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Junge Lesben bei einem CSD

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hat am Freitag eine Studie zur Lebenssituation von LGBT-Jugendlichen in der bayrischen Hauptstadt vorgestellt. Befragt wurden dazu rund 800 Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe.

Zwischen fünf und zehn Prozent der rund 195.000 Jugendlichen Münchens seien schwul, lesbisch oder Transgender, und diese seien oft schweren Belastungen ausgesetzt, so die Studie, die in Kürze auf der Webseite der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen veröffentlicht werden soll.

So betonen fast 90 Prozent der Fachkräfte, dass die jungen Menschen zusätzlichen spezifischen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind, also unter anderem unter der Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung, Verheimlichungsdruck, homosexuellenfeindlichen Erlebnissen und dem Verlust von Freunden leiden.

88 Prozent der Fachkräfte halten ein Coming Out bei Mitschülern und Freunden für nicht problemlos möglich, bei den Fachkräften aus der Schulsozialarbeit sind es sogar 97 Prozent. "Bedenkt man, welche zentrale Funktion die Gleichaltrigengruppe für das Wohlbefinden und die Entwicklung von Jugendlichen hat, kann man ermessen, mit welchen Schwierigkeiten die jungen Lesben und Schwulen hier zu kämpfen haben", so die Zusammenfassung der Studie.

Problemfeld Schule

90 Prozent der Fachkräfte glauben, dass an Schulen ein unfreundliches soziales Klima für schwule und lesbische Jugendliche herrscht; Sozialarbeiter an Schulen sind sogar zu 97 Prozent der Meinung. 82 Prozent der Fachkräfte glauben, dass es an jugendtypischen Treffpunkten wie Schulen aber auch Jugendfreizeitstätten zu homophoben Ereignissen kommt. Und nur 20 Prozent glauben, dass LGBT-Kids problemlos von ihren Eltern akzeptiert werden.

Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe seien "die Lebenslagen schwuler und lesbischer Jugendlicher (...) zu wenig bekannt, das spezifische Fachwissen fehlt", wird bemerkenswert selbstkritisch berichtet. Es mangele an spezifischen Angeboten ebenso wie an ausformulierten Qualitätsstandards: "Interventionsformen bei homophoben Ereignissen sind zu wenig bekannt."

Obwohl sich die Landeshauptstadt seit Jahren für Schwule und Lesben einsetzt und auch ein LGBT-Jugendzentrum unterhält, müsse mehr getan werden, so das Fazit. Allgemeine soziale Einrichtungen müssten sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen, "homosexuellenfeindliche Haltungen und Vorkommnisse müssen in aller Entschiedenheit bekämpft und zurückgewiesen werden." Und an Schulen und anderen Orten sollten "akzeptierende soziale Räume zur Verfügung stehen".

Auch müsse die Studie, die größte kommunale zu dieser Thematik im
deutschsprachigen Raum, "Wirkung entfalten über München hinaus", fordern die Autoren. "Hier steht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, Kinder und Jugendliche vor Ausgrenzung und Diskriminierung zu schützen und deutliche Signale für eine akzeptierende Gesellschaft zu
setzen." (nb)



#1 dem pausenbrotAnonym
  • 09.09.2011, 17:52h
  • das sind brot- und butterthemen.

    man muss den beteiligten heten danken, sich um eine klare und realistische zustands- und bestandsaufnahme verdient gemacht zu haben.

    die schönfärbereien aus interesse geleiteten schwulen kreisen zu diesem thema, sehen daneben
    noch schäbiger aus, als bisher schon.
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#2 daVinci6667
  • 09.09.2011, 17:55h

  • Es ist einfach todtraurig! Nichts scheint besser geworden zu sein seit meiner Schulzeit. Wie viele solcher Studien braucht es denn noch, bis endlich gehandelt wird? Wir erwachsenen Schwulen haben die verdammte Pflicht dafür zu sorgen, dass es unsere Jugend besser hat. Schon viel zu viele haben den massiven Druck nicht ausgehalten und sich das Leben genommen. Ich hatte ein frühes und an meiner Schule ein sehr schwieriges Coming-out. In diesem alter sind Gleichaltrige oft brutal und gnadenlos. Zweimal war ich zwischen 14-16 vor dem Selbstmord. Lehrer waren total überfordert, genau wie heute immer noch. Die Gesellschaft schaut weiterhin weg! Einfach todtraurig!
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#3 David77Anonym
  • 09.09.2011, 18:15h
  • Die Gesellschaft schaut nicht nur weg, sondern erschwert bzw. kämpft gegen Unterstützung LGTB Jugendlicher an... das wird alles als "Werbung" abgetan, das eigene Kind soll ja bloß nicht mit dem Thema belästigt werden...
    Die Sicht der betroffenen Jugendlichen wird vollkommen ignoriert, man geht ja von aus, sie würden durch die ach so böhse "Propaganda" erst schwul/lesbisch WERDEN. Dabei ist ja das Gegenteil der Fall, man stellt irgendwann fest, das die heterosexuelle Entwicklung, die man im Umfeld beobachtet und bei sich selbst erwartet ausbleibt...
    Schlimmes Bespiel für die Ignoranz ist die unsägliche Petition in Gießen gegen eine Anti-Homophobie-Kampagne, bei der die Petitoren so tun als seinen sie Opfer und die Initiatoren der Kampagne die bösen Täter...
    Die Peition wolle ja nur FÜR die Familie sprechen und das sei ja nicht homophob. Stattdessen sei die Kampagne familienfeindlich, dabei wird dieses Thema nicht berührt

    Zum kotzen.

    Macht bitte mobil gegen die Petition!!!!!!!!!!!

    www.openpetition.de/petition/argumente/familie-muss-mainstre
    am-bleiben


    Und hier die Kommentare der Unterzeichner.

    www.openpetition.de/petition/kommentare/familie-muss-mainstr
    eam-bleiben


    Erschreckend homophob, diffamierend und teils rechts...

    BEITEILIGT EUCH!!!
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#4 ClaudiaAnonym
  • 09.09.2011, 18:22h
  • Furchtbar! Offenbar hat sich seit meiner Schulzeit nichts verändert. Die Umstände, unter denen LGBT-Teenager aufwachsen, sidn schlimm. Ich hoffe, die Studie alarmiert jetzt endlich mal und gibt den Impuls zu handeln, anstatt zum Wegschauen. Oder sind schwullesbische Teenager nicht so wichtig?
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#5 SebiAnonym
  • 09.09.2011, 18:30h
  • Und an all den Problemen dieser Jugendlichen, an Mobbing, an Gewalt, an Selbstmorden, etc. haben die ganzen homophoben Hetzer aus Politik und diversen Religionen Mitschuld.

    Auch sie haben Blut an ihren Händen...
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#6 AndqtAnonym
  • 09.09.2011, 18:30h
  • Interessante Studie
    /Ironie off

    Mal im Ernst, wie unbekannt sind denn diese Ergebnisse? Das sollte jeder, der eine normale Schule besucht längst bemerken.

    Ich kann aus Erfahrung sprechen, ich bin Schüler, zwar das letzte Jahr jetzt, aber dennoch ist es die meiste Zeit die Hölle gewesen.
    Ich hab zwischen 16 & 19 (umzugsbedingt) 3 Schulen besucht und gehe jetzt nochmals in eine neue und kann nur sagen:
    Das Einzige, dass mir wirklich half, war der - fast schon - aggressive Umgang mit meiner Homosexualität. In den ersten beiden Schulen habe ich NUR Ablehnung erfahren und wurde von allen Seiten (teilweise auch von Lehrern) niedergemacht und es wurde sich über mich lustig gemacht.
    Doch als ich von vorn herein aggressiver und offener mit dem Thema umgegangen bin, und mich auch über Heten lustig gemacht habe, ohne natürlich zu beleidigen, wurde es akzeptiert, oder zumindest nicht gar so schlimm aufgefasst.
    Natürlich war ein Vorteil, dass die Zusammenstellung der Klasse komplett neu gewesen war, aber dennoch hab' ich es als großen Fortschritt angesehen.

    Jetzt bin ich irgendwie abgeschweift... Was ich sagen wollte:
    Es wird m.M.n. an den Schulen viel zu wenig gemacht. Die Lehrer waren bei mir, wenn sie denn überhaupt zu mir halfen, völlig überfordert. Und zu männlichen Lehrern konnte ich nicht gehen, da es da auch viele (vor allen Dingen natürlich ältere) gibt, die ebenfalls Probleme mit Homosexualität haben.

    Ich weiß, ich mekere nur, ich weiß aber leider auch nicht, was genau getan werden müsse, damit das besser wird, außer natürlich Preväntion.
    Im Sinne von früherer Aufklärung, damit nicht alles was "scheiße" ist, auch gleich "schwul" ist.

    Liebe Grüße
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#7 eMANcipation*Anonym
  • 09.09.2011, 22:57h
  • Antwort auf #6 von Andqt
  • Heterosexismus und Sexismus sind nicht nur begrifflich, sondern faktisch direkt miteinander verknüpft.

    Noch nie zuvor wurden Kinder von kleinauf derart aggressiv mit kommerziell produzierten, durchweg sexistischen Bildern überflutet, wie dies heutzutage auf allen Kanälen und vor allem dort, wo ihnen vermeintliche Vorbilder und Identifikationsfiguren präsentiert werden - in der Musik- und Pop-Industrie, im Sportgeschäft, allgemein in der Werbung - immer penetranter der Fall ist.

    Schwule dürfen nicht länger wegsehen, wenn Kinder und Jugendliche aus reinem Profitinteresse in noch nie dagewesenem Maße auf sexistisches und heterosexistisches Rollenverhalten und "Leistungsdenken" getrimmt und damit einer freien, selbstbestimmten, gewaltfreien Entfaltung beraubt werden.

    Aggressiv sexistische Gesten, Symbole, Posen, Stereotype, Kleiderordnungen und Rollenzuweisungen, transportiert sogar über klar unterscheidbare Kameraeinstellungen, bestimmen die Bilder, die Kinder inzwischen lange vor der Pubertät prägen.

    Wir können davor weiterhin die Augen verschließen, oder wir kämpfen endlich als emanzipierte Schwule und Männer gemeinsam mit emanzipierten Frauen und Feministinnen gegen diese widerwärtige Gehirnwäsche, welche die Medienkonzerne völlig unbehelligt rund um die Uhr betreiben.

    Auf einer der wenigen verbliebenen, kritischen feministischen Seiten habe ich vor kurzem gelesen:

    *****************************************

    Der Kampf gegen Sexismus muss gerade heute einen Kampf gegen erniedrigende und diskriminierende Rollenbilder bis hin zu offen sexistischen Darstellungen enthalten. Das bedeutet u.a., dass die Frauenbewegung ein Vetorecht über für Frauen relevante Medien-Inhalte erkämpft.

    ******************************************

    Dieser Forderung kann ich mich als Schwuler nur vollumfänglich anschließen!

    Wir brauchen als Sofortmaßnahme endlich eine umfassende soziale Kontrolle der Konzernmedien durch historisch und aktuell diskriminierte gesellschaftliche Gruppen. Wenn in der EU angeblich die Diskriminierung auf Grund des Geschlechts und der sexuellen Identität verboten ist, können derart unerträglich sexistische und heterosexistische Darstellungen nicht länger hingekommen und müssen rechtlich einklagbar geächtet werden.

    Diese "Abwehrmaßnahmen" müssen Hand in Hand gehen mit einer umfassenden, proaktiven Aufklärung und einem effektiven Schutz vor rassistischer, sexistischer und allgemein xenophober Sprache und Gewalt - und zwar vom Kindergarten an!

    Letzten Endes können diese Maßnahmen nur dann erfolgreich sein, wenn wir uns als Schwule und Lesben immer und überall aktiv an den Kämpfen für eine soziale und demokratische Gesellschaft beteiligen, die menschenwürdige Lebensbedingungen für ALLE sicherstellt und insbesondere diejenigen im Blick hat, die durch die sozialen Verbrechen der letzten Jahre immer wieder mit Füßen getreten und ihrer gesellschaftlichen Teilhabe beraubt wurden. Ein Klima der sozialen Aggression, wie es neoliberal-neokonservative Politik im Namen von Banken, Konzernen und der vielbeschworenen "Märkte" in den letzten 15 Jahren auch bei uns mit verheerenden, messbar lebenszerstörenden Folgen verbreitet hat, steht der Wertschätzung menschlicher Vielfalt und dem Schutz der Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller Menschen diametral entgegen.
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#9 Gandalf the GayAnonym
  • 10.09.2011, 13:49h
  • Es zeigt sich wieder mal:
    "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Umgebung, in der er lebt."

    Und diese unheilvolle Allianz aus Kirche und Politik tut alles dafür, dass es so bleibt.

    Wenn man uns schon nicht manipulieren und unterjochen kann, soll uns wenigstens das Leben zur Hölle gemacht werden.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.09.2011, 17:14h
  • Das Ergebnis der Studie macht einen nachdenklich und auch traurig, daß sich in letzter Zeit wenig bis fast gar nichts in dieser Angelegenheit getan hat!
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