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Ich liebe sie für ihre Positionen zur Netzpolitik, doch darüber hinaus ist mir diese Wählergemeinschaft überwiegend heterosexueller, männlicher Jung-Nerds noch immer etwas suspekt. Genau, die Rede ist von der Piratenpartei, die in Berlin eine nicht völlig unrealististische Chance hat, zum allerersten Mal in ein Landesparlament einzuziehen. Bei der Bundestagswahl im September 2009 erreichte sie hier bereits 3,4 Prozent.

Um das Zünglein an der Waage für Wowi oder Renatchen zu werden, wollen die Hauptstadt-Piraten Berlin mit zwölf selbst gebastelten Wahlpostern zupflastern, auf denen zwölf waschechte Spreeräuber zu sehen sind. "Diese Motive wurden nicht kostspielig von einer Werbeagentur entworfen, sondern von Mitgliedern designed", heißt es dazu recht originell in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Ähnliche Kreativität wollen die Piraten nun auch in die Berliner Parlamente bringen."

Nun, beim queeren Motiv - immerhin gibt es eines! - ist die Kreativität leider in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts stecken geblieben. Da grinst nämlich eine reifere Kurzhaar-Schwuppe wie ein Honigkuchenpferd in die Kamera, darüber der geschwurbelte Spruch: "Ich will so lieben wie ich bin". Ach Liebchen, niemand hindert dich!



Zur Ehrenrettung der Berliner Piraten werfen wir jedoch noch einen Blick in ihr Wahlprogramm. Vor allem die Passagen zur Geschlechter und Familienpolitik könnten progressiver nicht sein:

Politik muss der Vielfalt der Lebensstile gerecht werden und eine wirklich freie Entscheidung für die individuell gewünschte Form des Zusammenlebens ermöglichen. Eine bloß historisch gewachsene strukturelle und finanzielle Bevorzugung ausgewählter Modelle lehnen wir ab.

Neben sämtlichen Eheprivilegien wollen die Piraten sogar die Erfassung des Merkmals "Geschlecht" abschaffen:

Die Piratenpartei steht für eine Politik, die die freie Selbstbestimmung von geschlechtlicher und sexueller Identität bzw. Orientierung respektiert und fördert. Fremdbestimmte Zuordnungen zu einem Geschlecht oder zu Geschlechterrollen lehnen wir ab.

Da schließt sich dann zumindest der Kreis zum Achtziger-Jahre-Wahlplakat. Damals waren bekanntlich auch die Grünen in ihrer Lebensweisenpolitik noch ein wenig radikaler...



Bericht: Wowereit will in Bundespolitik

Die SPD-Linke hat Klaus Wowereit schon wiederholt als Kanzlerkandidat ins Spiel gebracht - jetzt gibt es Berichte, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin 2013 in den Bundestag einziehen will.
Die Piraten wollen Berlin queerer machen

Der Pirat Gerwald Claus-Brunner darf nun im Abgeordnetenhaus Klaus Wowereit Paroli bieten. Im queer.de-Interview erläutert er seine Pläne für die Queer-Politik.
#1 FinnAnonym
  • 29.07.2011, 11:41h
  • Das Plakat hat gar keinen Bezug zu Homosexualität. "Ich will so lieben wie ich bin". Woher weiß man beim Vorbeigehen, dass es um schwule / lesbische Liebe geht?

    Ich hoffe nicht, dass die Stimmen, die die bekommen, am Ende die sind, die anderen homofreundlichen Parteien fehlen und dann die Konservativen gewinnen.
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#2 Kevin M.Anonym
  • 29.07.2011, 11:52h
  • Es gab auch ein moderneres Bild zum gleichen Slogan,es ist jedoch nicht genommen worde da der dort abgebildete Mensch nicht so beliebt ist in der Partei.
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#3 Michael HartungAnonym
  • 29.07.2011, 12:01h
  • Wieviel falsche und zudem undurchdachte Sachen darf man eigentlich in einem kleinen Artikel schreiben? Zu doof zum geradeausdenken vielleicht? Oder zum recherchieren zu faul? Oder einfach nur voller Vorurteile?
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#4 irgendson PiratAnonym
  • 29.07.2011, 12:30h
  • Sehr lustig vor allem der Satz, in dem es heißt, wir hätten Berlin schon mit Plakaten zugepflastert. Wenn es nur mal schon soweit wäre! Bisher hängt nämlich noch kein einziges Plakat und wir haben noch viel Arbeit vor uns.
    #ArtikelausderZukunft

    Die Redaktion bedankt sich für den Hinweis, Passage ist geändert! Und jetzt aber mal schnell zum Kleister gegriffen!
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#5 EnyyoAnonym
  • 29.07.2011, 12:36h
  • Woran erkennt der unbedarfte Charakter, dass die Grinsebacke homosexuell ist?

    Der Mann erinnert mich sehr an den Comedian Martin Schneider...
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#6 LotteAnonym
  • 29.07.2011, 13:10h
  • Lieber Kevin, bitte spar dir das nachtreten, über das Motiv wurde abgestimmt und Volker hat gewonnen. Bei Interesse können sich die geneigten Leser auch gern das Alternativmotiv ins Plakat denken:
    flic.kr/p/a7DrYK
    (das ist Gerwald Claus-Brunner, Direktkandidat in Steglitz-Zehlendorf. )

    Lieber Enyyo, auf das klassische Arm-in-Arm-Bild haben wir bewusst verzichtet, auch wenn wir genügend Modellressourcen dafür gehabt hätten ;) Das Plakat deckt halt nicht „nur“ Homosexualität ab, wie der Autor ja beim Verweis auf unser Geschlechter- und Familienprogramm schon gezeigt hat.
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#7 MarcAnonym
  • 29.07.2011, 13:28h

  • Das Plakat ist ganz ok.

    Eine nette Idee wäre vielleicht ein Kreis unten links gewesen, in dem ein Symbol des jeweiligen Themenblock ist. Aber ich will euch Piraten da nicht reinreden. ;)

    Der 80'er Jahre Look ist völlig akzeptabel. Trends wiederholen sich, nicht nur in der Mode. Und Werbeplakate - Wahlplakate sind Werbeplakate - müssen gerade für eine kleine Partei auffallen.

    Nebenbei: Ich finde es seltsam, dass das Alter des Abgebildeten im Artikel kritisiert wird. Das ist kein GR Sexprofil, das ist ein Wahlplakat. Und einen ganz durchschnittlichen Menschen zu zeigen ist doch auch eine Ausage.
    Davon gibt es nämlich mehr. ;)

    Ob ich euch wähle, weiß ich aber noch nicht. ;-)
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#8 Arte PoveraAnonym
  • 29.07.2011, 13:48h
  • Lesenswert ist auch das Geschlechter- und Familienpolitische Programm der Bundes-Piratenpartei. Das deckt sich mit dem der Berliner Piraten, ist aber an ein paar Stellen ausführlicher und konkreter (z.B. was Adoptionsrecht und Polyamorie anbelangt). Das liegt daran, dass im Berliner Programm nur die landespolitisch durchsetzbaren Punkte genannt wurden, viele der wirklich interessanten Forderungen aber bundespolitische sind. (Die Berliner Piraten stehen natürlich auch hinter den Forderungen des Bundesprogramms.)
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#9 Arte PoveraAnonym
#10 BenAnonym
  • 29.07.2011, 13:57h
  • Natürlich wirkt die Piratenpartei jung, freiheitsliebend und hipp und das kommt bei Schwulen an.
    Das sie aber ein sehr dürftiges Parteiprogramm zu notwendigen politisch- wirtschaftlichen Fragen haben und lieber mit populistischen Themen hausieren gehen scheint die schwulen Piratenanbeter nicht zu interessieren?

    Ein Tipp, geht mal auf einen Parteitag der Piraten. Wenn viele Parteimitglieder nicht mal die einfachsten politischen Zusammenhänge erklären können, spätestens dann sollte man ins Grübeln kommen.
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