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Von Dirk Jung

Der demokratische Gouverneur des US-Staates New Jersey, der 47-jährige James E. McGreevey, ist am Donnerstag von seinem Amt zurückgetreten. Im Beisein seiner Frau Diana outete er sich als schwul, er habe eine Affäre mit einem Mann gehabt, der ihm nun schaden wolle. "Die Wahrheit ist, dass ich ein schwuler Amerikaner bin", sagte er bei einer Pressekonferenz. Er ist damit der ranghöchste amerikanische Politiker, der sich je als schwul outete. Gerüchte über dessen Homosexualität hatten sich schon seit Jahren gehalten. Der zum zweiten Mal verheiratete, zweifache Vater ging damit vor die Presse, nachdem er offenbar von seinem ehemaligen Liebhaber Golan Cipel erpresst worden war.

McGreevey und Cipel lernten sich in Israel kennen, wo letzterer als Sprecher der Stadt Rishon Le Zion arbeitete. Der Gouverneur stellte den Israeli, der auch als Dichter arbeitet, als Sicherheitsberater ein. Den 110.000-US-Dollar-Job kündigte dieser jedoch schnell, nachdem Fragen zu seiner Kompetenz aufgekommen waren. Bei gleichem Gehalt blieb er allerdings für weitere fünf Monate im Amt, als Sonderberater seines Chefs. Laut Aussage eines McGreevey-Beraters forderte Cipel nun eine Summe in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar vom Demokraten, damit er McGreevey nicht aufgrund angeblicher sexueller Übergriffe anklagt und diesen damit outet. "Dem beuge ich vor, indem ich Ihnen selbst etwas zu meiner Sexualität sage", sagte McGreevey bei der Pressekonferenz, ohne die Person zu nennen.

Rücktritt erst im November

Er kündigte seinen Rücktritt für den 15. November an. Dieses Datum hatte er gewählt, da so ein Nachfolger aus den Reihen der Demokraten, Senatspräsident Richard Codey, das Amt übernehmen kann, ohne dass es zu Neuwahlen kommen muss. Was schwule Belange anging, zeigte sich Codey bisher offen für die Themen. Die Amtszeit des Gouverneurs geht noch bis zum Januar 2006.

McGreevey sagte, seine Sexualität hätte seine Befähigung zum Gouverneur nicht beeinträchtigt und sei auch nicht der Grund für seinen Rücktritt. Er gebe sein Amt auf, da er Ehebruch begangen habe und so das Amt des Gouverneurs Schaden genommen habe. Um aufkommenden Gerüchten und Enthüllungen entgegenzutreten, hielt er es für richtig, seine Sexualität öffentlich zu machen. Schon als Kind habe sich der katholische McGreevey mit seiner Sexualität auseinandergesetzt und hart daran gearbeitet, die traditionellen Erwartungen der Familie zu erfüllen. Cheryl Jacques, Präsidentin der Human Rights Campaign sagte, McGreevey habe mit seiner Rede "viel Würde und Mut" gezeigt.

Der in Jersey City geborene McGreevey schloss 1981 an der Universität von Georgetown das Jurastudium ab, Harvard verließ er ein Jahr später mit einem erfolgreichen Magisterstudium in Erziehungswissenschaften. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er als Bezirksstaatsanwalt, später als Lobbyist eines Pharmakonzerns. Seine politischen Aktivitäten intensivierte er als Beamter. Der 47-Jährige verlor die Gouverneurs-Wahlen 1997 um ein Prozent, 2001 gewann er den Posten mit einem Stimmenvorsprung von 15 Prozent. Schnell wurde ihm eine Karriere auch außerhalb von New Jersey vorausgesagt. Unter seiner Führung mehrten sich allerdings Skandale, wie z.B. eine Spendenaffäre, die seinen Stern sinken ließen.

13. August 2004, 15.25 Uhr



#1 WalterAnonym
  • 15.08.2004, 07:33h
  • Noch so ein paar Nachrichten und mein Bild von der Heuchlergesellschaft in den USA hell sich wieder auf.
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#2 überfliegerAnonym
  • 15.08.2004, 14:19h
  • was für eine heuchlerische und verlogene gesellschaft, ist diese amerikanische... . was hat Bush nur aus Amerika gemacht?
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