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  • 24. Juli 2011, noch kein Kommentar

(Bild: Warner Music Group)

Pünktlich wie jedes Jahr seit 2006 erscheint ein neues Album der Indie-Rocker aus Wasilla in Alaska: "In the Mountain in the Cloud".

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: "In the Mountain in the Cloud" ist Portugal. The Mans sechstes Studioalbum in ebenso viele Jahren und zugleich ihr Debüt für Atlantic Records. Den Schwung ihres unerwarteten Aufstiegs in 2006 und ihres FM Radio-Erfolgs "People Say" (vom 2009er Album "The Satanic Satanist") führen sie in "In the Mountain in the Cloud" weiter und setzen damit ihr "ein Album pro Jahr"-Muster fort.

Ein Kunststück, das umso überwältigender ist, wenn man die leidenschaftliche Hingabe der Band zur offenen Straße bedenkt, die sie seit ihrer Gründung über 800 Shows absolvieren ließ - und zwar an jedem erdenklichen Ort, von Lastenaufzügen bis hin zum faszinierenden Set beim Bonnaroo Music Festival. "In the Mountain in the Cloud" ist das erste Album der Band, das sich ihre gewaltige Live-Energie zielsicher zunutze macht, ein Album, das die ethische, außergewöhnliche Vision von Portugal. The Man vollkommen offenbart.

Youtube | Portugal. The Man - All Your Light (Times Like These)

John Gourley schreibt neue Songs gerne im isolierten Umfeld von Alaska


(Bild: Warner Music Group)

Während sich das Line-up von Portugal. The Man (John Gourley, Zachary Scott Carothers, Jason Sechrist und Ryan Neighbors) weiterhin strikt dem Rock'n Roll-Schema "aufnehmen - touren - wiederholen, falls erforderlich" widmet, wandert ihre Musik nach wie vor ohne festen Wohnsitz am Rande jedweder Genregrenzen umher. Mit ihren freien Wurzeln offenbart die Band eine akustische Anpassungsfähigkeit, die sich von allem unterscheidet, was ihre Kollegen zu bieten haben, und ihre Musik einem steten Inkubationsprozess unterwirft: Songs werden geboren und entwickeln sich organisch im Laufe des scheinbar endlosen Tour-Zyklus und der kleinen Splitter an Auszeiten, die sie sich beizeiten gönnen.

"Wir jammen oft auf Tour, das gibt uns ein gutes Gefühl dafür, was wir machen können", sagt Gourley, der die Songs von Portugal. The Man oft in einem isolierten Umfeld, im Haus seiner Eltern in Willow, Alaska, schreibt. "Selbst wenn ich einen Song alleine schreibe, entsteht er aber immer um das herum, was die Band macht, und die Dinge, die auch die anderen mögen. Ich habe mich dieses Mal sehr darum bemüht, die Songs vernünftig zu strukturieren; davor hatte ich am Anfang wirklich großen Respekt. Vielleicht liegt das daran, dass man sonst immer nur als Band spielt und dabei über Akkord-Folgen stolpert, die man schon eine Million Mal gehört hat. Irgendwann gewöhnst du dir automatisch an, seltsame und obskure Strukturen zu kreieren und die Melodien zu sehr zu verschleiern."

Morbides Bekenntnis in "Sleep Forever"


(Bild: Warner Music Group)

Beim dynamischen "Got It All (This Can't Be Living Now)" oder dem ausufernden "Sleep Forever", dem anspruchsvollen Endpunkt von In the Mountain in the Cloud, ist das allerdings kein Thema. Das vielschichtige "Sleep Forever" baut sich sanft um den zärtlichen Refrain von Gourley auf, während er ein morbides Bekenntnis abgibt ("As I finally meet my end I won't be scared, I won't defend the things I've done"), bevor es sich schließlich in fieberhafte Höhen steigert und sich in einer wirbelnden Masse von Background-Gesang ergießt.

Das großzügige "You Carried Us (All You See)" und das lebhafte "Senseless" knüpfen nahtlos an jenes Fundament an, das die Band mit ihren vorangegangenen Werken gelegt hat, während die funkelnde Strahlung des schleichenden "Head Is A Flame (Cool With It)" oder die gedämpften politischen Andeutungen des Openers "So American" (in dem Gourley erklärt: "There's a madness in us all") einen flüchtigen Blick auf eine Band gewähren, die sich auf natürliche Weise in Echtzeit weiterentwickelt. (cw/pm)