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Staatssekretärin Lynne Featherstone setzt sich für die Ehe-Öffnung ein (Bild: ukhomeoffice / flickr / by 2.0)

In Deutschland sperrt sich Schwarz-Gelb noch, in Großbritannien ist die klassische Mitte-Rechts-Koalition schon weiter: Die britische Staatssekretärin für Gleichbehandlung hat angekündigt, dass die konservativ-liberale Regierung bis spätestens 2015 die Ehe für Schwule und Lesben öffnen will.

Lynne Featherstone hat am Wochenende beim Parteitag der Liberaldemokraten erklärt, dass die Regierung im März 2012 eine förmliche Anhörung zum Thema Ehe-Öffnung beginnen werde. "Das macht es uns möglich, Gesetzesänderungen bis zum Ende der Legislaturperiode durchzusetzen." Die nächste Unterhauswahl darf spätestens Anfang Mai 2015 abgehalten werden.

Featherstone erklärte in ihrer Rede, dass Schwule und Lesben aus Fairness-Gründen im Eherecht gleichgestellt werden müssten: "Ich glaube, dass es Diskriminierung ist, wenn man einer Gruppe nicht die selben Möglichkeiten gibt wie einer anderen", sagte Featherstone.

Die Liberaldemokraten sind Juniorpartner in einer Koalition mit den konservativen Tories von Premierminister David Cameron. Während Cameron offenbar seinem Koalitionspartner beim Thema Homo-Ehe entgegen kommen will, gibt es in seiner Partei viele Konservative, die eine Liberalisierung strikt ablehnen.

Konservative waren bei Lebenspartnerschaftsgesetz gespalten

Schon bei der Debatte um das Gesetz für eingetragene Partnerschaften im Jahr 2004 waren die Konservativen gespalten. Cameron stimmte damals als Abgeordneter den "Civil Unions" zu, andere Parteigrößen wie der frühere Parteichef Iain Duncan Smith oder die umstrittene Abgeordnete Ann Widdecombe votierten gegen die Anerkennung von Homo-Partnerschaften. Außer zwei nordirischer Kleinparteien stimmten jedoch alle anderen Abgeordneten dem Gesetzentwurf zu.

Homo-Gruppen wollen schnellere Ehe-Öffnung

Homo-Gruppen begrüßten zwar, dass sich die Regierung in der Frage der Ehe-Öffnung bewegt, kritisierten jedoch den Zeitplan: "Es ist eigenartig, dass die Gleichbehandlungsministerin viele Jahre ein diskriminierendes Gesetz beibehalten will", erklärte Homo-Aktivist Peter Tatchell in einem Kommentar im linksliberalen "Guardian". Es seien keine Anhörungen notwendig, um Diskriminierung zu beenden. Außerdem sei es unfair, dass Featherstone die eingetragenen Partnerschaften auch nach einer Ehe-Öffnung am Leben erhalten möchte, diese aber weiterhin nicht für Heterosexuelle öffnen wolle.

Als weiterer Kritikpunkt an dem Entwurf der Liberaldemokraten wird bemängelt, dass keine gleichgeschlechtlichen Ehen in Kirchen geschlossen werden dürfen, sondern nur in Standesämtern. Heterosexuelle können dagegen auch im Rahmen eines Gottesdienstes heiraten - und diese Ehe wird - anders als in Deutschland - vom Staat anerkannt. Aktivisten fordern nun, dass zumindest die Glaubensgemeinschaften gleichgeschlechtliche Paare vermählen dürfen, wenn sie das wünschten. Dazu gehören mehrere kleine protestantische Kirchen.

Im Vorfeld der Unterhauswahl 2010 haben nur die Liberaldemokraten die Ehe-Öffnung befürwortet. Der Anfang 2011 neu gewählte Vorsitzende der Labour-Partei, Ed Milliband, bekennt sich anders als sein Vorgänger Gordon Brown inzwischen zur Gleichstellung im Eherecht.

Sollte das Unterhaus die Ehe-Öffnung beschließen, würde sie nur in England und Wales gelten. Die schottische Regionalregierung hat aber bereits vor rund zwei Wochen angekündigt, ebenfalls Anhörungen über eine Öffnung der Ehe durchzuführen. Dort regiert derzeit die separatistische Scottish National Party (SNP), die mehrheitlich als Befürworterin der Ehe-Öffnung gilt. Dagegen hat sich jedoch die katholische Kirche ausgesprochen, zu der sich einer von fünf Schotten bekennt (queer.de berichtete).

Bereits jetzt enthalten die britischen "Civil Unions" praktisch die gleichen Rechte und Pflichten wie bei Eheleuten, inklusive des Adoptionsrechts. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.09.2011, 17:54h
  • Die britische Regierung zeigt der deutschen, wie's mit der Einführung der Homoehe geht - dann soll die Koalition mal aus den Puschen kommen, denn das Gezeter um die Euro- und Schuldenkrise wird einem mittlerweile überdrüssig!
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 19.09.2011, 20:40h
  • Uiiih...

    Das wäre natürlich ein Hit, wenn im Vereinigten Königreich ausgerechnet eine Regierung aus Konservativen und Liberalen die Ehe öffnen würde.

    Aber das kann ich nicht so ganz glauben.
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#3 RaffaelAnonym
  • 20.09.2011, 08:58h
  • Jetzt ist sogar schon das konservative Großbritannien fortschrittlicher als Deutschland.

    Das dauert zwar viel zu lang, aber immerhin gibt es einen Termin. Und es gibt dort sogar eine Gleichbehandlungsministerin. Beides Dinge, wovon wir in Deutschland nur träumen können.

    Es wird wirklich allerhöchste Zeit, dass die schwarz-gelbe Desaster-Regierung endlich abgelöst wird. Jeder weitere Tag ist ein Tag zu viel...
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