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Blutkonserven werden benötigt, aber in vielen Ländern sind per se schwule Männer vom Spenden ausgeschlossen (Bild: HowardLake / flickr / by-sa 2.0)

Nach der Entscheidung Großbritanniens, Schwulen wieder Blutspenden zu erlauben, mehren sich Stimmen für eine Aufhebung des Banns in ganz Europa. Die wichtigste kommt von der Europäischen Kommission.

John Dalli, Kommissar für Gesundheits- und Verbraucherthemen, hat in einer schriftlichen Antwort auf eine Frage geschrieben, EU-Richtlinien forderten, Menschen von der Blutspende abzuhalten, die aufgrund ihres sexuellen Verhaltens ein erhöhtes Risiko haben, sich mit ansteckenden Krankheiten zu infizieren. Der Malteser stellt klar, dass die Formulierung "sexuelles Verhalten" nicht das gleiche sei wie "sexuelle Orientierung". Ferner sei Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verboten, auch im Hinblick auf die Richtlinien zum Gesundheitsschutz.

Schwule Männer dürfen fast überall auf der Welt kein Blut spenden, auch in Deutschland nicht. Das Verbot stammt aus der Frühzeit der Aids-Epidemie, als es noch keine Testmöglichkeit gegen das Virus gab und sich später tatsächlich Menschen über Blutkonserven infizierten. Inzwischen werden alle Blutproben getestet, auch können sich Spender über ihren HIV-Antikörperstatus informieren.

Am Donnerstag hatte Großbritannien eine teilweise Aufhebung des Spendeverbots bekannt gegeben (queer.de berichtete). Schwule Männer dürfen nun spenden, wenn sie mindestens ein Jahr lang keinen Sex mehr gehabt haben. Viele halten diese Einschränkung, die eine Weitergabe einer frischen Infektion ohne Wissen des Spenders verhindern soll, weiterhin für diskriminierend, da sie in dieser Art der Formulierung nicht für Heterosexuelle gilt. Ähnliche Einschränkungen einer Erlaubnis zur Blutspende existieren auch in Australien, Schweden und Japan. In anderen Ländern wie Spanien oder Italien werden potentielle Spender zu ihrem Risiko bzgl. Infektionskrankheiten befragt, ohne auf die sexuelle Orientierung einzugehen.

Aufhebung auch in Deutschland gefordert

Nach der Aussage des EU-Gesundheitskommissars sei nun der deutsche Gesetzgeber gefordert, forderte Barbara Höll, Sprecherin für Lesben- und Schwulenpolitik der Linken. "Der generelle Ausschluss schwuler Männer von der Blutspende ist eine zu beendende gesetzeswidrige Diskriminierung."

Der durch die Bundesärztekammer festgelegte generelle Ausschluss schwuler Männer "diskriminiert und schürt Vorurteile", so die Politikerin. "Nicht das tatsächliche Verhalten des Bluspenders, wie häufige Sexualpartner oder riskante Sexualpraktiken, sondern seine sexuelle Identität führen zum Ausschluss von der Blutspende. Dies betrifft auch schwule Männer, die in einer langjährigen monogamen Beziehung leben."

Michael Cashman, der britische Co-Vorsitzende der LGBT-Arbeitsgruppe des EU-Parlaments, lobte die Antwort Dallis, da er klarstelle, dass Einzelpersonen gefährdet sind und nicht Gruppen. "Schwul oder bisexuell zu sein, bedeutet nicht, dass man ein Gesundheitsrisiko ist." Seine finnische Kollegin Sirpa Pietikäinen ergänzte, ein Blutspendeverbot aufgrund von sexueller Orientierung oder einer anderen Gruppenzugehörigkeit sei diskriminierund und verstoße gegen Logik. (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.09.2011, 16:45h
  • Man hätte das Blutspendeverbot für Schwule schon längst, und zwar zu Beginn des 21. Jahrhunderts, abschaffen müssen! Es gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!
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#2 Floris BüAnonym
  • 11.09.2011, 17:05h
  • ‎"Jeder Mensch hat Recht auf Leben" So oder so ähnlich müsste ich doch Menschenrechteorganisationen zitieren. Ich habe vor einigen Jahren einen guten Freund verloren ... Es hätte vllt. geholfen wenn ich ihm mein Knochenmark hätte spenden können... Oder es hätte einem anderen Menschen Helfen können... Ich bin seit April 18 Jahre alt, also würde man es mir nicht mehr untersagen können zu spenden... nur jetzt kommt mein "sexuelles VERHALTEN" was mich daran hindert Menschen am Leben zu lassen... Welt dir ist nicht mehr zu helfen!!!! und den HETEN die diese Welt "führen" werden sie so zerstören , dass selbst kein Tier mehr auf dem Plant sein wird... Ich finde es schlimm wie diese "menschen" mit Menschen umgehen, die nicht für das können was sie und wie sie sind :@ Den Heten können auch nicht dafür das sie Heten sind, oder? Diese "Menschen" sind keiner Hilfe würdig ... Ich will es nicht wünschen / hoffen nur diesen Menschen sind es selber schuld, dass die Blutbanken leer sind und dass ihnen und anderen nicht geholfen werden kann!!! WIR HÄTTEN ALLE MÖGLICHKEITEN DIE BANKEN AUFZUFÜLLEN!!! Liebe Ärzte der Welt sie sind sich bewusst wie schwer es ist einen genetischen Zwilling zu finden, also möchte ich sie einen Gedanken ins Gewissen rufen... Warum kann man nicht auch homos. MENSCHEN für Blutspenden und auch Knochenmarkspenden zu lassen? Es wäre so viel einfacher... Falls sie nichts daran ändern wäre ich auch dafür, dass die Heten auch mehr überprüft werden!!! Ich kenne einige die OHNE Schutz miteinander schlafen und nicht nur mit einem Partner (auch mehrere gleichzeitig...) !!! :@ Aber das ist ja nicht schlimm AIDS IST JA EINE SCHWULE KRANKHEIT!!! Dieses ganze über einen Kamm schweren!!!:@ Am besten würde man uns noch ausrotten... Ich weiss was die Regierungen der Welt davon abhält.. Es sind die Steuereinnahmen...-.- Auf Menschenrechte gibt doch keiner mehr was!!! Ich hoffe das ändert sich bald mal!!!
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#3 Geert
  • 11.09.2011, 18:06h
  • Nochmals: Es geht hier nicht um Diskriminierung von Menschen mit schwuler sexueller Orientierung. Es geht um eine Regelung dazu, wie man mit Menschen mit sehr promiskem Sexualverhalten umgehen soll.
    Ich möchte mal die sehen, die hier ständig "Diskriminierung!" rufen, wenn sie selbst einmal auf der Intensivstation liegen und Blut von Prostituierten beiderlei Geschlechts, promisken Szene-Schwulen oder heterosexuellen Autobahnpärchen bekommen sollen.
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#4 daVinci6667
  • 11.09.2011, 18:10h

  • "Schwul oder bisexuell zu sein, bedeutet nicht, dass man ein Gesundheitsrisiko ist." Seine finnische Kollegin Sirpa Pietikäinen ergänzte, ein Blutspendeverbot aufgrund von sexueller Orientierung oder einer anderen Gruppenzugehörigkeit sei diskriminierund und verstoße gegen Logik."
    Dem ist eigentlich nichts zuzufügen! Außer mit der Logik hat die Angst ja manchmal ihre Probleme.
    Vielleicht denken manche Heten ja, durch schwules Blut in den Adern könnte er selber schwul werden. Und ganz schlimmer Gedanke: Das schwule Blut wird bei Erregung dann auch noch die Schwellkörper des Hetero-Penis füllen und ihn ganz zum versteifen bringen! Da denken manche, wusste ich es doch, das schwule Blut ist ganz einfach Pervers! LOL
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#5 daVinci6667
  • 11.09.2011, 19:22h

  • Antwort an #3 Geert
    Verstehe doch, Menschen mit sehr promiskem Sexualverhalten sollen nicht Blut spenden dürfen, egal ob homo oder hetero! Die sexuelle Orientierung alleine ist aber kein Ausschlusskriterium! Das ist wirklich diskriminierend.
    Nimm z.B. mein Mann und mich. Seit Jahren treu verheiratet. Gibt es irgend einen medizinischen Grund, warum wir nicht dürfen?
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#6 realityAnonym
  • 11.09.2011, 19:39h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • In dem bösen kommunistischen "Unrechtsstaat" DDR gab es diese Unterscheidung nicht. Es gab auch nicht diese diskriminerenden Fragebögen wie beim DRK.

    Das ist der Unterschied, wobei bei diesem unterschied die Frage wäre, welcher Staat nun der "Unrechtsstaat" war oder ist...

    Fakt ist, solange sie mein Blut nicht wollen gibt es das auch nicht. sollte jedoch mein Mann einmal mein Blut brauchen so würde ich darauf pochen das er es auch bekommt!
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#7 Mister_Jackpot
  • 11.09.2011, 21:54h
  • Antwort auf #3 von Geert
  • Es geht hier sehr wohl um Diskriminierung und die Verleumdung anderer Schwuler, die deiner Ansicht nach einen promisken Lebensstil betreiben kotzt mich echt an so langsam. Hinzu kommt ist, dass das Blut von jedem Spender sowieso vorher UNTERSUCHT wird! Warum sollen dann Schwule nicht spenden dürfen? Und wenn ich wie du es sagst eine Blutspende brauche erwarte ich von den behandelnden Ärzten und den entsprechenden Stellen, dass das Blut auch sauber ist, also vorher auf alle möglichen Krankheiten untersucht wurde. Das kann man als Patient ja wohl grundsätzlich erwarten...UND unsauberes Blut kann auch von Heten kommen.
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#8 kaysiProfil
  • 12.09.2011, 02:24hBangor
  • Antwort auf #3 von Geert
  • In Deutschland vielleicht nicht, ich weiß es nicht ganz genau.

    Ich bin bei mir daheim (in GB) nicht erlaubt Blut zu spenden weil ich schon mal Sex hatte. Die Frage die im moment gefragt wird ist:
    "Are you a man who has ever had oral or anal sex with a man, with or without a condom?"

    Erst nach dieser Frage im Fragenkatalog wirst du über dein Sexuelles Verhalten gefragt. Das ist diskriminierent. Natürlich wenn du nie Sex gehabt hast dann ist ja alles in Ordnung und dann musst du nichts sagen und dann gibt es auch kein Problem. Das ganze wird jetzt zwar geändert aber das heißt ich müsste jetzt für die nächsten 354 Tage enthaltsam leben um Blutspenden zu können (No Way in Hell) Selbst wenn ich in dem Jahr nur mit einem Partner geschlaffen hätte und er auch ist vollkommen egal.

    Und im übrigen es ist Prostituierten beider geschlechter ist es verboten zu spenden (zumindest in GB) genauso wie Menschen die regelmäßig wechselnde Partnern usw. Das heißt deine Theorie ist komplett absurd. Ausser sie lügen und das kann man nicht kontrollieren.
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#9 HannibalEhemaliges Profil
#10 daVinci6667
  • 12.09.2011, 13:14h

  • Antwort an #9 Hannibal
    Dass Schwule weniger treu sind als Heten ist ein böses Vorurteil und diskriminierend. Vermutlich hast du entsprechende Erfahrungen gesammelt, einer mein Ex hatte auch so seine Mühe und ich war selber auch nicht ausnahmslos ein Engel.Ich kenne viele Paare die seit vielen Jahren zusammen sind. Ob sie sexuell treu sind, nehm ich an, geht mich aber nix an. Das fragt man bei Heteropaaren auch nicht nach. Was uns persönlich betrifft, ja das stimmt, wir sind uns seit Jahren immer treu. Mag sein dass das Alter eine Rolle spielt und dass beide schon genug Ärsche, Schwänze und Abenteuer "sammeln" durften, wir viel miteinander erlebt haben und jeder weiß, was wir aneinander haben. Ein Seitensprung würde zu berechtigten Diskussionen, aber sicher nicht zum Ende der Beziehung führen. Diese Sicherheit sollte Mann seinem Partner immer geben! Schließlich wollen wir eine Liebes- und keine Besitzbeziehung.

    Richte dein Leben so ein wie es dir gefällt. Alles ist gleichwertig. Führe aber nicht einfach eine "offene" oder gar keine "feste" Beziehung, nur weil du glaubst, wir Schwulen können das nicht!
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