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Tim Cook ist der neue Chef eines der größten Unternehmen der Welt (Bild: lemagit / flickr / by-sa 2.0)

Vergangene Woche wurde Tim Cook zum neuen Apple-Chef ernannt – jetzt gibt es eine Debatte in den Medien, ob die Homosexualität des 50-Jährigen in der Berichterstattung eine Rolle spielen soll.

Im Januar hatte das Klatschmagazin gawker.com Cook als "mächtigsten Schwulen im Silicon Valley" bezeichnet (queer.de berichtete). Damals wurde der Manager vorübergehend der Geschäftsführer des Konzerns Apple, weil Steve Jobs krankheitsbedingt kürzer treten musste. Das Schwulenmagazin "Out" hat den neuen starken Mann im April auf Platz eins des "Power 50 Index" gesetzt, der Rangliste der mächtigsten Schwulen und Lesben der Welt. Seit dem 24. August ist Cook der neue CEO – und die Medien haben weltweit bislang die Sexualität Cooks ignoriert.

In den USA hat nun der "Reuters"-Wirtschaftsjournalist Felix Salmon eine Debatte um Cook eröffnet. Unter dem Titel "Don't ignore Tim Cook's Sexuality" argumentiert er in seinem Blog, dass die Medien auch die Homosexualität des neuen Apple-Chefs erwähnen sollten. Cook könne als Vorbild agieren, weil er ein "extrem intelligenter und nicht weiblich agierender Mann, der zeigt, dass Schwulsein kein Hindernis auf dem Weg nach Oben" sei. Die Sexualität zu ignorieren sei dagegen ein Relikt aus alten Zeiten, in denen die gesellschaftliche Homophobie ein Coming-out unmöglich machte. Salmon erklärte in einem weiteren Text ("Why I'm talking about Tim Cook's sexuality"), dass die Medien mit ihrer Berichterstattung letztendlich so tun würden, als ob Cook heterosexuell sei – und damit weiter zur Stigmatisierung von Schwulen und Lesben beitrügen.

Auch spiegel.de berichtet vom "Junggesellen" Tim Cook

Das ist auch bei den deutschen Medien sichtbar: So beschrieb spiegel.de in einem langen Artikel den neuen Apple-Chef als "Junggesellen" – die sexuelle Orientierung wurde vollständig ausgeblendet. taz-Kolumnist Elmar Kraushaar kritisierte diese Beschreibung als "die gebräuchlichste aller Verschleierungen".

Cook äußert sich zu seiner Sexualität nicht, auch wenn sie im Silicon Valley als offenes Geheimnis gilt. Die zögernde Haltung sei eine Folge seiner Sozialisation als Manager, so schrieb gawker.com bereits im Januar. Er begann seine Karriere in den 1980er Jahren bei IBM – zu einer Zeit, als die Aids-Hysterie in den USA ein Coming-out in der Chef-Etage praktisch unmöglich machte. Auch heute noch könnte Cook befürchten, dass ein offenes Bekenntnis zu seiner Homosexualität der Marke Apple schaden könnte, obwohl sie bereits seit Jahren als sehr homofreundlich gilt (queer.de berichtete).

Sexualität auch für Wirtschaftsbosse Privatsache?

Manche Kommentatoren erwidern den Befürwortern der offenen Berichterstattung über Cook, dass ein "Outing" auch in der heutigen Zeit eine Verletzung der Privatsphäre sei. So schreibt Erik Sherman im Wirtschaftsportal bnet.com, dass schwule Aktivisten den neuen Apple-Chef von schwulen Aktivisten für ihre Ziele einsetzen wollten, ohne ihn zu fragen: "Wenn Cook über seine Sexualität sprechen will oder wenn das Thema wichtig ist für seine Stellung bei Apple, dann kann man darüber berichten", so Sherman. Bis dahin sei es unethisch, Cook als "Werkzeug" für eigene Interessen zu benutzen. Die politische Zeitschrift "The Atlantic" schränkt ein, dass der 50-Jährige derzeit ohnehin kein perfektes Vorbild sei: "Um der mächtigste Schwule in der Technologie-Branche zu werden, muss Cook erst einmal ein Coming-out haben". (dk)



#1 dobrapivo
  • 30.08.2011, 13:33h
  • Weia, ich weiß ja was jetzt kommt: Natürlich muss der Cook seine Sexualität öffentlich machen. Ansonsten beugt er sich dem Druck der heteronormativen Öffentlichkeit und suggeriert jungen Menschen (grade junge Migranten innerhalb der Landjugend!) dass es ok ist sich zu verstecken und verleugnen. Nur bei Philip Lahm ist andersrum. Wenn der seine Sexualität laut nach draußen trägt ist er ein sexualrassistischer Hetero Prolet, der jungen Menschen suggeriert, dass es nicht ok ist schwul zu sein (und dies ganz besondere innerhalb der Landbevölkerung!)

    Homos sind eben genau so doof Heteros. In einer schöneren Welt dürften Cook und Lahm alles das erzählen was sie wollten. Und was sie nicht wollen eben nicht. Wäre das progressiv!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.08.2011, 13:34h
  • Als Steve Jobs seinen Rücktritt als Chef von Apple bekanntgab, kullerten bei den Mitarbeitern einige Tränen und Pessimisten sagten dem Unternehmen daraufhin einen leisen Abstieg voraus. Es wird aber nicht dazu kommen!

    Jedenfalls tritt Tim Cook ein schweres Erbe an. Es wäre für Steve Jobs sinnvoller, sich vollständig aus dem Unternehmen zurückzuziehen, denn leider ist sein gesundheitlicher Zustand nicht der Allerbeste und ich bin ziemlich erschrocken, als ich das letzte Foto von ihm sah. Er war durch den Krebs ziemlich abgemagert und ich wünsche ihm, daß er trotzdem noch ein paar Jahre lebt!
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#3 dummfugAnonym
  • 30.08.2011, 14:13h
  • Die Debatte ist finde ich vom Ansatz her falsch. Die erste Frage müsste lauten: Darf eine Person wünschen, das nicht über sein Privatleben gesprochen wird. Je öffentlicher eine Person auftritt, desto begehrlicher kann dies werden, aber einen Wunsch auf Privatsphäre sollte man respektieren. Tritt jemand aber sozusagen als „Vorbildfunktion“ auf und agiert nicht nur geschäftlich, dann erst kommt die nächste Frage auf den Tisch.

    Und die lautet dann: Wenn jemand auch sein Privatleben in die Öffentlichkeit trägt, darf man dann etwas ausklammern? Seinen Hang zum Briefmarken sammeln, seine Kochkünste oder sein Sexualleben; sein politisches Engagement, seine Tierliebe oder sein bevorzugter Musikstil? Und da ist für mich klar, ein Mensch ist die Summe seiner Facetten, seiner Gesamtheit. Und da ist seine sexuelle Orientierung ein Teil, den man nicht überbewerten und auch nicht unterbewerten sollte. Das gehört dann einfach dazu. Und ihn als Junggesellen zu bezeichnen, ist meines Erachtens eine Lüge, schließlich benutzt man diese Bezeichnung nur, wenn man keine Beziehung führt.

    Wenn er sich offen als Radfahrer präsentiert, als jemand, der gern wandert und Sport treibt, darf er auch sagen, dass er schwul ist.
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#4 ZXBAnonym
  • 30.08.2011, 15:16h
  • Antwort auf #1 von dobrapivo
  • Was du betreibst ist klassische Umkehr der Tatsachen.
    In Institutionen in denen Homosexualität ein Tabuthema darstellt, wie der Fussball und wie in der (katholischen) Kirche gibt es natürlich viele Gerüchte. Daran sind aber nicht die bösen Schwulen Schuld sondern die sich in den Institutionen befindlichen Leute mit ihrem verkrampften Umgang mit dem Thema ( Ich beziehe mich gar nicht mal auf Lahm).
    Generell ist es immer noch so das man von Geburt an als pauschal heterosexuell wahrgenommen wird. Wer es nicht ist, muss das Gegenteil beweisen. Spätestens wenn der nächste Reporter einen neuen Star/ Promi fragt ob dieser derzeit eine Freundin hat und der Promi würde antworten nein, aber ich habe einen festen Freund, würde in der Zeitung stehen xy ist schwul und nicht nur das er einen Freund oder Lebensgefährten hat. Das ist immer noch Realität.

    Wenn Heterosexuelle dargestellt werden geht es um alle Bandbreiten, soundso ist verheiratet, hat eine Freundin, Affäre, Urlaubsflirt, blabla.
    Bei Schwulen Promis reicht das Schwulsein an sich um deswegen in die Zeitung zu kommen. Alles weitere wird von den Medien noch sehr oft als Tabu behandelt und nicht so offen behandelt oder so sehr zum Thema gemacht wie bei Heteros.

    "beugt er sich dem Druck der heteronormativen Öffentlichkeit und suggeriert jungen Menschen (grade junge Migranten innerhalb der Landjugend!) dass es ok ist sich zu verstecken und verleugnen"

    Deine Ironie in Ehren, aber dazu das es umgekehrt leider eine Tatsache ist zeigt sich an allen Ecken und Kanten unserer medialen Gesellschaft.
    Ein aktuelles Beispiel:
    In einem schwul-lesbischen Magazin wie Queer.de gibt es als TV Tipp und dazu noch als Tageshighlight- Tipp den für heterosexuelle Männer ( und nicht für lesbische Frauen) gemachten "Schulmädchenreport".
    Wo bitte gibt es in allgemeinen Medien vergelichbares mit Männern?
    Würde beispielsweise die Bild auf ihrer Coverseite als Tageshighlight- Tipp einen Film empfehlen in dem es um einen schwulen Lehrer geht der seinen Schüler in sexuelle Sachen einweiht und würde die Bild dazu ein Foto nehmen auf dem der Schüler nackt in den Armen des Lehrers liegt?
    Niemals.
    Es findet ein immer agressiver werdender Drang zur Heteronorm statt.
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 30.08.2011, 15:35h
  • Ob es in jedem Artikel der allgemeinen Medien drinstehen muß, ist eine schwierige Frage. Aber ich denke doch...

    Klar ist aber, das es auf jeden Fall in LGBT Medien drin sein muß. In Medien wie Queer, Advocate, Out!, Tetu, Hinnerk, Siegessäule, usw. informieren sich insbesondere homosexuelle Menschen und vor allem viele jüngere homosexuelle Menschen.

    Es ist für jüngere homosexuelle Menschen wichtig im Alltag zu erfahren, das in der Privatwirtschaft beruflich sehr erfolgreiche Menschen homosexuell sind ("und nicht nur Modedesigner, Musiker oder Schauspieler").

    Es ist eine wichtige Stütze im Coming Out, wenn sich der junge schwule Sohn gegen seinen eventuell homophoben Vater wehren muß und er ihm entgegnen kann, dass Personen wie der Apple-Chef, der Bürgermeister von Berlin oder die Regierungschefin von Island homosexuell sind.

    Daher ob es in jedem Artikel bei Personen der Privatwirtschaft bei Spiegel, FAZ, usw. drin sein muß, ist eine schwierige Frage, aber in Artikeln von LGBT Medien gehören diese wichtigen Informationen auf jeden Fall erwähnt.

    Autoren in LGBT-Medien haben da eine andere Verpflichtung und sollten sich zurückerinnern, wie schwierig die ComingOut Phase in jungen Jahren ist. Diese Informationen sind daher wichtig, um jungen homosexuellen Jugendlichen/jungen Erwachsenen zu helfen.
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#6 JDAnonym
  • 30.08.2011, 15:39h
  • Entschuldigung, ist es wirklich wichtig, ob er nun schwul ist oder nicht? Ich wusste es bisher nicht, und - wenn ich ehrlich bin - interessiert es mich auch nicht besonders. Ich kaufe Apple Produkte, weil ich sie mag, und nicht, weil der Apple Chef schwul ist. Es hat die Leute doch einen scheiß anzugehen, mit wem Tim Cook das Bett teilt... oder eben auch nicht. Mehr ist das doch gar nicht. Warum denken so viele immer, dass jeder Schwule sich um Himmels Willen outen muss, um ja als positives Beispiel herangezogen zu werden? Ich meine, mir ist es vielleicht egal, ob irgendwer weiß, dass ich schwul bin. Aber das geht nicht jedem so. Und was soll das schon heißen, "dass auch Schwule es nach oben schaffen können"? Schwule Männer sind Bürgermeister, Schauspieler, Außenminister, Künstler, Handwerker, Lehrer, beamte, was auch immer. Sie sind es immer gewesen und werden es immer sein, out oder nicht. Wenn sich mehr bekannte oder erfolgreiche Schwule outen, wird das am öffentlichen Bild sicher nichts ändern, warum auch? Lasst die Leute in Ruhe ihre Arbeit machen, das ist doch viel wichtiger.
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#7 grando purnikoAnonym
  • 30.08.2011, 15:39h
  • "Cook könne als Vorbild agieren, weil er ein "extrem intelligenter und nicht weiblich agierender Mann, der zeigt, dass Schwulsein kein Hindernis auf dem Weg nach Oben" sei."

    Das klingt als könne ein Schwuler nur ein Vorbild sein, wenn er sich verhält/aussieht wie ein Klischee-Hetero, was ich sehr problematisch finde. Das mit dem Drang zur Heteronorm kann ich nur bestätigen, man denke mal an die Bemühungen um die Homo-Ehe.
    Queer sollte für etwas andres stehen, als den Wunsch weiße Heteros nachzuäffen. Warum diese Seite hier queer.de heißt, ist mir auch nicht ganz verständlich, da sie sich ja doch nur an eine bestimmte schwule Klientel richtet...
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#8 FloAnonym
  • 30.08.2011, 15:44h
  • Seine Homosexualität sollte weder etwas sein, dass man extra erwähnen muss, noch etwas, was verschwiegen werden muss, wenn zufällig die Sprache drauf kommt!!

    Aber eines sollte man auf keinen Fall:
    wenn er in einer Beziehung zu einem Mann lebt von einem Junggesellen schreiben. Denn Junggeselle assoziiert die Vorstellung eines Heteros, der einfach nur keine Frau hat.

    Fazit:
    Wenn es sich so ergibt, muss das nicht verschwiegen werden, aber es muss jetzt auch nicht in jedem Artikel über Apple geschrieben werden.
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#9 Mullah v. d. AlmAnonym
  • 30.08.2011, 15:54h
  • Ich fand das auch ganz schrecklich, wie die Gattinnen von Bill Gates und zB unserem von und zu Copy-Paste von der Boulevard-Presse in die Oeffentlichkeit gezerrt wurden, nur um die armen Männer als heterosexuell zu diffamieren.

    PFUI!!!!!!!!!

    (PS: Dennis, gehts dir gut? Quellenangabe und dann gleich auch noch Hot-Links gibts hier doch sonst auch nicht.)
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#10 Mullah v. d. AlmAnonym
  • 30.08.2011, 16:11h
  • Antwort auf #8 von Flo
  • Naja, Apple ist aktuell das wertvollste Unternehmen der Welt und ein Wechsel an der Führungsspitze hätte bei jedem Hetero Home-Stories in der Vanity oder sonstwo "so ergeben". Von wegen "Die Frau an seiner Seite". Und das so sicher wie das Amen in der Kirche.
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