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  • 09. August 2004, noch kein Kommentar

In Frankreich gibt es Haute Cuisine und ein geiles Nachtleben nicht nur in Paris: Die kleine Schwester Lyon hat auch einiges zu bieten.

Von Roberto La Pietra

Frankreich besteht nicht nur aus Paris. Dort werden zwar politische Entscheidungen für jedes noch so kleine Dorf gefällt und es heißt auch, dass man als schwuler Franzose nicht um die Hauptstadt als Wohnsitz herumkommt, will man nicht völlig vereinsamen. Doch eine Stadt kann es mit der großen Schwester aufnehmen: Lyon. Wunderschön am Zusammenfluss von Rhône und Saône gelegen, bildet die Metropole mit ihren rund 1,5 Millionen Einwohnern sozusagen Frankreichs Tor zum Süden.

Wer die Stadt besucht, sollte seine Tour an der Basilique de Fourvière beginnen. Denn von der Kathedrale aus hat man einen herrlichen Blick über die bunten Häuser und das Umland. Der Hügel inmitten Lyons lässt sich je nach Lust und Laune zu Fuß über viele Treppen und Gassen oder auf eine bequemere Weise mit einer Zahnradbahn erreichen. Wer sich einen ersten Überblick über die Stadt verschafft hat, sollte nun zunächst das mittelalterliche Lyon am Fuße des Hügels kennen lernen. Die verwinkelten Kopfsteinpflastergassen und alten Fassaden lassen den Besucher erahnen, wie die Stadt vor hunderten von Jahren ausgesehen hat. Überquert man nun die Saône, gelangt man ins Herz der Metropole. Die Presqu’Ile – zu deutsch "Halbinsel" – bildet das Zentrum der Stadt. Sie liegt zwischen den beiden Strömen, die südwärts fließen und hat in etwa die Form Manhattans. Angenehm ist die übersichtliche Anordnung der Straßen, so wird das Verlaufen nahezu unmöglich.

Eine Shopping-Tour durch die Presqu’Ile fängt man am besten am Bahnhof Perrache an. Recht weit im südlichen Teil der Halbinsel gelegen, kann man vom grünen Prachtplatz Carnot in Richtung Norden flanieren. Zahlreiche Geschäfte laden zu Spontan-Käufen ein. Nach einer Weile gelangt der Lyon-Besucher dann zu einem der größten Plätze Europas, der Place Bellecour, wo sich auch die Touristen-Info befindet. Nördlich schließt sich die schicke Einkaufsmeile Rue de la Republique an, die allerdings eher etwas für prall gefüllte Geldbeutel ist – Gucci und Cartier lassen grüßen. Erreicht man schließlich die Place Louis Pradel vor Lyons imposantem Opernbau, ist man am nördlichen Ende der Halbinsel angekommen.

Die Straßen werden nun immer kurviger und verwinkelter und es geht teils steil bergauf ins alternative Studenten-Viertel Croix-Rousse. Hier kann man sich so richtig schön verlaufen, denn selbst der geübteste Städte-Tourist kommt ins Schwitzen, da die Orientierung so schwer fällt. Ein Aufstieg lohnt dennoch: Oben angekommen finden sich Einkaufsstraßen abseits der üblichen Reiseführer und nette kleine Cafés und Kneipen.

Irgendwann lockt schließlich das Nachtleben Lyons: Die Gay-Szene ist auch für Auswärtige nicht schwer zu finden. Wer tagsüber schon in den Straßen der Presqu’Ile unterwegs war, hat sich schon einiges an Orientierungsarbeit in den Abendstunden abgenommen. Denn Shopping, Hetero- und Schwulenszene liegen hier nah zusammen.

Eine schöne Homokneipe ist das Cap Opera, direkt am Place Louis Pradel und der Oper. Oder Le Forum in der Rue des Quatre Chaupeaux, das aber eher klein und weniger schick ist. Dafür rückt man umso näher zusammen und die Kundschaft "schwappt" bis raus auf den Bürgersteig. Besonders empfehlenswert sind diejenigen Cafés, die nicht in jedem Lyoner Reiseführer zu finden sind: Avant la Première ist eine schicke Bar in der Rue Thomassin, direkt gegenüber eines großen Kinos, daher auch der Name. Oder man besucht das Comptoir de la Bourse an der Ecke Rue Gentil und Rue de la Bourse. Dies ist ebenfalls eine edlere Bar mit gemischtem Publikum und House-Musik. Nicht zuletzt zu nennen ist das Etoile de l’Opéra in der Rue de l’Arbre Sec, auch in der Nähe der Oper und mit einer sehr ansehnlichen Klientel.

Hier wird jeder etwas für seinen Geschmack finden, denn es wimmelt nur so von Cafés und Bars, darunter viele für die schwule Kundschaft, und natürlich von feinen Restaurants, für die die Stadt berühmt ist. Lyon gilt neben Paris als kulinarische Hochburg Frankreichs. Hier ist auch der berühmte Koch Paul Bocuse zu Hause. So lässt es sich also in dieser hübschen Metropole nicht nur flanieren und ausgehen, sondern ebenso herzhaft schlemmen.