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  • 11. August 2004, noch kein Kommentar

Das Jazz-Soul-Kollektiv Incognito groovt wie in den 70er Jahren. Welche heißen Abenteuer sie wohl im schwarzen Sonnenschein besingen?

Von Jan Gebauer

Die Gesichter der Musiker von Incognito kennt kaum jemand. Kein Wunder, dass das britische Jazz-Soul-Kollektiv um Jean Paul "Bluey" Maunick 1979 mit diesem Namen gegründet wurde. Mit dem Star-Rummel anderer Künstler wollte Maunick auch nie etwas zu tun haben. Er produzierte lieber und setzte auch im Studio prominente Sänger und Sängerinnen ein, die seine Musik stets veredelten: Jocelyn Brown ("Always There" war vor ca. 10 Jahren ein Riesenhit), George Benson, Chaka Khan, Sister Sledge, Terry Callier und viele mehr. Auf seinem neuen Album "Adventures In Black Sunshine" hat er zwar nicht solche Kaliber am Start, das vokale Können von Imaani, Maysa und Tony Momrelle ist aber trotzdem nicht zu verachten. Die würzige Mischung aus Jazz, Soul und Dance ist überdies gut gelungen. Schon der Opener "Don't Turn My Love Away" untermauert das: Er beginnt recht verhalten mit einem jazzig-souligen Klavier-Intro. Nach ein paar Takten sorgen Bassist Julian Crampton und der hervorragende Schlagzeuger Richard Bailey (u. a. tätig für Jeff Beck, Blow By Blow) für einen fingerschnippenden, super-coolen Soul-Groove. Die sexy Stimme von Maysa tut ihr übriges.

Gute Laune garantieren auch die weiteren Tracks, so "The Principles of Lust" mit funkigen Beats und kongenialer Gitarrenlinie. Erinnert in seinen besten Momenten an Salsoul-Aufnahmen, wobei der Gesang eindeutig an Jazz-Mustern orientiert ist. Tony Momrelles Gesangseinsätze erinnern wiederum an den jungen Stevie Wonder, als dieser noch als weltweiter Pionier im Soulbereich galt und mit dem Album "Songs In The Key of Life" Musikgeschichte schrieb. Etwas merkwürdig ist die Cover-Version der Doobie Brothers-Nummer "Listen To The Music". Am Ende klingt es fast als hätte man noch Gary Bartzs "Music Is My Sanctuary" reingemogelt. Ansonsten gibt es kaum etwas am neuen Album von Incognito zu meckern und besonders erfrischend sind die Einsätze der Bläser, die man auf vielen aktuellen Soul-Veröffentlichungen schmerzlich vermisst. Trotzdem wird es Maunick mit dieser relaxten und so gar nicht am derzeit aktuellen US-R&B-Strickmuster orientiertem Konzept in den Charts schwer haben.

11. August 2004, 18:20