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Nach der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am Sonntag kann der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in eine dritte Amtszeit starten. Seine SPD schnitt laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 28,3 Prozent knapp über 2 Prozent schlechter ab als vor fünf Jahren (30,8 Prozent). Seinen eigenen Wahlkreis verlor der Regierende Bürgermeister knapp an einen CDU-Kandidaten.

Wowereits bisheriger Koalitionspartner, Die Linke, erreichte unter dem Spitzenkandidaten Harald Wolf nur 11,7 Prozent (2006: 13,4%, plus WASG 2,9%) - was nicht für eine Zweierkoalition ausreichen wird. Mit den Grünen unter Renate Künast, die ursprünglich Wowereit ablösen wollte, ist hingegen eine Koalition möglich: Die Partei erreichte 17,6 Prozent, eine Verbesserung um knapp über 4 Punkte. Rot-Grün hat damit, nach Berücksichtigung von Überhangmandaten, zwei Sitze über der absoluten Mehrheit.

Wowereit könnte aber auch eine Große Koalition bilden, CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel konnte das Ergebnis seiner Partei von 21,3 auf 23,4 Prozent verbessern; in seinem eigenen Wahlkreis wurde er bei den Erststimmen Dritter. Verlierer ist die FDP, die über zwei Drittel ihrer Stimmen verlor und mit 1,8 Prozent nicht mehr im Landtag vertreten sein wird.

Neu drin sind sie Piraten, die bei ihrem ersten Antritt 8,9 Prozent und 15 Sitze erreichten - mehr Kandidaten hatte die Partei nicht aufgestellt. Die neue Partei ist auch in allen Bezirksverordnetenversammlungen vertreten. Bei den Sonstigen kommt die NPD auf 2,1 Prozent, die Tierschutzpartei auf 1,5 Prozent, "pro Deutschland" 1,2, "Die Freiheit" 1,0, "Die Partei" 0,9. Die homophobe Partei BIG erreicht 0,5 Prozent.


Wowi mit Bär und Jörn

Klaus Wowereit ließ sich von seiner Partei zu Techno-Beats feiern, er bekam einen Teddy und Blumen geschenkt und dankte neben seinem Lebenspartner Jörn Kubicki den Wahlhelfern und Kandidaten. Zu möglichen Koalitionen äußerte er sich zunächst nicht, im ZDF sagte er dann, man werde in der nächsten Woche Sondierungsgespräche führen. Mit den Grünen gebe es die meisten Schnittmengen, diese müssten sich aber zu einer fortschrittlichen Entwicklungspolitik bekennen.

Beide möglichen Koalitionäre (theoretisch wäre auch Rot-Rot-Piraten möglich) boten Gespräche an. "Wir sollten in Ruhe sondieren und dann in Verhandlungen gehen", sagte die Landesvorsitzende Bettina Jarasch am Sonntagabend. Auch die CDU gibt sich interessiert: "Es gibt keine breite Mehrheit für Rot-Grün", sagte der Berliner CDU-Generalsekretär Bernd Krömer. "Wir werden uns Gesprächen nicht verweigern." Das gelte für alle "demokratischen Parteien".

Bei der FDP wurde das Ergebnis bejubelt - Aktivisten der Partei "Die Partei" von Satiriker Martin Sonneborn hatten sich in die Parteizentrale geschummelt. Als "Tiefpunkt und Weckruf" bezeichnete Generalsekretär Christian Lindner das Ergebnis. FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer sieht den "Markenkern der FDP beschädigt". Es sei "zu keinem Zeitpunkt gelungen, uns vom Bundestrend positiv abzusetzen."

Das Abschneiden der FDP wird die Krise der Partei und auch der Bundesregierung verstärken - und sorgt für Spott der anderen Parteien. In einer ersten Reaktion twitterte der Grüne Volker Beck: "+ 5% für Grüne - so viel wie wir dazu gewonnen haben, hätten manche gern als Ergebnis".

Der Spitzenkandidat der Piraten, Andreas Baum, sagte, er habe sich ein solches Ergebnis nicht träumen lassen. Die Berliner wollten "offensichtlich, dass sich im Abgeordnetenhaus tüchtig was verändert". Gregor Gysi gestand bei der Wahlparty der Linken eine kleinere Niederlage ein: "Wer mit so einer kleinen Niederlage nicht feiern kann, der taugt nichts" forderte er die Parteianhänger zu mehr Stimmung auf.

Insgesamt waren rund 2,4 Millionen Berliner aufgerufen, ihr neues Abgeordnetenhaus zu wählen. Die Beteiligung in den knapp 1.800 Wahllokalen liegt mit 60,5 Prozent entgegen ersten Befürchtungen am Wahlmorgen knapp höher als 2006 (58,0).

Wöchentliche Umfrage

» Die Piratenpartei ist...
    Ergebnis der Umfrage vom 19.9.2011 bis 26.9.2011


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#1 HinnerkAnonym
  • 18.09.2011, 18:10h
  • BRAVO!!

    Die FDP ist genau da, wo sie hingehört:
    Unter 5% !

    Sogar meilenweit...

    Lügner und Betrüger gehören nicht in Parlamente.

    Und mit ihren Schoßhündchen von der FDP geht der CDU/CSU auch der Mehrheitsbeschaffer verloren.
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#2 JoonasAnonym
#3 MarekAnonym
  • 18.09.2011, 18:22h
  • Der Populismus der FDP war nicht erfolgreich!

    Mit 2 % (oder sogar noch darunter), steht die FDP vor einem Scherbenhaufen.

    Das ist ein Desaster für die FDP! Die FDP ist am Ende!

    Wer die noch wählt, vergeudet seine Stimme...
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#4 alexMucEhemaliges Profil
  • 18.09.2011, 18:23h
  • FDP mutiert zur Randgruppe. 1,8 im Moment. Rösler hat die 3.Wahl nacheinander verloren.
    Schade für die Linken. Aber eindeutig Frau Lötsch-Castro von den Bundes-Linken Schuld. Wurde im ARD Wahlstudio nicht direkt angesprochen, aber man hat es herausgehört, als man von "Problemen der letzten Wochen" sprach.
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#5 Simon H.Anonym
  • 18.09.2011, 18:27h
  • Das katastrophale Ergebnis der FDP ist die Quittung für deren geballte politische, wirtschaftliche und soziale Inkompetenz!

    Und für deren Arroganz, Lügen und Manipulationen!
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#6 Rea ListAnonym
  • 18.09.2011, 18:28h
  • Das Ende der beispielhaften Sexualpolitik ist damit besiegelt.

    Wo Rot-Grün regiert, gibt es keine vergleichbaren Fortschritte im Bildungswesen, sondern überwiegend nur heiße Luft.

    Siehe NRW: Erst großer Wahlklamauk zu "gemeinsamem Lernen", und jetzt das mehrgliedrige Schulsystem auf alle Zeiten mit der CDU festgeschrieben.

    Genauso wird's auch mit dem vagen Gerede über "Aktionspläne" gegen Homophobie enden. Nicht umsonst unterstützen auch Grüne die Hetzkampagne gegen die rot-rote Sexualpolitik in Berlin (ebenso wie Piraten).

    Die Homo-Hasser von der CDU reiben sich, wie gerade schon vernommen, lautstark die Hände, weil "der rot-rote Senat abgewählt ist".
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#7 finkAnonym
#8 FenekAnonym
  • 18.09.2011, 18:32h
  • Die Splitterpartei FDP ist immer schon unfähig gewesen. Aber das konnten sie immer ganz gut mit ihren Lügen und Manipulationen kaschieren.

    Aber mittlerweile haben die Wähler diese altbekannte FDP-Taktik durchschaut.

    Die FDP-Verarsche funktioniert nicht mehr!

    Ich freue mich!
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#9 herve64Profil
  • 18.09.2011, 18:33hMünchen
  • Meinen diebischen Glückwunsch an die Piraten. Und was die FDP angeht: "5-3-2: Splitterpartei!"
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#10 LinkerAnonym
  • 18.09.2011, 18:39h
  • Antwort auf #6 von Rea List
  • Dass die Linke Wähler verloren hat und Rot-Rot nicht mehr möglich ist, liegt u.a. daran, dass auch die Linke die Papst-Huldigungen mitmacht:

    Als das damals abgestimmt wurde, hat die Linke auch für die Papstrede im Bundestag gestimmt. Und einige Linke wollen zwar der Papstrede fernbleiben, aber erstens nicht die ganze Fraktion und zweitens ist es natürlich ein Unterschied, ob man von vornherein weg bleibt, oder ob man geschlossen aufsteht und geht, sobald der Pope den Mund aufmacht.

    Gerade die Wähler der Linken wollen keine Partei, die den Papst genauso hofiert wie die anderen Parteien.

    Wenn die Linke nicht für die Zukunft noch mehr Wähler verlieren will, sollte sie bei der Papstrede anwesend sein, aber sobald der Papst den Mund aufmacht geschlossen aufstehen und den Saal verlassen.
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