Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14762

Der Judas Priest Sänger würde auf Anhieb jeden Mr. Leather Wettbewerb gewinnen (Bild: Wiki Commons / opethpainter / CC-BY-2.0)

Der offen schwule Judas-Priest-Sänger Rob Halford hält nichts von einem solchen Feiertag, wie er jetzt in Sao Paulo vorgeschlagen worden ist.

Von Carsten Weidemann

Eine Hetero Pride Parade in Brasilien? Der Heavy Metal-Künstler Rob Halford schüttelt da nur den Kopf: "So etwas gibt es doch dort schon lange. Es heißt Karneval, oder nicht?" Der brasilianische Sender Globo FM hatte den seit langem offen schwul lebenden Sänger zu einem entsprechenden Vorschlag in der Stadt Sao Paulo interviewt.

In der brasilianischen Hauptstadt hat ein Zusammenschluss verschiedener christlicher Organisationen den Antrag gestellt, den dritten Sonntag im Dezember zum "Heterosexual Pride Day" zu erklären. Laut Zeitungsberichten habe das Stadtparlament dem Ansinnen bereits stattgegeben. Das letzte Wort dazu soll nun der Bürgermeister sprechen. Die Antragsteller behaupten von sich selbst, sie seien nicht homophob, es sei nur ein Protest gegen die Bevorzugungen der homosexuellen Community. Rob Halford findet die Idee einfach nur "kindisch". Die Homoorganisationen in der Zehn-Millionen-Metropole kritisieren scharf: "Anders als Homosexuelle werden Heterosexuelle nicht diskriminiert, nur weil sie heterosexuell sind."

Rob Halford: "Eine Metal-Party ist wie ein CSD, es wird gefeiert."


Im Onlineshop Zazzle.com werden bereits "Heteropride"-T-Shirts angeboten

Rob Halford war von 1972 bis 1991 und ist wieder seit 2003 Sänger der Heavy-Metal-Band Judas Priest. Im Jahr 1998 machte der "Metal God" sein Schwulsein öffentlich. Ein mutiger Schritt in einer Zeit, in der die Metal-Szene, wie er im Gespräch mit Global FM zugab, nicht besonders schwulenfreundlich war. Das habe sich in den vergangenen Jahren allerdings geändert. "Es wird nach und nach besser."

Die "Parada do Orgulho GLBT de Sao Paulo" - wie sie auf Portugiesisch genannt wird - schaffte es 2006 in das Guiness Buch der Rekorde als weltweit größter Gay Pride mit mehr als drei Millionen TeilnehmerInnen. Er findet regelmäßig im Juni statt.

Hetero Pride auch in Europa

Auch in Europa sind stolze Heteros auf dem Vormarsch: So fand im September vergangenen Jahres in der ungarischen Hauptstadt Budapest aus Protest gegen den CSD eine "Hetero Pride Parade" mit knapp 100 Teilnehmern statt. Die Organisatoren forderten die Einschränkung des Versammlungsrechtes für Schwule und Lesben sowie die "Säuberung nationaler Institutionen von Homosexuellen".

In Deutschland wiederum stellte der Journalist Henryk M. Broder im Online-Blog "Die Achse des Guten" die Frage: "Wäre es nicht endlich Zeit für eine Hetero-Pride-Parade?" Broder forderte darüber hinaus eine "Akzeptanzkampagne", bei der Männer und Frauen bekennen: "Ich bin hetero".



Online-Abstimmung über Potsdamer CSD-Motto

Auf der Homepage des CSD Potsdam können User aus elf Motto-Vorschlägen ihren Favoriten auswählen.
Serbien: Homophober Politiker verurteilt

Ein Gericht in Belgrad hat einen nationalistischen Politiker wegen diskriminierender Äußerungen gegen Homosexuelle schuldig gesprochen.
Der innere Kampf gegen Konfuzius

In Taipeh fand am Samstag Asiens größte Schwulen- und Lesbenparade statt. Viele Teilnehmer leiden unter den traditionellen Wertvorstellungen in Taiwan.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.08.2011, 17:51h
  • Da kann ich Rob Halford nur zustimmen! Haben die Heten nicht schon genug Partys, bei denen sie, um es überspitzt zu formulieren, unter sich sind? Ich denke, ja!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 stromboliProfil
  • 05.08.2011, 18:06hberlin
  • kreischhhhhhhhhh........
    ich stell mir vor wie wir schwulen am wegrand die heten anfeuern zu ihrer identität zu stehen..

    Umkehrung der situation; bei uns sind es die heteros die gaffen und so die summe der zuschauer schaffen!

    Tja , minderheiten brauchen zuspruch!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 die thekeAnonym
#4 Lapushka
  • 05.08.2011, 18:51h
  • Ich finde es nicht schlimm.
    Eigentlich finde ich es sogar gut, weil damit denjenigen der Wind aus den Segeln genommen wird, die darüber wettern, wieso trans- und homosexuelle Menschen spezielle Paraden kriegen und ihre Sexualität öffentlich derart zur Schau stellen müssen und all das andere Zeug.
    Und dann gibt es ja auch welche die angeblich das Gefühl haben, sich für ihre Heterosexualität entschuldigen zu müssen.
    Denen fehlt dann nämlich die Argumentationsgrundlage, wenn sie auch die Möglichkeit haben, auf die Strasse zu gehen und explizit ihre Sexualität zu feiern.

    Im Sinne einer politischen "Demonstration" um gegen Diskriminierung von Heterosexuellen vorzugehen, ist es natürlich albern, aber wenn es einfach nur ums Feiern geht, warum denn nicht.

    Wogegen ich bin, ist, wenn ein solcher Hetero Pride dazu verwendet wird, gegen Homosexualität zu protestieren oder einen "Gegenentwurf" aufzubauen, wie es in Ungarn der Fall war.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Iceman
  • 05.08.2011, 18:53h
  • Ist das so eine Art Witzveranstaltung? Ich verstehe ehrlich gesagt den Sinn dahinter nicht.

    Wenn ich einer Masse angehören würde, die es auch durchaus mal als legitim ansieht, die Gruppen anderer Orientierungen oder Identitäten zu unterdrücken, wäre ich darauf nicht stolz.
    Im Gegenteil: Ich würde mich schämen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Lapushka
  • 05.08.2011, 18:54h
  • Zudem bestätigt es meine These, dass Heterosexuelle Homosexuellen so ziemlich alles nachahmen^^
  • Antworten » | Direktlink »
#7 SebiAnonym
  • 05.08.2011, 19:08h
  • Hetero-Pride ist jeden Tag!

    CSDs gibt es nur, weil es eben genug Gründe dafür gibt. Aber Heteros haben nichts, wo sie diskriminiert würden.

    Deshalb ist diese Idee lächerlich.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 eMANcipation*Anonym
  • 05.08.2011, 20:40h
  • Der offen schwule Kongressabgeordnete Jean Wyllys von der Partei "Sozialismus und Freiheit" (PSOL) hat die Initiative für einen "Hetero Pride Day", gestartet von einem Stadtrat der rechtsextremen Partei DEM, scharf kritisiert und den Bürgermeister von Sao Paulo aufgefordert, sein Veto gegen das Vorhaben einzulegen.

    Nach Wyllys' Auffassung verspottet die Initiative einen Kampf, der historisch ist und eigens von der schwul-lesbischen Bewegung geführt wird.

    "Wir können keine Gruppe als Minderheit behandeln, die nicht unter denselben Vorurteilen leidet, weil sie heterosexuell ist, sondern die genau diejenigen fundamentalen Rechte genießt, die uns Homosexuellen verwehrt werden", sagt Wyllys.

    "Die Schaffung eines 'Gay Pride' oder eines 'Black Pride' oder eines Frauentages verfolgt eine legitime Absicht, nämlich einen Diskurs der Vorurteile und der Diskriminierung zu zerschlagen.

    Einen 'Hetero Pride' oder einen Tag des 'Stolzes der Weißen' auszurufen, bedeutet hingegen, einen legitimen und gerechten Kampf ins Lächerliche zu ziehen."

    mixbrasil.uol.com.br/pride/politica/deputado-jean-wyllys-env
    ia-carta-a-kassab-para-que-ele-diga-nao-ao-dia-do-orgulho-he
    tero.html


    Erklärungsansatz:

    Einige christliche Faschos sind gerade ziemlich hysterisch, weil in Brasilien derzeit die ersten gleichgeschlechtlichen Ehen geschlossen werden:

    www.focus.de/panorama/vermischtes/homo-ehe-schwule-heiraten-
    erstmals-in-brasilien_aid_641217.html
  • Antworten » | Direktlink »
#9 jojoAnonym
  • 05.08.2011, 22:20h
  • kann man stolz darauf sein, den gesellschaftlichen realitäten mit totaler ignoranz zu begegnen? stolz darauf, nicht zu begreifen, was diskriminierung bedeutet und sich auch nicht die mühe machen zu wollen, es zu verstehen? oder sogar stolz darauf, zu den privilegierten der gesellschaft zu gehören und sich trotzdem kollekitv in eine absurde opferparanoia hineinzugreinen?

    und gab es nicht vor ein paar jahren einen aufruf zum "straight pride" in new york, der dann so peinlich wenige teilnehmer hatte, dass die organisatoren sich in grund und boden schämten?

    bittesehr, wenn ihr euch lächerlich machen wollt, liebe homophobe heteros - das könnt ihr haben. als ob es wirklich nötig wäre, noch einen draufzusetzen...
  • Antworten » | Direktlink »
#10 jojoAnonym
  • 05.08.2011, 22:24h
  • und noch eine nebenbemerkung zu eurer bildunterschrift, liebe queer-redaktion: zum mister leather wird nicht derjenige gewählt, dem es gelingt, die meisten ketten und nieten an seiner kleidung unterzubringen. ein paar andere faktoren spielen da schon noch eine rolle...
  • Antworten » | Direktlink »