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Michael Kirwan pfeift auf Weichzeichner und glatte Schönheitsideale

Michael Kirwan zeichnet sexy Männer jenseits der schwulen Klischees. Jetzt ist sein Bildband "Just So Horny" erschienen.

Von Carsten Weidemann

Die Bilder in "Just So Horny" sind zweifellos sexuell aufgeladen, oft genug sogar reichlich derb - aber ebenso sehr sind sie ein cleveres Destillat schwuler Begierden und Realitäten. Michael Kirwan beobachtet, begreift und malt; er pfeift auf Weichzeichner und glatte Schönheitsideale; er erzählt lieber Geschichten mit seinen Bildern, die von dem sexuellen Abenteurer berichten, der in jedem von uns steckt, manchmal ein bisschen albern, meistens hemmungslos und immer lustvoll.

Seine Zeichnungen würdigen ganz alltägliche Typen, solche, die nicht unbedingt in der ersten Liga klassisch schwuler Ideale spielen. "Man hat mich dafür kritisiert, dass ich keine ›schönen‹ Männer male, aber ich denke, dass Alte, Fette, Ausländer, Glatzköpfe, Behinderte und andere außergewöhnliche Schwule existieren und daher gleichermaßen wert sind, in der schwulen Geschichte dargestellt und festgehalten zu werden", erklärt Michael Kirwan seinen besonderen Fokus.

Das Anziehende liegt unter der Oberfläche

Vergleichbar mit dem deutschen Maler Otto Dix findet er das, was seine Protagonisten anziehend macht, unter der Oberfläche. Gerade weil Kirwans Stil sich von den idealisierten Zeichnungen eines Tom of Finlands abheben, kann man sich mit ihnen identifizieren. Dieser unverhohlene Blick auf gierige Männlichkeit jenseits des schönen schwulen Scheins ist gewiss nicht alltäglich, und jeder, der sich darauf einlässt, wird von Kirwan und seinem Bilderkosmos reich belohnt.

Michael Kirwan wurde 1953 in New York City geboren. Im Alter von fünf Jahren begann er zu zeichnen; er schuf sich ein selbst erfundenes, tolerantes Universum, um der Realität seines Lebens daheim zu entkommen. Bis heute hat er unzählige Grafiken für dutzende Magazine produziert. Kirwan konnte sich schnell einen Namen als anerkannter Meister im Bereich schwuler Gegenwartskunst machen.

Michael Kirwan: Just So Horny, Comic/Kunst, 128 Seiten, Farbe, Hardcover mit Schutzumschlag, 21,5 x 28,5 cm, Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2011, 19,95 €



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 HornyAnonym
#3 Diz!Anonym
  • 04.08.2011, 14:58h
  • "Der geile Proll von nebenan" ist genauso ein schwules Klischee wie der glattrasierte Twink mit blauen Augen.
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#4 Kenny
#5 trashtvProfil
  • 04.08.2011, 19:18hBerlin
  • Schöne Ideen hat er ja... aber leider ist Herr Kirwan handwerklich eine absolute Null.
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#6 userer
  • 05.08.2011, 15:21h
  • Lieber Carsten Weidemann,
    wo wird deutlich, dass der Künstler "Prolls" gezeichnet hat? Habe ich das überlesen oder entspringt dieses Klischee einem Dumm-fickt-gut-und-ist
    -dauergeil-Stereotyp in deinem Kopf?
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