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Das Logo des Bündnisses "Der Papst kommt", gezeichnet von Ralf König

Die Berliner Versammlungsbehörde hat am Montag eine geplante Demonstration gegen den Papst-Besuch am Brandenburger Tor verboten. Das Bündnis "Der Papst kommt" wollte dort am 22. September eine Protestaktion abhalten, während im benachbarten Bundestag der Papst sprechen soll.

Beim Anmeldegespräch bei der Polizei sei plötzlich das Verbot aufgrund von Sicherheitsbedenken ausgesprochen worden, berichtet Jörg Steinert vom Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) im "Tagesspiegel": "Damit haben wir absolut nicht gerechnet." Der LSVD ist eine der federführenden Organisationen, die in dem Netzwerk "Der Papst kommt!" zusammengeschlossen sind. Die vom Berliner CSD organisierte Demo "gegen die menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes" sollte vor dem Brandenburger Tor mit einer Demonstration starten.

"Die Demo wird es so oder so geben", so Steinert gegenüber der Zeitung, "aber wir werden alles daran setzen, auch vor das Brandenburger Tor zu kommen - auch Rechtsmittel werden wir ergreifen." Die "BZ" berichtet hingegen unter Berufung auf CSD-Sprecher Robert Kastel, das Bündnis werde nicht klagen, da es nach Rücksprache mit Juristen keine Aussichten auf Erfolg gebe. Bei dem Verbot soll es sich um eine Ausweitung der Bannmeile des Bundestags handeln. Die Polizei erwägt dem Bericht zufolge, eine Demo auf dem Pariser Platz zu genehmigen.

Immer Probleme mit dem Papst


2005 demonstrierten Schwule und Lesben gegen den Papstbesuch in Köln (Bild: Dennis Klein)

Es ist nicht das erste Mal, dass Protest gegen den Papst auf Probleme stößt: Als Benedikt XVI. zum Weltjugendtag 2005 durch Köln fuhr, ignorierte der live in alle Welt übertragende WDR den Protest von rund 1.000 Schwulen und Lesben völlig (queer.de berichtete). In München hatte die Polizei 2006 einen papstkritischen Wagen beim CSD aus dem Verkehr gezogen (und dafür später einen Rüffel vom Verwaltungsgerichthof kassiert, queer.de berichtete).

Der diesjährige Protest von "Der Papst kommt!" findet bereits erfolgreich virtuell statt, in Form einer Unterschriftenliste auf der Homepage des Bündnisses. Mittlerweile haben rund 3.300 Menschen die Resolution unterzeichnet. Zu dem Protestnetzwerk gehören u.a. Gewerkschaften, Pro Familia, Homo-Gruppen und Vertreter von Grünen, SPD und Linkspartei. Neben dem direkten Protest sind auch zahlreiche Veranstaltungen wie Lesungen und ökumenische Gottesdienste geplant.

Weitere Protestaktionen

Die Veranstaltungen des Bündnisses "Der Papst kommt!" sind dabei nicht der einzige geplane Protest aus der LGBT-Szene. So gibt es das eher alternative Bündnis "Der Papst in Berlin? What the fuck?", das ebenfalls im Vorfeld Veranstaltungen anbietet und am Tag des Papst-Besuches plant, "Ratzinger und seinen Groupies die Show zu versauen".

Mit einer Gegenpäpstin Rosa I. protestierte das Bündnis bereits am 30. Juli vor dem Sitz der Deutschen Bischofskonferenz, am 20. August plant es eine Demonstration vor der Botschaft des Vatikans in Berlin. Alle Veranstaltungen des Bündnisses richten sich gegen "Antisemitismus, Sexismus und Homophobie".

Ein weiteres Protestbündnis, "Not Welcome", hat sich hauptsächlich aus dem Antifa-Spektrum gebildet und will den Papst-Besuch gar "zum Desaster machen". Auch auf den anderen Stationen des Papst-Besuches in Erfurt und Freiburg sind Proteste geplant. (nb)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
Die brandgefährliche Rede des Papstes

Ein Gast-Kommentar des schwulen Theologen David Berger zur Rede von Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag.
Liveblog: Das war der Papst-Besuch in Deutschland

Eine umstrittene Rede im Bundestag, zwei Plädoyers für die traditionelle Ehe und Familie und viel Protest und Enttäuschung: Der Besuch von Benedikt XVI. aus LGBT-Sicht zum Nachlesen.
Parteienstreit zum Papst-Besuch geht weiter

Benedikt XVI. könnte nun doch vor einigen leeren Sitzen im Bundestag sprechen, was CDU und CSU weiter erregt. Derweil sind die Vorbereitungen für die Proteste abgeschlossen.
#1 ClaudiaAnonym
  • 08.08.2011, 18:56h
  • Eine absolute Frechheit! Jetzt stellt sich die Berliner Versammlungsbehörde schon in den Dienst des faschistoiden Vatikan-Pissers und verstößt gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit. Sicherheitsbedenken, dass ich nicht lache! Hier gehts doch nur darum, im vorauseilenden Gehorsam jeden Protest gegen diesen absolutistischen Menschenhasser mundtot zu machen! Die Stadt Berlin sollte sich überlegen, ob sie gern auf einer Stufe mit Moskau und ähnlichen Städten, die Gay Prides und Demos aus denselben vorgeschobenen Gründen verbieten, stehen möchte.
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#2 SchokiAnonym
  • 08.08.2011, 19:03h

  • Kommentar zu #1: Tja, wie was das noch mit Trennung von Kirche und Staat?... Mit einer CHRISTLICH-demokratischen-Union?!...
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#3 MoinsenAnonym
  • 08.08.2011, 19:04h
  • Die Reaktion der Verantwortlichen in Berlin auf die Anti-Papst-Demo ist eine bodenlose Frechheit!

    Als ob ein paar demonstrierende Schwule und Lesben (und ich hoffe, es werden etwas mehr als nur ein paar!) ernsthafte Sicherheitsbedenken aufkommen ließen - das ist ja wohl ein schlechter Witz!

    Es ist, wie meine Vorrednerin sagte: Man versucht, uns bereits im Vorfeld mundtot zu machen. Wahrscheinlich soll die Demo irgendwo in der Wuhlheide oder am Wannseeufer stattfinden, dort, wo wir niemanden "stören".

    Wowereit möchte es halt gerne kuschelig haben, wenn der Ober-Homo-Hasser einschwebt. Allein dafür sollte man ihm bei der nächsten Wahl kräftig in den Arsch treten.

    Ein schwarzer Tag für Bürgerbeteiligung, ja für die gesamte Demokratie!
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#4 Tussi de LuxeAnonym
#6 stephan
  • 08.08.2011, 19:12h
  • Nachdem unser Staat ja schon die Männchen in ihren lustigen Kleidern großzügig mit Gehältern versorgt, darf natürlich auch der Oberste dieser - gegen Minderheiten hetzenden - Witzfiguren nicht gestört werden, während dieser dem deutschen Parlament die europäische und christliche Geschichte (v)erklärt. - Das passt doch 100%-ig in diesen Staat
    - in dem wir selber für unsere Diskriminierung bezahlen dürfen,
    - in dem noch immer kein verfassungsmäßig begründete Diskriminierungsschutz für LGBTs existiert,
    - in dem Bischöfe Homosexuelle beschimpfen dürfen,
    - in dem Bischöfe homosexuelle Partnerschaften als abartig bezeichen dürfen,
    - in dem gleichgeschlechtliche Partnerschaften immer noch nicht gleichgestellt sind,
    - in dem eine ganze Reihe der Nazis über die Union Karriere machen konnten,
    - in dem sich die Parlamentarier sich von Ratzinger freiwillig erklären lassen, was sie zu denken und wie sie die Geschichte zu interpretieren haben,
    - ...

    Das Witzigste: Diese Witzfigur predigt Gottvertrauen und wird gesichert, wie sonst kaum jemand und fährt im gepanzerten Glaskasten durch die Menge. - An seiner Stelle hätte ich auch Angst, ... er weiß ja wohl am besten weshalb.
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#7 BurgerBerlinProfil
#8 alexander
  • 08.08.2011, 19:21h
  • einen noch grösseren ARSCHTRITT kann man der DEMOKRATIE in diesem land nicht mehr verpassen !!!
    ( ich habe seit wochen mit einer solchen maßnahme gerechnet, passend zu glaubens-und meinungsfreiheit in diesem nachfolgestaat einer diktatur !!!)
    und unsere protestantische bundesmutti kennt sich ja bestens aus ???
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#9 alexander
  • 08.08.2011, 19:28h
  • Antwort auf #7 von BurgerBerlin
  • ja, mein lieber, so ist das mit der macht !!!!!!

    alle wollen ein scheibchen von der alleinseeligmachenden tunte !

    schlimm genug, dass selbst rot /rot kuscht, aber deine union würde noch ganz anders reagieren, wenn sie denn mal könnte und dürfte !!!

    und auch die grünen sind im benedettorausch, bis auf einige wenige.
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#10 böblingenAnonym
  • 08.08.2011, 19:30h
  • Antwort auf #8 von alexander
  • Auch Landesmuttis:

    Protestantische Ministerpräsidentin (CDU) freut sich auf Papst

    Persönlich freue sie sich natürlich auch auf ihre kurze Privat-Audienz und die Chance, Benedikt XVI. in Thüringen persönlich begleiten zu dürfen, so die evangelische Pfarrerstochter und Pastorin in dem Interview. Auch als Protestantin habe sie deutliche Sympathien für den Papst: "Ich schätze seine dogmatische Klarheit, freue mich, dass ich ihm meine theologische Examensarbeit überreichen kann, in der ich Anfang der 1980er- Jahre den Wissenschaftler Joseph Ratzinger zitiert habe."

    www.kathweb.at/site/nachrichten/database/40876.html
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