Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14859

Capelton singt u.a. über das Verbrennen von Schwulen, hält aber die wörtliche Auslegung für eine Fehlinterpretation

Dass die Elektro-Punker von "Frittenbude" ihren Auftritt wegen des homophoben Hass-Sängers Capleton absagten, hält der Veranstalter für einen PR-Gag.

Von Norbert Blech

Auf schlechte Presse reagieren Pressesprecher sehr unterschiedlich, aber selten so uneinsichtig wie Michael Bucholz. Der ist Sprecher des Chiemsee Reggae Summer, wo am Wochenende trotz diverser Proteste der jamaikanische Hasssänger Capleton auftreten soll.

Nachdem die "Süddeutsche Zeitung" Buchholz auf die Absage der Band Frittenbude wegen des homophoben Capleton ansprach, schäumte der Pressesprecher vor Wut, berichtet die Zeitung. "Das Line-up stand von vornherein fest. Dass Frittenbude jetzt nachträglich abspringen, ist das Allerletzte", so Buchholz. Laut SZ hält er die Absage für scheinheilige PR der Gruppe.

Dabei hatte Buchholz über drei Monate Zeit, sich auf eine entsprechende Frage vorzubereiten. Denn die Elektropunker aus Niederbayern hatten ihren Auftritt bereits im Mai abgesagt - fast direkt nach Bekanntgabe der Teilnahme Capletons.

"Idiotische Propaganda"


Die Jungs von Frittenbude zeigen Haltung

"Solange Capleton oder irgend ein anderer homophober 'Künstler' auf dem Chiemsee Reggae Summer spielt, ist unser Auftritt dort gecancelled", schrieb die Band am 3. Mai in ihrem Blog. "Wir haben unseren Gig explizit nur unter der Bedingung zugesagt, das auf dem kompletten Festival kein Battymantunes-Sänger seine idiotische Propaganda verbreiten wird." Ein Auftritt ginge "gegen alle unsere Prinzipien als klar denkende und fühlende Menschen".

Weitere Absagen wurden zunächst nicht bekannt, unter anderem wird der populäre Sänger Clueso auftreten. Auch Sponsoren, darunter die Bahn oder die Biermarke Becks, sind bisher nicht abgesprungen. Im letzten Jahr, als das Festival den ebenfalls problematischen Sänger Sizzla auftreten lassen wollte, hing auf einer von Becks gesponsteren Schwulenparty in Nürnberg sogar ein Plakat für den Chiemsee Reggae Summer. Dem Blogger Steven Milverton sagte der Konzern damals, man sehe keine Veranlassung zum Handeln, solange sich Künstler an die Gesetze halten.

Veranstalter: Gegen Zensur und Auftrittsverbote

In letzter Sekunde sagten die Veranstalter dann den Auftritt von Sizzla ab, angeblich wegen "Sicherheitsbedenken" (queer.de berichtete). In einer Presseeklärung erklärte das Festival damals, vermeintliche Linksradikale könnten Aktionen durchführen und die Sicherheit der Gäste bedrohen, unterstützt von den Grünen. Dabei gelte das Grundgesetz auch für Sizzla.

Auch in diesem Jahr hat man wenig gelernt: "Es ist ein Unding, dass wir uns jedes Jahr aufs Neue mit so was herumschlagen müssen", sagte Buchholz zur Kritik gegenüber der SZ. Der "Chiemsee Reggae Summer" stehe für Meinungs- und Kunstfreiheit, Zensurmaßnahmen und Auftrittsverbote lehne man ab. Man verweist auf einen Eintrag auf der Webseite des Festivals, in der sich Capleton gegen Gewalt ausspreche. Auch habe er zugesichert, keine problematischen Songs aufzuführen.

Capleton hat 2007 den Reggae Compassionate Act unterzeichnet und versprochen, keine homophoben Lieder mehr zu singen. Allerdings gibt es Youtube-Videos von Konzerten in Jamaika, in denen er in Liedern weiterhin zur Ermordung von Schwulen aufruft. Ein Sprecher der Grünen Jugend in Bayern sagt daher: "Der Auftritt ist und bleibt untragbar. Wer gegen Minderheiten hetzt, gehört strikt ausgeladen."



#1 ClaudiaAnonym
  • 23.08.2011, 21:24h
  • Na, dann: lieber "Frittenbude" als "Chiemsee Reggae Summer". Krass, dass die Veranstalter so ignorant und geldgeil sind. Ginge es um Rassismus...naja, wäre der Druck wohl höher. Aber da ja nur zum Mord an Schwule und Lesben aufgerufen wird, who cares?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Mullah v. d. AlmAnonym
  • 23.08.2011, 22:18h
  • Der Betreiber der FB-Seite bewirbt seine Seite mit "Keine Bühne für homophobe Hassmusik!".

    Trotzdem sind mindestens 90% der dortigen Kommentare von militanten Schwulenhassern.

    Kann mir das jemand erklären?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.08.2011, 00:50h
  • Ich frage mich, welche Auffassung Herr Buchholz in Sachen PR-Gag hat, aber er benimmt sich wie ein kleines aufsässiges Kind, dem man auch noch das Spielzeug weggenommen hat! Er soll es doch einfach hinnehmen, daß Frittenbude ihren Gig auf dem Festival abgesagt haben und darüber nicht gleich so einen Riesenbohey darum machen! Die Festivalleitung sollte sich am besten nach einem neuen Pressesprecher Ausschau halten, der über den Dingen steht und nicht die Gepflogenheiten eines HB-Männchens an den Tag legt!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MarekAnonym
  • 24.08.2011, 09:34h
  • Sehr geehrter Herr Buchholz,

    wenn verantwortungsvollere Zeitgenossen als Sie es sind absagen, ist das nicht das "allerletzte". Es ist eher das "allerletzte", dass sie Faschisten ein Forum bieten...

    Würden Sie auch für die Freiheit der Kunst eintreten, wenn ich in Liedern zu Ihrer Ermordung aufrufen würde?

    Dass dieser Sänger weiterhin zu Mord aufruft, ist längst bewiesen, also hören Sie auf, solche Lügen eines angeblich geläuterten Sängers zu verbreiten.

    Falls Sie das nicht in der Schule gelernt haben:
    Redefreiheit findet ihre Grenzen dort, wo andere in ihrer Freiheit eingeschränkt werden. Ansonsten wäre das nicht mehr Demokratie, sondern Anarchie und Recht des Stärkeren.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 userer
  • 24.08.2011, 09:44h
  • Kann man nach dem Auftritt nicht Anzeige wegen Volksverhetzung stellen und das ein für alle Mal gerichtlich klären lassen? Das sollte auch die Sponsoren aufschrecken. Nach Großbritannien dürfen solche Hasssänger doch nicht mehr einreisen, oder?
    Übrigens, Jever schmeckt sowieso besser als Beck's!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 txtlerAnonym
#7 tutnixzursacheAnonym
  • 24.08.2011, 11:09h
  • schön das sich homosexuelle immer selbst als minderheit darstellen. traurig. kommts mal klar und benehmts euch normal!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 HinnerkAnonym
  • 24.08.2011, 11:53h
  • Kompliment an "Frittenbude". Alle anderen sollten da auch absagen... Alleine schon, um Boykotten zu entgehen...

    Clueso und Becks Bier müssen es wohl auf die harte Tour lernen...

    ---------------

    "schäumte der Pressesprecher vor Wut"

    "Auch in diesem Jahr hat man wenig gelernt: "Es ist ein Unding, dass wir uns jedes Jahr aufs Neue mit so was herumschlagen müssen", sagte Buchholz"

    Dieser unbelehrbare Pressesprecher ist der beste Beleg dafür, dass es endlich gesetzliche Regelungen geben muss, die solche Leute in ihre Schranken weisen...
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Simon H.Anonym
  • 24.08.2011, 12:19h
  • Alle queeren Bars, Discos, etc. sollten kein Becks Bier mehr ausschenken. Und auch Clueso sollte boykottiert werden!

    Wir dürfen nicht Firmen und Interpreten, die Mordaufrufe tolerieren und sogar fördern, auch noch unterstützen...

    Es zeigt sich immer wieder, dass Fakten und Argumente nichts bringen und dass solche Leute nur die Sprache des Geldes verstehen!

    Dann sollten wir das auch so machen...
  • Antworten » | Direktlink »