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Abgesagt: In Zürich ist Bounty Killer nicht "in town"

Der Auftritt von Bounty Killer in Zürich wurde abgesagt, weil der Dancehall-Sänger in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen aufgerufen hat - in Berlin soll er nächste Woche aber ein Konzert geben.

Der Geschäftsführer des "Clubs Zürich" erklärte nach Angaben der "Neuen Zürcher Zeitung", er habe bei der Buchung des jamaikanischen Künstlers nicht gewusst, dass dieser Minderheiten diskriminiere. Eine solche Haltung werde er nicht dulden und lud den 39-Jährigen deshalb aus. Der Auftritt hätte am 20. August stattfinden sollen.

Im Gegensatz dazu halten die Veranstalter in Berlin am Auftritt von Bounty Killer fest. Zwar wurde das Konzert vom Club ADS (Maria am Ostbahnhof) in den kleineren Calabash-Club in Berlin-Mitte verlegt. Die Veranstalter begründen das mit der "Drucksituation", die von außen aufgebaut worden sei. So hat der Lesben- und Schwulenverband ein Auftrittsverbot gefordert. Außerdem hat der Berliner Staatsschutz den Betreibern des Calabash-Clubs eine "Unvereinbarkeitserklärung hinsichtlich strafrechtlich relevanter Texte" zur Unterschrift vorgelegt.

Die Veranstalter beklagten die angebliche Doppelmoral der Kritiker von Bounty Killer: "Gewaltverherrlichung in der Musik ist ein viel verbreitetes Phänomen, ob nun in Heavy Metal, Rap, Dancehall, HipHop oder anderen Musikstilen", erklärten die Veranstalter, ohne Beispiele zu nennen. Die Musik sei im "jeweiligen geographischen, soziokulturell-wirtschaftlichen und moralischen Zusammenhang zu kontextualisieren". So seien die Homophobie von Bounty Killer und anderen Künstlern "nicht einfach ein Moment der jamaikanischen Pop-Musik, sondern der jamaikanischen Gesellschaft überhaupt."

LSVD: Bounty Killer und Co. machen das Leben von Schwulen zur Hölle

Der LSVD verweist jedoch darauf, dass die Hassmusik in Jamaika zu Hetzjagden auf Schwule geführt habe: "Es kann nicht angehen, dass auf hiesigen Bühnen von denselben Leuten zu Mord und Totschlag aufgerufen wird, die in Jamaika regelmäßig für eine unvorstellbare Schwulenhatz sorgen", erklärte LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. "Von Dancehall-Bühnen herab sorgen Interpreten wie Bounty Killer dafür, dass Konzertbesucher immer wieder (vermeintlich) schwule Männer durch die Straßen jagen und erschlagen." Auch die jamaikanische Homo-Gruppe J-FLAG macht diese Texte für eine Verschärfung des Klimas gegen Homosexuelle auf der Karibik-Insel verantwortlich.

Bounty Killer ruft in mehreren Liedern zur Gewalt gegen Schwule auf. In einem Song heißt es: "Wir entfachen ein Feuer für euch stinkende Schwuchteln und Parasiten. Jamaika wird niemals zulassen, dass ihr unser Paradies beschmutzt". Wegen dieser Gewalfantasien wurden mehrere CDs des Interpreten von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert.

2008 führte der geplante Auftritt von Bounty Killer auch zu einer Reaktion der Bundesregierung: Sie versuchte zunächst ein Einreiseverbot in den Schengen-Raum auszusprechen, konnte dies aber nicht durchsetzen.

In zwei Wochen soll ein weiterer jamaikanischer Sänger in Deutschland auftreten, der mit Liedern Geld verdient, in denen er zum Mord an Schwulen aufruft. Der Auftritt von Capleton beim Chiemsee Reggae Summer ist für den 26. August geplant (queer.de berichtete). Der 43-Jährige hatte zwar 2007 den Reggae Compassionate Act und versprochen, keine homophoben Lieder mehr zu singen. Allerdings hat er in Jamaika weiter seine alten Songs verbreitet, die auch auf Youtube abzurufen sind. (dk)



#1 HinnerkAnonym
  • 11.08.2011, 14:37h
  • Tja, anderswo duldet man keine Mordaufrufe.

    Nur in Deutschland sehen Politik, Justiz und geldgeile Veranstalter das anders.

    Ginge es in den Liedern nicht um Mord an Schwulen, sondern an Farbigen, Juden, etc. wäre das schon längst (und zu recht) verboten. Nur bei Schwulen gelten scheinbar andere Regeln.
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#2 STOP HasssängerAnonym
#3 JoonasAnonym
  • 11.08.2011, 15:00h
  • Wer zu Gewalt oder gar Mord aufruft (egal ob an Farbigen, Frauen, Behinderten, Schwulen oder wem auch immer) sollte dafür nicht auch noch auf deutschen Bühnen auftreten dürfen.

    Solche Faschisten haben auf europäischen Bühnen nichts zu suchen. Die einzige Möglichkeit, die zu stoppen, besteht darin, denen ihr Einkommen zu verhindern.
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#4 soncaliuAnonym
  • 11.08.2011, 15:04h
  • "Die Veranstalter beklagten die angebliche Doppelmoral der Kritiker von Bounty Killer: "Gewaltverherrlichung in der Musik ist ein viel verbreitetes Phänomen, ob nun in Heavy Metal, Rap, Dancehall, HipHop oder anderen Musikstilen", erklärten die Veranstalter, ohne Beispiele zu nennen. Die Musik sei im "jeweiligen geographischen, soziokulturell-wirtschaftlichen und moralischen Zusammenhang zu kontextualisieren". So seien die Homophobie von Bounty Killer und anderen Künstlern "nicht einfach ein Moment der jamaikanischen Pop-Musik, sondern der jamaikanischen Gesellschaft überhaupt."

    Also an der Begründung sieht man doch schon wes Geistes Kind die Veranstalter sind.

    Das Geschwurbel vom soziokulutrellen-wirtschaftlichen und moralischen Kontext erlaubt also den Aufruf zur (tödlichen) Gewalt.
    A-ha!

    Manchmal denk ich , lass sie nur reden, dann reden sie sich um Kopf und Kragen. Dümmer gehts nimmer!
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#5 Tobi CologneAnonym
  • 11.08.2011, 15:07h
  • Solche geldgeilen, skrupellosen Veranstalter, die sowas auftreten lassen, würden auch ohne mit der Wimper zu zucken, Nazibands auftreten lassen.

    Nur, dass da Politik und Justiz längst aktiv geworden wären...
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#6 soncaliuAnonym
  • 11.08.2011, 15:10h
  • Übrigens noch eine hübsche Erklärung aus einem Reggae-Forum - sehr lustig:

    "Homosexualität ist eine Psychische Krankheit die durch fehler bei der Erziehung, traumatische Erlebnisse und Umweltgifte ausgelöst wird. Man sollte diese Menschen nicht diskriminieren, sondern ihnen Helfen wieder ein normales Leben führen zu können."
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#7 Carsten ACAnonym
  • 11.08.2011, 15:11h
  • Antwort auf #4 von soncaliu
  • Volle Zustimmung, die Veranstalter scheinen die Leute für dumm verkaufen zu wollen:

    1. Wenn in anderen Musikstilen zu Mord aufgerufen wird, ist das genauso verwerflich und dann sind wir da genauso dagegen. Das betrifft nicht nur einen Musikstil.

    2. Immer das mit "anderer Kultur" oder "anderem Background". Mordaufrufe sind nirgends tolerierbar und haben nichts mit Kultur zu tun.

    Mit demselben Argument müsste man auch Nazibands auftreten lassen, der Ausländerhass ist eben deren sozio-kultureller Background.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 SebiAnonym
  • 11.08.2011, 15:16h
  • Wieso müssen wir immer erst aktiv werden?

    Es sollte Gesetze geben, die von vornherein Gewalt- und Mordaufrufe verbieten und solche Auftritte unmöglich machen. Am besten wäre, wenn solche Leute auch automatisch Einreiseverbot in Europa hätten.

    Unter der momentanen schwarz-gelben Murks-Regierung wird das sicher nicht kommen. Aber die nächste Regierung sollte das auf jeden Fall angehen!
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#10 alexMucEhemaliges Profil
  • 11.08.2011, 15:17h
  • Antwort auf #2 von STOP Hasssänger
  • Stimmt nicht ganz. Auch in Deutschland gabs schon Auftrittsverbote. Einmal sogar Einreiseverbot in den Schengen-Raum. Auch in Berlin (Kesselhaus) oder Hamburg wurden schon Auftritte abgesagt. Negativbeispiel war dann immer der U-Club Wuppertal oder "Backstage" München. Ich finde, man ist nicht konsequent genug. Beispiel Chiemsee (CRS). Vor einigen Jahren ist dort ein Auftritt, eines dieser sog. "Künstler", auf Grund von Protesten, auch des LSVD geplatzt. Das Jahr darauf (09), ist dort T.O.K aufgetreten. Offenbar ohne Proteste, obwohl, auf Betreiben des LSVD, deren Album, im gleichen Jahr, auf den Index kam. Der "Künstler" im darauffolgenden Jahr hatte dann wieder Auftrittsverbot. Sorry, ich verstehe das nicht. Das macht die Aktionen unglaubwürdig.
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