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Eine Leiche aufgehängt am Fleischerhaken im Kühlhaus eines Schlachthofs - und das ist erst der Beginn einer beispiellosen Mordserie...

Mit dem Roman "Aus Wut" beendet Jan Stressenreuter seine Kölner Krimireihe um einen schwulen Oberkommissar und seine launische Vorgesetzte.

Von Nicole Bruschkeit

Genie und Wahnsinn liegen oft dicht beieinander. Wird die Grenze zwischen kreativ und krankhaft überschritten, ist das in der Regel "nur" eine menschliche Tragödie - es sei denn, der Gratwanderer verfügt zudem über eine enorme kriminelle Energie. Dann kann es mordsgefährlich werden! So wie in Jan Stressenreuters neuestem Krimi "Aus Wut".

Als ein Nachbar sich Hilfe suchend an die Kölner Hauptkommissarin Maria Plasberg wendet, weil er sich bedroht fühlt, bekommt er ihre legendäre schlechte Laune zu spüren und kassiert eine Abfuhr. Am nächsten Morgen wird er ermordet aufgefunden; Plasberg und ihr schwuler Kollege Torsten Brinkhoff werden zum Tatort gerufen, wo sich ihnen ein furchtbarer Anblick bietet. In den nächsten Tagen wird ihnen noch weitaus mehr abverlangt, denn bald zeigt sich, dass die Ermittler es mit einem planvoll vorgehenden Serienmörder zu tun haben, der vor keiner Abscheulichkeit zurückschreckt und darüber hinaus mit allen Wassern gewaschen ist. Ihm gelingt das schier Unmögliche: Er hinterlässt keine verwertbaren DNA-Spuren. Auch die Wahl seiner Opfer liefert keine Anhaltspunkte, die zur Aufklärung beitragen könnten.

Der schwule Oberkommissar zweifelt an seiner Dienstfähigkeit


Jan Stressenreuter, Jahrgang 1961, ist seit 2002 als freier Autor tätig.

Die Mordkommission arbeitet auf Hochtouren, kommt aber einfach nicht voran. An dieser Tatsache kann auch der Druck, den der Büroleiter des Polizeipräsidenten auf Maria Plasberg ausübt, nichts ändern. Kollege Brinkhoff ist ebenfalls in Bedrängnis: Er leidet unter schweren Depressionen und hegt berechtigte Zweifel an seiner Diensttauglichkeit. Darüber hinaus hängt bei ihm und seinem Lebensgefährten der Haussegen gewaltig schief. Probleme über Probleme - wie das wohl ausgeht?

Diese Frage bleibt bis zuletzt spannend und drängt dazu, sich in Windeseile durch Jan Stressenreuters "Aus Wut" zu schmökern. Man darf nur das Luftholen dabei nicht vergessen, denn streckenweise ist der Krimi-Tobak so stark, dass einem schon mal der Atem stocken kann. Klug durchdacht, packend präsentiert, sehr lebendig und an den richtigen Stellen mit beiläufig-trockenem Humor versehen - einfach gekonnt!

"Weiter so!" möchte man rufen, doch mit diesem Krimi soll die Reihe um den stotternden schwulen Ermittler und seine stets mit einer ausgefallenen Handtasche bewaffnete Vorgesetzte abgeschlossen sein. Was für ein finsterer Plan! Hoffentlich gelingt es, den Autor von der Durchführung abzubringen - die Fans würden es ihm danken!

Jan Stressenreuter: Aus Wut, Kriminalroman, 420 Seiten, Querverlag, Berlin 2011, 12,90 €



#1 Diz!Anonym
  • 12.09.2011, 17:42h
  • Mit diesem Duo bin ich nie warm geworden. Zu unsympathisch die kommissarin, zu angepasst der Hauptakteur.Die anderen Bücher des Autors gefallen mir deutlich besser.
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#2 KrimifanAnonym
  • 13.09.2011, 05:32h

  • Also anders als die schmalztriefenden bisherigen Bücher finde ich die Krimireihe bisher ganz gut. Sie ist spannend und die Stories sehr tiefgründig. (Ganz anders als bspw. "Und dann der Himmel" - FURCHTBAR. Die Kommissarin ist tatsächlich eher unsympathisch, ihre Art ist aber nachvollziehbar. Kommissar Brinkhoff ist mir hingegen - auf aufgrund der nicht vorhandenen Perfektion - ganz sympathisch. Was mir aber nicht so gefällt ist die Darstellung von vermeintl.schwulem Alltag. Es geht viel um die schnelle Nummer,offene Beziehungen od. Fremdgehen. Im zweiten Teil macht Brinkhoff unfreiwillig mit einem Typen rum,der sich in einer langjährigen Bez.befindet,kommt sich verarscht vor,als er es herausfindet und kommt dann am Schluß mit ihm zusammen. Total unrealistisch. Hier werden Klischees voll bestätigt. Ich hoffe aber trotzdem, dass die Reihe fortgesetzt wird.
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