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Diese Herren müssen am 3. September in Dortmund mit Blockaden rechnen (Bild: Wiki Commons / Marek Peters / www.marek-peters.com / GFDL-1.2)

Mit einem eigenen Aufruf kündigen Lesben und Schwule ihre aktive Beteiligung an den Blockaden eines Naziaufmarsches am 3. September an.

Von Carsten Weidemann

In der Ruhrgebietsstadt Dortmund haben sich für den 3. September Neonazis angekündigt. Sie wollen demonstrierend durch die Innenstadt ziehen. Doch dagegen formiert sich jetzt der Widerstand, der auch die regenbogenflagge hochhält. Mit einem eigenen Aufruf kündigen Lesben und Schwule ihre aktive Beteiligung an den Blockaden angekündigt. Zu den ErstunterzeichnerInnen des Textes gehören unter anderem der Dortmunder Bezirksbürgermeister (Innenstadt-West) Friedrich Fuß, der katholische Diplom-Theologe und Publizist Peter Bürger, der Leiter der Hagener AIDS-Hilfe, Andreas Rau, die Berliner Übersetzerin Ira Kormannshaus und die Kölner Künstlergruppe HeillandART.

In dem Aufruf wird nicht nur an die Zerschlagung der lesbischen und schwulen Infrastruktur nach 1933 erinnert, sondern auch an die Kontinuität der Verfolgung in der Adenauer-Ära. Wörtlich heißt es in dem Aufruf dazu: "Mit der Befreiung vom Faschismus 1945 hatten auch viele Lesben und Schwule die Hoffnung verbunden, nun ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Doch die Nazi-Fassung des §175 blieb in Kraft. Zahlreiche Männer aus Dortmund, die die NS-Zeit überlebt hatten, wurden nach 1945 wiederum wegen Vergehen nach § 175 verurteilt. Oft standen sie sogar denselben Richtern und Staatsanwälten gegenüber wie in der NS-Zeit."

Der Dortmunder Dekorateur Martin P.: Im Jahr 1952 verurteilt wegen § 175

Am Beispiel des Dortmunder Dekorateurs Martin P. wird dies von den Initiatoren verdeutlicht: "So wurde der Dortmunder Dekorateur Martin P. in der Nazizeit bereits drei Mal nach § 175 StGB verurteilt. Im Mai 1952 wurde er von Richter Meyer am Landgericht Dortmund dann erneut verurteilt. Jener Richter Meyer habe es in der Begründung des nach wie vor gültigen Urteils als besonders verwerflich angesehen, dass Martin P. sich "offenbar nicht beherrschen kann und auch nicht beherrschen will, wie sich aus seinem grundsätzlichen Standpunkt zur Homosexualität ergibt."

In den nächsten Wochen wird für die Beteiligung weiterer Schwuler und Lesben an den Blockaden geworben. So werden die Initiatoren auf den kommenden CSD-Veranstaltungen, unter anderem in Dortmund am 27. August, mit Flugblättern präsent sein.



#1 by the wayAnonym
#2 TimonAnonym
  • 08.08.2011, 18:52h
  • Je mehr Leute sich gegen Extremismus einsetzen, desto besser.

    Ich wünschte nur, dass der Widerstand gegen religiösen Extremismus genauso zahlreich wäre. Der Papstbesuch wird da ein Lackmustest sein.
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#3 Absatz doppeltAnonym
  • 08.08.2011, 19:35h
  • Der Absatz "In dem Aufruf wird nicht nur an die Zerschlagung der lesbischen und schwulen Infrastruktur nach 1933 erinnert..." wiederholt sich nach der Anzeige.

    Ist korrigiert, Danke! Die Redaktion
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#4 suedwildesBiGirl
  • 08.08.2011, 20:03h
  • Auf jeden Fall eine sehr gute Entscheidung. Den Nazis muss gezeigt werden, dass sie und ihre menschenverachtende Ideologie weder in Dortmund, Gelsenkirchen oder wo auch immer nie wieder geduldet werden.
    Blockade ja (auch wenn diese rechtswidrigsein mag) Gewalt nein.
    In Bielefeld wurde am Samstag ein Neonaziaufmarsch verhindert.
    Genau das kann Dortmund doch auch - hoffen wir zumindest.

    Und nach dem (hoffentlich verhinderten) Naziaufmarsch in Dortmund zeigen wir Gesicht gegen die homophoben Einstellung des Papstes ;-)
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#5 gniwerjProfil
  • 08.08.2011, 20:04hdortmund
  • Der Aufruf ist mehr als löblich. Dortmund gilt leider nicht umsonst als Nazi-Hochburg des Westens. Kommt zum "nationalen antikriegstag" - schon der Name der Demo ist mehr als peinlich, typisch querfront-Strategie - und blockiert mit.
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#6 gniwerjProfil
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.08.2011, 14:27h
  • Dem Aufruf sollen viele Teilnehmer folgen, denn die Nazis sollen wissen, daß sie unerwünscht sind!
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#9 antifaschismus Anonym
#10 RealistProfil