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Weitere HIV-Infektion

Drehpause für US-Pornos


Amerikanischer Pornofilm (ohne Kondomnutzung)

In den USA wurde ein weiterer Pornodarsteller positiv auf HIV getestet. Der Branchenverband kündigte daraufhin einen landesweiten vorübergehenden Drehstopp an.

Die Free Speech Coalition erklärte, dass vergangene Woche ein Darsteller positiv getestet worden sei, seine Identität wird aber derzeit unter Verschluss gehalten. Es würden weitere Untersuchungen durchgeführt, um die Quelle der Infektion zu erfahren. Verbandssprecherin Diane Duke sagte, man habe deshalb ein Moratorium für die US-Pornoproduktion ausgerufen. So gut wie alle Pornolabels würden sich an den Drehstopp halten, so Duke weiter.

Ende letzten Jahres hat sich der frühere Pornodarsteller Derek Chambers, der sowohl hetero- als auch homosexuelle Szenen gedreht hatte, als HIV-positiv geoutet. Er hatte sich offenbar bei einem Dreh angesteckt. Chambers forderte daraufhin eine Kondompflicht für alle Pornodarsteller in den USA (queer.de berichtete). Diese wird jedoch von der Free Speech Coalition abgelehnt. Der Verband argumentiert, dass das Risiko kontrollierbar sei. Wegen der großen Nachfrage nach Bareback-Pornos würde sich bei einem Verbot die Pornoproduktion in den Untergrund oder ins Ausland verlagern, so die Befürchtung.

Forderung nach Bareback-Verbot nimmt zu

In Los Angeles, wo die meisten der amerikanischen Pornos gedreht werden, hat in den letzten Jahren die Forderung nach einer Regulierung der Branche zugenommen. Die Gruppe Aids Healthcare Foundation hat bereits seit Jahren versucht, die Kondompflicht mit Verweis auf Gesundheitsgefährdung der Darsteller einzuklagen, ist damit aber mehrmals gescheitert. Jetzt startet sie einen neuen Versuch: Bis Dezember sammeln die Aktivisten in Los Angeles Unterschriften, um einen Volksentscheid zum Kondomverbot zu erzwingen (queer.de berichtete).

Im schwulen Bereich sind in den letzten Jahren mehr und mehr Bareback-Pornos verkauft worden, insbesondere in Europa. Die meisten großen schwulen Labels in den USA wie Chi Chi LaRues Channel 1 Releasing zeigen zwar nur Safer Sex, kleinere Labels und insbesondere Produktionen aus Osteuropa verzichten aber meist auf Kondome. (dk)



#1 Foxxxy LoveAnonym
  • 31.08.2011, 12:08h
  • Die “Zwangspause” für den den Dreh von Pornos ist vielleicht für die Verantwortlichen eine Gelegenheit darüber nachzudenken, wie sie weiterhin mit diesem Thema umgehen sollten.
    Ich hoffe, dass sie eine Lösung finden werden, sodass keine weiteren Darsteller angesteckt werden.
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#2 Nick Anonym
  • 31.08.2011, 13:46h

  • Das man ausgerechnet in diesem Job nur ans Geld denkt und einem die eigene Gesundheit nebensachlich ist, kann ich nicht nachvollziehen
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#3 RageAnonym
  • 31.08.2011, 13:53h
  • Zitat:

    "Der Verband argumentiert, dass das Risiko kontrollierbar sei. Wegen der großen Nachfrage nach Bareback-Pornos würde sich bei einem Verbot die Pornoproduktion in den Untergrund oder ins Ausland verlagern, so die Befürchtung."

    ----------------------------------------------

    Ah ja - das Risiko ist also "kontrollierbar"!?

    Super - dann kümmern wir uns also einen Scheißdreck um die Gesundheit der Darsteller und machen weiter wie bisher. Bis zur nächsten Infektion - die ist ja auch problemlos mit ein paar harmlosen Medikamenten kontrollierbar.

    Und wenn das Virus dann unter der Nachweisgrenze ist, kann der Darsteller natürlich direkt wieder im nächsten Barebackstreifen eingesetzt werden. Das Risiko einer Co-Infektion (also mit einem weiteren Virenstamm) ist ja auch total "kontrollierbar".

    *kopfklatsch*

    Meines Erachtens kann es nur eine Lösung des Problems geben: Kondompflicht in allen Pornos, ohne Wenn und Aber. Was zwei Menschen privat miteinander machen, ist mir völlig egal - aber wenn sie als Angestellte bei einer Sex-Produktion mitmachen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Da gibt es auch eine gewisse Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

    Natürlich wird man damit nicht alle erreichen - und natürlich wird es weiterhin zig Labels geben, die nach Osteuropa oder in die dritte Welt fahren, wo die Jungs sich schon als Minderjährige für drei Euro fuzzig massenbesamen lassen (aus reiner Not, nicht aus Geilheit!). Aber man hätte so ein Zeichen gesetzt in der Pornobranche, dass unsafe Produktionen allgemein geächtet sind.

    Wie gesagt: Das hat nichts mit Einschränkung von Meinungsfreiheit zu tun, sondern dient einzig und allein dem Schutz der Darsteller (die sich eben im Zweifelsfall nicht wehren können).

    Solange aber die Konsumenten nach Barebackstreifen lechzen, wird das alles sehr schwierig. Ist halt eben viel einfacher, wenn sich so ein billiger Rumänen-Video-Stricher mit HIV infiziert, als wenn man das als am eigenen Leib erfährt.

    Die Geilheit der reichen Kunden macht die Schicksale der bettelarmen Darsteller zu einer Marginalie. Eigentlich zum Kotzen ...

    PS: Bezeichnend übrigens auch, dass die wirklich etablierten Darsteller, die sich einen Namen gemacht haben, nicht auf das Kondom verzichten. Das kann man nur mit Jungs aus Tschechien, Rumänien oder Thailand machen, die für ein paar Dollars fast alles täten, nur um aus der Armut rauszukommen.
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#4 daVinci6667
  • 31.08.2011, 13:54h

  • Vielleicht brauchen wir bei Pornos wie bei Lebensmitteln Bio-Label! Wer dieses Label hat, garantiert ficken nur mit Gummi drumm. Für diesen Mehrwert sollte der Konsument auch bereit sein zu bezahlen. Natürlich braucht's dazu noch Druck von der Community, genau wie der soziale Druck in unseren Lebensmittelgeschäften auf dem Lande. Wer da mal ein ausländisches Lebensmittel oder Fleisch aus herkömmlicher Produktion in einer Warteschlage vor der Kasse liegen hat, braucht sich nachher nicht zu wundern, wenn im Treppenhaus getratscht wird, man hätte finanzielle Probleme! Da funktioniert eben noch die soziale Kontrolle. Ist meiner Schwester vor kurzem passiert die aufs Land gezogen ist. Dabei waren die Bio-Tomaten bloß alle!
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#5 vingtans
  • 31.08.2011, 14:27h
  • find ich gar nicht mal so schlecht, die zwangpause!

    ami pornos sind eh schrecklich gekünselt, mit ihrem "Surfer Ken" verschnitt an männern.

    ob ich jetzt mein konsumverhalten bezüglich "bareback"pornos überdenke?
    nö!

    1) mach ich diese filme nicht
    2) seh ich es nicht ein mich für einen darsteller verantwortlich zu fühlen
    3) hab ich noch nichtmal einem cent der pornoindustrie spendiert
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.08.2011, 14:47h
  • Das Moratorium in der Pornofilmindustrie ist sehr zu begrüßen! Dennoch dürften die Labels nicht so glücklich sein, bei denen die Darsteller immer vor der Kamera die Sexszenen mit Kondom ausüben. Trotzdem: Sicherheit und Gesundheit gehen vor!
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#7 RageAnonym
  • 31.08.2011, 14:52h
  • Antwort auf #5 von vingtans
  • feles18,

    Du schreibst:

    "2) seh ich es nicht ein mich für einen darsteller verantwortlich zu fühlen"

    -------------------------------------

    Klasse! Willkommen in der schönen neuen Markenwelt der FDP! Was interessiert mich mein Nächster? Was interessiert mich überhaupt irgendein Mensch in Not? Sollen sie doch alle ihre Risiken privatisieren! Liegen mir damit nur auf der Tasche, diese Schmarotzer.

    Solidarität - was ist das? Kann man das essen?

    Wenn irgendwo die Gesundheit von Pornodarstellern aufs Spiel gesetzt wird, damit sich die Produzenten mit den Filmen eine goldene Nase verdienen können, was juckt mich das?

    Werd' mal erwachsen, Jungchen.

    Und komm selber mal in eine Notlage - dann kannst Du gucken, wie das ist, wenn man um Hilfe bittet - das den anderen aber sonstwo vorbeigeht.
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#8 Mister_Jackpot
  • 31.08.2011, 14:53h
  • Ich finde diese Diskussion ist so ziemlich geprägt von Doppelmoral. Meist die Leute, die in Wahrheit nie einen Porno gesehen haben "wollen" sind der grösste Kundenstamm für Barebackpornos. Was die Filme selbst anbetrifft denke ich gibt es keinen Schwulen nicht einmal in seinem Leben einen Porno gesehen hat, auch wenn nur auszugsweise. Das kann man mir zwar erzählen, aber daran glauben tu ich nicht.
    Die Darsteller solcher Pornos (es sei denn es sind sehr junge unerfahrere) sollten eigentlich wissen was sie da tun, wenn sie ohne Gummi vögeln...dem Konsumenten kann es am Ende egal sein, denn jeder ist für sich selbst verantwortlich. Ich schaue gern mal GUTE Pornos. Da ich mehr auf die härtere Vatiante stehe schaue ich mir allerdings keine "Jüngelchen Pornos" an.....eher mag ich Labels wie Cazzo oder Citebeur! Ob die Typen in den Pornos mit Gummis ficken oder nicht ist mir persönlich egal....aber von mir aus könnten trotzdem alle Pornos mit Gummipflicht sein! Es gibt ja Leute, die sagen, dass sie es grad geil finden wenn sie Szenen ohne Gummi sehen können... ich schaue mehr auf andere Qualitäten in solchen Filmen. Zum Beispiel wie die Typen insgesamt aussehen....Schwänze allein reichen mir da nicht. Deswegen verstehe ich auch ehrlich gesagt die grosse Nachfrage nach BB Pornos nicht...spielt das wirklich so eine grosse Rolle bei ner Pornoszene? Ich fänds übrigens mal sehr interessant wenn sich hier mal BB Porno Fans äussern würden, die mir diesen Fetisch mal nachvollziehbar machen könnten...
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#9 Benedictus
  • 31.08.2011, 14:58h
  • Ich verstehe auch gar nicht, warum man für Bareback-Produktionen immer HIV-Negative Darsteller nimmt, und nicht ausschließlich HIV-Positive. Zumindest würde diese geheuchelte Hysterie um "die armen, unaufgeklärten, zu Bareback gezwungenen, und völlig unzurechnungsfähigen, von der Gesellschaft und Politik zu bevormundenden und schützenswerten HIV-negativen" (volljährigen...) Darsteller endlich abnehmen.    
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#10 eMANcipation*Anonym
  • 31.08.2011, 15:37h
  • Es ist widerlich, wie einige hier ohne jedes menschliche und soziale Empfinden die ökonomischen Zusammenhänge und Zwänge völlig ausblenden.

    Fakt ist: Auch und gerade in diesem Geschäft sind Menschen einem durchaus nicht unerheblichen Druck und Zwang ausgesetzt, ganz bestimmten Erfordernissen des "Marktes" zu entsprechen. Wer das nicht tut, der verringert eben sehr erheblich seine Möglichkeiten des Broterwerbs.

    Und irgendwo müssen die betroffenen Menschen, die entgegen allen Wichsfantasien übers ach so geile Pornogeschäft überwiegend aus sozial benachteiligten Verhältnissen stammen dürften, noch dazu in Zeiten der wirtschaftlichen Dauerkrisen, ja auch ihren Lebensunterhalt und ihr Überleben bestreiten.

    Da kommt es vermutlich schneller vor, als man denkt, dass der "süße Schnuckel" aus armen bis elenden Verhältnissen, der nach einer Überlebensstrategie sucht, ganz schnell in einem "Business" landet, in dem es maximal brutal heißt: Top oder Hopp! Oder anders formuliert: Wenn du uns nicht das gibst, was "der Markt" will, dann warten Tausende andere, die es uns geben! Dazu dann noch ein paar sehr überzeugende Ausführungen zu angeblichen "Sicherheitsvorkehrungen", und schon sind solche jungen Menschen mittendrin in einem potenziell lebensgefährlichen "Geschäft".

    Vielleicht sollte man diese Tatsache nicht ganz so kaltschnäuzig und menschenverachtend ausblenden, wenn man sich hier Urteile erlaubt. Inzwischen sollte auch jedem Menschen mit halbwegs klarem Verstand klar sein, dass in der herrschenden Marktlogik ALLES nur eine Ware ist, die einzig und allein dazu dient, dass einige wenige Kapitalbesitzer ihre Profite machen. Und dann wundert sich die heuchlerische bis geistig vernebelte, größtenteils nur noch voyeuristisch (re-) agierende Öffentlichkeit - sofern sie sich überhaupt wundert - dass dabei nichts "Gutes", Gerechtes, Menschliches, Menschenwürdiges herauskommt. Auch der Mensch selbst verkommt immer mehr zur Ware!

    Dass man als ersten, überlebenswichtigen Schritt die Planwirtschaft der Konzerne vor allem dort, wo es direkt um die Gesundheit und Existenz von Menschen geht, sofort und so umfassend wie möglich, klaren Regeln unterwerfen muss, sollte daher selbstverständlich sein!
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