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Vorurteile gegen HIV-Positive sind offenbar auch unter Ärzten noch immer verbreitet

In Rheinland-Pfalz hat sich nach einem Bericht in der "Wormser Zeitung" eine Zahnarztpraxis geweigert, einen HIV-positiven Patienten zu behandeln.

Die Praxis in Osthofen bei Worms hat einen 38-Jährigen nach dessen Aussage abgewiesen, weil der Mann die Arzthelferin über seine HIV-Infektion informiert hatte. Sie hatte ihm einen Fragebogen vorgelegt, auf der er unter anderem nach seinem HIV-Status Auskunft geben musste.

Der Patient, der Zahnersatz benötigte, hat gegenüber der Lokalzeitung erklärt, er habe nach dem Rauswurf aus der Praxis aus Eigeninitiative einen Zahnarzt gefunden, der ihn behandeln wollte. Für den Patienten stellte sich aus dieser Erfahrung die Frage, wie offen er mit seiner Infektion selbst gegenüber Ärzten umgehen kann. "Zumal etwa Hepatitis viel ansteckender ist als das HIV", so der Patient. Nach dem Erscheinen des Berichtes dementierte der Zahnarzt zwar, den Mann abgewiesen zu haben. Der Patient bleibt allerdings bei seiner Version.

Es ist nicht das erste Mal, dass über einen derartigen Vorfall in der deutschen Presse berichtet wird. So wurde 2010 ein ähnlicher Fall aus Essen bekannt.

Es besteht Behandlungspflicht

Ärzte dürfen eigentlich Patienten nicht ablehnen, nur weil diese eine mit einem Stigma belegte Infektion aufweisen. So erinnert etwa die Landesärztekammer Baden-Württemberg Zahnärzte in einem Merkblatt an die Behandlungspflicht. Wenn ein Zahnarzt eine Notfallbehandlung ablehnt, mache er sich sogar wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar.

Ablehnen darf der Arzt höchstens Patienten, wenn "Schutz- und Hygienemaßnahmen" nicht gewährleistet werden können - oder es andere schwer wiegende Gründe gibt wie ein Bruch des Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient. Es gebe aber bei HIV keine besonderen hygienischen Anforderungen, betont etwa die Deutsche Aidsgesellschaft (DAIG) in Bonn. Tatsächlich besteht bei einer HIV-Infektion für den Zahnarzt keine reale Gefahr auf Ansteckung - außer wenn er sich das Blut des Patienten in eine offene Wunde schmiert oder mit ihm ungeschützten Sex hat.

Wer sich von seinem Arzt diskriminiert fühlt, kann sich als gesetzlich Versicherter bei der Kassenärztlichen Vereinigung beschweren (siehe Adressen). (dk)



#1 Lapushka
#2 SchokiAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.07.2011, 17:26h
  • Der Zahnarzt sollte sich abgrundtief schämen, daß er diesem Menschen die Behandlung verweigerte! Ich bin gebürtiger Rheinland-Pfälzer und hätte als Zahnarzt den Mann bedenkenlos behandelt!
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#4 BurgerBerlinProfil
  • 20.07.2011, 17:36hBerlin
  • Was mich immer ärgert - weiß ich, ob der Zahnarzt positiv ist oder andere Infektionskrankheiten hat ?
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#5 antidiskriminierAnonym
  • 20.07.2011, 19:20h
  • Ganz einfach: Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung und Meldung an die Bundesärztekammer.
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#6 mannikoelnAnonym
#7 ClaudiaAnonym
#8 RealistProfil
#9 AndiAnonym
  • 20.07.2011, 21:04h
  • Antwort auf #6 von mannikoeln
  • Das ist doch keine gegenteilige Darstellung und liest sich auch nicht anders, im Gegenteil!
    Die Stellungnahme des Arztes ist ja noch entlarvender: Er könne an einem anderen Abend die Hygiene-Maßnahmen besser einhalten!
    Wie bitte?! Was macht er denn sonst? Wenn der Zahnarzt seine Instrumente nach jedem Patienten desinfiziert, ist alles gut. Und das ist ja wohl das Mindeste, was die Hygienevorschriften vorschreiben!
    Warum sollten die desinfizierten Instrumente an einem anderen Abend besser sein als sonst?
    Ich bin entsetzt!!!
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#10 JackyCGNProfil
  • 20.07.2011, 21:16hKöln
  • Antwort auf #6 von mannikoeln
  • Kommentar der Arzthelferin aus verlinktem Artikel zum Sachverhalt: "Ich sagte ihm dann freundlich, dass wir ihm gerne einen Termin an einem anderen Abend geben könnten, einfach weil wir so die Hygiene besser einhalten können."

    Also in einer Praxis, in der nur in den Abendstunden die Hygiene ausreichend eingehalten werden kann, will ich aber auch kein Patient sein.
    Bei HIV-Positiven sind schließlich keine anderen Hygienemaßnahmen fällig, als man sie als Standard bei jedem Patienten erwarten sollte.
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