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Der goldene Schlüssel zur Lösung von Konflikten ist die Kommunikation. Nur wie? In Teil 12 unserer Beziehungsserie: Tipps, um die vertrackteste Situation aufzulösen.

Von Christian Scheuß

Seit dem Start der Beziehungsserie gibt es in jeder Folge einen geradezu gebetsmühlenartig wiederholten Ratschlag: "Redet Miteinander!". Na toll, wie soll das gehen, wenn man sich eigentlich gerade nicht viel zu sagen hat? Wenn die Wut und das Unverständnis überwiegt. Die Verletzungen groß und die Kompromissbereitschaft minimal sind. Miteinander reden: Leicht gesagt, schwer getan. Soll doch erst mal der andere kommen, und mit dem Dialog beginnen, dann kann man weitersehen.

Leider beherrscht niemand von uns das Gedankenlesen, deswegen bleibt die verbale Kommunikation die Goldene Regel für das Lösen von Problemen in der Partnerschaft. In der Tat kann das mitunter gehörig schief gehen. Emotionen stehen meistens im Weg. Zum Ausfechten eines Streits gehören zudem ein Stück Erfahrung und eine Strategie.

Die Checkliste, die Zungen lockert und das Gespräch in Fluss bringt:

1. Harmoniesucht überwinden. Viele Paare versuchen, stillschweigend über entstandene Probleme hinwegzusehen. Der heftige Streit vom Vorabend, er ist am nächsten Morgen scheinbar vergeben und vergessen. Statt der Aussprache gibt es symbolische Akte der Entschuldigung und des Verzeihens. So lange es um Kleinigkeiten geht, ist diese Strategie sinnvoll. Doch wenn hinter dem Streit ein ernsthafter Anlass steht, sollte man das Fass auch anstechen. Das ständige Übertünchen mit Harmonie aus Angst vor einem Streit lässt die Beziehung auf Dauer bröckeln.

2. Den richtigen Zeitpunkt wählen. Wut und Enttäuschung lassen einen schon mal Dinge sagen, die man eigentlich nicht so meint, und später bereut. Andere wiederum sind völlig blockiert, bekommen keine Silbe raus, werden aufgrund ihrer Sprachlosigkeit vom Partner noch zusätzlich unter Druck gesetzt: "Warum sagst du denn nichts?" Die Chancen auf eine faire Auseinandersetzung steigen mit ein bisschen Abstand vom Geschehen. Ein Streit lässt sich jederzeit unterbrechen, um ihn zu einem vereinbarten späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Die Spanne dazwischen ist prima, um sich klarzuwerden über die Probleme: Was stört mich und warum? Was können wir tun, um das zu ändern? Hitzköpfe geraten so nicht in Gefahr, die falschen Worte zu wählen, Blockierte können sich überlegen, was die richtigen Sätze sein könnten.

3. Angriff und Verteidigungsmodus abschalten. Ein Beziehungsstreit ist keine gerichtliche Auseinandersetzung und auch keine Neuauflage von "Schuld und Sühne". Es ist - im Idealfall - ein fairer Ausgleich von Interessen. In der Kommunikation gehört deshalb der Verzicht von Macht- und Psychospielen zu den wichtigsten Regeln. Pauschale Vorwürfe, in denen zum Beispiel die Worte "immer" (kümmerst du dich nur um deinen Kram) und "nie" (siehst du, was ich alles tue) vorkommen, sind Gift für eine Kompromissfindung. Statt des Vorwurfs, was der andere "immer" verkehrt macht, sollte im Mittelpunkt stehen, was das Verhalten des anderen im konkreten Fall bei einem selbst an Gedanken, Gefühlen und Problemen auslöst.

4. Streitschlichter finden. Nicht alle Auseinandersetzungen lassen sich mal eben so durch ein gut vorbereitetes Gespräch beenden. Mitunter schwelen Konflikte seit Jahren und durch die eigene Betroffenheit ist man nicht in der Lage, die wahren Ursachen zu erkennen. Wenn das der Fall ist, kann eine unabhängige Person von außerhalb helfen. Entweder eine erfahrene Person aus dem persönlichen Umfeld, die beide als unbefangen akzeptieren. Oder auch einen professionellen Gesprächstherapeuten. Einrichtungen wie zum Beispiel die Rosa Strippe in Bochum, das Rubicon Beratungszentrum in Köln und weitere schwul-lesbische Infocenter in den Großstädten können sicherlich Ansprechpartner vermitteln.



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