stehen, selbst wenn es ein beruflich ein Karrierekiller ist.

    Ich habe leider den Eindruck, dass wir wieder eine Geisteshaltung unter sehr jungen Schwulen haben, die da lautet: Ich mach jetzt lieber erstmal das große Geld, anschließend kann ich mich immernoch outen.

    Schade.
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#4 HennesAnonym
  • 16.07.2011, 18:34h
  • Klar, Sexualität ist Privatsache! Deshalb weiß auch niemand, dass unser Bundespräsident heterosexuell ist, zum zweiten Male verheiratet und Kinder hat.

    Schon komisch, wenn Homosexualität mit einer vermeintlichen Toleranz immer zur Privatsache erklärt wird, während die Heten ihre Heterosexualität quasi vor sich hertragen können.

    Für mich ist Sexualität (auch) politisch, aber keinesfalls privat!
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 16.07.2011, 18:46h
  • Antwort auf #2 von Lapushka
  • Lass es uns ruhig aussprechen:

    Sexualität ist in dieser Gesellschaft immer nur dann Privatsache, wenn es um Homosexualität geht.

    Solange aber auch die meisten Schwulen und Lesben, nicht nur und in erster Linie in der Fußballindustrie mit den auch dort geltenden, in #1 beschriebenen, eindeutigen kommerziellen Interessen (Heterosexism sells!),

    sondern im ganz alltäglichen Leben und im öffentlichen Raum, nach exakt dieser perversen Unterdrückungslogik handeln, wird sich daran definitiv NICHTS ändern.

    Wir brauchen eine neue, starke und breite Bewegung von Schwulen und Lesben, die ihre Sexualität und ihre Emanzipation vom heteronormativen Herrschaftssystem und ihren Stolz darauf ausdrücklich NICHT zur privaten, sondern immer und überall zur für Alle sicht- und wahrnehmbaren, öffentlichen und politischen Sache erklärt!
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#6 SebiAnonym
  • 16.07.2011, 19:29h
  • 1. Sport ist nur so lange "hochintegrativ", wie es nicht um Schwule geht...

    2. Herr Wulff verwechselt Sexualität mit Sexualleben. Das Sexualleben ist Privatsache, aber ob jemand schwul, lesbisch, bi, trans oder hetero ist, ist keineswegs etwas, was man verheimlichen muss und was nicht öffentlich werden darf.

    DAS ist Teil der (öffentlichen) Person und der Personalität.

    3. Heteros verstecken sich auch nicht im stillen Kämmerlein. Sie zeigen ihre Heterosexualität, sie sprechen vom Partner / der Partnerin, etc.

    Herr Wulff ist und bleibt halt CDU-sozialisiert.
    Dennoch bin ich nicht bereit, irgendein Versteckspiel mit zu machen. Heteros verstecken sich nicht, dann sollten wir uns auch nicht verstecken. Punkt!
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#7 KlartextAnonym
  • 16.07.2011, 19:54h
  • Wieso müssen sich Leute outen? Da hat Herr Wulff völlig Recht, er ist Norddeutscher wie ich, bei uns ist das gar kein Thema mehr. Der Süden hat da noch viel nachzuholen, wann tritt Herr Kretschmann zum Beispiel aus der katholischen Kirche aus? Wie glaubwürdig ist das?

    Ich musste mich nirgends outen, die Leute wissen das auch so. Das ist doch ein Erfolg, dass wir das erreicht haben. Heteros outen sich auch nicht.
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#8 KokolemleProfil
  • 16.07.2011, 21:52hHerschweiler
  • Das Profi Fußballer in einigen Jahren ihre Homosexualität offen leben können wird erst eintreten wenn Schwarz-Gelb dorhin geht wo es hingehört. Abgewählt und auf den Müllhaufen der Geschichte. Wer blokiert den z.B. die Gleistellung im Steuerrecht und die Freigabe der Ehe für uns? Richtig verstanden nur Schwarz Gelb. Deshalb weg damit.
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#9 alexander
#10 yomenAnonym
  • 16.07.2011, 22:18h
  • interessant wie unvorbereitet und informiert unser staatsoberhaupt in ein interview über ein gesallschaftlich hoch relevantes thema geht.

    er eiert ja rum. in seinen aussagen ist die unwissenheit zu lesen. positiv ausgelegt sagt er ja nichts anders als "es wird besser".

    auch wenn er eher zu den nicht grade herausragenden bundespräsidenten gezählt werden kann...im zeugnis wird irgendwann mal stehen: "er gab stehts sein bestes"!!!
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