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Deutschlandbesuch von Benedikt XVI.

Papst-Anhänger beschimpfen Gegner


Will den Bundestag beweihräuchern: Der Papst soll am 22. September um 15:30 Uhr als erster Kirchenführer im Zentrum der deutschen Demokratie sprechen

Jetzt wird geholzt: Unionspolitiker bezeichnen Papstkritiker als "politische Rüpel", die Kirche fordert "Respekt" und warnt vor Krawallen - viele Oppositionsabgeordnete wollen der Rede im Bundestag trotzdem fernbleiben.

Von Dennis Klein

Noch ist unklar, ob am 22. September in der Nähe des Reichstags gegen die homofeindliche Politik des Papstes demonstriert werden darf - die Polizei hatte die Aktion letzte Woche verboten, die Aktivisten wollen jedoch dagegen klagen (queer.de berichtete). Klar ist jedoch, dass der Papst am selben Tag seine Sicht der Dinge im Bundestag kundtun darf. Doch nicht alle Politiker wollen Jubelperser sein: Ein Drittel bis ein Viertel der SPD- und Grünenabgeordneten haben angekündigt, der Rede demonstrativ fernzubleiben, ebenso wie die halbe Linksfraktion. Das wird aber voraussichtlich kaum jemand merken: Die Fraktionen haben sich bereits im Vorfeld des Besuchs darauf geeinigt, dass leer bleibende Sitze durch ehemalige Parlamentarier aufgefüllt werden sollen. Union und FDP wollen dagegen - soweit möglich - vollzählig erscheinen.

Die deutschen Katholiken werfen den Papst-Kritikern unfreundliches Verhalten vor: "Es gehört sich, einen solchen Gast mit der notwendigen Freundlichkeit, mit Respekt und Noblesse aufzunehmen", sagte Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, gegenüber der "Passauer Neuen Presse". Er hoffe, "dass nicht Krawalle das öffentliche Bild bestimmen".

CSU: "Rüpel"-Gegner betreiben "Straßenkampf"


Gerda Hasselfeldt (CSU) akzeptiert Kritik am Papst nicht (Bild: Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde)

Auch die Union findet die fehlende Gefolgschaft respektlos: So wirft CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt linken Papst-Kritikern vor, am Mittel des "Straßenkampfs" festzuhalten. Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner sagte in der "Rheinische Post", dass die Kritiker des Papstbesuches keine derartige "Antihaltung beim Besuch des Dalai Lama oder eines anderen Religionsoberhauptes an den Tag gelegt hätten" - sie erwähnt aber nicht, dass der Papst als erster Kirchenführer das Privileg erhält, im Zentrum der deutschen Demokratie zu sprechen. Klöckner erwartet hierfür offenbar uneingeschränkte Solidarität: "Wir sind Papst - immer noch. Der Besuch von Papst Benedikt wird vielen Menschen Freude bereiten, denn er hat etwas zu sagen."

Besonders gerne schießen CSU-Abgeordnete gegen die Kritiker aus der Linkspartei: "Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Kommunisten noch nicht in der Demokratie angekommen sind", erklärte etwa der Aschaffenburger Bundestagsabgeordnete Norbert Geis gegenüber der rechtspopulistischen Wochenzeitung "Junge Freiheit", die nicht gerade als Hort der Demokratie gilt. Dem selben Blatt sagte Thomas Goppel, der Sprecher der "ChristSozialen Katholiken in der CSU": "Die Parlamentarier der Linken erweisen sich als die politischen Rüpel, für die ich sie immer gehalten habe. Man muss Ideologe sein, um so zu ticken." Inhaltlich lassen sich die Kritiker der Papstkritiker jedoch auf keine Diskussionen ein - auch nicht auf den Einwurf des Linksfraktionssprechers Hendrik Thalheim, der erklärte, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland auch Kritik an der Politik der Katholischen Kirche garantiere.

"Es ist schon erstaunlich, wie viel Intoleranzpotenzial in manchem Toleranzapostel schlummert", sagte Martin Lohmann, Sprecher des Arbeitskreises engagierter Katholiken in der CDU, gegenüber der "Rheinischen Post". "Wer bei der Rede des Papstes im Bundestag wegbleibt, also vor Benedikt XVI. flieht, verrät letztlich eine unglaubliche Angst vor Wahrheit und Klarheit", so der Publizist, der auch schon gegen Aufklärung über Homosexualität an Berliner Schulen wetterte.

Abstimmung über Ehe-Öffnung

Gegner der Papstrede kritisieren dabei nicht nur die rigide Haltung des Papstes in der Familienpolitik, für die er weltweit wirbt. So weist der SPD-Abgeordnete Rolf Schwanitz darauf hin, dass das Grundgesetz Glaubensfreiheit garantiere - und dass der Bundestag nicht als Werbefläche für eine bestimmte Religion missbraucht werden dürfe: "Der Deutsche Bundestag ist weder ein Ort der religiösen Missionierung noch eine Kirche. Er darf auch nicht zu einem solchen Ort gemacht werden", so Schwanitz.

Einen besonderen Protest gegen die Politik des Papstes hat der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck geplant: Er setzte durch, dass der Bundestag am Vortag der Papstrede über einen Antrag zur Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben verhandelt. Die gleichgeschlechtliche Ehe hatte der Papst im vergangenen Jahr bei einem Portugal-Besuch als "heimtückische und gefährliche Herausforderung" bezeichnet (queer.de berichtete).



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
Die brandgefährliche Rede des Papstes

Ein Gast-Kommentar des schwulen Theologen David Berger zur Rede von Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag.
Liveblog: Das war der Papst-Besuch in Deutschland

Eine umstrittene Rede im Bundestag, zwei Plädoyers für die traditionelle Ehe und Familie und viel Protest und Enttäuschung: Der Besuch von Benedikt XVI. aus LGBT-Sicht zum Nachlesen.
Parteienstreit zum Papst-Besuch geht weiter

Benedikt XVI. könnte nun doch vor einigen leeren Sitzen im Bundestag sprechen, was CDU und CSU weiter erregt. Derweil sind die Vorbereitungen für die Proteste abgeschlossen.
#1 yomenAnonym
#2 dummfugAnonym
  • 14.09.2011, 13:35h
  • Ich finde man sollte Flagge zeigen. Also nicht fern bleiben, sondern ein Regenbogenfähnchen oder eine farbige Schleife oder andere Symbole deutlich zeigen.
    Wenn leere Plätze für das Fernsehen wieder aufgefüllt werden, was soll das dann bewirken? Dann nützt ein Wegbleiben doch nichts.
    Aber demonstrativ Solidarität zeigen, spitze Fragen stellen, das kann vielleicht etwas mehr bewirken. Man kann sich bei der Rede ja auch um 180 Grad umdrehen. Das wirkt auch im Fernsehen. Man muss ja nicht gleich mit Schuhen werfen...
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#3 Lars3110
  • 14.09.2011, 14:19h
  • Es kommt immer drauf an, von wem man beschimpft wird.
    Mich juckt das nicht. Es ist eher ein Zeichen, dass ich das richtige tue.
    Also alle auf die Straße nächste Woche und gegen das Redeprivileg eines Antidemokraten vor einem demokratischen Parlament demosntrieren.
    Ich bitte nur darum, dass es friedlich bleibt und dass verbale Ausfälle außen vor bleiben.
    Ich respektiere den Glauben anderer Menschen. Ich akzeptiere aber nicht, dass der Führer einer religiösen Gemeinschaft, sein religiösen Bild allen aufzwingen will und insbesondere Politikern vorschreiben will, wie irgendwelche Gesetze auszusehen haben.
    Ich fordere strikte, absolut STRIKTE Trennung von Politik und Religion - deshalb KEINE Rede eines Religionsführes vor unserem Parlament.
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#4 kynikóssardániosAnonym
  • 14.09.2011, 14:20h
  • die hasselfeld gibt die stimmung an ihrer basis gut wieder.

    ich (50) habe das vorletzten samstag mit genuß und freude testen können. ich folgte einer beiläufigen einladung mit der haltung, hmm das schau ich mir mal an.

    ein satz genügte dort und eine kolping-kaffe-kuchen-gemeinde war in einem vollrausch, der dem von ju-ordnern beim strauß-wahlkampf (1980) glich.

    gegen abend (alkohol) hätte ich dann nicht allein sein dürfen. schon zu zweit. oder zu dritt. mehr dann immer gut.

    erstaunlich war aber die anzahl der jüngeren, die doch eigentlich recht gut auf die geiferkanonaden aus der mitte ihrer gemeinde reagierten.

    schön auch der recht junge herr pfarrer (ca.30), der sich mit feinem gespür für dunkle wölkchen vom acker machte.

    auf dem parkplatz draussen erklärte ich den netten jüngeren dann noch mein unverständnis darüber, da doch seine vornehmste aufgabe, die der mäßigung und deutung sei. gerade bei gewitter, sei der gute hirte von nöten. zwei von denen grinsten verchmitzt.

    mein bekannter wird keine beiläufigen einladungen dieser art mehr aussprechen.
    in diesem jahr nicht mehr.
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#5 ClaudiaAnonym
  • 14.09.2011, 14:34h
  • War ja klar, dass das dummdreiste CDU-Pack und ihre katholo-faschistischen Spießgesellen demokratische Kritik als Krawalle und Rüpelei beschimpfen.
    Diese hirnlosen Reaktionären, die Schwulen und Lesben gern jegliche Bürger- und Menschenrechte vorenthalten wollen - wo Ratzinger und seine Co-Kriminellen uns alle gern im Knast oder aufgehängt haben würden - jedenfalls unterstützt er Staaten, die das tun - DIE verlangen von mir, disem hasszerfressenen, menschenverachtenden Arschloch, diesem kriminellen Sektenführer RESPEKT zu zollen? Haben die noch alle Tassen im Schrank? VOR SO JEMANDEM HABE ICH KEINEN RESPEKT!!!!!

    Auch wenn es die Katholofaschisten aus CDU und CSU nicht wahrhaben wollen: Staat und Kirche sind in diesem Staat getrennt!!!
    Wenn die diesem Schwein die Stiefel lecken wollen, können sie das gerne tun ,ich werde meine Kritik äußern und mich nicht als "Rüpel" beschimpfen lassen. Was bilden die sich ein, Leute, die Kritik an Ratzingers menschenverachtender Ideologie üben, als Rüpel oder gewaltbereite Chaoten zu diffamieren?
    Und im Bundestag werden leere Plätze mit Jubelpersern aufgefüllt? Wie lächerlich!!!!
    Deutschland macht sich als Ratzinger-Stiefellecker-Land lächerlich!
    Medien und Bullen werden dann wohl wieder schön mitspielen. Die Demo wird gar nicht erwähnt oder wir werden wieder Bilder von prügelnden und tretenden Scheißbullen sehen, während wir Kommentare hören werden, dass die gewaltbereiten Chaoten die Bullen angegriffen hätten. Immer dasselbe verlogene Blabla...!!!!
    Ich könnte kotzen!!!!!!
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#6 jojoAnonym
  • 14.09.2011, 14:43h
  • "Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Kommunisten noch nicht in der Demokratie angekommen sind"

    oh, das finde ich ja besonders niedlich.

    kritik üben, von seinem recht auf meinungsfreiheit gebrauch machen, diskussionen einfordern - das ist also undemokratisch? aber den schnabel halten, den ring küssen, keine widerworte geben und im gleichtakt mitnicken - das ist demokratie?

    ich schlage herrn geis für einen grundkurs staatsbürgerkunde vor. es kann doch nicht angehen, dass jemand in deutschland leben will und unsere grundlegenden werte nicht mal kennt, oder?

    natürlich steht er damit nicht allein. es ist schon bedenklich, wie bereitwillig hier jeder berechtigte protest schon im vorfeld als "krawall" stigmatisiert und jede inhaltliche auseinandersetzung - übrigens auch bei den grünen - gemieden und erstickt wird. dabei ist gerade das u.a. der anlass für die proteste: viele bürger haben das gefühl, dass es in unserem parlament eben nicht demokratisch GENUG zugeht.

    auf welcher seite stehen denn hier eigentlich die gegner der demokratie und wo ihre befürworter?
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#7 TuttiSantiAnonym
#8 harryÖsterreichAnonym
  • 14.09.2011, 14:59h
  • So mir liegt ja schon sehr lange einiges auf der Zunge aber heut muß ich mal meinen ersten comment abgeben;-)
    Also Frau Hass.......oder Klöckner...
    Wenn sie schon in den Raum werfen, dass beim Besuch des Dalai Lama niemand eine derartige Antihaltung an den Tag gelegt hat, dann sollten sie sich mal intensiver mit den beiden "weltanschauungen" auseinandersetzen !

    herzlichst ein ÖSI !
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#9 12:33Anonym
#10 Eine UngläubigeAnonym
  • 14.09.2011, 15:11h
  • Ich finde es befremdlich, dass Kritiker des Papstbesuches im Bundestag als respektlos dargestellt werden und wie total selbstverständlich vorausgesetzt wird, dass eine Demonstration gegen Ratzinger in Krawallen endet...

    Wer verhält sich denn hier wem gegenüber respektlos, diskriminierend und undemokratisch?!
    Der Papst und seine Anhänger können von mir aus glauben an wen/was sie wollen. Dabei stehe ich ihnen nicht im Weg oder werfe ihnen vor, was MICH an ihrem Glauben stört.
    Umgekehrt verlange ich aber auch Toleranz - oder zumindest Akzeptanz - der Lebensweisen, die nicht dem Konzept der Kirche entsprechen.

    Dass wir Lichtjahre davon entfernt sind, erfahren wir jeden Tag auf's Neue. Und genau aus diesem Grund ist eine friedliche Demonstration gegen die Einflussnahme der Geistlichkeit auf politische Belange zwingend notwendig.

    Die Begründung des Verbots der Demonstration ist doch an den Haaren herbeigezogen. Wenn dieses Verbot bestehen bleibt, dann ist das ein Armutszeugnis für unsere Demokratie und künftige Demonstrationen könnten aus dem gleichen Grund verboten werden.
    Der Papst sägt mit seiner weltfremden und menschenverachtenden "Politik" an dem Stuhl unserer Demokratie und unsere Behörden und Politiker klatschen auch noch Beifall.

    Traurig, wirklich traurig...
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