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"Money for Nothing" gehört zu den bekanntesten Popsongs der 80er Jahre

Kanadische Radiostationen dürfen wieder ungeschnitten den Dire-Straits-Song "Money for Nothing" spielen, obwohl darin das herabwürdigende Wort "Faggot" (Schwuchtel) vorkommt.

Die Canadian Broadcast Standards Council (CBSC), die private Rundfunkanbieter reguliert, revidiert damit ihre Entscheidung vom Januar. Damals hatte die CBSC nach Beschwerden von Radiohörern befunden, dass ein Wort wie "Faggot" beleidigend sei und daher nie gespielt werden dürfe (queer.de berichtete). Radiosender müssen seither die betreffenden Stellen im Song mit einem Piepston unterlegen - oder eine andere Version von "Money for Nothing" spielen, in der das Wort "Faggot" unter anderem durch "Mother" ersetzt wurde.

Am Mittwoch hat die CBSC das Verbot des Originalsongs aufgehoben. Das Wort "Faggot", hieß es in der Entscheidung, sei zwar weiterhin als höchst herabwürdigend zu vermeiden, in manchen Zusammenhängen könne es aber gesendet werden: "Es kann Fälle geben, in denen sogar Worte, die eigentlich inakzeptabel sind, in einem bestimmten Kontext erlaubt sind", schreibt die CBSC. Radiostationen sollten nun selbst entscheiden, in welcher Version sie das Lied ausstrahlen wollen.

Youtube | Live-Auftritt der Dire Straits in England - dabei vermeidet Mark Knopfler das Wort "Faggot"

In "Money for Nothing" taucht das Wort Faggot drei Mal auf. Das von Musikkritikern und Fans hochgelobte Lied beschreibt ironisch das Musikgeschäft aus der Sicht eines ungebildeten Arbeiters. Dabei bezeichnet Sänger Mark Knopfler, der die Rolle des Arbeiters einnimmt, einen Rockstar als "Faggot": "The little faggot with the earring and the make-up / Yeah, buddy, that's his own hair / That little faggot's got his own jet airplane / That little faggot, he's a millionaire". Sänger Knopfler erklärte bei der Veröffentlichung, er sei in einem New Yorker Fernsehladen zwei Arbeitern begegnet und wollte deren Welt in ihrer eigenen Sprache darstellen.

In englischsprachigen Ländern hat es immer wieder Streit wegen der Verwendung von Schimpfwörtern gegeben. So zensierte die BBC 2007 das Wort "Faggot" im Weihnachtslied "Fairytale of New York" von der irischen Folkgruppe The Pogues (queer.de berichtete). (dk)



#1 anonymusAnonym
  • 02.09.2011, 12:06h
  • Wenn ich mir vorstelle daß "Künstler" wie Bushido, SIDO oder diese jamaikanischen Hasskrähen ungestraft ihren Schrott im Radio präsentieren können wundert mich ,daß Kanada beim Wort- Faggot- so empfindlich war.Nein ,Bushido und SIDO laufen drüben zwar nicht im Radio aber es gibt in der Reggae, Rap. und HipHop Kultur jede Menge Beschimpfungen auf uns (inklusive Aufruf zum Mord), die drüben ungestraft in den Sendern laufen, daß ich mich wirklich gewundert habe daß sie sich dann an einem Dire Straits Song gestoßen haben.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 CarstenFfm
  • 02.09.2011, 17:33h
  • Anders als bei Hass Rappern, ist das doch - wie auch in dem Artikel geschildert - in dem Song doch Verarsche, man macht sich über eine Proll lustig, indem man dessen Vokabular benutzt.
    Kein Grund, so einen Klassiker zu zensieren....
    Political Overcorrectness.
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#4 auf die füßeAnonym
  • 02.09.2011, 18:37h
  • wie immer setzen sich die profitinteressen der medienkonzerne durch ("freiheit der medien" = alles erlaubt, was profit bringt)

    und nicht etwa die freiheits- und lebensrechte von menschen.

    soziale kontrolle der konzernmedien JETZT!
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#5 MarkAnonym
  • 02.09.2011, 19:39h
  • Und man sollte evtl noch bedenken, dass Mark Knopfler ja quasi sich selbst als Hetero auf die Schippe nimmt, denn die von ihm im Song zitierten Arbeiter schimpfen ja über Rockstars wie ihn selbst.
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#6 seb1983
  • 02.09.2011, 20:52h
  • Antwort auf #4 von auf die füße
  • Die Profitverluste durch das überpiepen der drei Stellen dürfen sich im überschaubarem Rahmen gehalten haben.

    Soziale Kontrolle haben wir übrigens schon: Kannst dich jederzeit bei der Medienaufsicht beschweren.
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#7 HoppelAnonym
  • 02.09.2011, 23:01h

  • Dieser Artikel sollte ganz weit unten auf der Seite stehen, und zwar ohne Bild und so klein geschrieben, dass man ihn nicht lesen kann, wohingegen ein Bericht über den ereigneten Mord an einem homosexuellen 15-Jährigen fett rot eingerahmt an erster
    Stelle der Seite stehen sollte - so lange, bis er tausendmal kommentiert wurde.
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#8 JanAnonym
  • 05.09.2011, 10:14h
  • Endlich ist der CBSC zur Vernunft gekommen und hat sich auch zur Abwechslung mal mit dem Kontext beschäftigt. Natürlich kommt es auf den an! Auch hier zu Lande sollten schon Anti-Nazi-T-Shirts verboten werden, weil ein *durchgestrichenes* Hakenkreuz drauf vorkam. Das ist doch absurd.

    Anstatt wild alles mögliche zu zensieren, ist es meiner Meinung nach absolut erforderlich, sich mit den Inhalten auch wirklich zu beschäftigen. Ansonsten nimmt die Zensur keiner mehr ernst.

    In dem Lied werden die Worte einem Elektrofachmarkt-Angestellten mit sagen wir mal eher geringem Bildungsgrad in den Mund gelegt, der sich darüber beschwert, so hart arbeiten zu müssen, während die Musiker und "Promis" sozusagen "Geld für Nichts" bekommen.
    Diese sieht er ja auch (wird nicht direkt erwähnt) täglich in den Fernseher-Ausstellungsstücken, die im Elektromarkt reihenweise eingeschaltet sind - meistens auf ein Musikprogramm (MTV).

    So beschwert er sich, dass der Trommler einer Band einfach wie ein Schimpanse auf die Trommeln haut und das jeder könnte. Das ist natürlich ironisch selbst-referentiell, denn es ist ja eine Band die dieses Lied vorträgt.

    Tja. Das müsste man jetzt alles noch begreifen und verstehen, um herauszufinden, dass mit "Faggot" die Band indirekt auf sich selbst verweist. Dass man das hier in Deutschland alles bei einem fremdsprachigen Text nicht versteht - OK. Dass sich aber der kanadische CBSC so lange damit Zeit gelassen hat spricht Bände für deren Kompetenz.
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