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So schaut´s in den europäischen Schlafzimmern aus (oder Saunen, Klappen, Parks etc.)

Eine europaweite Umfrage unter "Männern, die Sex mit Männern haben" zeigt große nationale Unterschiede - in Deutschland hapert es noch bei Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten.

Von Dennis Klein

In ganz Europa nahmen in den letzten Monaten mehr als 170.000 Männer an der EMIS-Studie teil, darunter mehr als 50.000 in Deutschland. EMIS steht für "European MSM Internet Survey", damit werden also alle Männer angesprochen, die gleichgeschlechtlichen Sex hatten. In der Umfrage ging es um Sexpraktiken und das Safer-Sex-Verhalten in insgesamt 38 Ländern. An der von der EU-Kommission geförderten Studie waren hierzulande unter anderem das Robert-Koch-Institut und die Deutsche Aids-Hilfe beteiligt.

Die Umfrage zeigt, dass Franzosen und Holländer besonders promisk sind: 38 bzw. 37 Prozent der Befragten geben an, im letzten Jahr zehn oder mehr Partner gehabt zu haben. Die Deutschen liegen mit 23 Prozent knapp über dem Durchschnitt der 38 Länder, am niedrigsten liegt der Anteil in Bosnien-Herzegowina und Lettland (je zehn Prozent).

Deutsche lassen sich ungern auf Geschlechtskrankheiten testen

Häufiger Partnerwechsel geht allerdings nicht mit Gleichgültigkeit gegenüber Geschlechtskrankheiten einher, ganz im Gegenteil: Die Schwulen in den promisken Ländern achten besonders auf ihre Gesundheit. So haben sich 53 Prozent der Holländer und 40 Prozent der Franzosen im vergangenen Jahr einem Test auf sexuell übertragbare Krankheiten unterzogen. Diese Quote ist in Deutschland mit 28 Prozent sehr viel niedriger - und liegt sogar knapp unter dem europäischen Durchschnitt. "Hier braucht es mehr Bewusstsein bei schwulen Männern wie bei Ärzten sowie strukturelle Verbesserungen", fordert daher Holger Wicht von der Deutschen Aids-Hilfe in einer ersten Reaktion. Test-Muffel in Europa sind allerdings die Slowaken (15 Prozent) und die Türken (16 Prozent).

Die Türkei fällt hier zudem als Land auf, in dem risikoreiches Sexualverhalten praktiziert wird: 49 Prozent der Befragten erklärten, dass sie sich im letzten Jahr einen Risiko-Sexkontakt gehabt hätten - also ungeschützten Analverkehr mit einem Sexpartner durchgeführt haben, dessen HIV-Status unbekannt oder anders als der eigene war. Auch in anderen osteuropäischen Ländern werden besonders hohe Werte erreicht. Der Durchschnitt liegt bei 32 Prozent, in Deutschland beträgt die Quote 25 Prozent. Am wenigsten Risikokontakte gibt es demnach in Luxemburg (21 Prozent).

Beliebteste Sexpraktik in Europa ist das Blasen, aber auch der Analverkehr ist europaweit populär: Im Durchschnitt hatten 85 Prozent der Befragten "Popo-Sex". Am wenigsten beliebt war er in Schweden, Finnland und Estland, am populärsten in Russland, Weißrussland und Spanien.

Online-Dating besonders in Osteuropa beliebt


Online-Dating ist in osteuropäischer Hand (Bild: EMIS)

Auch wenn Gayromeo und Co. hierzulande die Datingszene verändert haben: Am populärsten ist Online-Dating ganz klar in Osteuropa: In Bosnien-Herzegowina erklärten 77 Prozent, sie hätten ihren letzten Sexpartner (außerhalb einer festen Beziehung) online kennengelernt - das ist Europarekord. In Deutschland liegt die Quote bei 60 Prozent.

Bleibt noch die Frage: Wie halten's die MSMs mit den Frauen. Durchschnittlich 15 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten mit mindestens einer Frau geschlafen zu haben. Auch hier ist Osteuropa führend: 26 Prozent der Rumänen, 25 Prozent der Bulgaren und 24 Prozent der Mazedonier folgen den Ruf des weiblichen Geschlechts. Die Deutschen befinden sich wieder mal im europäischen Durchschnitt. Ganz am Ende der Liste sind wieder gute alte Bekannte: die promisken Franzosen und Holländer. Von ihnen haben nur neun bzw. acht Prozent den im letzten Jahr Sex mit einer Frau gehabt.



#1 Geert
  • 01.09.2011, 08:26h
  • Dass nur 28 % der Deutschen sich regelmäßig auf sexuell übertragbare Krankheiten hin testen lassen, ist kaum zu glauben! Damit liegt dieses Land unter dem europäischen Durchschnitt.
    Gibt es dafür eine Erklärung? Ist Deutschlnad nicht eines der Länder mit der -immer noch- besten medizinischen Vorsorge? Kann in Deutschland nicht über alles in gut protestantischer Sachlichkeit offen gesprochen werden, auch über Geschlechtskrankheiten?
    Wieso dann dies Ergebnis?
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#2 h. kurtAnonym
  • 01.09.2011, 09:11h
  • Diese Studie läßt unberücksichtigt, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass Positive unter Therapie (Viruslast dauerhaft unter der Nachweisgrenze) HIV überhaupt weitergeben. D.h. sie praktizieren auch Safer Sex, wenn kein Gummi im Spiel ist! Das Wissen über den Serostatus des Partners ist dann unerheblich! Es zeichnet sich offensichtlich auch immer mehr ab, dass andere sexuell übertragbare Krankheiten auch keine große Rolle spielen bei der Übertragbarkeit von HIV bei Positiven unter Therapie...
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#3 CarstenFfm
  • 01.09.2011, 10:21h
  • Mal interessant nur Schwule zu untersuchen...

    Dass nur 20 % promisk sind, im Sinne von mehr als 10 Separtner pro Jahr, überrascht mich schon etwas.
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#4 userer
  • 01.09.2011, 10:57h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Na ja, vielleicht ist die Aufklärung zu sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs) in Deutschland einfach so gut, dass die meisten grundsätzlich alles mit Gummi machen und sich von daher einfach sicher fühlen.
    Was ich nicht gelesen habe, ist eine Zahl im europäischen Vergleich, was die Erkrankung an STDs betrifft. Wenn die in Deutschland auch vergleichsweise niedrig ist, dann wäre ja alles in Ordnung.
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#5 Mister_Jackpot
  • 01.09.2011, 12:09h
  • Mit mehr als 10 Partnern im Jahr ist man schon "promisk"? :-) Ohje Ohje.....dann gibts für mich ja kaum noch eine Beschreibung..die 10 Typen hab ich, wenn ich Single bin, manchmal sogar in einem Monat. Allerdings gehör trotzdem ich zu den strikten Safer Sexern....Ich will jetzt aber sofort nen Franzosen, damit der Tag schön wird! :-)
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#6 DanjoAnonym
  • 01.09.2011, 12:16h
  • Warum richtet sich die Umfrage nicht an Homo- und Bisexuelle Männer?
    "Männer die Männern Sex haben" hört sich so negierend an

    Umfragen für Heteros werden ja auch nicht
    "Männer die mit Frauen Sex haben" genannt,
    sondern es heisst Heterosexuelle (und evtl. Bisexuelle.)

    Liegt der Grund in dem gesellschaftichen Zwang seine "ehelichen Pflichten" mit der Frau durchzuführen, bzw mit einer Frau liiert zu sein
    ( was besonders in Osteuropa noch verankert ist) und sich deswegen einige gay und bi Männer nicht offiziell als gay oder bi bezeichnen/wahrnehmen?
    Ansonsten kann ich es mir nicht erklären warum man Unterschiede in den Bezeichnungen zwischen Homo und Hetero macht.
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#7 BreitmaulfroschAnonym
  • 01.09.2011, 12:33h
  • Dass sich nur 28 % der Deutschen regelmäßig auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen, ist in der Tat krass. Wobei man ja schon froh sein könnte, wenn wenigstens die Schwulen dies täten.

    So ist zum Beispiel die Syphilis seit Jahren (gerade in den Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg oder Köln) explosionsartig auf dem Vormarsch. Und das natürlich - wie sollte es auch anders sein - inbesondere unter Männern, die Sex mit Männern haben. Zwar ist Syphilis in den ersten Jahren nach der Infektion durch Antibiotika heilbar, aber die meisten Infizierten merken nichts von der Ansteckung und geben das Bakterium munter weiter.

    Besonders wichtig in diesem Zusammenhang: Wer sich mit Syphilis infiziert hat, gibt diese nicht nur meist unbemerkt weiter, sondern hat auch als Träger der Krankheit ein deutlich höheres Risiko, sich mit HIV anzustecken - trotz safer Sex.

    Syphilis sorgt nämlich dafür, dass das HI-Virus unkomplizierter übertragen werden kann.

    Aber das wissen viele schwule Männer gar nicht. Wenn überhaupt, lässt man sich auf HIV testen - aber die Sache mit der Syphilis wird gerne verdrängt. Die kann man aber leider schon durch intensives Küssen oder Blasen bekommen - also durch "safer Sex"!

    Außerdem kann Syphilis unbehandelt im Spätstadium zu krassen Folgen führen ...
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#8 Lapushka
  • 01.09.2011, 12:47h
  • Antwort auf #6 von Danjo
  • Vermutlich weil nicht jeder der mit Männern Sex hat schwul ist bzw. sich so definiert.
    Es gibt da (abgesehen von Klemmschwestern) noch diverse Grauzonen. Oder auch Typen, die es zwar sind, es aber nicht sein wollen und sich deshalb auch nicht als schwul bezeichnen würden.

    Und wahrscheinlich auch, um es neutraler klingen zu lassen.

    Wikipedia sagt dazu:

    "Bei einer Studie aus New York City, welche 2003 durchgeführt und 2006 veröffentlicht wurde, gab annähernd einer von zehn Männern an, heterosexuell zu sein und im letzten Jahr Sex mit Männern gehabt zu haben. 70 % dieser Männer waren gegengeschlechtlich verheiratet, 10 % der Männer mit Ehefrauen hatten Sex mit Männern. Die Telefoninterviews wurden in neun verschiedenen Sprachen durchgeführt und heterosexuelle Männer, die Sex mit Männern haben, sind öfter fremdländischer Herkunft als schwule Männer. "

    Sicher auch um diese Männer zu "erwischen" die bei Umfragen zum Thema "schwul" vermutlich nicht mitmachen würden (denn sie sind es ja nicht, zumindest vom Selbstverständnis her), sucht man sich dann eben einen nicht ganz so drastisch klingenden bzw. nach einer Selbstdefinition der eigenen Orientierung verlangenden Begriff.
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#9 CarstenFfm
#10 seb1983