Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14701

Haltet den Dieb, Mörder, Gauner, usw. (Bild: ARD)

In der ARD startete eine BBC-Serie mit einem post-modernen Sherlock Holmes. Interview mit dem Schauspieler Benedict Cumberbatch.

Von Carsten Weidemann

"Ein Fall von Pink" hieß die Auftakt-Episode der BBC-Serie "Sherlock", die am Sonntagabend in der ARD Premiere hatte. Eine gelungene Miniserie, entwickelt von den Machern der Science-Fiction-Serie "Dr. Who". Sie haben Sherlock Holmes und seinen Begleiter Dr. Watson in das heutige London versetzt, lassen ihn mit Laptop und Mobiltelefon ermitteln und verpassen ihm Nikotinpflaster statt Pfeife.

Während die Vermieterin der von Holmes und Watson gemeinsam bewohnten Zimmer ganz selbstverständlich davon ausgeht, ein schwules Paar vor sich zu haben, belässt es Holmes, gespielt vom 35-jährigen Schauspieler Benedict Cumberbatch bei ein paar Andeutungen. "Ah, sie haben ihr Date mitgebracht" begrüßt der Restaurantchef den Detektiv und Watson. Gegenüber Watson gibt der geniale Ermittler zu, dass Beziehungen zu Frauen nicht so sein Ding seien. Er sei mit seinem Beruf verheiratet.

Benedict Cumberbatch beschreibt selbst im Interview, was das besondere an seiner Rolle ist.

Warum, glauben Sie, ist Sherlock Holmes so beliebt?

Er wird seit 120 Jahren geliebt, weil er etwas sehr Eigenwilliges und sehr Exzentrisches an sich hat, und dabei so britisch ist, dass sein Charakter universal verstanden wird. Sherlock ist der meist verfilmte Charakter aller Zeiten! Kein Grund aber, sich deswegen unter Druck zu setzen.

Ist das ein Sherlock für das Cyber-Zeitalter?

Absolut. Dieser Sherlock hat seinen Deerstalker und seine Pfeife hinter sich gelassen. Dennoch sind wir dem Geist der Bücher treu geblieben. Wir wollen Sherlock aber aus dem Nebel bringen. Die Geschichten kann man nicht verbessern, das ist uns klar, aber wir wollen sie erweitern.

Youtube | Sherlock: Ein Blick hinter die Kulissen

Was ist sonst noch modern an diesem Sherlock?

Er ist ein anziehend gebrochener Charakter. Er ist nicht dieser gemeißelte ‚Alpha-Mann', der das Mädchen immer bekommt. Er ist enorm problembeladen. Er ist ein Außenseiter, der keinen an sich heranlässt, er hat einen auf Sucht angelegten, obsessiven Charakter, ist Sprungbrett aller modernen Ermittler mit ihren Alkohol- und Drogenproblemen. Aber das macht ihn richtig gut, eher dreidimensional, er braucht die Achillesverse, sonst wäre Sherlock zu perfekt, nicht menschlich. Er kann nicht unfehlbar sein.

Ist Sherlock ein Actionheld - mehr Rambo als Rimbaud?

Ja, da gibt es keine sicheren, gesunden Seiten an diesem Mann. Als Sherlock schieße ich auf Menschen, rolle mich über Autos, schmeiße brennende Ölfässer aus der Gefahrenzone oder fliege bei Explosionen durch die Luft. Normalerweise werde ich als elegischer, problembeladener Intellektueller und schlechter Liebhaber besetzt. Es macht mir Spaß, endlich einmal einen Actionhelden zu spielen.

Die Filme betonen die Freundschaft zwischen Holmes und Watson. Würden sie dieses Verhältnis als "Bruderromanze" bezeichnen?

Ich weiß es nicht so genau - wir leben im Film in einer WG zusammen. Sherlock und John sind co-abhängig. Holmes braucht Watson, um sich zu erden, Watson braucht Holmes, der ihm das Gefühl eines Abenteurers gibt.

Können Sie diese Beziehung näher beschreiben?

Da ist viel Zuneigung zwischen den beiden. Ein Wort umschreibt das am besten: Kameradschaft. Sie ist hart erarbeitet und nicht sentimental, aber Vertrautheit wächst durch das, was sie gemeinsam erleben. Klar, die Tatsache, dass sich zwei junge Männer eine Wohnung teilen, wirft Fragen auf, die wir auch ziemlich oft in den Filmen ansprechen ...

Die nächsten Folgen: So, 31.7., 21:45 Uhr, Sherlock (2) - Der blinde Banker und So, 07.8., 21:45 Uhr, Sherlock (3) - Das große Spiel

Galerie:
Sherlock (Serie, GB 2010)
10 Bilder


#1 SvenAnonym
#2 AstromenProfil
  • 25.07.2011, 15:10hDuisburg
  • Ich bin zwar kein Sherlock Holmes Fan, doch ich bin der Meinung, dass Sherlock Holmes und Dr.Watson nichts in unsere heutigen Zeit zu suchen hat. So etwas finde ich unmöglich. Die Macher sollten sich schämen!

    queerfantasie.blogspot.com/
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Ohne Krimi ...Anonym
  • 25.07.2011, 15:13h
  • Obwohl kein so großer Fan diese Genres, habe ich mir gestern die erste Folge der Serie angeschaut.

    Besonders die Hauptrolle fand ich außerordentlich gut besetzt, scharfer Intellekt, 'brüchige' Persönlichkeit hinter Arroganz versteckt und eine große Ambivalenz im Auftreten, als Berater der Londoner Polizei.

    Die, bereits im Artikel erwähnten, "ganz selbstverständlichen" Reaktionen von Vermieterin und Restaurantbesitzer auf ein vermeintlich schwules Paar, haben mich sehr amüsiert und auch ein bißchen berührt, weil ich mir solche Reaktionen viel häufiger wünsche.

    Ich werde - falls ich Zeit habe - mir wohl auch die beiden übrigen Folgen ansehen, da auch die Handlung nicht ganz so vorhersehbar ist, wie bei vielen anderen "Krimis".

    Danke für das interessante Interview mit dem Hauptdarsteller!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MedAnonym
  • 25.07.2011, 16:37h
  • Antwort auf #2 von Astromen
  • Also ohne die Serie gesehen zu haben ein Urteil zu bilden.... Ist ungefähr genauso wie die Aussage von Heten "Schwule sind alle weiblich" - ohne einen Schwulen persönlich zu kennen....

    ZurnSrie, absolut sehenswer und ich habe mich gestern schon gefragt warum die Serie hier bei den Queer TV-Tipps nicht aufgetaucht ist...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Peter (hetero)Anonym
  • 25.07.2011, 18:52h
  • Wer auch immer den Titel verfasst hat, ist ein absoluter Schwachkopf.
    Sherlock Holmes ist nicht, und war nie "andeutungsweise schwul", auch nicht in der neuen Sendung. Eins der Dinge, die Holmes von allen literarischen Figuren abheben, ist doch gerade, dass er über jede Art von "Fleischeslust" (abgesehen von Irene Adler, die eine gewisse Faszination auf ihn ausübt) erhaben ist. Das Verhältnis von Holmes und Watson ist auch stets brüderlich und freundschaftlich - aber nie mehr.
    Die Serie hält sich daran. Wer die erste Episode gesehen hat, weiß das (z.B. der Dialog im Restaurant, sinngemäß:
    SH:"Ich bin mit meiner Arbeit verheiratet" oder
    Watson"Ich...ich meinte nur, wenn Sie einen Mann lieben würden, wäre das OK..." SH: "Natürlich wäre es das!"
    Also, wie gesagt - Sherlock Holmes ist so gut wie alles - aber er lässt sich nicht so einfach in eine Kategorie wie "schwul" oder "hetero" reinschieben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 stromboliProfil
  • 25.07.2011, 19:09hberlin
  • Antwort auf #4 von Med
  • na ja.. eins zwei beiläufige anspielungen auf mögliche zusammenhänge sind nicht futter genug, um eine hungrige homomasse zur quote zu treiben..
    Aber der film gestern war spannend , ideenreich, amüsant und gut gespielt!
    Auch die auflösung der klassischen vorlage der persönlichkeitsstrukturen der figuren watson - holmes- mycroft und lestarde in die neuzeit, mit den seitenhieben auf die ansonsten zur stumpfsinnigkeit verleitenden nutzungen von i Pod, computer und sms ist durchaus gelungen...
    hab mich amüsiert und werd die folgenden mit freude erwarten...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 SchokiAnonym
#8 Mark (homo)Anonym
#9 Gandalf the GayAnonym
  • 25.07.2011, 20:04h
  • Sherlock Holmes war immer schon schwul:
    ein eingefleischter Junggeselle ohne erotisches Interesse an Frauen, der mit einem Mann zusammenlebt...

    Hallo? Mit wievielen Zaunpfahlen muss man noch winken?

    Ähnliches gilt für Batman & Robin, die nicht nur zusammenleben, sondern auch gerne enge Gummi-Klamotten tragen. Und auch beide noch nie eine Freundin hatten.

    Und für Ernie und Bert, die sogar keinen Hehl daraus machen, im selbem Bett zu schlafen...

    :)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Peter (hetero)Anonym
  • 25.07.2011, 20:23h
  • Unfreiwillig komisch, ja? Und warum?

    Keine Ahnung woraus meine sexuelle Orientierung ableiten willst, und warum (obwohl mein Hinweis wohl eindeutig war). Und wenn du meinen Kommentar oder die Bücher jemals gelesen hättest, würdest du mir mit Sicherheit zustimmen. Wenn nicht, begründ's bitte ordentlich und red nicht wie ein Kindergartenkind.

    Wie gesagt, Sherlock Holmes ist und war nie homosexuell. Die Überschrift des Artikels ist an den Haaren herbeigezogen und dient nur dazu, damit Typen wie du den Artikel interessant finden. Genauso könnte man schreiben, dass z.B. der Berlusconi andeutungsweise schwul ist.

    Was meinen Benutzernamen angeht, lege ich nur wert auf das "hetero", weil ich hier immerhin auf ner Schwulenseite bin und nicht vorhabe, mich mit weiteren Artikeln dieser Art zu beschäftigen. Man kann in allem etwas andeutungsweise schwules finden, wenn man es unbedingt will.
  • Antworten » | Direktlink »