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Straighte Werbung für Wolfgang Bosbach im Bundestagswahlkampf 2009 (Bild: youtube)

Sie verstehen es einfach nicht. Oder noch schlimmer: Sie tun so, als ob sie es nicht verstehen. Noch immer verstecken sich Unionspolitiker in ihren Bemühungen, die Homo-Ehe nicht mit der Ehe gleichzustellen, hinter angeblichen Verfassungsgründen.

Wen kümmert es da, dass das Bundesverfassungsgericht diesen Weg der Argumentation bereits 2002 deutlich versperrte, mit einem Urteil, dass der besondere Schutz von Ehe und Familie nicht mal einer völligen Gleichstellung im Weg stünde. Wen kümmert es da, dass das Bundesverfassungsgericht dieses Urteil mit weiteren Siegen für klagende Homo-Paare immer lauter selbst umsetzte. Wen kümmert es da, dass selbst der ehemalige Präsident des Gerichts, der die Lebenspartnerschaft ursprünglich als nicht verfassungsgemäß ansah, eine Gleichstellung anmahnt? "Für die eingetragenen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gibt es nach der Rechtsprechung grundsätzlich keine Grenzen der Gleichbehandlung mehr", sagte das CSU-Mitglied Hans-Jürgen Papier erst wieder Anfang der Woche der "Bild"-Zeitung.

Wolfgang Bosbach kümmert das nicht. Bei der Gleichstellung gebe es "Grenzen, nicht nur auf Grund unserer christlichen Grundlage, sondern auch weil unsere Verfassung die Ehe in besonderer Weise schützt und ihr auch eine herausgehobene Stellung in Staat und Gesellschaft gibt", sagte der CDU-Politiker und Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestags am Donnerstag gegenüber dem Domradio.

Scheinheiligkeit und Ignoranz

Zehn Jahre nach Einführung der Lebenspartnerschaft ist die Politik der Union nicht nur rückständig und diskriminierend, sie ist auch verlogen und feige. Er müsste es besser wissen, aber Bosbach hält wie viele andere Politiker seiner Partei an der Verfassungsargumentation fest. Die ist zwar hinfällig, bringt aber den Vorteil, dass man einerseits aus taktischen Gründen diskriminieren kann, andererseits aber so tun kan, als diskriminiere man doch gar nicht.

Bosbach beherrscht diese Scheinheiligkeit perfekt. Im besagten Interview kritisiert er, wer sich nicht für eine Gleichstellung ausspreche, "trägt ein hohes Risiko, weil sofort der Vorwurf kommt, das sei aber eine Diskriminierung von Lesben und Schwulen. Das ist natürlich Unsinn!" Bosbach weiter: Der "besondere Schutz der Ehe von Mann und Frau hat doch nichts mit einer Diskriminierung von lesbischen und schwulen Lebensgemeinschaften und -partnerschaften zu tun".

Nun ist das Vorenthalten von gleichen Rechten bei gleichen Umständen natürlich eine Diskriminierung, und das weiß Bosbach auch selbst. Konnte man ihm und seinen Kollegen vor einigen Jahren vielleicht noch freundlich einen gewissen Lernbedarf unterstellen, so ist mittlerweile offenkundig, dass hier dreist an einer Diskriminierung festgehalten wird, in der Hoffnung, das könnte Punkte bei der Wählerschaft einbringen.

Es ist an der Zeit, dass die allgemeine Bevölkerung und auch die allgemeinen Medien der Union diese Taktik nicht mehr durchgehen lassen, dass Diskriminierung klar benannt wird, dass die Ablehnung von Gleichstellung nicht auch noch mit Fortschritten begründet werden kann, wie Bosbach das im Interview tut: "Unsere Gesellschaft ist in den letzten Jahren sehr, sehr viel toleranter geworden(...) Da ist in den letzten Jahren in puncto Gleichstellung schon viel geschehen. Diskriminierung mag es hier und da immer noch geben, das hat aber nichts mit der Haltung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung zu tun. Eine vollständige Gleichstellung kommt daher für mich auch nicht in Betracht."

Mit seiner gespielten Ignoranz hat sich Bosbach diese Homo-Gurke redlich verdient. (nb)



#1 FloAnonym
  • 04.08.2011, 13:02h
  • Ich finde dieses grottenschlechte Toupet, das er auf dem Kopf trägt auch Unsinn. Dennoch habe ich nichts dagegen, dass er es trägt. Wenn er es gut findet... Und mich berührt es nicht, wie er aussieht.

    Also was kümmert er sich dann darum, wen andere lieben? Berührt sein Leben doch auch nicht, ob wir Männer oder Frauen lieben... Die tun immer so, als würde man sie zwingen, dann auch mit einem Mann zusammen zu sein.
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#2 VolumeProProfil
#3 MarekAnonym
  • 04.08.2011, 13:10h
  • "Bosbach beherrscht diese Scheinheiligkeit perfekt."

    Wie die gesamte Union und auch die FDP!

    Wie die immer (aus taktischen Gründen) so tun, als hätten sie ja gar nichts gegen Schwule, dann aber im gleichen Satz versuchen zu erklären, warum man Schwule dennoch diskriminieren müsse, ist an Perversität nicht mehr zu überbieten.

    Dafür belügen die sogar die Bürger und ziehen das Grundgesetz heran, obwohl das gar nicht einer Gleichstellung im Weg stünde, wie selbst das BVerfG betont. Im übrigen kann man auch das GG ändern, was die Union und die FDP auch schon mehrfach gemacht haben, wenn es ihnen gerade passte.

    Aber was will man schon vom politischen Arm der katholischen Kirche und ihren Schoßhündchen von der FDP erwarten?
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.08.2011, 13:13h
  • Wieso vergibt man die Homogurke eigentlich nicht einmal an eine Gruppierung? Die Union hätte diese Auszeichnung schon längst bekommen sollen!
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#5 Tobi CologneAnonym
  • 04.08.2011, 13:18h
  • Eine macht- und geldgeile, totalitäre Hass-Organisation wie die katholische Kirche wird trotz ihrer menschenverachtenden Verhütungspolitik und des jahrzehntelangen Vertuschens von massenhaftem Kindesmissbrauch von der Union hofiert und gefördert.

    Aber Menschen, deren einziger "Fehler" es ist zu lieben, werden diskriminiert und als Menschen 2. Klasse behandelt.

    Eine Partei, die Liebe verachtet und Hass fördert, hat in einer Demokratie nichts zu suchen. Und sollte ganz sicher nicht in Regierungsverantwortung sein. Und das gilt für die rückgratlosen Speichelllecker von der FDP genauso, die ihre Wähler konstant belügen und betrügen.

    Und neben diesem Ignorieren von Grundrechten schaden CSU/CSU und FDP ja auch sonst Deutschland wo es nur geht. Egal ob Steuerpolitik, Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik, Außenpolitik, Gesundheitspolitik, Bildungspolitik, etc. etc. etc. Überall schaden Union und FDP dem Land auf Jahre hinaus. die müssen endlich weg. Besser heute als morgen.
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#6 HinnerkAnonym
  • 04.08.2011, 13:22h
  • Eine Regierung, die konstant 15% ihrer Bürger ausschließt, sie wie Untermenschen behandelt und ihnen grundlegende Menschenrechte verwehrt, muss schnellstens abgelöst werden.

    Schwarz-Gelb muss weg! Zum Wohl aller Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen und zum Wohl des ganzes Landes!
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#7 SebiAnonym
#8 alexander
#9 Lapushka
  • 04.08.2011, 13:47h
  • "Grenzen, nicht nur auf Grund unserer christlichen Grundlage,"

    Trennung von Kirche/Religion und Staat oder wie war das noch?

    " sondern auch weil unsere Verfassung die Ehe in besonderer Weise schützt und ihr auch eine herausgehobene Stellung in Staat und Gesellschaft gibt"

    Kaufe ich ihm sogar ab. Nur: Inwieweit schützt ein Eheverbot für Homosexuelle die heterosexuelle Ehe?
    Hat das überhaupt schon mal irgendein Politiker beantwortet?

    "Diskriminierung mag es hier und da immer noch geben, das hat aber nichts mit der Haltung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung zu tun. Eine vollständige Gleichstellung kommt daher für mich auch nicht in Betracht.""

    Ich bin tief beeindruckt von dieser Argumentation.
    "Ihr werdet nicht mehr so doll diskriminiert (das müsste man auch erst noch ausdiskutieren), deshalb braucht es auch keine Gleichstellung"
    Supa
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#10 Hannes 80Anonym
  • 04.08.2011, 13:49h
  • Unsere schwarz-gelbe Regierung stellt jeden Tag aufs Neue ihre geballte Inkompetenz unter Beweis. Und sowas regiert Deutschland...
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