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Dan Savage (links) und sein Ehemann Terry Miller beim CSD New York (Bild: Asiatic League / flickr / by-nd 2.0)

Eine Kampagne für schwule und lesbische Jugendliche wird von Künstlern, Sportlern und demokratischen Politikern unterstützt - die republikanische Partei stellt sich nun offen gegen das Projekt und seinen Gründer.

Von Dennis Klein

Der schwule Kolumnist Dan Savage war erschüttert, als in den US-Nachrichtensendungen immer mehr Berichte über schwule Jugendliche auftauchten, die wegen ihrer sexuellen Orientierung gemobbt wurden und keinen anderen Ausweg sahen, als sich umzubringen. Nach dem Tod des 15-jährigen Billy aus Indiana - er hatte sich auf dem Dachboden im Haus seiner Großmutter erhängt - beschloss Savage letztes Jahr, etwas zu tun: "Ich wünschte, ich hätte nur fünf Minuten mit diesem Jungen reden können. Ich hätte Billy sagen können, dass es besser wird", erklärte Savage damals. Er gründete das "It Gets Better"-Projekt. Promis sollten jungen Schwulen in kurzen Internet-Videos erklären, dass ihre sexuelle Orientierung nicht das Ende der Welt bedeutet - auch nicht in ländlichen Regionen, in denen Homosexualität als abscheuliche Verirrung gilt. Musiker wie Justin Bieber oder Rob Thomas, Schauspieler wie Tom Hanks oder George Takei und Politiker wie der britische Premierminister David Cameron oder Barack Obama machten mit - der US-Präsident erklärte in seinem Video: "Ihr habt nichts falsch gemacht. Ihr habt es nicht verdient, gemobbt zu werden. Draußen wartet eine ganze Welt auf euch, die voller Möglichkeiten ist."

Mit Ausnahme von ganz radikalen Schwulenhassern kann eigentlich niemand etwas gegen diese Aktion haben. In Zeiten aggressiver Parteipolitik wird aber auch ein solches Projekt anders gesehen. Die Republikaner, die gerade von der mehrheitlich extrem homophoben Tea-Party-Bewegung um Michele Bachmann und Sarah Palin unterwandert werden, beteiligen sich überhaupt nicht an der Aktion.


Senator Scott Brown will sich nicht am "It Gets Better"-Projekt beteiligen (Bild: US Senate)

Die Demokraten kritisierten inzwischen offen die Gleichgültigkeit der Republikaner - etwa den Senator Scott Brown, der sich als einziges Kongressmitglied aus Massachusetts nicht am Projekt beteiligt hat (alle anderen sind Demokraten). Die Oppositionspartei schlägt nun erstmals zurück: So erklärt der Pressesprecher des mächtigen National Republican Senatorial Committee, das republikanische Kandidaten für den Senat unterstützt, attackierte "It Gets Better"-Gründer Dan Savage als Grund für die Zurückhaltung. Brian Walsh attestierte Savage eine "lange Tradition von anzüglicher, gewalttätiger, antichristlicher Rhetorik". Er warnte die Demokraten, dass ihnen die Verbindung mit Savage auf lange Sicht schaden würde.

Als Sex-Kolumnist ("Savage Love") packt der Gescholtene wirklich manchmal heiße Eisen an, die traditionellen Republikanern sauer aufstoßen könnten. In der Kolumne mit dem Titel "Fuck the Republican Party" wirft er der Partei von Ronald Reagan und George Bush mit sehr klaren Worten vor, die Gleichstellung von Schwulen und Lesben seit langem verhindert zu haben. Er forderte darin auch Schrankschwestern auch zum Coming-out auf, damit sie den homofeindlichen Republikanern Paroli bieten können ("You wanna fuck the Republicans? Come out and keep coming out").

Für Jugendliche aus ländlichen Gebieten in Iowa oder Utah wäre es natürlich ein Segen, wenn sich auch Republikaner am "It Gets Better"-Projekt beteiligen würden. Denn wenn nur die "liberalen Eliten" - wie Konservative Demokraten und Hollywoodstars nennen - bei diesem Projekt mitmachen, wird es in diesen Regionen nie ernst genommen. Dank des parteipolitischen Streits können sich aber die Politiker nicht mal darauf einigen, dass Selbstmord unter Jugendlichen etwas ist, das Erwachsene eigentlich verhindern sollten.

Youtube | Das Ehepaar Dan Savage und Terry Miller in einem gemeinsamen "It Gets Better"-Video


#1 stephan
  • 29.07.2011, 15:31h
  • "Die Oppositionspartei schlägt nun erstmals zurück: So erklärt der Pressesprecher des mächtigen National Republican Senatorial Committee, das republikanische Kandidaten für den Senat unterstützt, attackierte "It Gets Better"-Gründer Dan Savage als Grund für die Zurückhaltung."

    Und jetzt werden wieder Gründe gesucht und vorgeschoben, weshalb man sich nicht beteiligen will.

    Los, ihr sog. Konservativen in den USA und hierzulande! Sagt doch endlich offen und klar, dass Euch alles, was von der heterosexuellen Ehe und Missionarsstellung abweicht anekelt und unterlasst einfach Eure blöden Verstellungen.

    Wen wollt Ihr mit dem Rumlavieren überzeugen oder gewinnen?

    Ihr findet uns zum Kotzen und wir Euch!
    Oder habt Ihr Angst davor, dass auch dem Letzten offenbar werden könnte, aus welch engem, intoleranten und bösartigem Geist heraus Ihr lebt? Wer sehen kann und will, weiß es längst!
    Dass Ihr dennoch Stimmen bekommt liegt daran, dass der Mensch eben eine böse Seite hat und die Intoleranz und geistige Enge vielen Menschen eben eigen ist! Ihr wollt eben nicht, dass andere Menschen glücklich, frei, gleichberechtigt und selbstbestimmt leben und Ihr lebt gerne damit, dass sich Abweichler aus Verzweiflung das Leben nehmen. Das ist Euch allemal lieber, als diesen Menschen zu helfen oder Euch für Schwächere oder Minderheiten einzusetzen!

    Bitte sagt es doch endlich!

    Wenn es aber - wie Ihr es im stets im Munde führt - eine göttliche Gerechtigkeit gibt, dann wird dieser Gott Euch Eure Heuchelei und die Berufung auf Jesus eines Tages in das Lügenmaul zurückschieben und Euch daran - vergleichbar mit den Tantalus-Qualen - ersticken lassen!
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#2 yomenAnonym
  • 29.07.2011, 15:49h
  • ich finde, dass diese herschaften, ob drüben oder hier, einfach mal klartext reden sollen.

    was wäre ich lösung für die homos? was tun mit den immer wieder nachfolgenden generationen von schwulen, lesben, trans?

    gibt es da eine lösung???

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#3 BCAnonym
  • 29.07.2011, 16:10h
  • Es ist immer wieder traurig, wie wichtig Parolen und Linientreue innerhalb einer Partei sind. Mit Hass scheinen sich sowieso mehr Stimmen holen zu lassen als mit Liebe...

    TROTZDEM:

    Liebes "It get's better project", liebes "Trevor-project":

    unbedingt weitermachen, ich finde eure Arbeit großartig!! Ihr habt meinen vollen Respekt!
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#4 GolemProfil
  • 29.07.2011, 16:11h-
  • Diese (republikanischen) Hassprediger sind doch einfach nur Abschaum. Am liebsten auf der halben Welt Krieg führen und LGBT kasernieren aber sich dann als "liberale" Verteidiger des "schlanken Staates" hinstellen, weil sie gegen Sozialhilfe und Rente sind, und sich nicht darum scheren, dass Millionen US-Amerikaner im Wohnwagen vegetieren während eine winzige Minderheit Milliarden um Milliarden scheffelt. Und DIE schimpfen dann auch noch über "liberale Eliten".

    Kein Wunder, dass die gleichzeitig so pro-religiös sind, denn ein Gesellschaft, die dermassen asozial ist, kann ohne Opium und Feindbilder nicht auf Dauer bestehen.
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#5 FelixAnonym
  • 29.07.2011, 16:30h
  • Das ist unfassbar:
    ein Projekt, das Jugendliche vor dem Selbstmord bewahren soll, wird von den Republikanern abgelehnt.

    Mit anderen Worten: die wollen, dass schwul-lesbische Jugendliche Selbstmord begehen...

    Wie tief müssen Hass und religiöse Gehirnwäsche sitzen, um so menschenverachtend zu denken und handeln?!
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#6 bengtAnonym
  • 29.07.2011, 17:31h
  • "Für Jugendliche aus ländlichen Gebieten in Iowa oder Utah wäre es natürlich ein Segen, wenn sich auch Republikaner am "It Gets Better"-Projekt beteiligen würden. Denn wenn nur die "liberalen Eliten" - wie Konservative Demokraten und Hollywoodstars nennen - bei diesem Projekt mitmachen, wird es in diesen Regionen nie ernst genommen."

    Stimmt.

    Es ist auch schön, wenn Schwule und Lesben in ländlichen oder kleinbürgerlich-miefigen Milieus
    von Mutigen erzählt bekommen.

    www.queer.de/detail.php?article_id=14699

    Repuplikaner waren und sind ein sehr zweifelhaftes Pack. Dort geht bei den Konservativen und Neo-Konservativen die Verdorbenheit weit über erschwindelte Dr.-Titel hinaus.

    Neue Dokumente zur gefakten Wiederwahl von Bush freigegeben

    www.heise.de/tp/blogs/8/150211
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 BCAnonym
  • 29.07.2011, 17:53h
  • So, nachdem mein erstes Kopfschütteln und Aufregen verraucht war, hab ich nochmal drüber nachgedacht...

    Der Kommentar von Felix ging mir dabei durch den Kopf: "[...] die wollen, dass schwul-lesbische Jugendliche Selbstmord begehen..."

    Ich glaube nicht, dass die breite Mehrheit sich sowas wirklich wünscht, aber leider sind sie in ihrer eigenen Logik gefangen:

    Die Botschaft von it get's better ist, dass es absolut in Ordnung ist, LGBT zu sein und sowas KÖNNEN sie einfach nicht unterstützen, denn das entspricht ja nicht ihrer Meinung. Wollen sie deshalb Selbstmorde? Nein, ihre Antwort auf die (erschreckende) Problematik ist die Ex-Gay-Bewegung. (Bitte nicht beschimpfen, ICH bin Gegener des Ex-Gay Glaubens!)

    Die andere Problematik ist zusätzlich: "Wir dürfen nichts toll finden, was Obama auch toll findet, denn den verteufeln wir ja ohne Ausnahme!"
    Sicher, derartiges Verhalten hat das Niveau eines Kindergartens, aber es ist politischer Alltag. Würde man versuchen, ihm teilweise zuzustimmen, wenn man wirklich mal einer Meinung ist, würde bedeuten, man müsste differenzieren. Aber dann fällt das ganze sorgsam (Manche Leute verwenden viel Geld und Energie darauf) aufgebaute Konstrukt von einfachem Schwarz / Weiß, Gut / Böse, Gott / Teufel Denken in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

    Jeder muss sich eine eigene Meinung bilden, aber aus Sicht der Politiker und Radiochristen ist das eine der Sachen, die ein Wähler NIEMALS machen darf... er könnte ja hinter die platten Parolen kommen.
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#9 daVinci6667
  • 29.07.2011, 18:45h

  • " Dank des parteipolitischen Streits können sich aber die Politiker nicht mal darauf einigen, dass Selbstmord unter Jugendlichen etwas ist, das Erwachsene eigentlich verhindern sollten."

    Genau im heimlich gewünschten Selbstmord liegt der Punkt. Schwule und Lesben die es wagen zu ihrer Orientierung zu stehen, stören das Weltbild dieser Konsevativen und religiös Verblödeten. Denen ist es lieber wir werden in den Selbstmord gemobbt als dass wir denen plötzlich zu viele werden. Sie könnten uns schließlich plötzlich nicht mehr marginalisieren!
    Erschreckend auch die Tatsache, dass in den USA ein Viertel der Obdachlosen GLBT sind! Eltern die ihre minderjährigen Kinder aus dem Haus jagen, sollten schwerstens bestraft werden! Eine Ausnahme würde ich nur bei schwerstkriminellen Jugendlichen zulassen.
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#10 MarekAnonym
  • 29.07.2011, 19:03h
  • Dieses Konglomerat aus Klerikal-Faschisten und Ewiggestrigen aus der Politik wird immer unerträglicher.

    Die interessieren sich nicht mal für Selbstmorde. Soviel Ignoranz und Feindseligkeit ist zum Aussterben verdammt.
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