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Im Großformat, pointiert geschrieben und opulent illustriert: "Sündiges Berlin"

Pointiert geschrieben, opulent illustriert: Mel Gordons Sachbuch "Sündiges Berlin" über die verruchte und zwielichtige deutsche Hauptstadt in den zwanziger Jahren.

Von Carsten Weidemann

Verrucht und zwielichtig - so lebt das Berlin der 1920er Jahre Jahre bis heute fort. Bis heute gilt das damalige Berlin als Sinnbild für eine verkommene Stadt - als die moderne Antwort auf die Hure Babylon oder Sodom und Gomorrha. Kein Wunder, dass sich Regisseure, Musiker und Modeschöpfer noch heute von diesem dekadenten Charme inspirieren lassen.

"Sündiges Berlin - Die zwanziger Jahre: Sex, Rausch, Untergang" vom US-amerikanischen Theaterwissenschaftler Mel Gordon erschien bereits 2000 in den USA unter dem Titel "Voluptuous Panic: The Erotic World of Weimar Berlin" und ist nun erstmals in deutscher Sprache über den Index Verlag erhältlich. Das 288 umfassende Sachbuch im Großformat ist pointiert geschrieben und opulent illustriert. Es erzählt vom moralischen Zusammenbruch in Deutschland durch den Ersten Weltkrieg, der harten Inflationszeit und dem Aufstieg des Berliner Amüsierbetriebs zum internationalen Publikumsmagneten. Nach Berlin kam man nicht, um vornehm zu speisen. In Berlin lockte das sündige Abenteuer...

Tiefgründige Recherche und lasterhafte Anekdoten

"Sündiges Berlin" bietet von der Einleitung bis zum 40-seitigem Reiseführer durch die sündigen und einschlägigen Lokalitäten des nächtlichen Berlins am Ende des Buches Voyeurismus vom Feinsten - unzählige Photographien, Aktbilder, zeitgeschichtliche Dokumente, tiefgründige Recherche und lasterhafte Anekdoten. Sämtliche Aspekte der damaligen Sex-Kultur werden dabei abgedeckt: ob Prostitution oder FKK, Schwulen- und Lesben-Kultur oder Fetisch/SM-Szene - nichts wird hier unberücksichtigt gelassen. Selbst abgründige Themen wie Sexualmagie und Okkultismus oder das teuflische Zusammenspiel von Sex und Drogen erfahren in "Sündiges Berlin" eine umfangreiche Aufarbeitung. Eines steht nach der Lektüre des Buches zweifelsfrei fest: Das Berlin unser Groß- und Urgroßeltern war viel verruchter als wir es uns bislang haben träumen lassen.

Optimal ergänzt wird "Sündiges Berlin" durch eine im Buch enthaltene 60-minütige, 19 Lieder umfassende Audio-CD mit Originalaufnahmen aus den Jahren 1920 bis 1933. Marlene Dietrich und etliche andere Interpreten aus den Goldenen Zwanzigern liefern hierauf die perfekte Begleitmusik für das vielleicht frivolste Lesevergnügen des Jahres!

Youtube | Kostprobe aus dem Band: das schwule Berlin der 20er Jahre
Youtube | Zweite Kostprobe: das lesbische und transsexuelle Berlin der 20er Jahre


#1 FloAnonym
  • 23.08.2011, 11:47h
  • Ein sehr interessantes Buch über die goldenen 20er... Kaum zu glauben, was die Nazis alles zerstört haben... Teilweise noch bis heute...

    Schön, dass auf der CD auch zwei Titel von Claire Waldoff sind.

    Übrigens:
    wer auch filmisch in den goldenen 20ern vor der Nazizeit schwelgen möchte und den großartigen Film Cabaret (mit Liza Minnelli) noch nicht gesehen hat, sollte das dringend nachholen. Ich kenne keinen anderen Film, der diese Zeit und ihre Atmosphäre so gut, detailreich und liebevoll darstellt.

    Dieser Film und der selbstverständliche Umgang mit Homosexualität darin haben als Jugendlicher mein Leben verändert - zum Guten...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.08.2011, 14:09h
  • Die beiden Videos sind gut gemacht und die Musik aus der Zeit der "Roaring Twenties" ist dafür auch exzellent ausgewählt.
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