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Rick Perry will der neue George W. Bush werden

Der texanische Gouverneur Rick Perry wird voraussichtlich der republikanische Herausforderer von Barack Obama - in einem Buch aus dem Jahr 2008 warnt er vor der "radikalen homosexuellen Bewegung".

Vor zwei Wochen meldete der 61-Jährige seine Teilnahme an den Vorwahlen der Republikaner an - und steht seither unter größerer Beobachtung. Das Magazin "Time" veröffentlichte nun eine bislang wenig beachtete Passage aus seinen Buch "On My Honor", in der er Schwule und Lesben mit Alkoholikern vergleicht und vor zu viel Toleranz warnt: "Auch wenn ein Alkoholiker keine Macht mehr hat, sobald der Alkohol in seinen Körper gelangt ist, trifft er zunächst die Entscheidung, etwas zu trinken. Wenn jemand ein Mitglied des gleichen Geschlechts attraktiv findet, trifft er oder sie immer noch die Entscheidung, sexuelle Aktivitäten zuzulassen." Perry empfiehlt in beiden Fällen die Abstinenz.

Der Politiker mit einem Universitätsabschluss in Tierwissenschaften befürwortet zwar eine "liebevolle, tolerante Sichtweise" von Homosexuellen, warnt aber gleichzeitig vor ihnen: "Toleranz sollte nicht nur von Anhängern traditioneller Werte verlangt werden. Die radikale homosexuelle Bewegung will die gesellschaftliche Normalisierung ihrer sexuellen Aktivitäten erreichen. Ich respektiere deren Rechte, sich frei für ein Verhalten zu entscheiden, aber sie müssen die Rechte von Millionen von Menschen respektieren, die deren Verhalten nicht normalisiert wissen wollen."

Der Texaner ist Anhänger des Homo-Verbots

Perry hat Texas im Jahr 2000 von George W. Bush übernommen, nachdem dieser zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt worden ist. Er hat sich während seiner Amtszeit nie als Unterstützer von Homo-Rechten geoutet. Bis 2003 galt in dem konservativen Bundesstaat sogar ein Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex ("homosexual conduct"). Als der Oberste Gerichtshof in Washington derartige Gesetze kippte, war Perry außer sich: Er bezeichnete das "Sodomy Law" als "vollkommen angemessen" und weigerte sich, es abzuschaffen. Heute ist Texas einer von drei Staaten, der nach wie vor das Homo-Verbot im Gesetzestext fixiert hat - es darf nur nicht mehr angewendet werden, weil es gegen Bundesrecht verstößt.

2005 wurden auf Perrys Betreiben sowohl gleichgeschlechtliche Ehen als auch eingetragene Partnerschaften verboten (queer.de berichtete). Schwulen und Lesben, die heiraten wollen, empfahl Perry, in einen anderen Bundesstaat auszuwandern. Der evangelikale Christ vertraut wie sein Vorgänger George W. Bush insbesondere auf christlich-konservative Wählerschichten. Erst Anfang des Monats sorgte er mit seinem "National Prayer Day" für Aufregung, als er vor 30.000 Menschen in einem Football-Stadion in Houston für eine bessere Wirtschaft betete.

Als Gefahr für seine Kampagne wird das Gerücht angesehen, dass Perry selbst homosexuell sein könnte - sein Sprecher bezeichnete diese Meldungen als "Schmutzkampagne" (queer.de berichtete). Zuletzt erntete er Kritik von evangelikaler Seite, weil er in den 90er Jahren Anteile des Videoverleihers "Movie Gallery" gekauft hatte, der auch Porno-Filme im Angebot hatte.

Unter den drei führenden republikanischen Kandidaten ist die Ablehnung von Homo-Rechten Konsens. Laut dem Buchmacher "Paddypower" ist Perry Favorit mit einer Quote von 1:2,20. Er wird gefolgt von Mitt Romney (1:3) und Michele Bachmann (1:7,5). Romney machte als Gouverneur von Massachusetts von sich reden, als er 2003 erfolglos versuchte, die gerichtlich angeordnete Öffnung der Ehe im Bundesstaat zu verhindern. Später wandte er etwa ein knapp 100 Jahre altes Gesetz gegen Schwule und Lesben an, das ursprünglich als Schutz gegen interrassische Hochzeiten konzipiert worden war (queer.de berichtete). Als homophobste Kandidatin gilt jedoch Tea-Party-Vertreterin Michele Bachmann, die Homosexualität als "Teil Satans" bezeichnet (queer.de berichtete). (dk)



USA: Homo-Gegner in Aktion

Studenten in den USA erklären auf Facebook, warum sie Homo-Paaren keine Rechte geben wollen – meist ist Gott im Spiel.
#1 Knueppel
  • 25.08.2011, 10:07h
  • Und wieder ein Kandidat für die gründliche Recherche seines Vorlebens und seiner "heimlichen" Leidenschaften.

    Strahlemann steht (jetzt) in der Öffentlichkeit und muss sich gefallen lassen, dass die "volksverhetzenden" Aussagen seinem eigenen Handeln gegenüber gestellt werden.

    Meine These, seit langem:
    Schaut sie euch genau an, diese Typen, die sich auffallend homophob in der Öffentlichkeit verhalten. Dahinter steckt sehr oft der Versuch, durch besonders schrille schwulenfeindliche Töne von der eigenen (verheimlichten und nicht wirklich eingestandenen) Homosexualität abzulenken.

    Die schlimmsten Feinde der Schwulen sind die verklemmt Schwulen, die unter Schuldgefühlen leiden. Für sie ist jeder offen Schwule die Verkörperung dessen, was sie sich nicht trauen zu sein und damit eine Gefahr dafür das eigene Lügengebilde in sich zusammen fallen zu lassen.

    Nur Schwache fürchten (sexuelle) Vielfalt!
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#2 gniwerjProfil
  • 25.08.2011, 10:09hdortmund
  • Sorry wenn ich das sagen muss, aber der redneck sieht aus wie 'n Alkoholiker ;)
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#3 Side-FX23Anonym
  • 25.08.2011, 10:53h
  • Homophob hin oder her. Er ist Gouverneur von Texas. Wenn er seinen christlichen Wählern mitteilt, dass Gott ihn dazu berufen hat homophob zu sein, dann glauben die ihm das so. That´s America! Das Land der unbegrenzten Dummheit. Da wird sich so schnell auch nichts dran ändern. Je mehr er mit diesen Themen in der Öffentlichkeit steht umso mehr Anhänger wird er finden. In den USA gibt es leider viel zu viele von diesen Perrys, Bachmans und Romneys. Man kann nur hoffen, das die Demokraten bessere Argumente finden um ihre Wähler zu überzeugen.
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#4 FloAnonym
  • 25.08.2011, 11:02h
  • Und Konservative sind wie totalitäre Faschisten:
    wollen ihre eigene, private Meinung allen anderen aufzwingen...
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#5 Geert
  • 25.08.2011, 12:07h
  • Auch hier in Deutschland sollten die Schwulen wachsam sein. Die Heteromehrheit wird nicht alles akzeptieren, nur weil es von den "armen, diskriminierten Schwulen" kommt. Es formiert sich eine Gegenbewegung, bestehend aus katholischer Kirche, Evangelikalen, konservativen Moslems und rechtspopulistischen Bewegungen wie www.pi-news.de! Mit Maximalforderungen, Gender- und Transgender-Themen usw werden die Schwulen und Lesben nur das Gegenteil erreichen.
    Bei 80-90 % der deutschen Bevölkerung ist der Wunsch nach einer traditionellen Familie mit Frau und Kindern fest verwurzelt (obwohl in der Praxis jede zweite Ehe scheitert).
    Die Schwulen werden erreichen können, dass sie rechtlich gleichberechtigt sind und das ist gut so. Aber einen Umbau der Gesellschaft und eine Frühsexualisierung von Schulkindern (wie jetzt in Berlin praktiziert) wird die Mehrheit der Bevölkerung nicht mittragen. Dagegen werden sich dann -wie in den USA- Widerstände von rechts bilden. Die neu gegründete Moslempartei BIG hat das als erste in ihrem Parteiprogramm verbalisiert.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.08.2011, 13:28h
  • In der Geschichte der USA gab es aus Texas bisher drei US-Präsidenten (George W. Bush, Eisenhower und Lyndon B. Johnson) und dabei soll es nämlich auch bleiben. Rick Perry hat gegen Barack Obama nicht den Hauch einer Chance und seit Michelle Bachmann wissen wir, daß die Republikaner nicht gerade mit Intelligenz gesegnet sind!
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#7 gatopardo
  • 25.08.2011, 13:34h
  • Antwort auf #3 von Side-FX23
  • Schloss Linderhof erbaut von Ludwig II von Bayern . Ausflug nach dort im März 2011, wo wir uns mit einer ganz durchschnittlichen US-Gruppe vermischten.Die Führung erklärt auf Englisch, dass Ludwig nie verheiratet war und auch keine Kinder hatte. Verwirrt fragt mich leise eine neben mir stehende Gruppe von 7 oder 8 Amis nach dem doch sehr ungewöhnlichen Lebensstil des Königs, worauf ich antworte, dass er "gay" war. Aufgeregt schnatterten sie sich dann gegenseitig zu: "He was perverted, he was perverted.....terrible, terrible"....
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#8 Roman BolligerAnonym
  • 25.08.2011, 13:34h
  • Antwort auf #3 von Side-FX23
  • Völlig einverstanden!

    Möglicherweise wird sogar die kommende chinesische Supermacht in LGBT-Fragen progressiv an den immer rückständigeren, im religiösen Würgegriff der Republikaner erstickenden USA vorbeiziehen.

    Die USA sind kein "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" mehr (waren sie auch nie!), im Gegenteil: Die USA werden mit der Tea Party an der Macht zur diktatorialen Theokratie iranischen Ausmasses!
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#9 Timm JohannesAnonym
  • 25.08.2011, 15:07h
  • Na falls der Präsident werden sollte, dann gute Nacht USA.

    Da hoffe ich doch sehr, das Barack Obama die Wahlen gewinnt. Bisherige Erfolge von Obama:

    * Abschaffung von Don't ask, don't tell im US-Militär
    * Aufhebung des Einreiseverbots von HIV-Infizierten in die USA
    * Unterzeichnung der UNO-Erklärung zum Schutz der sexuellen Orientierung durch die USA (-->Legalisierung homosexueller Handlungen weltweit)

    Daneben wurden in verschiedenen US-Bundesstaaten in den letzten beiden Jahre Erfolge bei der Einführung von Lebenspartnerschaften (beispielsweise Colorado, Hawaii, Rhode Island, Illinois, Delaware) und gleichgeschlechtlichen Ehe (beispielsweise Washington D.C., New York) durch die Demokraten erzielt.

    Derzeit wird um die Reform von DOMA auf Bundesebene gekämpft, was aber hätte schon in der ersten Hälfte von Obamas Amtszeit umgesetzt werden müssen, denn jetzt fehlt Obama eine Mehrheit im Repräsentantenhaus.
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#10 finkAnonym
  • 25.08.2011, 15:34h
  • "Die radikale homosexuelle Bewegung will die gesellschaftliche Normalisierung ihrer sexuellen Aktivitäten erreichen."

    wer es für selbstverständlich hält, die eigene lebensweise anderen aggressiv aufdrücken zu wollen, der kann es offenbar nicht glauben, wenn andere einfach nur verschiedene lebensweisen gleichberechtigt sehen wollen. schlimm, dass ein mensch, der freiheit offenbar nicht einmal denken kann, sich um ein solches amt bewerben kann.

    für mich ist das übrigens auch ein heißer kandidat für den nächsten klappenskandal, aber das nur nebenbei.
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