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  • 07. August 2011, noch kein Kommentar

(Bild: Universal Music)

Mit der Single "The Bomb" hat er bei uns erstmals die Top-40 geknackt, dabei ist der Rapper aus Kalifornien beileibe kein Newcomer.

Anfang der 90er Jahre trafen sich allwöchentlich in einem kleinen Cafe in Los Angeles ein Haufen Rap-Fanatiker, um unter den Augen und Ohren eines hyperkritischen Publikums die neuesten Reime und Techniken zu präsentieren. Wer den Ansprüchen nicht entsprach, wurde mit "Please pass the mic"-Rufen von der Bühne gebuht und durfte maximal in der nächsten Woche wieder antreten. Es ging um Beats, Rhymes und Skillz, es ging um Hip Hop pur und das Ergebnis war, dass aus diesem Umfeld die bis heute technisch besten MCs der Welt hervor gegangen sind.

Auch Pigeon John musste durch diese Schule und mehr als einmal wurde er wieder von der Bühne gejagt. Doch der Junge aus Inglewood, Großraum Los Angeles, setzte sich durch und entwickelte seinen ganz eigenen Stil: Hintergründig, schlau und ironisch. An Bühnenpräsenz dürfte ihm so leicht keiner was vormachen und unzählige erfolgreiche USA-Tourneen, begeisterte Konzertbesucher in Kanada, Frankreich und Australien belegen, dass sich die zahlreichen Abende am Mikrofon ausgezahlt haben.

Youtube | ''The Bomb'' von Pigeon John

"Dragon Slayer" ist keine Abkehr von seinen bisherigen Alben


(Bild: Universal Music)

Die Diskografie des Rappers, der auch Folksänger sein könnte, liest sich wie ein zusammengeraffter Lebenslauf vom suchenden Jugendlichen zum hedonistisch-ironischen Mittzwanziger: "Pigeon John is Clueless" (2002), "Pigeon John is Dating Your Sister" (2003), "Pigeon John sings The Blues" (2005) und "Pigeon John and the Summertime Pool Party" (2006). Doch Schwestern treffen und Poolpartys feiern ist ja nicht alles im Leben und bei aller Entspanntheit und durchaus guter Laune, müssen auch noch ein paar Dämonen getötet und Drachen bekämpft werden.

"Dragon Slayer" heißt denn auch das neue Album des Rappers aus Los Angeles, das in den USA bereits auf dem legendären Quannum-Label erschienen ist, Heimat von DJ Shadow, Lyrics Born und Blackalicious. Pigeon John ist bereit für das Experiment der Selbst-Entblößung. "Dragon Slayer ist keine Abkehr von meinen bisherigen Alben, es läuft lediglich auf einer anderen Wellenlänge. Es ist ein wenig riskant. Aber mal im Ernst: was habe ich zu verlieren?"

Keine Samples für ´´Dragon Slayer´´


(Bild: Universal Music)

Wahrscheinlich nichts und doch steht so einiges für den Künstler auf dem Spiel. Das neue Album von Pigeon John ist selbstverständlich genauso intelligent und energetisch wie seine bisherigen Veröffentlichungen, mit dem feinen aber entscheidenden Unterschied, dass er diesmal alles selbst produziert hat. Zusammen mit Herve Salters von General Elektriks verzichtete er bei "Dragon Slayer" vollkommen auf Samples, spielte und bearbeitete alle Instrumental-Passagen selbst und gab dem Album dadurch eine nie zuvor gehörte Nähe: "Es ist ein komplett neues Unterfangen", sagt Pigeon John und erklärt: "Der Prozess ist größer als alles, was ich bis dahin gemacht habe: Ich bin nicht nur der Autor meines Buches, ich bin auch mein eigener Lektor. Die Zusammenarbeit mit Herve Salters lässt meine Musik für mich in einem völlig neuen Licht erscheinen. Ich liebe es." (cw/pm)