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Schwul und türkisch muss kein Widerspruch sein: Cibrâil wagt ein holpriges Coming-out

Jetzt auf DVD: In seinem ersten Langfilm "Cibrâil. Eine Liebe in Berlin" lässt Tor Iben zwei Generationen von Schwulen aufeinander treffen.

Von Carsten Weidemann

Integrationsprobleme kennt der türkischstämmige Cibrâil nicht: Nach außen hin ist sein Leben in Berlin ziemlich unspektakulär: ein fester Job als Streifenpolizist , eine geräumige Wohnung, eine nette Freundin. Über Gefühle oder die Gründe, warum er nachts kaum schlafen kann, redet er nicht - er geht lieber laufen und schiebt als Grund den bevorstehenden Berlin-Marathon vor.

Als Marco, der selbstbewusste und offen schwule Cousin seiner Freundin, aus Rom zu Besuch kommt, schläft Cibrâil noch weniger und läuft noch öfter - bis er eines Nachts seinen bisher gut verborgenen Gefühlen nicht mehr widerstehen kann. Jetzt muss Cibrâil sich entscheiden - denn Marco ist nicht nach Berlin gekommen, um verklemmten Sex zu haben.

Gefühlsverwirrungen im sommerlichen Berlin

Der erste Langfilm des Kurzfilmers Tor Iben "Cibrâil. Eine Liebe in Berlin" feiert die Leichtigkeit des Sommers in der Hauptstadt, geht mit dem Touristen Marco auf erotische Entdeckungsreise und verfolgt die Gefühlsverwirrungen Cibrâils, die scheuen Blicke und kleinen Gesten, mit Anteilnahme und ohne zu urteilen. Newcomer Sinan Hancili verkörpert überzeugend und mit stiller Präsenz den verunsicherten und von seiner Sehnsucht herausgeforderten Polizisten.

"Ich wollte zwei Typen, zwei Generationen von Schwulen aufeinander treffen lassen", erklärte Tor Iben seinen Film: "Zwei Extreme, zwei Pole: Einen, der noch ganz in der Scham und Schuld steckt, mit der schwule Männer beladen wurden, und einer der ganz frei davon ist. Man kann den Film aber auch ohne die sexuelle Ausrichtung und Geschichte verstehen. Dann haben wir da einen, der zu seinen Gefühlen stehen kann, ohne Kampf und ohne Drama und einen der es nicht kann."

Cibrâil. Eine Liebe in Berlin, Spielfilm, Deutschland 2010, Regie: Tor Iben, Mitwirkende: Sinan Hancili, Engin Sert, Martina Hesse, Peter Beck, Laufzeit: ca. 70 Minuten, Sprache: Deutsch, Untertitel: keine, FSK 16, Salzgeber



#1 HeidiAnonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.08.2011, 15:24h
  • Homosexualität ist in der Türkei und den bei uns in Deutschland lebendden Türken leider weiterhin ein Tabuthema. Hoffentlich wird dieser Film eine Bresche schlagen.
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#3 suspektAnonym
#4 knobi bumm bummAnonym
  • 21.08.2011, 05:21h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Ja, so ist es. Und auch anders. Mitunter sind aber Prozesse in den Herkunftsländern von Auswanderern in sehr vielen Köpfen dort schon weiter, als die konservierten konservativen Haltungen bei den Ausgewanderten und ihrem Nachwuchs. Das ist übrigens nichts typisch türkisches.

    Und natürlich ist Istanbul nicht Ankara. Sowie Tel Aviv nicht Jerusalem ist. Oder Astana nicht Almaty. Und Peking nicht Shanghai.

    Damit die Tauwetterphase -nach kemalistischer
    Eiszeit für Schwule- unter dem religiösen Erdogan anhält, gehören prominente Vertreter der türkischen LGBT-Community zu den fast 200 Unterzeichnern eines offenen Briefes zur Gestaltung der neuen türkischen Verfassung, für die Erdogan mit großer Mehrheit von den Menschen in der Türkei beauftragt wurde.

    Prominente, Abgeordnete, Schriftsteller, Akademiker und Aktivisten vieler NGOs setzen sich für einen offenen und breiten Prozess zur neuen demokratischen Verfassung ein.

    Angemahnt werden eine größere Pressefreiheit, Änderungen im Stragesetzbuch, in den Anti-Terror-Gesetzen, überhaupt die Beseitigung anti-demokratischer Inhalte bereits bestehender Gesetze und Verordnungen.

    www.kaosgl.com/sayfa.php?id=9239

    Die türkische Community schaut sich aber auch um, was in der Welt sonst noch geschieht....
    Auf Cuba

    www.kaosgl.com/sayfa.php?id=9423

    In Israel

    www.kaosgl.com/sayfa.php?id=9423

    In Madrid

    www.kaosgl.com/sayfa.php?id=9478

    Hardliner um Erdogan nehmen aber bestimmt wohlwollend mit Interesse die vierjährige Haftstrafe für zwei Dummbabbler auf FB zur Kenntnis.

    www.kaosgl.com/sayfa.php?id=9467

    Hier ein Artikel, der daran erinnert, dass am 1.Mai 2001 LGBTs in Ankara zum ersten Mal öffentlich, stolz und mit Parolen
    auftraten.

    Die erstmalige Teilnahme am türkischen Kampftag der internationalen Arbeiterklasse war ein Meilenstein in der Entwicklung der türkischen Community. So der Text.

    www.pembehayat.org/detay.php?cat=1&id=333

    www.pembehayat.org/index.php

    Auch "Sex Workers" nehmen seit Jahren am 1.Mai teil.

    www.pembehayat.org/detay.php?id=334

    Ach so, in der Türkei ist es wie hier. Die gewerkschaftsfeindlichsten Parteien sind auch die homophobesten.
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#5 dürbünAnonym
#6 userer
  • 21.08.2011, 18:35h
  • Eine ernst gemeinte Frage, bitte nicht hauen :-)
    Was hat der Film mit der Türkei bzw. mit der Situation von LGBT* in der Türkei zu tun?
    In dem Film geht es doch wohl um türkisch geprägtes Leben in Berlin, oder verstehe ich das falsch? Der Hauptcharakter des Films ist doch wohl auch Deutscher, wenn er Streifenpolizist ist, und kein Türke?
    Und: Ist der Regisseur Tor Iben Türke?
    Ich hab's versucht zu googeln, bin aber nicht so recht fündig geworden.
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#7 MichaProfil
  • 21.08.2011, 21:50hMünchen
  • Ich habe mir den Film im Frühjahr auf dem Verzaubert Queer Weekend in München gesehen und letzte Woche nochmal bei Freunden (weil einer die DVD hatte). Die schlechten Rezensionen bei Amazon sind leider kein Bashing, sondern treffen zu. Aus der Story hätte man so viel mehr können, wenn man a) nicht so hölzerne Darsteller genommen, b) nicht ein grottiges Skript verwendet hätte und c) den Film so gedreht hätte, dass er nicht wie ein Lehrfilm eines Film wirkt, wie man NICHT ein Film dreht (ranzoomen, falsche Schnitte usw.).
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#8 Geert
  • 21.08.2011, 23:30h
  • Antwort auf #6 von userer
  • Ein Türke, der in Deutschland Polizist ist, hat die deutsche Staatsangehörigkeit, bleibt aber Türke.
    Wenn ich in die Türkei auswandere und dort nach Jahren die türkische Staatsangehörigkeit annehme, bleibe ich ja auch ein Deutscher.
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#9 jojoAnonym
  • 22.08.2011, 15:04h
  • Antwort auf #8 von Geert
  • "Ein Türke, der in Deutschland Polizist ist, hat die deutsche Staatsangehörigkeit, bleibt aber Türke."

    und das entscheidet wer? du?
    im artikel ist außerdem von "türkischstämmig" die rede. die wortbedeutung kennst du?

    tja, diese nationalen mischidentitäten sind schon lästig, nicht wahr? zum glück hat man ja zur feindbildbastelei inzwischen eine neue methode entdeckt: christ und muslim kann man nicht gleichzeitig sein!

    vielleicht solltest du dich also darauf konzentrieren, die menschen in gute christen und böse muslime einzuteilen. das ist zwar ebenso holzschnittartig, absurd und ungerecht, aber zumindest nicht ganz so OFFENSICHTLICH unsinnig.
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#10 SebastianTAnonym
  • 22.08.2011, 17:00h
  • Habe den Film grade gesehn, emotionslos, hölzern... die Story ansich gut, die schauspielerische und bildliche Leistung leider nicht.... Habe mir wesentlich mehr versprochen....
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