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Sexualforscher Magnus Hirschfeld (1868-1935) war Leiter des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK) (Bild: Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V.)

Der Lesbenring hat kritisiert, dass die Magnus-Hirschfeld-Stiftung die Vormachtstellung von Schwulen in der Szene zementiere.

Der Dachverband für lesbische Gruppen in ganz Deutschland hätte sich für die von der Bundesregierung eingerichtete Stiftung "den Namen einer lesbischen Frau oder einen geschlechtsneutralen Namen" gewünscht, heißt es in einer auf der eigenen Website veröffentlichten Erklärung. "Lesbische Frauen sind in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung immer in Gefahr, nicht wahrgenommen zu werden und unsichtbar zu sein", argumentiert der Verein, dem zirka 5.000 Lesben angehören. Dabei wird als Beispiel die Berichterstattung über den CSD kritisiert, "die allzu oft den Fokus ausschließlich auf homosexuelle Männer richtet". Lesbische Frauen würden so in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

"Es führt neben vielem anderen dazu, dass in der Benennung einer wichtigen Stiftung mit einem Männernamen Frauen wieder einmal mitgemeint sind", kritisiert der Lesbenring weiter. "Wir können uns das Gegenteil, nämlich dass sich Männer als Gruppe in einer 'Johanna-Elberskirchen-Stiftung' angenommen und repräsentiert fühlen würden, nur schwer vorstellen. Elberskirchen (1864-1943) war eine feministische Schriftstellerin und Aktivistin, die insbesondere in der Weimarer Republik politisch aktiv gewesen ist.

Der Lesbenring kritisiert auch, dass die internationale Dimensionen bei der Stiftung kaum eine Rolle spielen würden: "Frauen, gerade lesbische Frauen, sind als Migrantinnen in Deutschland Mehrfachdiskriminierungen ausgesetzt und ihre Interessen finden auch in den internationalen Aktivitäten der Bundesrepublik nicht immer die Berücksichtigung, die dem Grad ihrer Betroffenheit von Repression und Benachteiligung entspräche", heißt es. Auch würden die Belange von "TransidentInnen und intersexuellen Menschen" zu wenig berücksichtigt.

Nur ein Sitz für Lesben im Kuratorium

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Zusammensetzung des 21-köpfigen Stiftungskuratoriums. Hier hat der Lesbenring als einziger ausdrücklich lesbischer Verband lediglich einen Sitz erhalten.

Trotz der beklagten Defizite werde der Lesbenring die Arbeit der neuen Stiftung nicht torpedieren: "Wir haben uns ... dazu entschieden, nach Kräften mitzuarbeiten, damit den lesbischen Belangen eine Stimme verliehen werden kann".

Die Errichtung der Magnus-Hirschfeld-Stiftung wurde Ende August vom Bundeskabinett beschlossen (queer.de berichtete). Die Stiftung hat den Zweck, sowohl an die Verfolgung Homosexueller durch die Nationalsozialisten zu erinnern als auch die heutige Lebenswelt lesbischer Frauen und schwuler Männer zu erforschen. Sie wird mit zehn Millionen Euro Stiftungsvermögen ausgestattet. (dk)



MdBs in Hirschfeld-Stiftung gewählt

Der Bundestag hat am Donnerstag die neun Abgeordneten für das Kuratorium der neu gegründeten Magnus-Hirschfeld-Stiftung bestimmt.
Weiter LGBT-Kritik an Regierung

Die Magnus-Hirschfeld-Stiftung bleibt umstritten. Auch die Kürzungen bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sorgen weiterhin für Wirbel.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.09.2011, 17:59h
  • Gott sei Dank bleibt die Diskussion um die Stiftung in einem erträglichen Rahmen und nimmt nicht so groteske Züge wie die um die Anti-Papst-Demos an!
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#2 deaAnonym
  • 19.09.2011, 18:49h
  • Ich bin lesbisch.
    Und das hier ist absurd.
    Ich würde mich nicht stärker repräsentiert fühlen, wenn es eine "'Johanna-Elberskirchen-Stiftung" geworden wäre.
    Um die gemeinsame Sache sollte es gehen - und nicht um den Namen. Zumal dieser Name meines Erachtens sehr gut gewählt ist.
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#3 TommAnonym
  • 19.09.2011, 18:58h
  • Meine Güte - jetzt geht das wieder los !! :-( Können Lesben eigentlich selber mal was EIGENES auf die Beine stellen, als immer nur zu KRITISIEREN ?!

    Erst das Theater um den schwulen Kuss im Homo-Mahnmal in Berlin, dann die leidige Geschichte mit dem Christina-Street Day (Umbenennung) in München ... um nur ein paar wenige Beispiele aufzuführen !!

    Magnus Hirschfeld war nicht nur Arzt und Sexualforscher, er war auch der Mitbegründer der ersten SCHWULEN Bewegung !!
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#4 IsabellAnonym
#5 Sven_
  • 19.09.2011, 19:20h
  • Das Kind (die Stiftung) braucht einen Namen und da ist der Hirschfeld nunmal bekannter, auch weil Frauen früher eben gerne einfach unter den Tisch gefallen sind.
    Ansich hätte sie auch Hirschfeld-Elberskirchen-Stiftung oder Andersrum-Stiftung oder sonst wie heißen können, da darf man sich nicht zu sehr drüber aufregen. Hauptsache ist, sie leistet ihre Arbeit.
    (Schlimm wäre es nur, wenn man den Magnus nun zu einer Frau hätte machen wollen, wie bei der unseglichen CSD-Umbenennung in München, wo es ja nicht mal um einen Menschen, sondern eine Straße ging.)

    Interessanter wäre jedoch, wer denn da alles drinsitzt, wenn es nur eine Lesbe ist, wieviele Schwule und Trans* sind es denn?
    Und wer sind die anderen?
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#6 genervterAnonym
  • 19.09.2011, 19:32h
  • Kampflesben nicht wahrnehmen?? Wie soll das gehen? Zu schön um wahr zu sein!

    Typisch Frau - nix selber auf die Beine bringen aber ständig nörgeln!
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#7 yomenAnonym
#8 ArthasAnonym
  • 19.09.2011, 20:24h
  • "Lesbische Frauen sind in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung immer in Gefahr, nicht wahrgenommen zu werden und unsichtbar zu sein"

    selbst verursacht bzw. von Lesben selbts so gewollt!

    "die allzu oft den Fokus ausschließlich auf homosexuelle Männer richtet".

    Was daran liegt das es fast nur homosexuelle Männer sind die sich für LGBT Themen einsetzten.

    "Es führt neben vielem anderen dazu, dass in der Benennung einer wichtigen Stiftung mit einem Männernamen Frauen wieder einmal mitgemeint sind"

    Und wo ist da das Problem?

    "Wir können uns das Gegenteil, nämlich dass sich Männer als Gruppe in einer 'Johanna-Elberskirchen-Stiftung' angenommen und repräsentiert fühlen würden, nur schwer vorstellen"

    Dann können die werten Damen ja so eine Stiftung mal ins Leben rufen statt zu mekcern und dann wird es sich ja zeigen!

    "Frauen, gerade lesbische Frauen, sind als Migrantinnen in Deutschland Mehrfachdiskriminierungen ausgesetzt und ihre Interessen finden auch in den internationalen Aktivitäten der Bundesrepublik nicht immer die Berücksichtigung, die dem Grad ihrer Betroffenheit von Repression und Benachteiligung entspräche"

    Unsinn, das genaue Gegenteil ist der Fall! Beispiel: die schulische Leistung von Jungs sinkt immer weiter während die von den Mädchen steigt. An einer deutschen Universität ist der Geschlechteranteil etwa 40% mänlich und 60% weiblich, Tendenz steigend. Dann darf ich noch mal an die Vorverurteilung von Kachelmann, besonders durch Emanzen und Feministinnen erinnern. Gerade gestern in einem Zeitungsartiekel gelesen:" Bei gleicher Qualifizierung werden Frauen und bevorzug"! Da fragt man sich wie das mit Artikel 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland vereinbar ist!
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#9 David77Anonym
  • 19.09.2011, 20:49h
  • Vielleicht sollte man diese gleich "Alice Schwarzer-Stiftung" nennen?
    Magnus Hirschfeld war nunmal schwul und somit ein Mann. Kommt jetzt die Beschwerde, das die nach ihm benannte Stiftung nunmal einen männlichen und keinen geschlechtsneutralen Namen trägt?
    Muss man sich nun etwa auf M.Hirschfeld oder Magna Hirschfeld gefasst machen?
    Dann bitte gleich alles konsequent umbenennen:
    "DIE Lebierinnenringin", DAS Stiftung, Alice SchwarzE, etc...
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#10 alexander
  • 19.09.2011, 20:56h
  • Antwort auf #2 von dea
  • genau so sehe ich das auch ! danke !
    schlimm genug, dass diese unsägliche homodenkmaldebatte, von der "lieben alitsche" missbraucht wurde, um sich gehör zu verschaffen !
    wohlgemerkt, als busenfreundin von unserer bundesmutti, die sich ja bekanntlich so sehr für homos einsetzt !
    es gibt unsägliche lesben, sowohl als auch gräusliche schwuchteln, sei´s drum, aber uns gegeneinander ausspielen zu lassen, durch selbsternannte koryphäen, sollten wir zu verhindern wissen !
    hier werden "unsere gemeinsamen interessen" zur persönlichkeitsfindung einzelner missbraucht !
    zumal es schon vor 40 jahren ( meiner zeitrechnung, will sagen, schon im berlin der 20ziger, gab es das nicht !) überhaupt kein problem gab, es war selbstverständlich, dass schwule und lesben an einem strang zogen !
    es besteht überhaupt keine notwendigkeit unsere interessen zu "digitalisieren", denn die einzelschicksale unterscheiden sich auf grund unserer probleme bestenfalls durch den "zeitgeist" !
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