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Sonntagabend, 20:15 Uhr: Die bekannten blauen Augen starren die Zuschauer in der Eckkneipe "Lamäng" an der Taunusstraße im rechtsrheinischen Veedel Kalk/Humboldt-Gremberg an, dazu ertönt die Tatort-Fanfare. Die Kölner Kommissare Ballauf und Schenk lösen ihren 50. Fall, der sie sie genau an der Kreuzung ermitteln lässt, an dem jetzt die Nachbarschaft sitzt, um ihren echten Stadtteil in der Fiktion zu sehen. Das "Lamäng", in dem auch die nahe gelegene queer.de-Redaktion bereits einige Biere geordert hat, heißt im Krimi "Kaschämm". Für die Szenen in der Kneipe zwar wurden andere Räume genutzt, doch die Humboldt-Gremberger sind begeistert, johlen und klatschen jedes Mal, wenn ihr Platz zu sehen ist.

Nicht der Lokalkolorit ist aber der Star der inhaltlich eher dürftigen Story. Dem Jubiläums-Tatort mit dem Titel "Altes Eisen" verleiht Trudi Hütten Glamour und Glanz, wunderbar gespielt von Edgar Selge. Trudi, früher ein verheirateter Mann, seit 30 Jahren als alleinstehende Frau lebend, ist eine Transsexuelle, die hervorragend in diesen Stadtteil passt. Denn die Kalk und Humboldt-Gremberg verbindende Taunusstraße ist etwas ganz besonderes. Rechts und links gesäumt von stinknormalen bürgerlichen Häuserreihen, ist sie gelebtes Multikulti.

Die jüngeren Kreativen und Hausbesetzer treffen sich in der Kneipe "Vorstadt-Prinzessin", die älter gewordenen Ex-Punks und Linken mischen mit im Bürgerverein im "Lamäng". Die Schwulen haben ihre Cocktail-Bar "Sasch's" und dazwischen gibt es türkisch-arabische Lebensmittelhändler, Friseure sowie Moscheen in ehemaligen Supermärkten. Ach ja, immerwieder sonntags trommeln und singen die Hare Krishna-Anhänger miteinander. Gäbe es Trudi, sie würde hier wenig auffallen und könnte im Sasch's sicherlich mit einer kleinen Show für Stimmung sorgen. Trudi ist schließlich keck ("Bei mir darfst du fast alles, Kommissar Schenk!") und aufopferungsvoll ("Das ist meine Bestimmung, mich zu kümmern").

Im Krimi ist sie allerdings auch etwas altmodisch und verkörpert dadurch ausgerechnet die Ängste des bürgerlichen Milieus dieser Straße, die aufgrund der Veränderungen tatsächlich vorhanden sind. Trudi hat Angst, dass für sie bald kein Platz mehr ist in einem Stadtteil, dem im Krimi prophezeit wird, in fünf Jahren eine angesagte Gegend zu sein. Wir finden: Trudi ist kein altes Eisen, sie ist hip, Trudi gehört einfach nach Kalk und Humboldt-Gremberg, heute wie in fünf Jahren!

Gründet also Fanclubs, stellt Bürgeranträge auf Umbenennung der Taunusstraße in Trudi-Hütten-Allee, fragt beim WDR nach Autogrammen, ordert die Trudi-Hütten-Gedenkperücke bei trannynet.de und singt im schwul-lesbischen Fußball-Fanclub Ruut-Wieß beim nächsten Stadionbesuch miteinander: "Trudi Trudi Tralala!" Lasst Trudi leben!

Die Tatort-Folge ist bis 11.9. in der ARD-Mediathek jeweils ab 20 Uhr abrufbar

(Bild: WDR/Martin Menke)



#1 SvenAnonym
#2 DianaAnonym
  • 05.09.2011, 13:06h
  • Ich find's echt traurig, dass ich in einem Queer Portal erklären muss, dass eine transsexuelle Frau nicht "ein TranssexuelleR" ist. Wer sowenig Verständnis über Transsexualität hat und Betroffenen faktisch das Geschlecht abspricht, hat in einem Portal wie queer.de echt nichts zu suchen, sorry.

    Hallo Diana, danke für den Tipp, ist geändert worden. Wir sind gespannt, wann sich der/die Nächste beschwert, das genau das wiederum verkehrt ist. Die gesamte Trans*Szene scheint sich nicht eins zu sein über die politisch korrekte Wortwahl, somit können wir es immer nur verkehrt machen ;) Solidarische Grüße von der Redaktion
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#3 DianaAnonym
  • 05.09.2011, 13:29h
  • Antwort auf #2 von Diana
  • Hallo und danke für das Korrigieren, nun steht zwar "eine Transsexuelle, DER....." aber die Richtung stimmt ;-)

    Aber jetzt mal ernst, mir ist keine einzige transsexuelle Frau bekannt, die in männlicher Form angesprochen werden möchte oder sich als "TranssexuelleR" versteht, das wäre einfach zu absurd.

    Genau hier haben wir das grosse Verständnisproblem in der Gesellschaft. Eine transsexuelle Frau ist eben kein Kerl der gern Röcke trägt, eine tFrau ist ganz einfach eine Frau die in einem männlichen Körper steckt.

    Dass ich das immer wieder und überall klarstellen muss, ist eine Sache, aber gerade von einem Queer-Portal erwarte ich doch soviel Sensibilität für ein Thema, das schlussendlich das Fundament von Diskriminierungen ist.

    Jedenfalls danke dass Du auf meine Reklamation eingegangen bist.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.09.2011, 14:34h
  • Ich habe gestern Abend den Tatort gesehen und er war sehr gut! Vor allem Darsteller Edgar Selge in der Rolle der Trudi Hütten hat gut gespielt.
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#5 jrg_cgn
  • 05.09.2011, 18:22h
  • Habe gestern den "Tatort" gesehen. Fand den Inhalt nicht sehr dürftig, sonder endlich mal nicht so "konstruiert". "TRUDI" (Herr Selge) hat die ganze Sache ganz toll rübergerbracht...besonders auch die leisen Töne, die einen auch sehr nachdenklich stimmten. Für mich ist dieser "TATORT" ein sehr gelungener Krimi. Danke an die Hauptdarsteller.
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#6 alexander
  • 05.09.2011, 20:05h
  • Antwort auf #5 von jrg_cgn
  • muss ich auch sagen, für mich war selge grandios !
    ich fand gerade die "simple" story so gut rübergebracht, weil diese sozialen konstrukte so "simpel" sind !
    eine der besten tatort-folgen, die es gibt.

    es gab 1973 einen ähnlich guten tv-film, mit wolfgang kieling "im reservat", der in berlin spielt !

    interessanterweise hat sich seitdem nicht viel geändert !

    sollte nachdenklich machen !
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#7 trudis vinylAnonym
#8 Katrin
  • 06.09.2011, 10:09h
  • Jetzt weiss ich endlich wie sich Transsexuelle verhalten. Sie leben als Trans-Frau, gehen aber zum Herrenfrisör und lassen sich jahrelang eine Herrenfrisur schneiden, damit sie dann eine Perücke überziehen müssen. Trans-Frauen schminken sich den ganzen Tag und laufen stets in Röcken rum. Und sie lassen sich natürlich von allen per Du anreden, insbesondere von Jugendlichen. Nicht das ich was dagegen hätte, ist aber halt in der deutschen Sprache eine Herabsetzung.

    Worum ging es eigentlich bei dem Film? Ach ja: hochgelobte Inhaltslosigkeit auf Kosten einer Minderheit.
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#9 ronny360Profil
  • 07.09.2011, 14:49hBerlin
  • Antwort auf #8 von Katrin
  • Ich habe den Kommentar gelesen und bringe ihn überhaupt nicht mit dem Tatort zusammen - der mir gut gefallen hat. Eine Geschichte ist eine Geschichte und wie in diesem Fall sogar eine gute. Nirgentwo habe ich aber den Anspruch der Geschichte gesehen, dass hier im Absoluten dargestellt werden soll , wie Transsexuelle sind. Es ist doch selbstverständlich, dass es noch viele und auch ganz andere Geschichten um Transsexuelle gibt. Also warum so eine bittere Ironie? Der Inhalt wurde zurecht hochgelobt, Edgar Selge hat grossartig gespielt und Trudi Hütten war für mich eine ganz starke Frau.
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#10 alexander