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CSD-Teilnehmerin (2010) (Bild: Simply Boaz / flickr / by-sa 2.0)

Beim zehnten CSD in Jerusalem sind am Donnerstag 4.000 Menschen auf die Straße gegangen - es gab nur noch wenige Gegendemonstrationen, ein Mitglied der Haredi-Sekte wurde verhaftet.

Die Aktivisten zogen mit Regenbogenfahnen und Trommeln durch die Innenstadt. Nach Angaben der "Jerusalem Post" schlossen sich auch andere Gruppen dem Protest an, die im "Sommer des Zorns" gegen die Politik der Netanjahu-Regierung auf die Straße gegangen sind. Zu ihnen gehören Studenten, die keine Wohnheimplätze finden, oder Ärzte, die für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne kämpfen. "Wir marschieren für unsere Gleichbehandlung, aber auch für soziale Gerechtigkeit für jeden in der israelischen Gesellschaft", erklärte der sozialdemokratische Knesset-Abgeodnete Nitzan Horowitz bei einer Rede am Ende der Parade. Horowitz ist nach Uzi Even erst der zweite offen schwule Knesset-Abgeordnete.

Im Gegensatz zu Tel Aviv, wo bis zu 100.000 Teilnehmer an der Parade teilnehmen, sieht der CSD Jerusalem weniger wie eine Party, sondern mehr wie eine politische Demonstration aus.

In diesem Jahr ist es nur zu wenigen Ausschreitungen gekommen. Ein Mitglied der radikaljüdischen Haredi-Sekte wurde verhaftet, weil er eine Stinkbombe auf die CSD-Teilnehmer geworfen haben soll. Der Nationalist Baruch Marzel trieb mit einigen Gefolgsleuten Esel durch die Stadt, um gegen Schwule und Lesben zu protestieren: "Muslime, Christen und Juden werden angegriffen, wenn die Heilige Stadt von Abscheulichkeiten wie der Parade entweiht wird", erklärte Marzel. Insgesamt waren 1.000 Polizisten im Einsatz, um die CSD-Teilnehmer zu schützen.

"Diskrete Verhandlungen" mit orthodoxen Juden


Nitzan Horowitz, der gegenwärtig einzige offen schwule Knesset-Abgeordnete, war einer der wenigen Promis auf dem CSD (Bild: Eman)

Große Protestaktionen, wie sie noch vor ein paar Jahren an der Tagesordnung waren, gab es jedoch nicht mehr. CSD-Organisator Jonathan Gher von der Gruppe "Jerusalem Open House" erklärte, es habe in den letzten Jahren "diskrete Verhandlungen" mit orthodoxen jüdischen Organisationen geben. Dadurch habe sich die Situation entspannt: "Die haben gemerkt, dass die Parade nichts mit ihnen zu tun hat. Es geht uns nicht darum, die sexuelle Identität gegen die religiöse Identität auszuspielen. Es geht um unsere Identität als Bürger Jerusalems."

Noch vor wenigen Jahren gab es Auseinandersetzungen mit der Stadt Jerusalem, die noch 2005 den CSD verbieten wollte (queer.de berichtete). Seither haben aber mehrere Gerichte entschieden, dass auch Schwule und Lesben in Israel ein Recht auf Demonstrationsfreiheit haben. (dk)



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Der innere Kampf gegen Konfuzius

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#1 hwAnonym
  • 29.07.2011, 14:31h
  • "Horowitz ist nach Uzi Even erst der zweite offen schwule Knesset-Abgeordnete."

    Uzi Even engagiert sich politisch in der Partei Meretz-Jachad. 1999 verpasste er knapp den Einzug als Abgeordneter in die Knesset, was ihm aber 2002 im Nachrückverfahren gelang, als der Abgeordnete Amnon Rubinstein sein Mandat niederlegte. Even wurde so der erste offen homosexuelle Abgeordnete in der Knesset.

    de.wikipedia.org/wiki/Uzi_Even

    "Uzi Even, der erste offen schwule Abgeordnete des israelischen Parlaments, hat in Kanada seinen langjährigen Freund geheiratet. Am Freitag gaben sich Even und Amit Kama im Rathaus von Toronto das Jawort.

    www.queer.de/detail.php?article_id=1627

    (Vor einigen Tagen verhinderten die Rachten, die Nationalen und die Religiösen im Parlament die Einführung der Zivil-Ehe in Israel.)

    2009. "Ein israelisches Familiengericht in Tel Aviv hat erstmals entschieden, dass ein schwules Paar ihren Pflegesohn adoptieren darf.

    Der ehemalige Knesseet-Abgeordnete Uzi Even und sein Lebenspartner Amit Kama sind nun auch offiziell die Eltern des jetzt 30 Jahre alten Yossi Even-Kama. Sie haben den Jungen vor 14 Jahren bei sich aufgenommen, nachdem er wegen seines Coming-outs von seinen Eltern vor die Tür gesetzt worden war."

    www.queer.de/detail.php?article_id=10117

    Meretz (hebräisch: מרצ) ist eine linksgerichtete Partei in Israel. Der hebräische Begriff Meretz bedeutet so viel wie „Energie“.Meretz setzt sich nach Selbstbeschreibung für Bürgerrechte, die Gleichstellung der Frau, Wahlreformen und religiösen Pluralismus ein.

    Als erste linke zionistische Partei akzeptierte Meretz die Idee eines palästinensischen Staates.

    Gerade Freitag vor zwei Wochen demonstrierten in Jerusalem Tausende Israelis, Juden und Araber, für einen palästinensischen Staat. Unter ihnen auch Knesseth-Abgeordnete. Zum Beispiel Dov Khenin (Hadash) und Zehava Galon (Meretz). Der ehemalige Parlamentspräsident Avraham Burg (Labor), die ehemalige Ageordnete Tamar Gozansky (Hadash) und der frühere Generalstaatsanwalt Michael Ben Yair.

    maki.org.il/en/political/133-news/11169-jerusalem-thousands-
    march-in-support-of-palestinian-statehood


    maki.org.il/

    Zu Gestzentwürfen und Debattenanstössen kann man formulieren, dass Nitzan Horrowitz, durch seine Community-Aktivitäten, im israelischen Parlament in etwa die Rolle eines Volker Becks im Bundestag spielt.

    "CSD-Organisator Jonathan Gher von der Gruppe "Jerusalem Open House" erklärte, es habe in den letzten Jahren "diskrete Verhandlungen" mit orthodoxen jüdischen Organisationen geben."

    Zur Veränderung der Einstellungen zur Homosexualität im Lager der Orthodoxen, in Israel und den USA, vielleicht später mit Unlust etwas mehr.
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#2 hwAnonym
  • 29.07.2011, 16:24h
  • Da Lesben und Schwule auch im Hl.Land sterben, lohnt ein Blick auf den Nachschub bzw. -wuchs.

    Nachdem gestern der vermutlich größte Kinderwagenstau in der Weltgeschichte
    geschoben wurde.......

    "We yelled “Children – not only for rich people!”

    972mag.com/a-window-of-opportunity-in-the-tel-aviv-baby-carr
    iage-protest/


    ........demonstrierten heute Vormittag Hunderte in Tel Aviv und blockierten eine Straße
    an der Ecke King Saul Streetund Ibn Gvirol Street.

    Die Demonstranten schwenkten Fahnen von Israel und hielten Schilder mit der Aufschrift "Land von Milch und Steuern" und "Es ist Zeit, die Lücken zu schließen".

    Sie skandierten: "Die Menschen fordern soziale Gerechtigkeit".

    www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4101763,00.html

    Rund 100 Ärzte beendeten ihren Protestmarsch vor dem Amstssitz Netanjahus und errichteten ein Lager, das sie für lange Zeit nicht verlassen wollen:

    "Bibi, lend a hand, the healthcare system is collapsing."

    www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4101771,00.html

    "Tunesien verdrängte seinen Diktator, Ägypten stürzte schließlich Mubarak und Syriens Assad ist stark geschwächt,[...] Inzwischen verabschiedete Israel, die angeblich einzige Demokratie im Nahen Osten, ein totalitäres Gesetz nach dem anderen: diktiert seinen Bürgern, was sie über die Nakba sagen dürfen, oder über den Boykott Israels, und was sie zu tun haben, um Israel treu zu sein.

    Während die arabischen Bürger gegen ihre Regime rebellierten, schluckten Israels Bürger kleinlaut Übergriff nach Übergriff auf ihre Freiheiten. ..

    a small number of families - oligarchic banana republic

    While Arab citizens rebelled against their regimes, Israel’s citizens meekly swallowed infringement after infringement of their liberties. They didn’t say a word about the fact that its governments, for years, let a small number of families control Israel’s economy with money borrowed from the middle class’s pension funds and savings, making Israel look like an oligarchic banana republic.

    www.haaretz.com/blogs/strenger-than-fiction/israelis-demand-
    dignity-1.375944


    been oppressed for years

    None of this is coincidental since the tent dwellers' protest is only the tip of the iceberg of a more general revolt that breaks out from time to time. This is the intifada of the other people in the Land of Israel that have been oppressed for years, the Israeli people, (contrary to the transcendental JewishPeople).

    Housing, tuition and the cost of living are merely incidental expressions of the general existential oppression and neglect which that nation feels, hence why the grievances are not focused and are not always expressed fluently.

    www.haaretz.com/print-edition/opinion/netanyahu-has-forgotte
    n-what-it-means-to-be-israeli-1.375846


    Das bemerkenswerte am Protest der israelischen Demokraten ist, dass landesweit wohl über 90% mit und an der Waffe gedient haben. Mit kleineren Ausnahmen in Tel Aviv, wegen der dort erhöhten Anzahl von Waffendiensterweigeren. Die aber oftmals an der Waffe Armee-Radio gedient haben. Oder an der Waffe neue Medien. Gute Mischung.

    Wenn hier also ein Troll oder Lurch von den angeblichen deutschen "Pro Israel"-Sekten unter einem Stein auftaucht und was von Mut, Schutz, Ehre und Sicherheit erzählt......aber egal.
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#3 FelixAnonym
  • 29.07.2011, 16:33h
  • Schön, dass das alles gut gelaufen ist und es nur noch vereinzelte Gegendemonstranten gibt.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 SchokiAnonym
  • 29.07.2011, 19:03h

  • ""Die haben gemerkt, dass die Parade nichts mit ihnen zu tun hat. Es geht uns nicht darum, die sexuelle Identität gegen die religiöse Identität auszuspielen. Es geht um unsere Identität als Bürger Jerusalems."" Yo, damit wären die ja schon mal weiter als Christen...
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#6 fine artsAnonym
#7 anonymusAnonym
  • 29.07.2011, 20:42h
  • "Muslime, Christen und Juden werden angegriffen, wenn die Heilige Stadt von Abscheulichkeiten wie der Parade entweiht wird"

    aber sonst hauen sie sich gegenseitig die Köpfe ein -
    alles klar Herr Kommissar...
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#8 gelesenAnonym
#9 sprachlosAnonym
#10 RiccardoAnonym