Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14841

Sie richtigen Knöpfe drücken, um mehr Mojo zu bekommen... (Bild: crazytales562 / flickr / by 2.0)

Wie viel Sex braucht eine Beziehung, und ist es schlimm, wenn die Lust nachlässt? "Happy Together", der Beziehungsratgeber von queer.de.

Von Carsten Weidemann

"Boah, zehn Jahre seit ihr schon zusammen?" Schwule und lesbische Paare, die nach der Dauer ihrer Beziehung gefragt werden, ernten respektvolle Blicke, sobald die Jahreszahl die "Fünf" überschritten hat. Langjährige Beziehungen gelten immer noch als die besondere Ausnahme in der Szene, mangels Statistiken lässt sich leider nicht sagen, ob dieser subjektive Eindruck mit der Realität übereinstimmt. Ganz Neugierige fragen das scheinbar durch nichts zu trennende Paar dann auch, ob denn das Sexleben noch frisch und fröhlich sei. Lautet die Antwort: "Na klar!", gibt es nochmal ungläubiges Staunen. Die Alltagserfahrung ist auch hier: Im Laufe der Zeit verliert der Reifen namens Lust ordentlich an Luft.

Warum ist das eigentlich so? Was bringt Paare dazu, diesen Teil der Beziehung, der sie womöglich zunächst sogar zusammengeführt hat, aus dem Fokus zu nehmen? Ist es etwas schicksalhaftes, was halt bei Paaren so passiert, oder muss und soll man etwas dagegen unternehmen?

Langeweile ist ein echter Lustkiller

Je mehr Nächte man das Bett miteinander teilt, desto besser lernt man den anderen kennen. Seine Macken, und Launen, seine Stärken und seine erogenen Zonen. Die Körper werden sich immer vertrauter und wissen, was zu tun ist, um den gewünschten "Effekt" zu erreichen. Aus der Vertrautheit kann schnell eine Befriedigungs-Routine werden. Der Sex wird als nicht mehr so intensiv, die Intimität nicht mehr so stark erlebt. Irgendwann gesellt sich die Langeweile mit in die Laken und die ist ein echter Lustkiller.

Der Feind der Langeweile ist die Abwechslung. Macht sie euch zum Freund, ohne sich dabei zu überfordern. Holt euch statt der Routine einen stattliche dritte Person ins Bett, oder verlasst das Schlafzimmer und treibt es auf dem Küchenboden. Wer eher auf Vanillasex steht, muss sich nun nicht sofort fesseln und stundenlang durchpeitschen lassen, aber es gibt garantiert noch ein paar Geschmacksrichtungen dazwischen, die euch schmecken werden.

Sexualität ist nicht statisch, Qualität statt Quantität

Sexualität ist zudem nichts statisches, sie entwickelt sich weiter, je mehr Erfahrung man sammelt. Es kann passieren, dass sich die sexuellen Wünsche auseinander entwickeln, und der eine dem anderen bei seinen neu entdeckten Trieben nicht mehr folgen mag, weil es ihn schlicht nicht anmacht. Das ist nichts Schlimmes, das geschieht in anderen Feldern des Lebens ebenfalls. Wer sich und dem anderen zugesteht, sich neu zu erfahren, festigt letztlich die Beziehung. Vorausgesetzt, es wird kein reiner Egotrip daraus, bei dem sich der andere permanent vernachlässigt fühlt.

Wer jünger oder wer frisch verliebt ist, der wird womöglich keine Gelegenheit auslassen, sich und dem anderen die Kleider vom Leib zu reißen. Wer erfahrener und vertrauter mit einem Menschen geworden ist, der hat in der Regel ein anderes Interesse: Statt der Quantität der Lust die Qualität der Erotik und der Sexualität zu steigern. Wer Routinen durchbrechen, störende Faktoren in der Beziehung erkennen und verändern kann und ansonsten jeden Leistungsdruck aus dem Sex nimmt, der wird nicht nur ein Stück weit die Lust an der Lust mit seinem langjährigen Partner behalten können. Er bleibt dem/der Geliebten dadurch ganz nah.

Wöchentliche Umfrage

» Wie wichtig ist Dir Sex in der Beziehung?
    Ergebnis der Umfrage vom 22.8.2011 bis 29.8.2011


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.08.2011, 17:46h
  • Mit schwulen und lesbischen Partnerschaften ist es so wie bei den Heteros: sie können sowohl kurz-, als auch langlebig sein. Ich bin mit meinem Schatz schon elf Jahre zusammen und das wird auch noch die nächsten Jahre so bleiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 daVinci6667
  • 20.08.2011, 18:36h

  • # 1
    Herzliche Gratulation liebes Foxxy!

    Wir sind seit 1998 zusammen gewachsen und wollen uns ein Leben ohne den anderen nicht vorstellen. Von uns langjährigen Paaren gibt's jede Menge und die Scheidungsrate von Lesben und Schwulen ist bisher in allen Ländern mit gleichgeschlechtlichen Ehen oder eheähnlichen Konstrukten massiv niedriger als bei Heten!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 GastGastGastAnonym
  • 20.08.2011, 19:35h
  • Problematisch wird es erst richtig, wenn man ohne starken Sexualdrang geborden wurde.

    Es ist sehr schwer, überhaupt jemanden zu finden, der ähnlich veranlagt ist (und mit dem man sich dann auch noch versteht).

    Vor allem bei den Jüngeren (oder sollte ich "gleichaltrigen" sagen?) hab ich oft den Eindruck, eine Beziehung definiert sich allein durch das Körperliche.

    Und da soll man nicht irgendwann alt und verbittert werden..
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Lapushka
  • 20.08.2011, 19:36h
  • "Wie viel Sex braucht eine Beziehung"

    Ich finde, Menge ist da nicht so wichtig wie Qualität.
    Es kann auch sein, dass man sexuell einfach nicht harmoniert oder das worauf man steht sich zu sehr unterscheidet, was sich nicht unbedingt gleich am Anfang herausstellen muss.
    Es klingt vielleicht oberflächlich, aber das kann auch etwas sein, wodurch eine Beziehung auf Dauer nicht funktioniert.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 yomenAnonym
  • 20.08.2011, 23:41h
  • hahahahaaaaa....romantische schwule liebe! alle rennen hinterher. wieviel prozent erleben die wahre liebe? die meisten scheitern doch an der realität! und kommt mir nicht mit "der is frustriert"! empirisch betrachtet will immer einer von beiden noch mehr frischfleich.

    die frage ist, wie geht mann damit um. sowohl der eine, als auch der andere!?

    weil DASS is der schlüssel zur zweierkiste!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Fred i.BangkokAnonym
  • 21.08.2011, 06:36h
  • ...eigenartig ,als erster Vorschlag ..holt einen dritten Mann ins Bett.....moechte mal wissen wieviele Beziehungen an dieser Idee ..krepiert sind..
    das Geheimniss ist das aus der Verliebtheit ..keine flache Liebesbeziehung wird....
    Verliebt bleiben und keiner kommt ja auf die Idee mit dem dritten Mann .....denken wir wenigstens..
    und hatten seit 1977 damit Glueck ..sind jetzt ueber 34 Jahre zusammen...wir sind im Opa-Alter angelangt und haben nichts bereut, und so wie wir empfinden auch nichts versaeumt....

    Gruss aus Bangkok
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MariusAnonym
  • 21.08.2011, 10:59h
  • Also mein Freund ist meine große Jugendliebe gewesen und wir sind seit 12 Jahren glücklich zusammen. Und es ist so schön, wie am ersten Tag...

    Ich glaube, da unterschieden sich Schwule und Heten gar nicht so sehr: manche haben halt kürzere Beziehungen und andere länger. Jeder so, wie er will...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 erfreulichAnonym
  • 21.08.2011, 15:11h
  • Antwort auf #2 von daVinci6667
  • dass auch die quote der schwulen und lesben, die reaktionäre konstrukte wie den "heiligen bund der ehe" oder ehen zweiter klasse nötig haben, massiv niedriger ist als bei heten. das lässt noch hoffen.

    das schwule oder lesbische selbstbewusstsein muss schon sehr begrenzt sein, wenn Mensch allen Ernstes diesen reaktionären Konstrukten hinterherrennt.

    schwule und lesben wollten einmal deutlich mehr, als sich nur irgendwie gewinnbringend in den herrschenden verhältnissen einzunisten. und wie man bei den jüngeren sieht, ist die pseudo-freiheit und illusion von gleichberechtigung, mit der sich die arrivierten so realsatirisch feiern, genau das: eine illusion!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 seb1983
  • 21.08.2011, 17:12h
  • Antwort auf #8 von erfreulich
  • Und diese Erkenntnis nimmst du woher??
    Was in der linksalternativen Künsterszene im besetzten Haus umgeben von wabernden Joinwolken an schwulen Gesellschaftsmodellen hat der Mehrheit der Schwulen wohl nie entsprochen. Das waren kleine idealistische Gruppen mit großen Ideen.
    Die Masse der Menschen trabt daneben fröhlich weiter. Auch die Szene verändert sich, ist deutlich größer geworden, damit auch verwaschener.
    Die Alten stehen daneben und lästern über die Jugend. Ganz heteronormativ.
    Die Revolution frisst halt ihre Kinder. Auch die Schwule
  • Antworten » | Direktlink »
#10 gerrytorre
  • 22.08.2011, 11:35h
  • Hallo Herr Weidemann,
    Kompliment, ich finde diesen Artikel sehr gut geschrieben und kann nur voll zustimmen.
    Wir sind 27 Jahre zusammen, leben und arbeiten gemeinsam und sind vielleicht mehr verliebt wie am ersten Tag. Sex ist uns wichtig und wir tun das, was Sie in dem Artikel schreiben, schon seit Jahren. Qulitaet statt Quantitaet, Abwechslung und gerne auch mal einen knackigen Dritten.

    Fuer eine lange und harmonische Beziehung muss einfach das meiste passen - kein grosser Altersunterschied, gemeinsame Interessen und Hobbies und eben auch die Lust am Sex.

    Ich denke, das giebt es auch bei uns schwulen mehr als man glaubt.
  • Antworten » | Direktlink »