Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14823

Das BIG-Flugblatt

Die von türkischstämmigen Muslimen gegründete Partei "Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit" (BIG) macht im Berliner Wahlkampf Stimmung gegen die "homosexuelle Lebensform" - mit vielen falschen Behauptungen.

Von Dennis Klein

Bei der NRW-Landtagswahl vor einem Jahr konnte die frisch gegründete Partei BIG gerade mal 0,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Offenbar will das Bündnis, das sich nach eigenen Angaben für eine bessere Integration in Deutschland einsetzen will, bei der Berlin-Wahl mit Schwulenhass ihr Ergebnis aufbessern: Die Partei verteilt seit einigen Tagen in der Hauptstadt ein Flugblatt mit der Überschrift "Alle Kinder schützen! BIG Partei gegen Schulfach 'Schwul'". In dem Flyer wird davor gewarnt, dass die rot-rote Landesregierung angeblich Erstklässlern Begriffe wie "Darkroom" oder "Selbstbefriedigung" näher bringen will. Das auf Deutsch und Türkisch verfasste Flugblatt deutet auch an, dass Kinder im Unterricht homosexuell gemacht werden könnten: "Durch die werbende Darstellung der homosexuellen Lebensform im Unterricht wird das Recht der Eltern auf Vermittlung der eigenen Werte ausgehebelt. Wir dürfen nicht mehr entscheiden, wovor wir unsere Kinder bewahren wollen", heißt es in der deutschen Version.

Ihre Message will die BIG-Partei auch in Schulen tragen. Via Facebook kündigte der Kreuzberger Kandidat Ismail Özkanli an: "Wir werden vor den Berliner Grundschulen in Neukölln, Kreuzberg und Wedding unsere Flyer gegen das Schulfach 'schwul' verteilen." Er brauche dazu noch "dynamische Mitglieder + Schüler", um die Berliner Kinder "vor der Unmoral zu schützen."

Flugblatt Kopie eines verunglückten B.Z.-Artikels


Der Berliner Spitzenkandidat Ismet Misirlioglu

Die Aussagen des Flugblattes sind teilweise wortgleich mit dem Artikel "Schulfach: Schwul" in der Boulevardzeitung B.Z., der am 20. Juni diesen Jahres veröffentlicht wurde. Darin werden verschiedene Schulinitiativen gegen Mobbing und Diskriminierung zusammengefasst - allerdings ein wenig wirr: So kritisierten etwa mehrere Homo-Gruppen den "fehlerhaften und missverständlichen Artikel" - es sei insbesondere der Eindruck erweckt worden, dass der Themen-Koffer eines schwul-lesbischen Vereins für Schüler Rollenspiele zum Thema "Selbstbefriedigung" enthalte.

In Wirklichkeit stammt dieser Vorschlag jedoch aus der Handreichung "Lesbische und schwule Lebensweisen", die der Senat bereits 2006 herausgegeben hat und die sich nur an Lehrer in weiterführenden Schulen richtet - also an ältere Schüler. In dem 172-seitigen Text werden unter der Überschrift "Spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema 'Liebe und Sexualität'" auch Begriffe wie "Selbstbefriedigung" und "Darkroom" genannt - neben Worten wie "Schwangerschaft" und "Heiratsantrag".

Im BIG-Flugblatt wird jedoch erklärt, dass die Wowereit-Regierung alle Erstklässler in einem eigenen Schulfach über Homosexualität über Sex-Details unterrichten lassen will - und dass dieser Unterricht offenbar sehr teuer ist und zulasten anderer Fächer gehe: "Unsere Steuergelder müssen im Bildungssektor sinnvoller eingesetzt werden, z.B. für mehr Lehrer ..., anstatt die Kinder im vorpubertären Alter mit Minderheitensexualität zu konfrontieren", heißt es im Flyer.

BIG-Spitzenkandidat will nicht mit queer.de sprechen

Die BIG-Parteiführung hat sich gegenüber queer.de zu dem Flyer bislang in Schweigen gehüllt. Der stellvertretende Parteivorsitzende und Berliner Spitzenkandidat Ismet Misirlioglu hat trotz einer telefonischen Zusage keine Antworten auf unsere Fragen gemailt, auf seinem Handy ist nach dem ersten Gespräch nur noch die Mailbox zu erreichen. In der Vergangenheit war Misirlioglu auf Pressekonferenzen weniger medienscheu. So kritisierte er laut einem taz-Artikel Anfang Juli bereits den schwulen Aufklärungsunterricht an Schulen - offenbar aus Neid auf die Akzeptanz einer anderen Minderheit: "Während dem Thema Homosexualität [an Schulen] viel Raum verschafft wird, redet von der Diskriminierung von Muslimen keiner".

Nachtrag (18:35 Uhr): Nach der Veröffentlichung des Artikels hat der Parteivorsitzende Haluk Yildiz mit queer.de Kontakt aufgenommen. Er erklärte, dass seinen Informationen zufolge das Flugblatt keine faktischen Fehler enthalte und auch nicht Homosexuelle kritisiere, sondern die Politik des Berliner Senats. Das Flugblatt sei eine Reaktion auf die Beschwerden vieler Eltern gewesen. "Wir sind grundsätzliche gegen werbende Darstellung von Intimitäten egal ob hetero- oder homosexueller Art", so Yildiz. Er versicherte aber, dass die "Würde jedweden Geschöpfs" unantastbar sei - und er und seine Parteifreunde Respekt für alle Menschen hätten, auch für Schwule und Lesben.



Bericht: Wowereit will in Bundespolitik

Die SPD-Linke hat Klaus Wowereit schon wiederholt als Kanzlerkandidat ins Spiel gebracht - jetzt gibt es Berichte, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin 2013 in den Bundestag einziehen will.
Die Piraten wollen Berlin queerer machen

Der Pirat Gerwald Claus-Brunner darf nun im Abgeordnetenhaus Klaus Wowereit Paroli bieten. Im queer.de-Interview erläutert er seine Pläne für die Queer-Politik.
#1 FDP-ChristianAnonym
  • 16.08.2011, 18:17h
  • Juhu, dann wählt mal alle die Grünen, damit die dann mit diesen tollen Integrationsmenschen eine Koalition bilden können.
    MULTI-KULTI überall und Schwule am Laternenmast!!

    Meine Güte, wacht endlich auf und stoppt diese Wahnsinnigen!!! In Deutschland herrscht immer noch das Prinzip der Freiheit und diese muss verteidigt werden.
    Man sollte überlegen, die Parteimitglieder dieser Partei wegen Volksverhetzung anzuzeigen bzw. auszuweisen.
    Wenn sie ihre Flyer schon auf türkisch machen, sollten sie die dort verteilen, wo auch türkisch gesprochen wird... in der Türkei!

    Und nochmal an alle Berliner, die zur Wahl aufgerufen sind: Wählt FDP! Dem rot-roten Schwachsinn muss ein Riegel vorgeschoben werden. Miese Bildungspolitik, Schuldenmacherei, fehlende Ordnungspolitik und zunehmende Versozialisierung der Industrien müssen aufhören!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Linu86Profil
  • 16.08.2011, 18:19hAachen
  • Wundert mich kein Stück... vllt sollte mal jemand diesen Damen und Herren erklären, dass die sexuelle Orientierung, im Gegensatz zu solch rückständigen religiösen Überzeugungen, nicht auf einer freien Willensentscheidung basiert.

    Dementsprechend kann man dafür auch keine "Werbung machen", sonst könnte man auch Schneewittchen und die sieben Zwerge als "Werbung für einen kleinwüchsigen Lebensstil" interpretieren. Allah, wirf Hirn vom Himmel!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 RalfAnonym
#4 böblingenAnonym
  • 16.08.2011, 18:26h
  • Das scheint mir doch sehr auf die religiös-konservative türkische Mittelschicht zugeschnitten zu sein, der auch in Berlin nicht verborgen blieb, dass man in Bulgarien bei gleicher Qualität 50% der Kosten einsparen kann.

    Fies ist, türkisch ist in Bulgarien keine Hürde. Und auch in Zeiten der Krise muss ein Patriarch der Großfamilie schauen, was für die Enkel bleibt.

    "Weiße Zähne vom Schwarzen Meer."
    (Google)

    Da will sich einer für dieses Klientel in Erinnerung bringen. Homophobe Wadenbeisserei
    gegen Schwarzmeer-Trips?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 jojoAnonym
  • 16.08.2011, 18:27h
  • ekelhafte hetze.
    irgendwie wird mir auch beim lesen des pamphlets nicht so recht klar, wie genau eigentlich aufklärungsunterricht "allen kindern schadet". und was ist eigentlich an dieser partei "innovativ" oder "gerecht"?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Lapushka
  • 16.08.2011, 18:31h
  • ""Durch die werbende Darstellung der homosexuellen Lebensform im Unterricht.

    Was ist an Aufklärung und Information "Werbung"?
    Zur Zeit liest man auch viel von der Krise des Euros und der US Wirtschaft in den Medien.
    Machen die demnach Werbung fürs Pleitegehen?

    " wird das Recht der Eltern auf Vermittlung der eigenen Werte ausgehebelt. Wir dürfen nicht mehr entscheiden, wovor wir unsere Kinder bewahren wollen", heißt es in der deutschen Version."

    Es interessiert in diesem Zusammenhang aber nicht, welche Werte Eltern vermitteln. Denn davon ist die sexuelle Orientierung des Kindes nicht abhängig.
    Wohl aber sein Umgang damit, sei es, wenn es selbst davon "betroffen" ist, sei es, wie es generell damit umgeht.
    Und da haben Eltern mMn kein "Recht", negative Werte zu vermitteln, weil das für Kinder bze Jugendliche extrem gefährlich sein kann, gerade, wenn sie selbst homosexuell sind.

    "Wir werden vor den Berliner Grundschulen in Neukölln, Kreuzberg und Wedding unsere Flyer gegen das Schulfach 'schwul' verteilen." Er brauche dazu noch "dynamische Mitglieder + Schüler", um die Berliner Kinder "vor der Unmoral zu schützen."

    Aha, man will Kinder schützen, hat aber kein Problem, gleichzeitig Schüler für den "Kampf gegen die Unmoral" einspannen. Das soll mal einer verstehen.

    ""Unsere Steuergelder müssen im Bildungssektor sinnvoller eingesetzt werden, z.B. für mehr Lehrer "

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Weil in der Schule das Thema Homosexualität kurz angeschnitten wird, gibt es zu wenig Lehrer oder wie?

    "..., anstatt die Kinder im vorpubertären Alter mit Minderheitensexualität zu konfrontieren."

    Bei sowas frage ich mich, ob solche Leute überhaupt jemals beruflich oder familiär mit Kindern zu tun hatten.
    Kinder sind nicht halb so bescheuert wie es ständig dargestellt wird. Ein bisschen was zutrauen kann man ihnen schon.
    Man kann das denen kindgerecht erklären und das gibt auch keine Traumata oder "Verwirrungen".
  • Antworten » | Direktlink »
#7 böblingenAnonym
#8 userer
  • 16.08.2011, 18:32h
  • Das ist erst der Anfang und wird uns in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer stärker verfolgen. Und als weitere Anheizer stimmen Katholiken und Evangelikale mit in diesen muslimischen Hass-Chor ein. Die Geburtenraten bei Katholiken, Muslimen und Evangelikalen im Vergleich zu den Zahlen bei freien Denkern und Denkerinnen sehen so aus, dass die LGBT Community sich warm anziehen muss.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 hate-watchAnonym
  • 16.08.2011, 18:37h
  • Antwort auf #1 von FDP-Christian
  • Die FDP ist doch die Freundin der Diktatoren?

    Sie hilft doch Brutstätten des Islamismus zu verteidigen?

    Höhnend im Namen der Freiheit.

    www.mdr.de/fakt/Finfisher102.html

    Der deutsche Parlamentarier Holger Krahmer hat wie alle seine Kollegen von der FDP gegen
    die schärferen Kontrollen gestimmt. Für ihn gilt der freie Markt auch für Überwachungstechnik.

    Holger Krahmer, Europaparlamentarier (FDP):
    "Man wird nicht alle Eventualitäten des Lebens durch detaillierte Gesetze einfangen können.
    Gerade wir Deutschen sind für meine Begriffe manchmal sehr schizophren, weil wir
    schimpfen über Bürokratie aus Brüssel, aber immer dann, wenn was passiert was uns nicht
    passt, dann rufen wir nach Regelungen."
  • Antworten » | Direktlink »
#10 userer
  • 16.08.2011, 18:39h
  • Antwort auf #1 von FDP-Christian
  • Ach FDP-Christian, die Berliner FDP ist für Pro-Reli eingetreten und will damit auch muslimischer Gehirnwäsche über den staatlichen Religionsunterricht in Schulen eher ein Forum geben als es verhindern.
    Die Berliner FDP zu wählen, um religiösen Irrsinn zu stoppen, ist so, als wollte man einen katholischen Priester vor der Klasse über Verhütung sprechen lassen.
  • Antworten » | Direktlink »