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Im Internet werden bereits T-Shirts mit der Aufschrift "Hetero Pride" angeboten

Der Bürgermeister von Sao Paulo hat sein Veto gegen einen für Dezember geplanten Straight-Pride-Tag eingelegt, weil Heterosexuelle keine diskriminierte Minderheit seien und eine Parade die Homophobie anfachen würde.

Der konservative Politikers Carlos Apolinario wollte erreichen, dass der "Dia do Orgulho Heterossexual" von der Stadt Sao Paulo wie der CSD anerkannt wird. Obgleich sich der Stadtrat in einer Abstimmung für die Einführung des Hetero-Tages ausgesprochen hatte, legte Bürgermeister Gilberto Kassab sein Veto ein. Kassab nannte den Vorschlag "unvernünftig" und erklärte: "Die große Mehrheit der Bevölkerung ist heterosexuell. Es gibt keine Opfer von heterophober Gewalt. Heterosexuelle werden auch nicht diskriminiert oder bedroht", so der parteilose Bürgermeister. "Der Vergleich mit dem CSD ist daher unangebracht."

Carlos Apolinario hielt Kassab entgegen, dass sich der Hetero-Pride nicht gegen Schwule und Lesben richte, sondern gegen "Exzesse und Privilegien": "Homosexuelle behaupten, sie würden von der Gesellschaft diskriminiert werden. In Wirklichkeit diskriminieren sie aber gegen diejenigen, die dieser Sexualität widersprechen."

Anlass für den Aufschrei der Konservativen ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. Das "Supremo Tribunal Federal" hatte vor zwei Monaten erklärt, dass das die Nichtanerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gegen den Gleichheitsgrundsatz in der Verfassung verstößt (queer.de berichtete).

Für Homosexuelle ist das Leben in Brasilien jedoch nicht so komfortabel, wie Apolinario und seine Anhänger es ausmalen: Homo-Gruppen beklagen, dass in den letzten Jahrzehnten tausende Schwule, Lesben und Transpersonen wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität umgebracht worden sind. Gerade sexuelle Minderheiten aus unteren sozialen Schichten seien in der Macho-Kultur einer ständigen Gefahr ausgesetzt. Eine Gruppe sprach in diesem Zusammenhang vom "Homocaust" (queer.de berichtete). Auch an der Aufklärungsarbeit in Schulen gibt es Mängel - so legte die sozialistische Präsidentin Dilma Rousseff erst im Mai ihr Veto gegen eine geplante Aufklärungskampagne ein (queer.de berichtete).

In Europa gibt es bereits einen Straight-Pride: So fand im September vergangenen Jahres in der ungarischen Hauptstadt Budapest aus Protest gegen den CSD eine Hetero-Parade mit knapp 100 Teilnehmern statt. Die Organisatoren aus dem rechtsradikalen Milieu forderten die Einschränkung des Versammlungsrechtes für Schwule und Lesben sowie die "Säuberung nationaler Institutionen von Homosexuellen".

In Sao Paulo findet derzeit der weltweit größte CSD statt. Er hat in den letzten Jahren stets zwischen drei und vier Millionen Menschen angezogen. (dk)



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#1 paulistaAnonym
#2 GolemProfil
#3 SandmänchenAnonym
  • 16.08.2011, 15:04h
  • Hetero Pride gibt es jeden Tag, überall und vor allem im Internet und Fernsehen. Man sieht vor lauter Titten die Vielfalt nicht.
    Ein Hetero Pride ist unnötig wie ein Furunkel am Arrsch
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#4 schwulenaktivist
  • 16.08.2011, 15:23h
  • "Homosexuelle behaupten, sie würden von der Gesellschaft diskriminiert werden. In Wirklichkeit diskriminieren sie aber gegen diejenigen, die dieser Sexualität widersprechen."
    Wer so argumentiert hat weder von seiner eigenen Sexualität, noch von derjenigen Anderer etwas verstanden. Von mir aus können Heterosexuelle jeden Tag auf die Strasse gehen und für ihren Sex demonstrieren.
    Vielleicht müssen wir dann nicht mehr jeden Tag in den Medien erfahren dürfen, wer von ihnen mit wem gerade Affären hatte, geheiratet hat, oder Kinder gezeugt....
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.08.2011, 16:32h
  • Der Bürgermeister von Sao Paolo hat genau richtig entschieden, es fehlt jegliche Grundlage für diesen Pride!
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#6 FDPAnonym
  • 16.08.2011, 16:47h
  • Das ist wieder typisch brasilianisch. Diese Reglementierungs- und Verbotsmentalität.
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#7 Lapushka
  • 16.08.2011, 17:54h
  • "In Wirklichkeit diskriminieren sie aber gegen diejenigen, die dieser Sexualität widersprechen."

    Soso und inwiefern erfolgt eine solche Art von Diskriminierung?
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#8 SchokiAnonym
#9 jojoAnonym
  • 16.08.2011, 18:44h
  • Antwort auf #7 von Lapushka
  • diskriminierung ist für die, wenn man sich nicht schweigend beleidigen lässt.

    was wäre das denn auch für eine meinungsfreiheit, wenn man nicht mehr ungestört hetzen dürfte, ohne dass dauernd einer widerspricht? da sagen diese homos auch noch ganz frech, dass man ihnen bitte nicht ins gesicht spucken soll? ist doch wohl blanker faschismus!
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#10 Iceman
  • 16.08.2011, 21:00h
  • Ich hätte nie gedacht, dass ich es einmal lesen darf, dass eine Veranstaltung von Heteros verboten wird.

    Jetzt sehen sie mal, wie so was sein kann.
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