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In diesem Jahr werden nicht nur sexy pinke Outfits zu sehen sein: Zum ersten Mal dürfen Soldaten in Uniform an der Bootsparade teilnehmen (Bild: Ezzz / flickr / by 2.0)

Die niederländische Grachtenstadt putzt sich heraus für die 16. Auflage des Amsterdam Gay Pride vom 30. Juli bis 7. August 2011.

Von Tijn Elferink

Es ist halb zwei am Nachmittag. 80 festlich geschmückte Boote sind bereit für die Fahrt durch die Prinsengracht. Ein Boot ist mit Hunderten von rosafarbenen Ballons geschmückt, ein anderes mit meterhohen aufblasbaren Figuren. Auf allen Booten ist laute Musik zu hören, zu der die Bootsinsassen ausgelassen tanzen. Als das erste Boot unter der Brücke hindurchfährt und von den ersten Zuschauern, die in mehreren Reihen am Grachtenufer stehen, begrüßt wird, brandet lauter Jubel auf.

Jedes Jahr kommen Hunderttausende von Menschen nach Amsterdam, um die Bootsparade des Amsterdam Gay Pride zu sehen und zu feiern. 80 geschmückte Boote mit Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transvestiten, Transsexuellen und Heteros fahren hintereinander durch die mittelalterlichen Grachten der niederländischen Hauptstadt. Im vergangenen Jahr wurde die Parade vom Europa-Boot eröffnet, auf dem ein Klassikorchester passenderweise die Europahymne aus der neunten Sinfonie von Ludwig van Beethoven spielte. Ein paar Boote später folgte der Bürgermeister von Amsterdam, und kurz danach winkten einige Minister der niederländischen Regierung vom Regierungsboot der jubelnden Menge zu. Inzwischen gibt es Gay Prides in vielen Ländern; Amsterdam ist jedoch die einzige Stadt der Welt, in der die Gay-Pride-Parade auf dem Wasser stattfindet.

Inn diesem Jahr fährt zum allerersten Mal eine Delegation der niederländischen Streitkräfte mit schwulen Soldaten in Uniform mit (queer.de berichtete). Das Boot ist eine Initiative der Stichting Homosexualiteit en Krijgsmacht (SHK). Laut dieser "Gewerkschaft" für schwule Soldaten ist die Teilnahme ein großer Schritt im Hinblick auf die soziale Akzeptanz von Homosexualität innerhalb einer betont männlichen Domäne wie die nationale Verteidigung. Noch vor drei Jahren war eine Teilnahme von Streitkräften am AGP völlig undenkbar.

In Amsterdam ist der Gay Pride eine echte Tradition


Ohne Heineken macht die Party nur halb so viel Spaß (Bild: BBC Communicatie)

Seine Premiere feierte der Amsterdam Gay Pride (AGP) vor 16 Jahren, als eine Gruppe von Amsterdamer Schwulen die Initiative ergriff, um der "Schwulen-Hauptstadt" der Welt zu mehr Ansehen und Bekanntheit zu verhelfen. Seinen großen Durchbruch erlebte der er 1998, als das Fest zeitgleich mit den Gay Games stattfand, die in dem Jahr ebenfalls in Amsterdam ausgetragen wurden.

Eberhard van der Laan, der Bürgermeister von Amsterdam, preist den Amsterdam Gay Pride als "ein wichtiges Symbol für unsere Stadt. In erster Linie ist es natürlich ein großes Fest und eine Tradition, die für die schwul-lesbische Gemeinschaft in der Stadt von enormer Bedeutung ist". Die Stiftung ProGay ist seit Jahren für die Organisation des Amsterdam Gay Pride verantwortlich: "Natürlich ist es in erster Linie ein großes Fest", sagt die Vorsitzende Irene Hemelaar s. "Wir möchten gern mit jedem die Rechte feiern, die wir uns als rosa Gemeinschaft in den vergangenen Jahrzehnten in den Niederlanden erkämpft haben."

Vorbildfunktion für andere Länder

Der Amsterdam Gay Pride möchte dabei eine Vorbildfunktion für andere Länder einnehmen. Nicht umsonst war Amsterdam vor zehn Jahren der erste Ort auf der Welt, wo sich gleichgeschlechtliche Partner das Jawort geben konnten. Zehn Jahre danach ist die Eheschließung für Schwule und Lesben in zehn weiteren Ländern möglich. In den Niederlanden haben inzwischen 15.000 schwule und lesbische Paare den Bund fürs Leben geschlossen. Vor zwei Jahren traute der damalige Amsterdamer Bürgermeister Cohen während der Bootsparade fünf niederländisch-amerikanische Paare auf dem Wasser. Diese Trauung sollte ein Signal sein, die gleichgeschlechtliche Ehe auch im US-Bundesstaat New York einzuführen.

Auch ProGay-Vorsitzende Hemelaar weiß, dass Amsterdam für viele LSBT-Aktivisten auf der ganzen Welt ein echtes Vorbild ist. "Während des AGP holen wir ganz bewusst Gay-Pride-Organisatoren aus anderen Ländern nach Amsterdam, damit wir die Erfahrungen, die wir in den vergangenen 20 Jahren bei uns in den Niederlanden gesammelt haben, mit ihnen teilen können", erklärt sie. Zum diesjährigen AGP sind Vertreter der schwul-lesbischen Gemeinschaft aus Prag eingeladen, denn in der tschechischen Hauptstadt wird in diesem Jahr zum allerersten Mal ein Gay Pride organisiert.

Nach Ansicht von Frank van Dalen ist der Amsterdam Gay Pride in den vergangenen 15 Jahren aufregender und mitreißender geworden. Der Politiker ist einer der bekanntesten Verfechter der Rechte von Schwulen und Lesben in den Niederlanden. So war er u. a. Vorsitzender von COC und ProGay, der ausrichtenden Organisation des Amsterdam Gay Pride. Zurzeit setzt er sich als Mitglied des Amsterdamer Stadtrats für Schwule und Lesben in der Stadt ein.

Mittlerweile über 200 Bewerber für die 80 Boote


Pro Darkroom: Omas und Opas am Grachtenrand (Bild: BBC Communicatie)

"Als wir vor 16 Jahren die Bootsparade ins Leben riefen, fuhren nur einige Dutzend Boote mit", erzählt van Dalen. "Jetzt verzeichnen wir jedes Jahr über 200 Anmeldungen und müssen wir auslosen, wer mitfahren darf." Die ganze Stadt lebe während der rosa Festtage auf, so sein persönlicher Eindruck. "Die LSBT-Gemeinschaft ist ein wichtiger Bestandteil der Bevölkerung und somit auch der Atmosphäre und der Ausstrahlung von Amsterdam. Das muss man nicht das ganze Jahr über explizit sehen, wohl aber in den ersten Augusttagen."

Das ganze Jahr über kommen viele schwule und lesbische Touristen aus allen Ländern der Welt in die niederländische Hauptstadt. Die Statistiken des Amsterdamse Toerisme en Congres Bureau (ATCB) zeigen, dass Amsterdam die größte Zahl an schwul-lesbischen Attraktionen und Einrichtungen pro Quadratmeter bietet. Dazu zählen Cafés, Kneipen, Clubs, Diskotheken und Saunas, aber beispielsweise auch Buchhandlungen und Kinos mit einem besonderen Filmangebot für Schwule und Lesben.

Die Reguliersdwarsstraat erholt sich wieder

Allerdings musste die schwul-lesbische Szene einen kleinen Rückschlag hinnehmen, nachdem viele Bars notgedrungen geschlossen wurden. Das führte dazu, dass sich in der Gegend um die Reguliersdwarsstraat sowie auch andernorts neue Szenelokale ansiedelten, z.B. auch das Bump in der Kerkstraat. Laut Inhaber Jelger Bakker gehört der Amsterdam Gay Pride zu den umsatzstärksten Wochen im Jahr. "Die Atmosphäre verleiht dem Fest das gewisse Etwas, das finden auch viele ausländische Besucher. Es gibt keinerlei Misstöne, die die Festfreude trüben würden, denn schließlich können Schwule, Lesben und Heteros hier gemeinsam feiern. Und für viele Ausländer ist es etwas ganz Besonderes, dass der Gay Pride und alle dazugehörigen Aktivitäten hier in aller Öffentlichkeit stattfinden können. Leider ist das in vielen Ländern nicht der Fall."

Auch in der Reguliersdwarsstraat selbst sind nahezu alle Kneipen wieder geöffnet. "Zusammen mit den Neueröffnungen ist das Angebot bunter und vielseitiger denn je", findet Arno Eveleens von der Bar Havana. Auch diese Kneipe in der Reguliersdwarsstraat war einige Zeit geschlossen. "Das Havana war früher wegen der spektakulären Auftritte und aufsehenerregenden Partys bekannt. Dieses Flair werden wir der Amsterdamer Schwulenszene mit unserer Neueröffnung zurückgeben, und zwar nicht nur zum Koninginnedag und Amsterdam Gay Pride, sondern das ganze Jahr. Der Amsterdam Gay Pride 2011 ist der Auftakt für das neue, aufregende schwule Amsterdam."

Galerie:
Amsterdam Gay Pride
16 Bilder


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In Taipeh fand am Samstag Asiens größte Schwulen- und Lesbenparade statt. Viele Teilnehmer leiden unter den traditionellen Wertvorstellungen in Taiwan.
#1 Lapushka
  • 27.07.2011, 18:29h
  • Amsterdam ist eine Hammer-Stadt.
    Während des CSD sicher noch mehr als sonst. Ich beneide jeden, der währenddessen dort sein kann.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.07.2011, 16:42h
  • Der CSD in Amsterdam zählt zu den supergeilsten und farbenprächtigsten Veranstaltung Europas. Er wird diesen Attributen auch dieses Jahr gerecht!
    Und wenn das Wetter mitspielt, dann kann auch nichts mehr schiefgehen! Übrigens, das Foto mit den beiden Senioren ist absolut cool!!!
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#3 FräuleinAntjeAnonym
#4 SarahAnonym
  • 28.07.2011, 23:44h
  • Ich bin zufällig dort , aber leider nur bis zum 4. 8.

    Ich find es trotzdem toll und das witzigste ist- ich bin mit meiner Mutter dort. Sie fand es toll, als ich ihr davon erzählte. "Ich will auch mit einem Boot fahren"

    Ich wünsch euch allen so eine Mutter und wunderschöne Tage, und feiert brav
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#5 Geert
  • 29.07.2011, 10:32h
  • Die alten Menschen auf dem Foto mit Schildern wie "Oma sucht Toyboy" und "Pro Darkroom" sind eine peinliche Entgleisung.
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#6 FaboAnonym