Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14707

Reinhard Marx erklärt, er habe Homosexuelle nie als "gescheiterte und zerbrochene Menschen" bezeichnet (Bild: Erzbischöfliches Ordinariat München)

Der Münchener Kardinal Reinhard Marx präzisiert: Nicht homosexuelle Menschen könnten scheitern, sehr wohl aber die Lebensentwürfe von Schwulen und Lesben.

Anfang Juli hatte der evangelische Pressedienste gemeldet, Marx habe Homosexuelle als "gescheiterte und zerbrochene Menschen" bezeichnet (queer.de berichtete). Nun dementiert Marx diese Meldung erstmals in einem Interview mit der "Münchener Kirchenzeitung". Er sei sehr unglücklich darüber, wie seine Äußerungen in der Presse dargestellt wurden. "Man kann wirklich nicht davon sprechen, dass Homosexuelle ... gescheiterte Menschen wären", so der 57-Jährige. Als Christ glaube er, dass Menschen immer wieder neu anfangen könnten. "Es können also Lebensentwürfe scheitern, aber doch nicht Menschen, die Geschöpfe und Ebenbild Gottes sind. Ein Homosexueller darf wie jeder andere Mensch doch nicht dafür, wie er ist, verurteilt werden." Er sei froh darüber, dass Homosexuelle heute akzeptiert seien.

Der Geistliche stellte jedoch klar, dass die Kirche die "Erfüllung der Sexualität eines Menschen in der ehelichen Beziehung von Mann und Frau" sehe. Mit Blick auf Schwule und Lesben sagte er weiter: "Wir müssen aber wahrnehmen, dass das vielen Menschen nicht möglich ist und dass wir diese auf ihrem Lebensweg positiv pastoral begleiten."

Scheitern Lebensentwürfe von Schwulen und Lesben automatisch?

Das Erzbischöfliche Ordinariat in München konnte die Äußerungen des Kardinals nach einer Anfrage von queer.de nicht weiter konkretisieren. Pressesprecher Bernhard Kellner erklärte, er wolle "nicht thematisieren", ob offen lebende Schwule und Lesben aus katholischer Sicht jemals einen erfolgreichen Lebensentwurf entwickeln könnten.

Dennoch weise die Kirche Schwule und Lesben nicht ab: "Homosexuelle sind in der Kirche natürlich willkommen, alle Menschen sind eingeladen, sich der Gemeinschaft anzuschließen", so Kellner. Er verwies aber auf die bekannte katholische Lehrmeinung, nach der nur die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau eine akzeptable sexuelle Beziehung darstellt. Kardinal Marx nannte im "Kirchenzeitungs"-Interview "lebenslange Treue" und eine Offenheit für die "Weitergabe des Lebens" als Voraussetzungen für eine aus Sicht der katholischen Kirche erfüllte Sexualität. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 LorenProfil
  • 27.07.2011, 12:21hGreifswald
  • Auf die pastorale Begleitung dieses Herrn kann ich sehr gut verzichten. Ich habe festgestellt: Es geht auch ohne.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Side-FX23Anonym
  • 27.07.2011, 12:36h
  • "Kardinal Marx nannte im "Kirchenzeitungs"-Interview "lebenslange Treue" und eine Offenheit für die "Weitergabe des Lebens" als Voraussetzungen für eine aus Sicht der katholischen Kirche erfüllte Sexualität."

    Also, wenn ich das dann richtig sehe, ist doch so eine Bischofslaufbahn dann ein gescheiteter Lebensentwurf in Reinform! Er darf sein Leben ja auch nicht "weitergeben", weil er ja überhaupt gar keine Sexualität ausüben darf. Da frag ich mich, wer denn hier wohl eher gescheitert ist?

    "Als Christ glaube er, dass Menschen immer wieder neu anfangen könnten."

    Ja was denn jetzt? "Lebenslange Treue" oder doch Neuanfang, wenn´s mir zu unbequem wird? Ihre Aussagen sind dahingehend etwas paradox, Herr Marx. Das Lebensmodell der Kirche, mit lebenslanger Treue hat doch noch nie funktioniert! Also, warum sollen andere Lebensmodelle nicht funktionieren? Nur weil Sie das so in nem Märchenbuch gelesen haben? Ich finde es sowieso echt frech, sich anzumaßen anderen Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben! Ich sag Ihnen doch auch nicht, dass Sie unbedingt mit ´nem Mann zusammenleben müssen, weil das meinem Weltbild entspricht!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SchokiAnonym
  • 27.07.2011, 12:36h

  • "Kardinal Marx nannte im "Kirchenzeitungs"-Interview "lebenslange Treue" und eine Offenheit für die "Weitergabe des Lebens" als Voraussetzungen für eine aus Sicht der katholischen Kirche erfüllte Sexualität."
    Also das mit der lebenslangen Treue muss ich gar nicht erwähnen (Nur weniger als 10% der eingetragenen homosexuellen Partnerschaften haben nicht gehalten, bei der Zahl der zerbrochenen Ehen zwischen Mann und Frau sieht das ein bisschen [sehr bisschen] anders aus!) Und von Regenbogenfamilien hat der ölle Knacker anscheinend auch noch nichts gehört. Nach seinen Aussagen machen wir doch alles richtig! Ist doch super. :-)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 CarstenFfm
  • 27.07.2011, 12:43h
  • Dass er sich rausredet, macht auch nicht besser

    Für Katholiken ist Sex halt nur erlaubt

    - zwischen Mann und Frau
    - in der Ehe (lebeslang, geschieden und wieder heiraten gilt nicht)
    - ohne Kondome und Verhütungsmittel
    - ohne Spaß

    wer sich daran nicht halten will, dem sei der Austritt empfohlen
  • Antworten » | Direktlink »
#5 RalfAnonym
#6 Knueppel
  • 27.07.2011, 13:08h
  • Antwort auf #2 von Side-FX23
  • Sehr guter Kommentar, der genau das ausdrückt, was ich schreiben wollte. Dann kann ich mir das jetzt sparen bzw. nur eine "kleine" Ergänzung dranhängen.

    Kardinal Marx, Sie irren und zwar gewaltig!
    Offenbar haben Sie (und die Katholische Kirche) noch immer nicht begriffen, dass es keineswegs ein "gescheiterter Lebensentwurf" ist, offen schwul zu leben.

    Zu meinem, keineswegs gescheiterten, sondern außerordentlich glücklich verlaufenen bisherigen Leben:
    Coming Out mit 16 Jahren,
    seit 40 Jahren mit demselben Mann glücklich,
    gemeinsames Kind mit lesbischer Freundin gezeugt ...
    Was soll daran bitte "gescheitert" sein, Kardinal Marx?

    Ich möchte nicht gehässig sein, aber was der 'Queer.de' User 'Side-FX23' schrieb, ist wirklich nicht von der Hand zu weisen: Jemand, der allein bleibt (Zölibat), der Sex nur in der sehr verengten Sichtweise (zwischen einem miteinander verheirateten heterosexuellen Paar) akzeptiert und ansonsten all die vielen Millionen schwulen Männer und lesbischen Frauen zu Menschen mit "gescheitertem Lebensentwurf" herabsetzt, der verhält sich keineswegs christlich, im Sinne eines, im Vergleich dazu, geradezu revolutionären Jesus von Nazareth.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Knueppel
#8 gatopardo
  • 27.07.2011, 13:52h
  • Eine sehr wichtige Aussage, wenn ich nun mal im Nachhinein alle meine gescheiterten Lebensentwürfe Revue passieren lasse. Oh Gott , ob ich neu anfangen sollte, wie er uns als Lösung nahelegt ?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 CarstenFfm
#10 FoXXXynessEhemaliges Profil