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In Jürgen Friedenbergs dritten Roman entdecken 13 homosexuelle Wanderer die Eigenheiten ihrer Gefährten - und sich selbst (Bild: CarbonNYC / flickr / by 2.0)

Vor dem Hintergrund der herben Landschaft des Hunsrück skizziert Jürgen Friedenberg in seinem neuen Roman "Des Müllers Lust" das Befinden von 13 schwulen Männern.

Von Peter Kahlert

Schon der vieldeutige Titel "Des Müllers Lust" weckt Neugier. Der Autor, hier auf queer.de als streitbarer Kommentator bekannt, erweist sich auch in seinem dritten Roman wiederum als aufmerksamer Chronist und wortgewandter Erzähler.

Er begleitet eine schwule Wandergruppe eine Woche lang durch den wald- und wildreichen Hunsrück, dessen tiefe Schluchten und stolze Höhen zwischen Rhein, Mosel und Nahe vielerlei Naturabenteuer bieten. Da erschreckt ein Krokodil frühmorgens ausgerechnet einen Öko-Fan, eine Rotte Wildschweine macht erst beim Knall eines platzenden Kondoms den Rückzieher, und in einer Wildwasserklamm droht sogar der Absturz. Das größte Abenteuer aber ist und bleibt der Mensch. Jenseits ihres überwiegend fremdbestimmten Alltags entdecken die 13 Wanderer die Eigenheiten ihrer Gefährten - und sich selbst.

Schmerzliche Erinnerungen, anrührende Liebesgeschichten


Kein wegweisender Wanderführer, sondern eine abenteuerliche Wanderung schwuler Männer durch den Hunsrück

Ähnlich wie im Märchen "Tausend und eine Nacht" berichten die jungen und die nicht mehr so jungen Männer Tag für Tag über Erlebnisse und Erfahrungen, die sie geprägt haben. Da geht es geradewegs zur Sache, aber hallo! Manchmal wird das mann-männliche Geschehen drastisch geschildert, aber immer wahrheitsgetreu. Schmerzliche Erinnerungen an eine grauenvolle Kindheit wechseln mit anrührenden Liebesgeschichten. Mitunter lässt der Autor seiner Phantasie freien Lauf. Und es fehlt nicht an Komik, etwa wenn der Wanderführer auf die Frage eines 14jährigen Schülers: "Warum geht ihr nur mit Männern ins Bett?" antwortet: "Warum das so ist, weiß wohl nur der liebe Gott, der uns so geschaffen hat, wie wir eben sind. Er wird sich schon etwas dabei gedacht haben."

Ein ungewöhnliches Buch, das eigentlich aus mehreren Büchern besteht, das unterhaltsam weithin unbekannte Lebenswirklichkeiten widerspiegelt und neben vielen schwulen auch nichtschwule Leser finden dürfte.

Jürgen Friedenberg: Des Müllers Lust, Roman, medu-Verlag, 168 Seiten, 9.95 €



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.08.2011, 13:33h
  • Wandern ist schon etwas Schönes, leider schwingt aber immer dieser alte Witz mit:

    Unterhalten sich zwei Freunde. Sagt der eine: "Du, stell Dir mal vor, die Wandervogel-Gruppe hat sich doch tatsächlich getrennt! Der eine Teil will nur noch Wandern..."

    Selten so gelacht!
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#2 antos
  • 26.08.2011, 02:00h
  • "Und es fehlt nicht an Komik, etwa wenn der Wanderführer auf die Frage eines 14jährigen Schülers: "Warum geht ihr nur mit Männern ins Bett?" antwortet: "Warum das so ist, weiß wohl nur der liebe Gott, der uns so geschaffen hat, wie wir eben sind. Er wird sich schon etwas dabei gedacht haben."

    Oh, ja: Komik. Und was sagt das Krokodil, nachdem es den augenzwinkernden Wanderführer gefressen hat? "Schmeckt irgendwie komisch". [Stille im Wald, nur ein sprachgestörter Uhu ruft Aha.]
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#3 der buchfinkAnonym
#4 stromboliProfil