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Forderte friedliche Proteste gegen den Papst-Besuch: Berlins neuer Erzbischof Rainer Maria Woelki

Erstmals haben sich am Freitag Spitzenvertreter der Katholischen Kirche und des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) zu einem offiziellen Gespräch getroffen.

Das Treffen im Vorfeld des Papstbesuches fand im Berliner Erzbischöflichen Ordinariat statt und dauerte eineinhalb Stunden. Teilgenommen haben auf Kirchenseite der neue Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki und der Generalkoordinator der Papstreise, Pater Dr. Hans Langendörfer. Von Seiten des LSVD waren u.a. Constanze Körner und Ulrich Keßler vom Landesverband Berlin-Brandenburg sowie Günter Dworek vom Bundesvorstand vertreten.

Im Anschluss an das Treffen sprach Woelki von einer "freundlichen und wohlwollenden Atmosphäre". Unter Bezug auf die katholischen Aussagen zur Homosexualität hob der Erzbischof hervor, dass er persönlich und die Katholische Kirche insgesamt keineswegs Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren oder ausschließen wollen. Gleichzeitig stellte er noch einmal dar, dass die Katholische Kirche vom Ideal der Ehe zwischen Mann und Frau, die offen ist für Nachkommenschaft, nicht abweichen werde. Diesem Ideal sei auch in kirchlichen Einrichtungen Rechnung zu tragen. Pater Langendörfer bat die Gesprächsteilnehmer im Blick auf die geplante Anti-Papst-Demo in Berlin um ihre Mitsorge für einen Verlauf, der Papst Benedikt nicht den "nötigen Respekt" versage.

LSVD begrüßt Dialogbereitschaft, fordert jedoch Taten

Die Vertreter des LSVD, der das Treffen angeregt hatte, begrüßten bei dem Gespräch die neue Dialogbereitschaft. Der LSVD forderte aber, dass Bekenntnissen, nicht diskriminieren und ausschließen zu wollen, auch sichtbare Taten folgen müssten. Die Katholische Kirche solle ihren Anteil an der Verfolgungsgeschichte Homosexueller aufarbeiten und tatsächliche Konsequenzen ziehen. Die Katholische Kirche in Deutschland sei aufgerufen, die Grundrechte von Lesben und Schwulen, wie sie vom Bundesverfassungsgericht mehrfach bekräftigt wurden, zu respektieren. Insbesondere forderte der LSVD eine veränderte Haltung beim Umgang mit schwulen und lesbischen Beschäftigten in kirchlichen Einrichtungen, denen nach Eingehen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft die Kündigung droht.

Mit Blick auf den Papst-Besuch waren sich der Berliner Erzbischof und der LSVD einig, dass Proteste friedlich verlaufen müssten. Das Bündnis "Der Papst kommt" hat am Donnerstag bei einem Netzwerktreffen indessen das Motto für die Proteste festgelegt: Die Demonstration am Donnerstag um 16 Uhr ab dem Potsdamer Platz steht unter dem Titel "Keine Macht den Dogmen". (cw)



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#1 Kristian
  • 16.09.2011, 17:31h
  • "Gleichzeitig stellte er noch einmal dar, dass die Katholische Kirche vom Ideal der Ehe zwischen Mann und Frau, die offen ist für Nachkommenschaft, nicht abweichen werde."
    Verdammt, eine DER zentralen Forderungen des LSVD kann von der katholischen Kirche nicht erfüllt werden.
    Was soll es bedeuten, dass "[d]iesem Ideal [...] auch in kirchlichen Einrichtungen Rechnung zu tragen" sei? Ich hoffe, dass ich mich irre, aber das heißt doch wohl verklausuliert, dass schwule und lesbische Mitarbeiter in der katholischen Kirche immer noch diskriminiert und/oder rausgeworfen werden dürfen und das kann es ja wohl nicht sein. Hoffentlich hakt der LSVD beim nächsten Gespräch da nochmal nach.
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#2 alexander
#3 Geert
  • 16.09.2011, 17:45h
  • Wahrscheinlich war es ein Fehler, nicht Vertreter von katholischen bzw christlichen Schwulen- und Lesbenorganisationen dies Gespräch führen zu lassen. Aber von der Berliner HuK kann man diesbezüglich nichts erwarten.
    Wer die Situation für Schwule, sagen wir mal, in der CDU verbessern will, sollte selbst CDU-Mitglied sein. Dann wird seine Meinung eher gehört, als wenn Mitglieder der Grünen oder der Linken die Situation in der CDU verbessern wollten. Genau so verhält es sich eben auch mit der katholischen Kirche.
    Wo sind die seriösen katholischen Schwulen und Lesben, die solche Gespräche -unter Katholiken- führen können?
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#4 hatschipuhAnonym
#5 pfingstfreitagAnonym
#6 alexander
#7 finkAnonym
  • 16.09.2011, 19:06h
  • welche resultate können wir nun verbuchen?

    1. woelki hat die gelegenheit genutzt, sich als höflicher gastgeber zu profilieren, der diese perversen sogar in sein haus hineinlässt. (und wehe! das wird er uns noch hundertmal um die ohren hauen.)

    2. einem lippenbekenntnis, angeblich nicht diskriminieren zu wollen, folgt die direkte ankündigung, es weiterhin aus vollster überzeugung eben doch zu tun. das wird langsam langweilig, fällt aber den meisten menschen immer noch nicht auf.

    3. das gespräch wurde genutzt, die antiratzi-demos ohne inhaltlichen beleg schon im vorfeld als potentielle gefahr für den öffentlichen frieden hinzustellen. die lsvd-vertreter ließen sich hierfür folgsam einspannen, indem sie unnötigerweise einen friedlichen ablauf miteinforderten, als gebe es tatsächlich ernsthafte hinweise darauf, dass der protest in gewalt ausarten würde.

    4. das gespräch wurde genutzt, ratzinger-kritiker als respektlose menschen hinzustellen und somit von der inhaltlichen ebene geschickt auf angebliche charakterlichen defizite der kritiker abzulenken.

    5. der lsvd hat immerhin recht geschickt gekontert und einige aktuelle diskriminierungen der katholischen kirche angesprochen.

    6. darauf gab es keine sichtliche reaktion oder antwort, geschweige denn eine inhaltliche diskussion. war die aber nicht eigentlich das ziel des treffens?
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#8 Geert
#9 eventmanagerAnonym
#10 stephan
  • 16.09.2011, 22:34h
  • "... der Papst Benedikt nicht den "nötigen Respekt" versage."

    a. Respekt wofür?
    b. Wieso ist dieser Respekt nötig?
    c. Wieso sollten Personen, deren Gruppe in Gesamtheit von Seiten der röm.-kath. Kirche stets aufs Gröbste beschimpft und diffamiert wird, daran mitwirken?

    Mein Wort zum Papst:

    *Komm auf den Boden der Tatsachen!
    *Reformier Deinen Laden, damit er nicht weiter in die großen Menschheitsverbrechen verstrickt ist!
    *Sorg dafür, dass Deinem Laden keinerlei Gefahr ausgeht - insbesondere nicht für Kinder!
    *Entschuldige Dich für die Verbrechen Deiner Organisation dreimal täglich!
    *Entschuldige Dich für Deine früheren Taten (als Großinquisitor)!
    *Akzeptiere endlich, dass Du nicht der einzige Mann bist, der gerne Kleider trägt!
    *Schneid die alten Zöpfe ab, die ohnehin nichts mit den Grundlagen Deiner Weltauffassung (dem historischen Jesus von Nazareth) zu tun haben und somit auch für Dich wertlos sein sollten.
    *Denk mal ohne Vorbehalte und Igitt-Faktor über Sex nach, auch wenn Du nicht wirklich weißt, worum es sich dabei handelt!
    *Sag allen deinen servilen Untergebenen, dass sie nicht über Dinge reden sollen, von denen sie nichts verstehen und halt Dich selber daran!
    *Hetz gegen niemand insbesondere nicht gegen Minderheiten.
    *Ansonsten: Halt die Klappe!

    Respektvoll ist mein Rat (von Mensch zu Mensch) deshalb, weil ich jedem in ähnlicher Situation liebevoll und dringend denselben Rat geben würde in geschwisterlicher Mitmenschlichkeit!
    Mehr Respekt und guten Rat kann ich einem Mitmenschen leider nicht geben!
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